Beschaffung von Grossraumhelikoptern anstelle von Transportflugzeugen
- ShortId
-
15.3918
- Id
-
20153918
- Updated
-
25.06.2025 01:41
- Language
-
de
- Title
-
Beschaffung von Grossraumhelikoptern anstelle von Transportflugzeugen
- AdditionalIndexing
-
09;48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Gemäss Sipol B 2010 und Armeebericht 2010 beabsichtigt die Schweizer Armee, ihr Engagement in der internationalen Friedensförderung und humanitären Katastrophenhilfe in erster Linie mit der Bereitstellung von Helikoptern zu verstärken.</p><p>Da sich die vorhandenen Transporthelikopter nur beschränkt für solche Einsätze eignen, musste die Armee mehrere Anfragen internationaler Organisationen abschlägig beantworten. Einschränkungen ergaben sich bei der Transportleistung in Wüsten- und Tropengebieten sowie beim Schutz der Besatzungen.</p><p>Im Gegensatz zu Transportflugzeugen können allwettertaugliche Grossraumhelikopter auch in der Schweiz wertvolle Dienste leisten. Beispielsweise erfordert der Transport von kritischen Gerätschaften, Einsatzpersonal und betroffenen Teilen der Bevölkerung bei Grossunfällen oder Katastrophen, bei denen die zivilen Mittel ausgeschöpft sind, auch bei schlechtem Wetter eine zuverlässige Einsatzbereitschaft der Armeehelikopter. Insbesondere bei Ereignissen in den Alpen, oft bei schlechtem Wetter, spielt die Allwettertauglichkeit und das hohe Transportvermögen eine wichtige Rolle.</p><p>Wegen der geplanten Halbierung der Armee spielt zudem die flexible Mobilität der Truppen eine zunehmende Rolle. Mittels Grossraumhelikopter können ganze Truppenverbände rasch und geländeunabhängig über grosse Distanzen transportiert werden. Damit leisten sie auch einen Beitrag zur Verteidigung des Landes.</p><p>Solche Grossraumhelikopter eignen sich neben humanitärer Hilfeleistung und Katastrophenhilfe im Ausland auch für Evakuationen von Schweizer Bürgern im Ausland (z. B. in Krisensituationen). Nach der Ablehnung der Beschaffung von Transportflugzeugen durch das Parlament drängt sich ein solcher Schritt, die Anschaffung von Grossraumhelikoptern zu prüfen, umso mehr auf.</p><p>In den letzten Jahren wurden die Rüstungskredite in erheblichem Masse nicht ausgeschöpft. Deshalb ist die Möglichkeit zu prüfen, ob diese Kreditreste für die Beschaffung verwendet werden können. Dies würde es erlauben, die Kreditreste für die Armee abzubauen und die Beschaffung solcher Helikopter nicht zulasten anderer geplanter Beschaffungsprojekte abzuwickeln.</p><p>In der Schweiz gibt es Unternehmen, die über Know-how beim Unterhalt und der Einsatzunterstützung von Helikoptern verfügen. Deshalb ist auch eine Option "Public Private Partnership" in den Bereichen Ausbildung, Unterhalt und/oder Betrieb zu prüfen.</p>
- <p>Die Schweizer Armee deckt ihre Lufttransportbedürfnisse mit einer Flotte bestehend aus 11 TH 98 Cougar, 15 TH 06 Super Puma und 20 EC 635 ab. Die Beschaffung zusätzlicher und leistungsfähigerer Transporthelikopter würde die Lufttransportoptionen der Armee bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zweifellos erhöhen. Dies ist aber im Licht anderer, unverzichtbarer Beschaffungsvorhaben wie Bodluv 2020, Telekommunikation der Armee und neues Kampfflugzeug zurzeit nicht prioritär. Deshalb beabsichtigt der Bundesrat auf absehbare Zeit nicht, schwere Transporthelikopter wie die vom Postulanten genannten in die Rüstungsplanung aufzunehmen. In diesem Sinne hat der Bundesrat auch die Interpellation Fridez 15.3674 zur selben Thematik beantwortet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Beschaffung von allwettertauglichen Grossraumhelikoptern für Einsätze im In- und Ausland zu prüfen und ein mögliches Konzept vorzulegen. Es ist weiter zu prüfen, ob diese Helikopter zulasten von Kreditresten des Armeebudgets beschafft werden könnten. Für den Unterhalt sind auch Optionen basierend auf einer Zusammenarbeit mit zivilen Partnern zu prüfen.</p>
- Beschaffung von Grossraumhelikoptern anstelle von Transportflugzeugen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Gemäss Sipol B 2010 und Armeebericht 2010 beabsichtigt die Schweizer Armee, ihr Engagement in der internationalen Friedensförderung und humanitären Katastrophenhilfe in erster Linie mit der Bereitstellung von Helikoptern zu verstärken.</p><p>Da sich die vorhandenen Transporthelikopter nur beschränkt für solche Einsätze eignen, musste die Armee mehrere Anfragen internationaler Organisationen abschlägig beantworten. Einschränkungen ergaben sich bei der Transportleistung in Wüsten- und Tropengebieten sowie beim Schutz der Besatzungen.</p><p>Im Gegensatz zu Transportflugzeugen können allwettertaugliche Grossraumhelikopter auch in der Schweiz wertvolle Dienste leisten. Beispielsweise erfordert der Transport von kritischen Gerätschaften, Einsatzpersonal und betroffenen Teilen der Bevölkerung bei Grossunfällen oder Katastrophen, bei denen die zivilen Mittel ausgeschöpft sind, auch bei schlechtem Wetter eine zuverlässige Einsatzbereitschaft der Armeehelikopter. Insbesondere bei Ereignissen in den Alpen, oft bei schlechtem Wetter, spielt die Allwettertauglichkeit und das hohe Transportvermögen eine wichtige Rolle.</p><p>Wegen der geplanten Halbierung der Armee spielt zudem die flexible Mobilität der Truppen eine zunehmende Rolle. Mittels Grossraumhelikopter können ganze Truppenverbände rasch und geländeunabhängig über grosse Distanzen transportiert werden. Damit leisten sie auch einen Beitrag zur Verteidigung des Landes.</p><p>Solche Grossraumhelikopter eignen sich neben humanitärer Hilfeleistung und Katastrophenhilfe im Ausland auch für Evakuationen von Schweizer Bürgern im Ausland (z. B. in Krisensituationen). Nach der Ablehnung der Beschaffung von Transportflugzeugen durch das Parlament drängt sich ein solcher Schritt, die Anschaffung von Grossraumhelikoptern zu prüfen, umso mehr auf.</p><p>In den letzten Jahren wurden die Rüstungskredite in erheblichem Masse nicht ausgeschöpft. Deshalb ist die Möglichkeit zu prüfen, ob diese Kreditreste für die Beschaffung verwendet werden können. Dies würde es erlauben, die Kreditreste für die Armee abzubauen und die Beschaffung solcher Helikopter nicht zulasten anderer geplanter Beschaffungsprojekte abzuwickeln.</p><p>In der Schweiz gibt es Unternehmen, die über Know-how beim Unterhalt und der Einsatzunterstützung von Helikoptern verfügen. Deshalb ist auch eine Option "Public Private Partnership" in den Bereichen Ausbildung, Unterhalt und/oder Betrieb zu prüfen.</p>
- <p>Die Schweizer Armee deckt ihre Lufttransportbedürfnisse mit einer Flotte bestehend aus 11 TH 98 Cougar, 15 TH 06 Super Puma und 20 EC 635 ab. Die Beschaffung zusätzlicher und leistungsfähigerer Transporthelikopter würde die Lufttransportoptionen der Armee bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zweifellos erhöhen. Dies ist aber im Licht anderer, unverzichtbarer Beschaffungsvorhaben wie Bodluv 2020, Telekommunikation der Armee und neues Kampfflugzeug zurzeit nicht prioritär. Deshalb beabsichtigt der Bundesrat auf absehbare Zeit nicht, schwere Transporthelikopter wie die vom Postulanten genannten in die Rüstungsplanung aufzunehmen. In diesem Sinne hat der Bundesrat auch die Interpellation Fridez 15.3674 zur selben Thematik beantwortet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Beschaffung von allwettertauglichen Grossraumhelikoptern für Einsätze im In- und Ausland zu prüfen und ein mögliches Konzept vorzulegen. Es ist weiter zu prüfen, ob diese Helikopter zulasten von Kreditresten des Armeebudgets beschafft werden könnten. Für den Unterhalt sind auch Optionen basierend auf einer Zusammenarbeit mit zivilen Partnern zu prüfen.</p>
- Beschaffung von Grossraumhelikoptern anstelle von Transportflugzeugen
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