Die Schweiz muss danach streben, auf Erdöl zu verzichten

ShortId
15.4094
Id
20154094
Updated
14.11.2025 08:11
Language
de
Title
Die Schweiz muss danach streben, auf Erdöl zu verzichten
AdditionalIndexing
52;66
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Erdöl ist ein Rohstoff, der viel zu wertvoll ist, um einfach verbrannt zu werden. Es bildet die Grundlage für zahlreiche petrochemische Produkte, auf die nur sehr schwer oder gar nicht verzichtet werden könnte. Die Verbrennung von Erdöl verursacht zudem verschiedene Schadstoffemissionen und trägt zum Klimawandel bei.</p><p>Erdöl stammt aus mehr oder weniger stabilen Ländern und ist der Grund zahlreicher geopolitisch motivierter Kriege. Die Schweiz, die grosse Mengen an Erdöl für das Heizen und die Mobilität verbraucht, trägt eine Mitschuld an dieser internationalen Problematik.</p><p>Wir wissen heute, wie wir unsere Häuser auf andere Weise heizen können, und dass die elektrische Mobilität sehr viel effizienter ist. Es wäre also durchaus möglich, auf Erdöl zu verzichten. Dies muss aber Schritt für Schritt geschehen, in einer Geschwindigkeit, die unserer Wirtschaft und unseren Bürgerinnen und Bürgern einen sanften Übergang ermöglicht. Es ist deshalb notwendig, schon heute zu prüfen, welche regulatorischen und steuerlichen Massnahmen es der Schweiz erlauben würden, auf Erdöl zu verzichten. Der Bericht soll zudem die Kosten aufzeigen, die für die Wirtschaft und Bevölkerung entstünden, und darlegen, innert welcher Frist dieser Verzicht möglich wäre.</p><p>Schweden beispielsweise hat seinen Erdölverbrauch in 42 Jahren um 57 Prozent gesenkt. Es ist für die Deckung seines Energiebedarfs nur noch zu 30 Prozent von Erdöl abhängig und beabsichtigt, bis 2050 komplett darauf zu verzichten. Weshalb wir nicht auch?</p>
  • <p>Die Energieversorgung der Schweiz hängt zu rund 80 Prozent vom Import fossiler Brenn- und Treibstoffe sowie von Kernbrennstoffen aus dem Ausland ab. Gemäss der schweizerischen Gesamtenergiestatistik 2014 beträgt der Anteil an Erdölprodukten (Brennstoffe und Treibstoffe) am Endenergieverbrauch 51,5 Prozent. Die Schweiz verfolgt im Rahmen der Klima- und Energiepolitik das Ziel, die Abhängigkeit der Schweiz von importierten fossilen Energieträgern und damit die Treibhausgasemissionen wesentlich zu reduzieren.</p><p>Klimapolitik: Der Bundesrat hat im November 2014 angekündigt, die Treibhausgasemissionen der Schweiz, welche zu 75 Prozent aus der energetischen Nutzung fossiler Energieträger stammen, bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Eine Reduktion um mindestens 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 will der Bundesrat durch Massnahmen im Inland erreichen. Damit will die Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des im Klimaabkommen von Paris verankerten Ziels leisten, das Ende 2015 durch die internationale Gemeinschaft verabschiedet wurde.</p><p>Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation wird in der zweiten Jahreshälfte 2016 eine Vernehmlassung über die nationale Ausgestaltung der Klimapolitik post 2020 durchführen.</p><p>Energiepolitik: Die mit der Energiestrategie 2050 (ES 2050) vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen reduzieren den Verbrauch fossiler Energieträger und unterstützen dadurch die Klimapolitik in bedeutendem Masse. Das Parlament behandelt zurzeit die Botschaft vom 4. September 2013 zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 (Revision des Energierechts) und zur Volksinitiative "für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegs-Initiative)" (BBl 2013 7561). Für die zweite Etappe der ES 2050 hat der Bundesrat am 28. Oktober 2015 die Botschaft zum Verfassungsartikel über ein Klima- und Energielenkungssystem (BBl 2015 7877) verabschiedet. Die zweite Etappe der Energiestrategie 2050 beabsichtigt ab 2021 den Übergang vom Förder- zum Lenkungssystem und soll sich an den langfristigen Energie- und Klimazielen orientieren.</p><p>In diesem Zusammenhang erachtet der Bundesrat das Anliegen der Postulantin im Grundsatz als berechtigt. Die im Postulat genannten Forderungen werden vom Bundesrat jedoch bereits mit der Klimapolitik post 2020 und der Energiestrategie 2050 aufgenommen. Die Klima- und die Energiepolitik sind eng miteinander verknüpft und werden weiterhin aufeinander abgestimmt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit zu prüfen, dass die Schweiz auf Erdöl als Brenn- und Treibstoff verzichtet.</p>
  • Die Schweiz muss danach streben, auf Erdöl zu verzichten
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Erdöl ist ein Rohstoff, der viel zu wertvoll ist, um einfach verbrannt zu werden. Es bildet die Grundlage für zahlreiche petrochemische Produkte, auf die nur sehr schwer oder gar nicht verzichtet werden könnte. Die Verbrennung von Erdöl verursacht zudem verschiedene Schadstoffemissionen und trägt zum Klimawandel bei.</p><p>Erdöl stammt aus mehr oder weniger stabilen Ländern und ist der Grund zahlreicher geopolitisch motivierter Kriege. Die Schweiz, die grosse Mengen an Erdöl für das Heizen und die Mobilität verbraucht, trägt eine Mitschuld an dieser internationalen Problematik.</p><p>Wir wissen heute, wie wir unsere Häuser auf andere Weise heizen können, und dass die elektrische Mobilität sehr viel effizienter ist. Es wäre also durchaus möglich, auf Erdöl zu verzichten. Dies muss aber Schritt für Schritt geschehen, in einer Geschwindigkeit, die unserer Wirtschaft und unseren Bürgerinnen und Bürgern einen sanften Übergang ermöglicht. Es ist deshalb notwendig, schon heute zu prüfen, welche regulatorischen und steuerlichen Massnahmen es der Schweiz erlauben würden, auf Erdöl zu verzichten. Der Bericht soll zudem die Kosten aufzeigen, die für die Wirtschaft und Bevölkerung entstünden, und darlegen, innert welcher Frist dieser Verzicht möglich wäre.</p><p>Schweden beispielsweise hat seinen Erdölverbrauch in 42 Jahren um 57 Prozent gesenkt. Es ist für die Deckung seines Energiebedarfs nur noch zu 30 Prozent von Erdöl abhängig und beabsichtigt, bis 2050 komplett darauf zu verzichten. Weshalb wir nicht auch?</p>
    • <p>Die Energieversorgung der Schweiz hängt zu rund 80 Prozent vom Import fossiler Brenn- und Treibstoffe sowie von Kernbrennstoffen aus dem Ausland ab. Gemäss der schweizerischen Gesamtenergiestatistik 2014 beträgt der Anteil an Erdölprodukten (Brennstoffe und Treibstoffe) am Endenergieverbrauch 51,5 Prozent. Die Schweiz verfolgt im Rahmen der Klima- und Energiepolitik das Ziel, die Abhängigkeit der Schweiz von importierten fossilen Energieträgern und damit die Treibhausgasemissionen wesentlich zu reduzieren.</p><p>Klimapolitik: Der Bundesrat hat im November 2014 angekündigt, die Treibhausgasemissionen der Schweiz, welche zu 75 Prozent aus der energetischen Nutzung fossiler Energieträger stammen, bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Eine Reduktion um mindestens 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 will der Bundesrat durch Massnahmen im Inland erreichen. Damit will die Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des im Klimaabkommen von Paris verankerten Ziels leisten, das Ende 2015 durch die internationale Gemeinschaft verabschiedet wurde.</p><p>Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation wird in der zweiten Jahreshälfte 2016 eine Vernehmlassung über die nationale Ausgestaltung der Klimapolitik post 2020 durchführen.</p><p>Energiepolitik: Die mit der Energiestrategie 2050 (ES 2050) vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen reduzieren den Verbrauch fossiler Energieträger und unterstützen dadurch die Klimapolitik in bedeutendem Masse. Das Parlament behandelt zurzeit die Botschaft vom 4. September 2013 zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 (Revision des Energierechts) und zur Volksinitiative "für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegs-Initiative)" (BBl 2013 7561). Für die zweite Etappe der ES 2050 hat der Bundesrat am 28. Oktober 2015 die Botschaft zum Verfassungsartikel über ein Klima- und Energielenkungssystem (BBl 2015 7877) verabschiedet. Die zweite Etappe der Energiestrategie 2050 beabsichtigt ab 2021 den Übergang vom Förder- zum Lenkungssystem und soll sich an den langfristigen Energie- und Klimazielen orientieren.</p><p>In diesem Zusammenhang erachtet der Bundesrat das Anliegen der Postulantin im Grundsatz als berechtigt. Die im Postulat genannten Forderungen werden vom Bundesrat jedoch bereits mit der Klimapolitik post 2020 und der Energiestrategie 2050 aufgenommen. Die Klima- und die Energiepolitik sind eng miteinander verknüpft und werden weiterhin aufeinander abgestimmt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeit zu prüfen, dass die Schweiz auf Erdöl als Brenn- und Treibstoff verzichtet.</p>
    • Die Schweiz muss danach streben, auf Erdöl zu verzichten

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