Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil. Stellenabbau und Weiterentwicklung

ShortId
15.3719
Id
20153719
Updated
28.07.2023 05:50
Language
de
Title
Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil. Stellenabbau und Weiterentwicklung
AdditionalIndexing
44;36;55
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Aus Effizienzüberlegungen hat der Bund seine Kompetenzen in der angewandten pflanzenbaulichen Forschung in den letzten 25 Jahren mehrmals gebündelt. Die Weinbauforschung wurde in diesem Zusammenhang in der Westschweiz (Changins) konzentriert, wo die Mehrheit der Schweizer Rebberge steht.</p><p>1./4./8. Für die Bearbeitung standortspezifischer Fragen des Weinbaus in der Deutschschweiz (Sorten, Anbauprobleme, Kellerei) ist der Aufbau eines Weinbauzentrums Wädenswil (WBZW) geplant. Dazu prüfen der Branchenverband Deutschschweizer Wein (BDW), das Amt für Landschaft und Natur (ALN)/Strickhof, die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Agroscope eine Zusammenarbeit einschliesslich der Bewirtschaftung der Rebberge in Stäfa und Wädenswil. Das WBZW soll Aufgaben im Bereich der anwendungsorientierten Forschung/Extension, der Beratung, der Ausbildung, des Wissenstransfers und von Dienstleistungen wahrnehmen. Das Ergebnis der Abklärungen liegt noch nicht vor.</p><p>2. Mit Ausnahme der eigentlichen Führungsorgane von Agroscope (Bundesrat, Bundesamt für Landwirtschaft, Agroscope-Rat, Geschäftsleitung Agroscope) sind die Branchen in diversen Beiräten vertreten.</p><p>3. Die Weinbau-Teamleiterstelle bei Agroscope wird neu besetzt mit Schwerpunkt auf Pflanzenschutz im Rebbau. Die laufenden Klonen- und Unterlagenprüfungsversuche werden zurzeit überprüft. Weinbauliche Fragen im Tessin werden von Changins aus betreut.</p><p>5. Heute meldet sich der Obstverwerter/Brennereifachmann bei Agroscope (Standort Wädenswil). Der Winzer/Weintechnologe wird sich entweder an das Weinbauzentrum Wädenswil oder an Agroscope (Standort Changins) wenden können. Die Geschäftsleitung Agroscope ist gerne bereit, dem Interpellanten die Details darzulegen.</p><p>6. Infrastruktur und Gebäude für den Weinbau bei Agroscope Wädenswil sind in gutem Zustand. Im BBL-Budget sind rund 5,5 Millionen Franken für die Sanierung der Arealinfrastruktur Agroscope Wädenswil eingestellt. Weiter besteht bis 2030 ein Sanierungsbedarf von ungefähr 25 Millionen Franken.</p><p>7. Neue Forschungsbereiche werden bei Agroscope im Rahmen der Planungsprozesse für den Leistungsauftrag Agroscope erschlossen, indem Anspruchsgruppen (Praxisbranchen, Behörden) und Vertreter der Wissenschaft konsultiert werden, die in verschiedenen Gremien vertreten sind (Agroscope-Rat, Landwirtschaftlicher Forschungsrat, Anspruchsgruppenrat, Wissenschaftsrat, Branchenforen).</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>In den letzten 20 Jahren wurde die ehemalige Sektion Weinbau (unter Dr. Werner Koblet und seinen Vorgängern eine weinbauliche Institution von Weltruf) systematisch abgebaut und wurden die Kompetenzen nominell nach Changins verlegt. Es ist aber aus Sicht der Weinbranche nicht gelungen, dort ein Forschungszentrum mit vergleichbarer Ausstrahlung zu etablieren. Anlässlich einer Orientierung in diesem Frühjahr wurden wir über die Ab- und Umbaupläne am Standort Wädenswil orientiert. Die Verantwortung für die Sparmassnahmen liegt offensichtlich beim Beirat von Agroscope, welcher dadurch eine politische Dimension erhält. Der Wegfall der Analytik und Mikrobiologie und die Verlegung nach Changins sind vorgesehen. Ebenfalls wird durch die Aufgabe des Weinbergs an der Sternenhalde in Stäfa die Frage nach Versuchen im Bereich Pflanzenschutz und Klonenselektion unter unseren klimatischen Verhältnissen laut.</p><p>Obwohl bekannt ist, dass sich der Deutschschweizer (und der Tessiner) Weinbau sowohl klimatisch, von den Hauptrebsorten her, als auch bezüglich Weinabsatz klar von den Verhältnissen in der Westschweiz unterscheidet, hält das BLW an der "Ausmerzung von Doppelspurigkeiten" im Forschungsbereich fest.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Antworten auf folgende Fragen:</p><p>1. Welche Strategien gibt es, dem Wegfall von Ansprechpartnern Agroscope in den betroffenen Weinbauregionen entgegenzuwirken?</p><p>2. Weshalb sind im Agroscope-Beirat keine Vertreter der Branchen dabei?</p><p>3. Wie werden in Zukunft die Klonen- und Unterlagen-Versuche für Pinot Noir in der Deutschschweiz und für Merlot im Tessin fortgesetzt?</p><p>4. Wie soll Forschung im Bereich Pflanzenschutz in der Deutschschweiz (unter unseren klimatischen Vorgaben) bei gleichzeitiger Schliessung der Parzelle Sternenhalde in Stäfa betrieben werden?</p><p>5. Wohin wendet sich der deutschsprachige Winzer/Weintechnologe/Obstverwerter/Brennereifachmann, wenn während der Früchteverarbeitung akute Gär- und Ausbauprobleme mikrobieller Natur auftauchen?</p><p>6. Welche Investitionen sind in den nächsten fünf Jahren in Unterhalt und Gebäude-Renovationen am Standort Agroscope Wädenswil geplant?</p><p>7. Aufgrund welcher Tatsachen wurden neue Forschungsbereiche von Agroscope bei gleichbleibendem Budget erschlossen?</p><p>8. Welche Garantien bestehen, dass sich die Eidgenossenschaft zumindest im Umfang des Personalbestands 2014 (oder finanziell) dauerhaft am WBZW beteiligt?</p>
  • Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil. Stellenabbau und Weiterentwicklung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Aus Effizienzüberlegungen hat der Bund seine Kompetenzen in der angewandten pflanzenbaulichen Forschung in den letzten 25 Jahren mehrmals gebündelt. Die Weinbauforschung wurde in diesem Zusammenhang in der Westschweiz (Changins) konzentriert, wo die Mehrheit der Schweizer Rebberge steht.</p><p>1./4./8. Für die Bearbeitung standortspezifischer Fragen des Weinbaus in der Deutschschweiz (Sorten, Anbauprobleme, Kellerei) ist der Aufbau eines Weinbauzentrums Wädenswil (WBZW) geplant. Dazu prüfen der Branchenverband Deutschschweizer Wein (BDW), das Amt für Landschaft und Natur (ALN)/Strickhof, die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Agroscope eine Zusammenarbeit einschliesslich der Bewirtschaftung der Rebberge in Stäfa und Wädenswil. Das WBZW soll Aufgaben im Bereich der anwendungsorientierten Forschung/Extension, der Beratung, der Ausbildung, des Wissenstransfers und von Dienstleistungen wahrnehmen. Das Ergebnis der Abklärungen liegt noch nicht vor.</p><p>2. Mit Ausnahme der eigentlichen Führungsorgane von Agroscope (Bundesrat, Bundesamt für Landwirtschaft, Agroscope-Rat, Geschäftsleitung Agroscope) sind die Branchen in diversen Beiräten vertreten.</p><p>3. Die Weinbau-Teamleiterstelle bei Agroscope wird neu besetzt mit Schwerpunkt auf Pflanzenschutz im Rebbau. Die laufenden Klonen- und Unterlagenprüfungsversuche werden zurzeit überprüft. Weinbauliche Fragen im Tessin werden von Changins aus betreut.</p><p>5. Heute meldet sich der Obstverwerter/Brennereifachmann bei Agroscope (Standort Wädenswil). Der Winzer/Weintechnologe wird sich entweder an das Weinbauzentrum Wädenswil oder an Agroscope (Standort Changins) wenden können. Die Geschäftsleitung Agroscope ist gerne bereit, dem Interpellanten die Details darzulegen.</p><p>6. Infrastruktur und Gebäude für den Weinbau bei Agroscope Wädenswil sind in gutem Zustand. Im BBL-Budget sind rund 5,5 Millionen Franken für die Sanierung der Arealinfrastruktur Agroscope Wädenswil eingestellt. Weiter besteht bis 2030 ein Sanierungsbedarf von ungefähr 25 Millionen Franken.</p><p>7. Neue Forschungsbereiche werden bei Agroscope im Rahmen der Planungsprozesse für den Leistungsauftrag Agroscope erschlossen, indem Anspruchsgruppen (Praxisbranchen, Behörden) und Vertreter der Wissenschaft konsultiert werden, die in verschiedenen Gremien vertreten sind (Agroscope-Rat, Landwirtschaftlicher Forschungsrat, Anspruchsgruppenrat, Wissenschaftsrat, Branchenforen).</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>In den letzten 20 Jahren wurde die ehemalige Sektion Weinbau (unter Dr. Werner Koblet und seinen Vorgängern eine weinbauliche Institution von Weltruf) systematisch abgebaut und wurden die Kompetenzen nominell nach Changins verlegt. Es ist aber aus Sicht der Weinbranche nicht gelungen, dort ein Forschungszentrum mit vergleichbarer Ausstrahlung zu etablieren. Anlässlich einer Orientierung in diesem Frühjahr wurden wir über die Ab- und Umbaupläne am Standort Wädenswil orientiert. Die Verantwortung für die Sparmassnahmen liegt offensichtlich beim Beirat von Agroscope, welcher dadurch eine politische Dimension erhält. Der Wegfall der Analytik und Mikrobiologie und die Verlegung nach Changins sind vorgesehen. Ebenfalls wird durch die Aufgabe des Weinbergs an der Sternenhalde in Stäfa die Frage nach Versuchen im Bereich Pflanzenschutz und Klonenselektion unter unseren klimatischen Verhältnissen laut.</p><p>Obwohl bekannt ist, dass sich der Deutschschweizer (und der Tessiner) Weinbau sowohl klimatisch, von den Hauptrebsorten her, als auch bezüglich Weinabsatz klar von den Verhältnissen in der Westschweiz unterscheidet, hält das BLW an der "Ausmerzung von Doppelspurigkeiten" im Forschungsbereich fest.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Antworten auf folgende Fragen:</p><p>1. Welche Strategien gibt es, dem Wegfall von Ansprechpartnern Agroscope in den betroffenen Weinbauregionen entgegenzuwirken?</p><p>2. Weshalb sind im Agroscope-Beirat keine Vertreter der Branchen dabei?</p><p>3. Wie werden in Zukunft die Klonen- und Unterlagen-Versuche für Pinot Noir in der Deutschschweiz und für Merlot im Tessin fortgesetzt?</p><p>4. Wie soll Forschung im Bereich Pflanzenschutz in der Deutschschweiz (unter unseren klimatischen Vorgaben) bei gleichzeitiger Schliessung der Parzelle Sternenhalde in Stäfa betrieben werden?</p><p>5. Wohin wendet sich der deutschsprachige Winzer/Weintechnologe/Obstverwerter/Brennereifachmann, wenn während der Früchteverarbeitung akute Gär- und Ausbauprobleme mikrobieller Natur auftauchen?</p><p>6. Welche Investitionen sind in den nächsten fünf Jahren in Unterhalt und Gebäude-Renovationen am Standort Agroscope Wädenswil geplant?</p><p>7. Aufgrund welcher Tatsachen wurden neue Forschungsbereiche von Agroscope bei gleichbleibendem Budget erschlossen?</p><p>8. Welche Garantien bestehen, dass sich die Eidgenossenschaft zumindest im Umfang des Personalbestands 2014 (oder finanziell) dauerhaft am WBZW beteiligt?</p>
    • Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil. Stellenabbau und Weiterentwicklung

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