Für eine innovative Armee

ShortId
15.3359
Id
20153359
Updated
28.07.2023 06:15
Language
de
Title
Für eine innovative Armee
AdditionalIndexing
09;36
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Armee kann wesentlich zur schweizerischen Innovation beitragen. Wissenschaft und Forschung entwickeln Lösungen in Sicherheitsfragen - unter anderem im Bereich der Cyber-Sicherheit -, sie tragen aber auch zum allgemeinen Wohlstand des Landes bei. Andere Staaten haben dies erkannt. Zum Beispiel Israel und die USA, zwei Nationen, deren starken Armeen zu einer innovativen Wirtschaft beitragen. Israel etwa weist weltweit die höchste Dichte an technologischen Unternehmen auf, eines pro 2000 Personen. Die Armee - oder genauer gesagt ihre Eliteeinheiten, wie etwa die auf elektronische Aufklärung spezialisierte "Unit 8200" - ist dort sowohl Ausbildungsstätte als auch Start-up-Inkubator. Auch in den USA ist die Armee eng mit der Innovation verknüpft. Die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency), eine Forschungsagentur des Pentagon, hat wesentliche Erfindungen wie das Arpanet oder das GPS hervorgebracht und finanziert auch Forschungsprojekte in der Schweiz.</p><p>Wissenschaftliche Eliteeinheiten oder eine Innovationszelle sind zwei Beispiele für eine wirksame, nützliche und innovative Armee. Anhand des Berichtes können verschiedene Modelle - und weitere Ideen - untersucht und die Möglichkeiten ihrer Anwendbarkeit in der Schweiz analysiert werden. Zudem soll er Vorschläge enthalten, wie die Beziehungen und die Zusammenarbeit der bestehenden Forschungszentren - etwa der beiden ETH - mit der Armee vertieft werden können. Der Bericht soll ausserdem aufzeigen, wie eine solche Entwicklung finanziert werden kann. Ein möglicher Weg wäre die Schaffung eines Spezialfonds, mit dem Innovationen nach dem Modell eines klassischen Risikokapitalfonds angekurbelt würden.</p><p>Zusammenfassend wird das Ziel einer nützlichen, innovativen Armee verfolgt, die Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung schafft, der Sicherheit dient und zum nationalen Zusammenhalt beiträgt.</p>
  • <p>Die Armee beteiligt sich in verschiedener Hinsicht an schweizerischen Forschungs- und Innovationstätigkeiten.</p><p>Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) ist mit seinem Bereich Wissenschaft und Technologie (W+T) für die Technologiefrüherkennung und -bewertung sowie die Strategieformulierung für mögliche Beschaffungen der Armee verantwortlich. Durch gezielte, angewandte Forschungstätigkeiten erschliesst W+T intern sowie in Expertennetzwerken mit Hochschulen und Industrie die für das VBS notwendigen Technologiekompetenzen. Der Kompetenzaufbau erfolgt mittels Forschungsprogrammen, unter Einbezug von Partnern aus Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen. Es bestehen rund hundert langjährige Forschungspartnerschaften. Es gibt Forschungsprogramme in folgenden Bereichen: Aufklärung und Überwachung; Kommunikation; Cyberspace und Information; Wirkung, Schutz und Sicherheit; unbemannte Einsatzmittel der Zukunft in der Luft (UAV); unbemannte Einsatzmittel der Zukunft am Boden (UGV); Technologiefrüherkennung. Die Forschungsprogramme sowie deren Ziele, Kompetenzfelder, Nutzen und Kooperationspartner werden von W+T jährlich publiziert. Die Forschungspartnerschaften haben sich bewährt und werden auch künftig den Bedürfnissen der Schweizer Armee entsprechend gepflegt.</p><p>Die Armee selber, namentlich der im Armeestab angesiedelte Bereich Informations- und Objektschutz (IOS), beteiligt sich am Schutz der VBS-eigenen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Damit wird ein Beitrag geleistet zur Umsetzung der vom Bundesrat im Juni 2012 verabschiedeten nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken, welche Behörden, Wirtschaft und Betreiber kritischer Infrastrukturen einbindet.</p><p>Im Rahmen der Umsetzung der Cyber-Strategie der Armee schliesslich hat der Bereich Cyberabwehr im Führungsstab der Armee zum einen eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe eingesetzt. Zum anderen ist beabsichtigt, verschiedene Hochschulen mit Arbeiten in der Zukunftsforschung in diesem Bereich zu beauftragen.</p><p>Forschungsaufträge werden ausserdem auch vom öffentlichen Technologie- und Rüstungsunternehmen des Bundes, der Ruag, erteilt, wobei diese Forschungstätigkeiten wiederum der Schweizer Armee zugutekommen.</p><p>Obwohl die Armee mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammenarbeitet, namentlich durch Armasuisse sowie den Armee- und Führungsstab, bleibt ihre Rolle in der Forschung und Innovation der Schweiz grundsätzlich eine indirekte. Der Bundesrat sieht keine Veranlassung, dies zu ändern und neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen der Armee und der wissenschaftlichen Forschung vorzusehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Innovation bei der Armee zu verfassen, dies mit dem Ziel, Wege aufzuzeigen, wie die Armee sich aktiv an der wissenschaftlichen Forschung und der Innovation beteiligen kann, insbesondere im Bereich der Cyber-Sicherheit. Der Bericht soll einen Vergleich zwischen bestehenden Modellen im Ausland anstellen und dabei aufzeigen, welches davon der Funktionsweise der Schweizer Armee am besten entspricht. Überdies können darin auch neue Modelle für die Zusammenarbeit zwischen der Armee und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) vorgeschlagen werden.</p>
  • Für eine innovative Armee
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Armee kann wesentlich zur schweizerischen Innovation beitragen. Wissenschaft und Forschung entwickeln Lösungen in Sicherheitsfragen - unter anderem im Bereich der Cyber-Sicherheit -, sie tragen aber auch zum allgemeinen Wohlstand des Landes bei. Andere Staaten haben dies erkannt. Zum Beispiel Israel und die USA, zwei Nationen, deren starken Armeen zu einer innovativen Wirtschaft beitragen. Israel etwa weist weltweit die höchste Dichte an technologischen Unternehmen auf, eines pro 2000 Personen. Die Armee - oder genauer gesagt ihre Eliteeinheiten, wie etwa die auf elektronische Aufklärung spezialisierte "Unit 8200" - ist dort sowohl Ausbildungsstätte als auch Start-up-Inkubator. Auch in den USA ist die Armee eng mit der Innovation verknüpft. Die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency), eine Forschungsagentur des Pentagon, hat wesentliche Erfindungen wie das Arpanet oder das GPS hervorgebracht und finanziert auch Forschungsprojekte in der Schweiz.</p><p>Wissenschaftliche Eliteeinheiten oder eine Innovationszelle sind zwei Beispiele für eine wirksame, nützliche und innovative Armee. Anhand des Berichtes können verschiedene Modelle - und weitere Ideen - untersucht und die Möglichkeiten ihrer Anwendbarkeit in der Schweiz analysiert werden. Zudem soll er Vorschläge enthalten, wie die Beziehungen und die Zusammenarbeit der bestehenden Forschungszentren - etwa der beiden ETH - mit der Armee vertieft werden können. Der Bericht soll ausserdem aufzeigen, wie eine solche Entwicklung finanziert werden kann. Ein möglicher Weg wäre die Schaffung eines Spezialfonds, mit dem Innovationen nach dem Modell eines klassischen Risikokapitalfonds angekurbelt würden.</p><p>Zusammenfassend wird das Ziel einer nützlichen, innovativen Armee verfolgt, die Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung schafft, der Sicherheit dient und zum nationalen Zusammenhalt beiträgt.</p>
    • <p>Die Armee beteiligt sich in verschiedener Hinsicht an schweizerischen Forschungs- und Innovationstätigkeiten.</p><p>Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) ist mit seinem Bereich Wissenschaft und Technologie (W+T) für die Technologiefrüherkennung und -bewertung sowie die Strategieformulierung für mögliche Beschaffungen der Armee verantwortlich. Durch gezielte, angewandte Forschungstätigkeiten erschliesst W+T intern sowie in Expertennetzwerken mit Hochschulen und Industrie die für das VBS notwendigen Technologiekompetenzen. Der Kompetenzaufbau erfolgt mittels Forschungsprogrammen, unter Einbezug von Partnern aus Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen. Es bestehen rund hundert langjährige Forschungspartnerschaften. Es gibt Forschungsprogramme in folgenden Bereichen: Aufklärung und Überwachung; Kommunikation; Cyberspace und Information; Wirkung, Schutz und Sicherheit; unbemannte Einsatzmittel der Zukunft in der Luft (UAV); unbemannte Einsatzmittel der Zukunft am Boden (UGV); Technologiefrüherkennung. Die Forschungsprogramme sowie deren Ziele, Kompetenzfelder, Nutzen und Kooperationspartner werden von W+T jährlich publiziert. Die Forschungspartnerschaften haben sich bewährt und werden auch künftig den Bedürfnissen der Schweizer Armee entsprechend gepflegt.</p><p>Die Armee selber, namentlich der im Armeestab angesiedelte Bereich Informations- und Objektschutz (IOS), beteiligt sich am Schutz der VBS-eigenen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Damit wird ein Beitrag geleistet zur Umsetzung der vom Bundesrat im Juni 2012 verabschiedeten nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken, welche Behörden, Wirtschaft und Betreiber kritischer Infrastrukturen einbindet.</p><p>Im Rahmen der Umsetzung der Cyber-Strategie der Armee schliesslich hat der Bereich Cyberabwehr im Führungsstab der Armee zum einen eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe eingesetzt. Zum anderen ist beabsichtigt, verschiedene Hochschulen mit Arbeiten in der Zukunftsforschung in diesem Bereich zu beauftragen.</p><p>Forschungsaufträge werden ausserdem auch vom öffentlichen Technologie- und Rüstungsunternehmen des Bundes, der Ruag, erteilt, wobei diese Forschungstätigkeiten wiederum der Schweizer Armee zugutekommen.</p><p>Obwohl die Armee mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammenarbeitet, namentlich durch Armasuisse sowie den Armee- und Führungsstab, bleibt ihre Rolle in der Forschung und Innovation der Schweiz grundsätzlich eine indirekte. Der Bundesrat sieht keine Veranlassung, dies zu ändern und neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen der Armee und der wissenschaftlichen Forschung vorzusehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Innovation bei der Armee zu verfassen, dies mit dem Ziel, Wege aufzuzeigen, wie die Armee sich aktiv an der wissenschaftlichen Forschung und der Innovation beteiligen kann, insbesondere im Bereich der Cyber-Sicherheit. Der Bericht soll einen Vergleich zwischen bestehenden Modellen im Ausland anstellen und dabei aufzeigen, welches davon der Funktionsweise der Schweizer Armee am besten entspricht. Überdies können darin auch neue Modelle für die Zusammenarbeit zwischen der Armee und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) vorgeschlagen werden.</p>
    • Für eine innovative Armee

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