Produzentengemeinschaft. Potenzial für die Schweizer Landwirtschaft?

ShortId
15.3992
Id
20153992
Updated
28.07.2023 05:47
Language
de
Title
Produzentengemeinschaft. Potenzial für die Schweizer Landwirtschaft?
AdditionalIndexing
55
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Strukturen der Schweizer Landwirtschaft sind im Wandel. In diesem Zusammenhang wird die Betriebsgemeinschaft oft als Chance gesehen, Kosten und Arbeit zu reduzieren. In der Realität ist festzustellen, dass diese Form der Zusammenarbeit für viele Landwirte zu eng ist und nicht die gewünschten Effekte hat. Die anderen bestehenden Zusammenarbeitsformen in der Schweiz sind zumeist in der Umsetzung sehr komplex und erfordern ein extrem hohes Mass an administrativem Zusatzaufwand. Die Zusammenarbeitsform der Produzentengemeinschaft könnte in der richtigen Ausgestaltung möglicherweise einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von effizienteren Betriebsstrukturen leisten.</p>
  • <p>Der Bundesrat beurteilt die überbetriebliche Zusammenarbeit positiv. Es gibt heute bereits viele gute Beispiele für die Zusammenarbeit unter Produzenten, wie zum Beispiel Betriebsgemeinschaften, Betriebszweiggemeinschaften und ÖLN-Gemeinschaften.</p><p>Diese bieten unter Einhaltung der bestehenden Regelungen viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und Optimierung der Betriebe und damit zur organisatorischen und administrativen Entlastung der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter.</p><p>Welche Vor- und Nachteile solche Gemeinschaften haben, ist sehr individuell und hängt vom Umfang und von der Regelung der Zusammenarbeit ab. Gemeinschaftsformen weisen jedoch hohe wirtschaftliche und soziale Potenziale auf. Beispielsweise können Kosten und Administration reduziert, die Arbeitsflexibilität erhöht und die Verantwortungen besser verteilt werden. Eine Herausforderung sind demgegenüber die zwischenmenschlichen Belange.</p><p>Neben den vorgenannten Gemeinschaftsformen sind weitere Zusammenarbeitsformen möglich und werden auch praktiziert. In diesem Bereich sind die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter frei, wie sie diese gestalten, solange die Grenzen der bestehenden Regelungen, z. B. selbstständiger und unabhängiger Betrieb, eingehalten werden.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass es für Produzentengemeinschaften keine neuen spezifischen agrarpolitischen Bestimmungen braucht, die neue Abgrenzungsfragen und weiteren administrativen Aufwand mit sich bringen würden. Er ist aber bereit, die heutigen Regelungen für die Gemeinschaftsformen zu überprüfen. Ende 2016 wird der Bundesrat dem Parlament eine Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik vorlegen. Darin wird er auch die Stossrichtung im Bereich der Betriebs- und Gemeinschaftsformen darlegen. Aus diesem Grund verzichtet der Bundesrat zurzeit auf umfangreiche Abklärungen zu Produzentengemeinschaften.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert darzulegen, ob die Form der Produzentengemeinschaft wesentliche Vorteile für die Schweizer Landwirte bringen könnte. Insbesondere folgende Punkte sollen aufgezeigt werden:</p><p>1. Erfahrungen mit Produzentengemeinschaften im Ausland und deren Auswirkung auf die landwirtschaftlichen Einkommen der Mitglieder.</p><p>2. Wie könnte eine solche Systematik im Kontext der Schweizer Agrarpolitik aussehen?</p><p>3. Wäre eine Reduktion des Administrations- und Kontrollaufwands durch eine Produzentengemeinschaft möglich?</p><p>4. Könnte eine Produzentengemeinschaft den Anteil der Landwirte an der Wertschöpfungskette verbessern?</p><p>5. Welche Fördermöglichkeiten im Kontext der Produzentengemeinschaft wären möglich oder sinnvoll?</p>
  • Produzentengemeinschaft. Potenzial für die Schweizer Landwirtschaft?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Strukturen der Schweizer Landwirtschaft sind im Wandel. In diesem Zusammenhang wird die Betriebsgemeinschaft oft als Chance gesehen, Kosten und Arbeit zu reduzieren. In der Realität ist festzustellen, dass diese Form der Zusammenarbeit für viele Landwirte zu eng ist und nicht die gewünschten Effekte hat. Die anderen bestehenden Zusammenarbeitsformen in der Schweiz sind zumeist in der Umsetzung sehr komplex und erfordern ein extrem hohes Mass an administrativem Zusatzaufwand. Die Zusammenarbeitsform der Produzentengemeinschaft könnte in der richtigen Ausgestaltung möglicherweise einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von effizienteren Betriebsstrukturen leisten.</p>
    • <p>Der Bundesrat beurteilt die überbetriebliche Zusammenarbeit positiv. Es gibt heute bereits viele gute Beispiele für die Zusammenarbeit unter Produzenten, wie zum Beispiel Betriebsgemeinschaften, Betriebszweiggemeinschaften und ÖLN-Gemeinschaften.</p><p>Diese bieten unter Einhaltung der bestehenden Regelungen viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und Optimierung der Betriebe und damit zur organisatorischen und administrativen Entlastung der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter.</p><p>Welche Vor- und Nachteile solche Gemeinschaften haben, ist sehr individuell und hängt vom Umfang und von der Regelung der Zusammenarbeit ab. Gemeinschaftsformen weisen jedoch hohe wirtschaftliche und soziale Potenziale auf. Beispielsweise können Kosten und Administration reduziert, die Arbeitsflexibilität erhöht und die Verantwortungen besser verteilt werden. Eine Herausforderung sind demgegenüber die zwischenmenschlichen Belange.</p><p>Neben den vorgenannten Gemeinschaftsformen sind weitere Zusammenarbeitsformen möglich und werden auch praktiziert. In diesem Bereich sind die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter frei, wie sie diese gestalten, solange die Grenzen der bestehenden Regelungen, z. B. selbstständiger und unabhängiger Betrieb, eingehalten werden.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass es für Produzentengemeinschaften keine neuen spezifischen agrarpolitischen Bestimmungen braucht, die neue Abgrenzungsfragen und weiteren administrativen Aufwand mit sich bringen würden. Er ist aber bereit, die heutigen Regelungen für die Gemeinschaftsformen zu überprüfen. Ende 2016 wird der Bundesrat dem Parlament eine Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik vorlegen. Darin wird er auch die Stossrichtung im Bereich der Betriebs- und Gemeinschaftsformen darlegen. Aus diesem Grund verzichtet der Bundesrat zurzeit auf umfangreiche Abklärungen zu Produzentengemeinschaften.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert darzulegen, ob die Form der Produzentengemeinschaft wesentliche Vorteile für die Schweizer Landwirte bringen könnte. Insbesondere folgende Punkte sollen aufgezeigt werden:</p><p>1. Erfahrungen mit Produzentengemeinschaften im Ausland und deren Auswirkung auf die landwirtschaftlichen Einkommen der Mitglieder.</p><p>2. Wie könnte eine solche Systematik im Kontext der Schweizer Agrarpolitik aussehen?</p><p>3. Wäre eine Reduktion des Administrations- und Kontrollaufwands durch eine Produzentengemeinschaft möglich?</p><p>4. Könnte eine Produzentengemeinschaft den Anteil der Landwirte an der Wertschöpfungskette verbessern?</p><p>5. Welche Fördermöglichkeiten im Kontext der Produzentengemeinschaft wären möglich oder sinnvoll?</p>
    • Produzentengemeinschaft. Potenzial für die Schweizer Landwirtschaft?

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