Einführung von Gesundheitshinweisen in der Lebensmittelwerbung
- ShortId
-
15.4075
- Id
-
20154075
- Updated
-
28.07.2023 05:43
- Language
-
de
- Title
-
Einführung von Gesundheitshinweisen in der Lebensmittelwerbung
- AdditionalIndexing
-
28;2841;34
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder vor allem im Bereich der Ernährung für Werbung anfällig sind. Die Werbeindustrie ist eine wahre Maschine, die Lebensmittel aggressiv bewirbt, insbesondere solche, die einen hohen Fett-, Zucker- oder Salzgehalt aufweisen. Empirische Daten belegen, dass die Fernsehwerbung die Vorlieben von Kindern bei Lebensmitteln und ihr Verhalten beim Lebensmitteleinkauf und bei der Wahl der Lebensmittel beeinflusst (WHO 2010). 2013 hatte der Westschweizer Konsumentenbund bereits Alarm geschlagen, als er den Zusammenhang zwischen exzessiver Werbung und ungesunder Ernährung bei Kindern hergestellt hat. Bisher wurde jedoch noch nichts unternommen, um dieses allgegenwärtige Phänomen einzudämmen. Laut einer Studie des französischen Instituts für Prävention und Gesundheitserziehung (Inpes) drängen zudem 62 Prozent der Kinder ihre Eltern dazu, Lebensmittel zu kaufen, die sie im Fernsehen gesehen haben. Beinahe 91 Prozent bekommen die gewünschten Produkte auch. Die Werbeindustrie nützt dieses Phänomen, indem sie Werbungen direkt an Kinder richtet, um deren Fähigkeit auszunutzen, Einfluss auf die Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf zu nehmen. Diese Situation muss sich ändern, da exzessive Werbung die Gesundheit unserer Kinder gefährdet. In der Schweiz sind Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit geworden. Der medizinischen Fachzeitung "Revue médicale suisse" zufolge hat sich die Übergewichtsepidemie in jüngster Zeit verschlimmert. Dies ist zum Teil auf das aggressive Marketing zurückzuführen. Deshalb muss nun endlich auf dieser Ebene angesetzt werden, indem Gesundheitswarnungen, wie etwa folgende, in der Lebensmittelwerbung eingeführt werden: "Essen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe mindestens fünf Stück Obst und Gemüse pro Tag", "Bewegen Sie sich Ihrer Gesundheit zuliebe regelmässig", "Vermeiden Sie Ihrer Gesundheit zuliebe zu fettiges, zu süsses und zu salziges Essen" oder "Vermeiden Sie es Ihrer Gesundheit zuliebe, zwischen den Mahlzeiten zu naschen". Diese Massnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bezweckt die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und insbesondere der Kinder für dieses Thema und würde als Orientierungshilfe für eine gesunde Ernährung dienen. Sie könnte durch andere kantonale oder nationale Aktionen ergänzt werden und sollte zur Prävention von Krankheiten beitragen, die mit einer unausgewogenen Ernährung und einer ungesunden Lebensweise in Verbindung stehen. Ich beauftrage daher den Bundesrat, schnellstmöglich eine Änderung der Gesetzgebung in diesem Sinne vorzulegen.</p>
- <p>Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung, reich an Früchten und Gemüse, ist für eine gute Gesundheit insbesondere im Kindesalter von zentraler Bedeutung. An Kinder gerichtete Werbung für süsse, fetthaltige und salzige Esswaren beeinflusst das Konsumverhalten der Kinder und trägt zu einer ungesunden Ernährungsweise bei. Studien zeigen, dass zwischen der Werbung für solche Produkte und der Häufigkeit von Übergewicht/Fettleibigkeit ein Zusammenhang besteht. Weltweit laufen daher Bemühungen, die an Kinder gerichtete Werbung für solche Produkte zu reduzieren.</p><p>Im Rahmen der Schweizer Ernährungsstrategie 2013-2016 arbeitet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Dialog mit der Wirtschaft daran, diese Werbung auf freiwilliger Basis zu reduzieren. Dies erfolgt schon heute in Form von freiwilligen Aktionsversprechen im Rahmen von Actionsanté. In der Schweiz haben sich bereits 2010 Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Detailhandelsunternehmen freiwillig dazu verpflichtet, die Lebensmittelbewerbung an Kinder unter zwölf Jahren anhand definierter Kriterien einzuschränken (Swiss Pledge). Dieses in Actionsanté eingereichte Aktionsversprechen ist Ende 2014 ausgelaufen. Gewisse Erfolge konnten dabei erzielt werden. Das BLV und die Mitglieder von Swiss Pledge stehen gegenwärtig in Diskussionen zur Entwicklung eines neuen Aktionsversprechens, dem die von der WHO/Europa Anfang 2015 veröffentlichten Kriterien zur Beurteilung des an Kinder gerichteten Lebensmittelmarketings zugrunde liegen.</p><p>Das Thema "an Kinder gerichtetes Marketing/Werbung für zu süsse, zu salzige und zu fettige Lebensmittel" wird bei der durch das EDI zu verabschiedenden Verlängerung der Schweizer Ernährungsstrategie für die Jahre ab 2017 ein Schwerpunktthema bleiben. In diesem Zusammenhang gilt es ebenfalls, die im Ausland erfolgreich eingeführten Massnahmen zur Reduktion des Marketingdruckes auf die Kinder für diese Lebensmittel zu analysieren. Das in der Motion vorgeschlagene Einblenden von Meldungen zur Gesundheitsförderung während Werbeblöcken ist ein in Frankreich schon seit einigen Jahren praktizierter und durch die Lebensmittelindustrie finanzierter Ansatz, um die Bevölkerung für einen gesunden Lebensstil zu motivieren.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der bisherige, auf Freiwilligkeit und Dialog beruhende Weg weiterverfolgt werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Änderung der Gesetzgebung vorzulegen, mit der Gesundheitshinweise in der Lebensmittelwerbung eingeführt werden.</p>
- Einführung von Gesundheitshinweisen in der Lebensmittelwerbung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder vor allem im Bereich der Ernährung für Werbung anfällig sind. Die Werbeindustrie ist eine wahre Maschine, die Lebensmittel aggressiv bewirbt, insbesondere solche, die einen hohen Fett-, Zucker- oder Salzgehalt aufweisen. Empirische Daten belegen, dass die Fernsehwerbung die Vorlieben von Kindern bei Lebensmitteln und ihr Verhalten beim Lebensmitteleinkauf und bei der Wahl der Lebensmittel beeinflusst (WHO 2010). 2013 hatte der Westschweizer Konsumentenbund bereits Alarm geschlagen, als er den Zusammenhang zwischen exzessiver Werbung und ungesunder Ernährung bei Kindern hergestellt hat. Bisher wurde jedoch noch nichts unternommen, um dieses allgegenwärtige Phänomen einzudämmen. Laut einer Studie des französischen Instituts für Prävention und Gesundheitserziehung (Inpes) drängen zudem 62 Prozent der Kinder ihre Eltern dazu, Lebensmittel zu kaufen, die sie im Fernsehen gesehen haben. Beinahe 91 Prozent bekommen die gewünschten Produkte auch. Die Werbeindustrie nützt dieses Phänomen, indem sie Werbungen direkt an Kinder richtet, um deren Fähigkeit auszunutzen, Einfluss auf die Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf zu nehmen. Diese Situation muss sich ändern, da exzessive Werbung die Gesundheit unserer Kinder gefährdet. In der Schweiz sind Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit geworden. Der medizinischen Fachzeitung "Revue médicale suisse" zufolge hat sich die Übergewichtsepidemie in jüngster Zeit verschlimmert. Dies ist zum Teil auf das aggressive Marketing zurückzuführen. Deshalb muss nun endlich auf dieser Ebene angesetzt werden, indem Gesundheitswarnungen, wie etwa folgende, in der Lebensmittelwerbung eingeführt werden: "Essen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe mindestens fünf Stück Obst und Gemüse pro Tag", "Bewegen Sie sich Ihrer Gesundheit zuliebe regelmässig", "Vermeiden Sie Ihrer Gesundheit zuliebe zu fettiges, zu süsses und zu salziges Essen" oder "Vermeiden Sie es Ihrer Gesundheit zuliebe, zwischen den Mahlzeiten zu naschen". Diese Massnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bezweckt die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und insbesondere der Kinder für dieses Thema und würde als Orientierungshilfe für eine gesunde Ernährung dienen. Sie könnte durch andere kantonale oder nationale Aktionen ergänzt werden und sollte zur Prävention von Krankheiten beitragen, die mit einer unausgewogenen Ernährung und einer ungesunden Lebensweise in Verbindung stehen. Ich beauftrage daher den Bundesrat, schnellstmöglich eine Änderung der Gesetzgebung in diesem Sinne vorzulegen.</p>
- <p>Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung, reich an Früchten und Gemüse, ist für eine gute Gesundheit insbesondere im Kindesalter von zentraler Bedeutung. An Kinder gerichtete Werbung für süsse, fetthaltige und salzige Esswaren beeinflusst das Konsumverhalten der Kinder und trägt zu einer ungesunden Ernährungsweise bei. Studien zeigen, dass zwischen der Werbung für solche Produkte und der Häufigkeit von Übergewicht/Fettleibigkeit ein Zusammenhang besteht. Weltweit laufen daher Bemühungen, die an Kinder gerichtete Werbung für solche Produkte zu reduzieren.</p><p>Im Rahmen der Schweizer Ernährungsstrategie 2013-2016 arbeitet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Dialog mit der Wirtschaft daran, diese Werbung auf freiwilliger Basis zu reduzieren. Dies erfolgt schon heute in Form von freiwilligen Aktionsversprechen im Rahmen von Actionsanté. In der Schweiz haben sich bereits 2010 Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Detailhandelsunternehmen freiwillig dazu verpflichtet, die Lebensmittelbewerbung an Kinder unter zwölf Jahren anhand definierter Kriterien einzuschränken (Swiss Pledge). Dieses in Actionsanté eingereichte Aktionsversprechen ist Ende 2014 ausgelaufen. Gewisse Erfolge konnten dabei erzielt werden. Das BLV und die Mitglieder von Swiss Pledge stehen gegenwärtig in Diskussionen zur Entwicklung eines neuen Aktionsversprechens, dem die von der WHO/Europa Anfang 2015 veröffentlichten Kriterien zur Beurteilung des an Kinder gerichteten Lebensmittelmarketings zugrunde liegen.</p><p>Das Thema "an Kinder gerichtetes Marketing/Werbung für zu süsse, zu salzige und zu fettige Lebensmittel" wird bei der durch das EDI zu verabschiedenden Verlängerung der Schweizer Ernährungsstrategie für die Jahre ab 2017 ein Schwerpunktthema bleiben. In diesem Zusammenhang gilt es ebenfalls, die im Ausland erfolgreich eingeführten Massnahmen zur Reduktion des Marketingdruckes auf die Kinder für diese Lebensmittel zu analysieren. Das in der Motion vorgeschlagene Einblenden von Meldungen zur Gesundheitsförderung während Werbeblöcken ist ein in Frankreich schon seit einigen Jahren praktizierter und durch die Lebensmittelindustrie finanzierter Ansatz, um die Bevölkerung für einen gesunden Lebensstil zu motivieren.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der bisherige, auf Freiwilligkeit und Dialog beruhende Weg weiterverfolgt werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Änderung der Gesetzgebung vorzulegen, mit der Gesundheitshinweise in der Lebensmittelwerbung eingeführt werden.</p>
- Einführung von Gesundheitshinweisen in der Lebensmittelwerbung
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