Pflegende Kinder nicht ausklammern
- ShortId
-
15.3456
- Id
-
20153456
- Updated
-
28.07.2023 06:07
- Language
-
de
- Title
-
Pflegende Kinder nicht ausklammern
- AdditionalIndexing
-
28;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Von Fachleuten wird geschätzt, dass zwischen 50 000 und 100 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz Aufgaben in der Pflege von Eltern und weiteren Angehörigen übernehmen. Das ist ihnen hoch anzurechnen, aber die Übernahme einer solchen Verantwortung bedeutet eine enorme psychische und oft auch gesundheitliche Belastung. Die Gesundheit der Minderjährigen kann selber darunter leiden, die schulischen Leistungen werden beeinträchtigt, und der normale Umgang mit dem sozialen Umfeld wird gehemmt. Anders als pflegende Erwachsene können Kinder nicht einfach von der Schule freigestellt werden, um zu Hause zu helfen.</p><p>In seinem Bericht "Unterstützung für betreuende und pflegende Angehörige" vom 5. Dezember 2014 erwähnt der Bundesrat zwar minderjährige Kinder, die erkrankte Eltern pflegen. Er geht aber nicht näher darauf ein. Leider ist auch sonst kaum etwas über pflegende Kinder bekannt. International hat die Problematik unter dem Begriff "Young Carers" bereits Aufmerksamkeit erregt. In der Schweiz besteht diesbezüglich aber noch eine gravierende Lücke.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits im Bericht "Unterstützung für betreuende und pflegende Angehörige" vom 5. Dezember 2014 ausgeführt, dass auch Kinder und Jugendliche Betreuungs- und Pflegeaufgaben gegenüber erkrankten Eltern übernehmen (Quelle: <a href="http://www.bag.admin.ch">www.bag.admin.ch</a> > Themen > Gesundheitspolitik > Angehörige in der Betreuung und Pflege: Bericht Ziff. 5). Er teilt die Einschätzung, dass dieser Umstand viele negative Konsequenzen für die Kinder und Jugendlichen und das Umfeld mit sich ziehen kann. Er wird deshalb im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplanes zur Unterstützung von betreuenden und pflegenden Angehörigen den spezifischen Bedürfnissen der betreuenden und pflegenden Kinder und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit schenken.</p><p>Besonders die Handlungsfelder 1 und 2 bieten Möglichkeiten, die Situation der betroffenen Familien konkret zu verbessern: Zum Beispiel soll im Handlungsfeld 1, "Information und Daten", spezifisch auf die Belastungen von betreuenden und pflegenden Kindern und Jugendlichen eingegangen werden, damit entsprechend sensibilisiert und wo nötig zielgerichtet interveniert werden kann. Im Handlungsfeld 2, "Entlastungsangebote Qualität und Zugang", soll zudem aktiv angestrebt werden, dass sich die Entlastungsangebote auch spezifisch auf die Entlastung von Kindern schwerkranker Eltern ausrichten und diese Kinder und Jugendliche in dieser belastenden Situation unterstützen.</p><p>Der Bundesrat ist demnach überzeugt, dass er im Rahmen der konkreten Massnahmen insbesondere auf die Ziffern 2 und 3 des Postulates eingeht und der grossen Bedeutung des Problems gerecht wird. Bei der Umsetzung und Finanzierung der Massnahmen wird die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen beachtet und mit privaten Institutionen zusammengearbeitet. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Auffassung, dass es keines weiteren Berichtes mehr bedarf, sondern das Gewicht auf die konkrete Umsetzung gelegt werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zur Situation minderjähriger Kinder und Jugendlicher nachzureichen, welche ihre erkrankten Eltern pflegen. Insbesondere soll er dem Parlament Folgendes darlegen:</p><p>1. Wie viele Kinder und Jugendliche sind betroffen, wie stark ist die Belastung für sie, welche Auswirkungen hat dies auf die Kinder, die Familien und die Gesellschaft?</p><p>2. Welche Angebote gedenkt er - zusammen mit Kantonen, Gemeinden und privaten Institutionen - zu schaffen, um Kinder und Familien zu entlasten, die sich in einer solchen Situation befinden?</p><p>3. Wie will er eine bessere Erfassung der Problematik und eine höhere Transparenz erreichen?</p>
- Pflegende Kinder nicht ausklammern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Von Fachleuten wird geschätzt, dass zwischen 50 000 und 100 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz Aufgaben in der Pflege von Eltern und weiteren Angehörigen übernehmen. Das ist ihnen hoch anzurechnen, aber die Übernahme einer solchen Verantwortung bedeutet eine enorme psychische und oft auch gesundheitliche Belastung. Die Gesundheit der Minderjährigen kann selber darunter leiden, die schulischen Leistungen werden beeinträchtigt, und der normale Umgang mit dem sozialen Umfeld wird gehemmt. Anders als pflegende Erwachsene können Kinder nicht einfach von der Schule freigestellt werden, um zu Hause zu helfen.</p><p>In seinem Bericht "Unterstützung für betreuende und pflegende Angehörige" vom 5. Dezember 2014 erwähnt der Bundesrat zwar minderjährige Kinder, die erkrankte Eltern pflegen. Er geht aber nicht näher darauf ein. Leider ist auch sonst kaum etwas über pflegende Kinder bekannt. International hat die Problematik unter dem Begriff "Young Carers" bereits Aufmerksamkeit erregt. In der Schweiz besteht diesbezüglich aber noch eine gravierende Lücke.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits im Bericht "Unterstützung für betreuende und pflegende Angehörige" vom 5. Dezember 2014 ausgeführt, dass auch Kinder und Jugendliche Betreuungs- und Pflegeaufgaben gegenüber erkrankten Eltern übernehmen (Quelle: <a href="http://www.bag.admin.ch">www.bag.admin.ch</a> > Themen > Gesundheitspolitik > Angehörige in der Betreuung und Pflege: Bericht Ziff. 5). Er teilt die Einschätzung, dass dieser Umstand viele negative Konsequenzen für die Kinder und Jugendlichen und das Umfeld mit sich ziehen kann. Er wird deshalb im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplanes zur Unterstützung von betreuenden und pflegenden Angehörigen den spezifischen Bedürfnissen der betreuenden und pflegenden Kinder und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit schenken.</p><p>Besonders die Handlungsfelder 1 und 2 bieten Möglichkeiten, die Situation der betroffenen Familien konkret zu verbessern: Zum Beispiel soll im Handlungsfeld 1, "Information und Daten", spezifisch auf die Belastungen von betreuenden und pflegenden Kindern und Jugendlichen eingegangen werden, damit entsprechend sensibilisiert und wo nötig zielgerichtet interveniert werden kann. Im Handlungsfeld 2, "Entlastungsangebote Qualität und Zugang", soll zudem aktiv angestrebt werden, dass sich die Entlastungsangebote auch spezifisch auf die Entlastung von Kindern schwerkranker Eltern ausrichten und diese Kinder und Jugendliche in dieser belastenden Situation unterstützen.</p><p>Der Bundesrat ist demnach überzeugt, dass er im Rahmen der konkreten Massnahmen insbesondere auf die Ziffern 2 und 3 des Postulates eingeht und der grossen Bedeutung des Problems gerecht wird. Bei der Umsetzung und Finanzierung der Massnahmen wird die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen beachtet und mit privaten Institutionen zusammengearbeitet. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Auffassung, dass es keines weiteren Berichtes mehr bedarf, sondern das Gewicht auf die konkrete Umsetzung gelegt werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zur Situation minderjähriger Kinder und Jugendlicher nachzureichen, welche ihre erkrankten Eltern pflegen. Insbesondere soll er dem Parlament Folgendes darlegen:</p><p>1. Wie viele Kinder und Jugendliche sind betroffen, wie stark ist die Belastung für sie, welche Auswirkungen hat dies auf die Kinder, die Familien und die Gesellschaft?</p><p>2. Welche Angebote gedenkt er - zusammen mit Kantonen, Gemeinden und privaten Institutionen - zu schaffen, um Kinder und Familien zu entlasten, die sich in einer solchen Situation befinden?</p><p>3. Wie will er eine bessere Erfassung der Problematik und eine höhere Transparenz erreichen?</p>
- Pflegende Kinder nicht ausklammern
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