Kosten-Nutzen-Analyse von Elternzeitmodellen

ShortId
15.3680
Id
20153680
Updated
28.07.2023 05:43
Language
de
Title
Kosten-Nutzen-Analyse von Elternzeitmodellen
AdditionalIndexing
1211;44;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zurzeit werden von Parlament und Organisationen diverse Modelle diskutiert, welche ergänzend zur Mutterschaftsversicherung einen Vaterschaftsurlaub und/oder eine Elternzeit einzuführen gedenken. Gemeinsam ist den Anliegen, dass Väter vermehrt Möglichkeiten und Pflichten in der frühkindlichen Betreuung wahrnehmen können sollen; gleichzeitig soll eine traditionelle Rollenteilung überwunden werden. Die aktuell zur Diskussion stehenden Vorschläge (parlamentarische Initiative Candinas 14.415, Motion der grünliberalen Fraktion 14.3068, Motion Caroni 14.3109, Motion Trede 14.4161 sowie Modellvorschläge von EKFF und EKF) unterscheiden sich in ihrer Motivation und Ausgestaltung (Dauer/Fixanteile pro Elternteil/Verfall oder Übertragbarkeit bei Nichtbezug/ergänzend, ersetzend zur Mutterschaftsversicherung). Es ist zu erwarten, dass sie sich auch bezüglich der volkswirtschaftlichen Kosten, des Nutzens und der längerfristigen Auswirkungen unterscheiden.</p><p>Die langfristigen Auswirkungen sind für die Schweiz nicht bekannt. Der Bericht zum Postulat 11.3492 nimmt nur eine kurzfristige Bewertung vor. Damit Parlament und zuständige Kommissionen in Kenntnis der langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen eine seriöse Beurteilung vornehmen können, ist eine Analyse notwendig, die neben den Kosten (z. B. über die EO) u. a. auch folgende Parameter berücksichtigt: zu erwartende Veränderung der Erwerbsquoten und -pensen für Frauen und Männer, Auswirkungen auf Steuereinnahmen, Sozialversicherungen, insbesondere Altersvorsorge und Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe, Amortisation von Ausbildungskosten.</p><p>Neben dem Status quo als Vergleichsgrösse sollen mindestens ein Modell mit zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, ein egalitäres Modell (gleich viel Vaterschaftsurlaub wie Mutterschaftsversicherung respektive Ersatz der geltenden Lösung durch gleichverteilte Elternzeit, z. B. 14/14 oder 20/20 Wochen), eine ergänzende Elternzeit mit Pflichtanteilen und Verfall und eine frei aufteilbare Elternzeit analysiert werden. Der Mutterschutz (14 Wochen) soll nicht infrage gestellt werden.</p>
  • <p>Der Bundesrat hat in seinem Bericht "Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub. Auslegeordnung und Präsentation unterschiedlicher Modelle" vom 30. Oktober 2013 acht Modelle hinsichtlich ihrer möglichen volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Bewertung unterzogen (dieser Bericht ist auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen erhältlich: <a href="http://www.bsv.admin.ch">www.bsv.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Familie/Familienzulagen &gt; Weitere familienpolitische Themen &gt; Bericht über den Vaterschaftsurlaub). Dabei stützte er sich jedoch ausschliesslich auf qualitative Einschätzungen. Einzig die direkten Kosten, welche sich je nach Modell von Vaterschafts- bzw. Elternurlaub auf 0,3 bis 1,7 Milliarden Franken für die Erwerbsersatzordnung belaufen würden, können etwas genauer beziffert werden. Die von der Postulantin verlangten quantitativen Modellrechnungen, mit welchen die langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen von unterschiedlichen Urlaubsvarianten aufgezeigt werden sollen, würden indes kaum einen Mehrwert generieren. Die Modellrechnungen würden auf zu vielen unsicheren Annahmen bezüglich weiterer indirekter Kosten für die Wirtschaft sowie des Nutzens bzw. der Veränderung des Erwerbsverhaltens und der Veränderung der Rollen- und Aufgabenteilung innerhalb der Familie zwischen Vater und Mutter basieren. Entsprechend ist eine solche Analyse nicht zielführend.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, eine Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen, welche die langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen der wichtigsten zurzeit in Diskussion stehenden Modelle für einen Elternurlaub (bzw. einen Vaterschaftsurlaub) mittels geeigneten Verfahrens (z. B. Delphi-Studie oder Simulation) und unter Einbezug internationaler Erkenntnisse (Island, Schweden, Deutschland usw.) abschätzt.</p>
  • Kosten-Nutzen-Analyse von Elternzeitmodellen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zurzeit werden von Parlament und Organisationen diverse Modelle diskutiert, welche ergänzend zur Mutterschaftsversicherung einen Vaterschaftsurlaub und/oder eine Elternzeit einzuführen gedenken. Gemeinsam ist den Anliegen, dass Väter vermehrt Möglichkeiten und Pflichten in der frühkindlichen Betreuung wahrnehmen können sollen; gleichzeitig soll eine traditionelle Rollenteilung überwunden werden. Die aktuell zur Diskussion stehenden Vorschläge (parlamentarische Initiative Candinas 14.415, Motion der grünliberalen Fraktion 14.3068, Motion Caroni 14.3109, Motion Trede 14.4161 sowie Modellvorschläge von EKFF und EKF) unterscheiden sich in ihrer Motivation und Ausgestaltung (Dauer/Fixanteile pro Elternteil/Verfall oder Übertragbarkeit bei Nichtbezug/ergänzend, ersetzend zur Mutterschaftsversicherung). Es ist zu erwarten, dass sie sich auch bezüglich der volkswirtschaftlichen Kosten, des Nutzens und der längerfristigen Auswirkungen unterscheiden.</p><p>Die langfristigen Auswirkungen sind für die Schweiz nicht bekannt. Der Bericht zum Postulat 11.3492 nimmt nur eine kurzfristige Bewertung vor. Damit Parlament und zuständige Kommissionen in Kenntnis der langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen eine seriöse Beurteilung vornehmen können, ist eine Analyse notwendig, die neben den Kosten (z. B. über die EO) u. a. auch folgende Parameter berücksichtigt: zu erwartende Veränderung der Erwerbsquoten und -pensen für Frauen und Männer, Auswirkungen auf Steuereinnahmen, Sozialversicherungen, insbesondere Altersvorsorge und Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe, Amortisation von Ausbildungskosten.</p><p>Neben dem Status quo als Vergleichsgrösse sollen mindestens ein Modell mit zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, ein egalitäres Modell (gleich viel Vaterschaftsurlaub wie Mutterschaftsversicherung respektive Ersatz der geltenden Lösung durch gleichverteilte Elternzeit, z. B. 14/14 oder 20/20 Wochen), eine ergänzende Elternzeit mit Pflichtanteilen und Verfall und eine frei aufteilbare Elternzeit analysiert werden. Der Mutterschutz (14 Wochen) soll nicht infrage gestellt werden.</p>
    • <p>Der Bundesrat hat in seinem Bericht "Vaterschaftsurlaub und Elternurlaub. Auslegeordnung und Präsentation unterschiedlicher Modelle" vom 30. Oktober 2013 acht Modelle hinsichtlich ihrer möglichen volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Bewertung unterzogen (dieser Bericht ist auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen erhältlich: <a href="http://www.bsv.admin.ch">www.bsv.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Familie/Familienzulagen &gt; Weitere familienpolitische Themen &gt; Bericht über den Vaterschaftsurlaub). Dabei stützte er sich jedoch ausschliesslich auf qualitative Einschätzungen. Einzig die direkten Kosten, welche sich je nach Modell von Vaterschafts- bzw. Elternurlaub auf 0,3 bis 1,7 Milliarden Franken für die Erwerbsersatzordnung belaufen würden, können etwas genauer beziffert werden. Die von der Postulantin verlangten quantitativen Modellrechnungen, mit welchen die langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen von unterschiedlichen Urlaubsvarianten aufgezeigt werden sollen, würden indes kaum einen Mehrwert generieren. Die Modellrechnungen würden auf zu vielen unsicheren Annahmen bezüglich weiterer indirekter Kosten für die Wirtschaft sowie des Nutzens bzw. der Veränderung des Erwerbsverhaltens und der Veränderung der Rollen- und Aufgabenteilung innerhalb der Familie zwischen Vater und Mutter basieren. Entsprechend ist eine solche Analyse nicht zielführend.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, eine Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen, welche die langfristigen volkswirtschaftlichen Auswirkungen der wichtigsten zurzeit in Diskussion stehenden Modelle für einen Elternurlaub (bzw. einen Vaterschaftsurlaub) mittels geeigneten Verfahrens (z. B. Delphi-Studie oder Simulation) und unter Einbezug internationaler Erkenntnisse (Island, Schweden, Deutschland usw.) abschätzt.</p>
    • Kosten-Nutzen-Analyse von Elternzeitmodellen

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