Untersuchung der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bei den Konsumentenpreisen

ShortId
16.3190
Id
20163190
Updated
28.07.2023 05:40
Language
de
Title
Untersuchung der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bei den Konsumentenpreisen
AdditionalIndexing
15;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Oft zahlen Frauen mehr als Männer für identische Produkte und Dienstleistungen, obwohl das Zielpublikum der einzige Grund für diese Preisdifferenz ist. In den USA hat eine Studie vom Dezember 2015 des New York City Department of Consumer Affairs ("From Cradle to Cane: The Cost of Being a Female Consumer") gezeigt, dass Alltagsprodukte für Frauen durchschnittlich 7 Prozent teurer sind, es bei der Qualität jedoch keinen Unterschied gibt. Bei den Körperpflegeprodukten beträgt die Preisdifferenz sogar 13 Prozent.</p><p>Artikel 8 Absatz 3 der Schweizer Bundesverfassung besagt ausdrücklich: "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung". Bei den Konsumentenpreisen für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen sind wir jedoch meilenweit von Gleichstellung entfernt: Zahlreiche ähnliche, um nicht zu sagen identische Produkte und Dienstleistungen haben nämlich sehr unterschiedliche Preise, wenn sie speziell an Männer oder an Frauen gerichtet sind. Zum Beispiel zahlen Frauen für einen einfachen Kurzhaarschnitt oft viel mehr, selbst wenn der Aufwand genau der gleiche ist wie bei einem Mann. Das Gleiche gilt beispielsweise auch für Produkte wie Spielzeug, Bücher oder Kleidung für Mädchen, die vollkommen identisch sind mit den jeweiligen Produkten für Jungen; der einzige Unterschied ist die Farbe.</p><p>Das Ausmass dieser Preisdifferenzen in der Schweiz muss also untersucht werden, und angemessene Massnahmen zum Abbau dieser Ungleichheiten müssen vorgeschlagen werden.</p>
  • <p>Es ist aus Sicht des Bundesrates nicht sicher, ob die in New York beobachteten Preisdifferenzen im gleichen Ausmass auch in der Schweiz vorkommen.</p><p>So kommt zum Beispiel ein auf einer breit abgestützten statistischen Umfrage basierender Bericht der französischen Regierung vom Dezember 2015 zuhanden des Parlamentes (vgl. <a href="http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf">http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf</a>) zum Schluss, dass Mehrkosten für Frauen nicht erwiesen seien, zumal die Preisdifferenzen zwischen den Geschlechtern je nach Produkt sowohl zum Nachteil der Männer als auch zum Nachteil der Frauen ausfallen können.</p><p>Es ist folglich durchaus möglich, dass auch in der Schweiz je nach Konsumentensegment geschlechterspezifische Preisunterschiede bestehen. So ist beim erwähnten Beispiel der Coiffeurgeschäfte davon auszugehen, dass einige Salons unterschiedliche Tarife anwenden, während andere für Frauen und Männer die gleichen Preise festsetzen. Ein Teil der Preisdifferenz ist unter Umständen aber auch darauf zurückzuführen, dass sich die Qualität der Dienstleistung unterscheidet, andere Produkte verwendet werden oder der Stil ein anderer ist usw.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates ist es nicht nötig, über die bereits bestehenden Regulierungen hinaus weitere Massnahmen festzulegen. Es reicht, wenn lautere Geschäftspraktiken zur Anwendung kommen, das heisst insbesondere, dass die Preise klar ausgewiesen und angeschrieben sind.</p><p>Im Rahmen des Legislaturprogramms hat der Bundesrat im Bereich der Gleichstellung die Umsetzung der Lohngleichheit sowie die Förderung der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Prioritäten definiert. Die verlangten Untersuchungen sind aufwendig und würden aus Sicht des Bundesrates unverhältnismässig hohe Kosten verursachen. Diese Mittel würden dann aber für die Umsetzung der Prioritäten des Legislaturprogramms fehlen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Preisunterschied zwischen Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Frauen gerichtet sind, und Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Männer gerichtet sind, zu untersuchen. Er wird gegebenenfalls Massnahmen vorschlagen, um ungerechtfertigte Ungleichheiten zu beseitigen.</p>
  • Untersuchung der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bei den Konsumentenpreisen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Oft zahlen Frauen mehr als Männer für identische Produkte und Dienstleistungen, obwohl das Zielpublikum der einzige Grund für diese Preisdifferenz ist. In den USA hat eine Studie vom Dezember 2015 des New York City Department of Consumer Affairs ("From Cradle to Cane: The Cost of Being a Female Consumer") gezeigt, dass Alltagsprodukte für Frauen durchschnittlich 7 Prozent teurer sind, es bei der Qualität jedoch keinen Unterschied gibt. Bei den Körperpflegeprodukten beträgt die Preisdifferenz sogar 13 Prozent.</p><p>Artikel 8 Absatz 3 der Schweizer Bundesverfassung besagt ausdrücklich: "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung". Bei den Konsumentenpreisen für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen sind wir jedoch meilenweit von Gleichstellung entfernt: Zahlreiche ähnliche, um nicht zu sagen identische Produkte und Dienstleistungen haben nämlich sehr unterschiedliche Preise, wenn sie speziell an Männer oder an Frauen gerichtet sind. Zum Beispiel zahlen Frauen für einen einfachen Kurzhaarschnitt oft viel mehr, selbst wenn der Aufwand genau der gleiche ist wie bei einem Mann. Das Gleiche gilt beispielsweise auch für Produkte wie Spielzeug, Bücher oder Kleidung für Mädchen, die vollkommen identisch sind mit den jeweiligen Produkten für Jungen; der einzige Unterschied ist die Farbe.</p><p>Das Ausmass dieser Preisdifferenzen in der Schweiz muss also untersucht werden, und angemessene Massnahmen zum Abbau dieser Ungleichheiten müssen vorgeschlagen werden.</p>
    • <p>Es ist aus Sicht des Bundesrates nicht sicher, ob die in New York beobachteten Preisdifferenzen im gleichen Ausmass auch in der Schweiz vorkommen.</p><p>So kommt zum Beispiel ein auf einer breit abgestützten statistischen Umfrage basierender Bericht der französischen Regierung vom Dezember 2015 zuhanden des Parlamentes (vgl. <a href="http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf">http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf</a>) zum Schluss, dass Mehrkosten für Frauen nicht erwiesen seien, zumal die Preisdifferenzen zwischen den Geschlechtern je nach Produkt sowohl zum Nachteil der Männer als auch zum Nachteil der Frauen ausfallen können.</p><p>Es ist folglich durchaus möglich, dass auch in der Schweiz je nach Konsumentensegment geschlechterspezifische Preisunterschiede bestehen. So ist beim erwähnten Beispiel der Coiffeurgeschäfte davon auszugehen, dass einige Salons unterschiedliche Tarife anwenden, während andere für Frauen und Männer die gleichen Preise festsetzen. Ein Teil der Preisdifferenz ist unter Umständen aber auch darauf zurückzuführen, dass sich die Qualität der Dienstleistung unterscheidet, andere Produkte verwendet werden oder der Stil ein anderer ist usw.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates ist es nicht nötig, über die bereits bestehenden Regulierungen hinaus weitere Massnahmen festzulegen. Es reicht, wenn lautere Geschäftspraktiken zur Anwendung kommen, das heisst insbesondere, dass die Preise klar ausgewiesen und angeschrieben sind.</p><p>Im Rahmen des Legislaturprogramms hat der Bundesrat im Bereich der Gleichstellung die Umsetzung der Lohngleichheit sowie die Förderung der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Prioritäten definiert. Die verlangten Untersuchungen sind aufwendig und würden aus Sicht des Bundesrates unverhältnismässig hohe Kosten verursachen. Diese Mittel würden dann aber für die Umsetzung der Prioritäten des Legislaturprogramms fehlen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Preisunterschied zwischen Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Frauen gerichtet sind, und Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Männer gerichtet sind, zu untersuchen. Er wird gegebenenfalls Massnahmen vorschlagen, um ungerechtfertigte Ungleichheiten zu beseitigen.</p>
    • Untersuchung der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bei den Konsumentenpreisen

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