Studienerfolg erheben, Qualität sichern
- ShortId
-
16.3473
- Id
-
20163473
- Updated
-
14.11.2025 08:17
- Language
-
de
- Title
-
Studienerfolg erheben, Qualität sichern
- AdditionalIndexing
-
32
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Bis 2009 hat das Bundesamt für Statistik den universitären Erfolg von Maturi und Maturae je nach Gymnasium erhoben und den Gymnasien zur Verfügung gestellt. Seither wird die Statistik nicht mehr geführt, weil der Studienerfolg und dessen Berechnung mit dem Bologna-Prozess neu zu definieren wären. Die ETH Zürich hatte zuletzt 2009 eine Studie publiziert, die den Zusammenhang zwischen Maturanoten und der Basisprüfung an der ETH untersuchte. Die Studie wurde damals kontrovers diskutiert. Sie lancierte eine Debatte über die gymnasiale Bildungsqualität, die sehr zu begrüssen ist. Die Studie zeigte auch, dass die Maturanden im Allgemeinen gut auf ein ETH-Studium vorbereitet sind und dass gute Maturanoten eine solide Basis für ein erfolgreiches Studium an der ETH Zürich bilden.</p><p>Methodisch sorgfältig aufbereitete Daten zum Studienerfolg von Maturanden schaffen vielfachen Mehrwert: Sie tragen zur Qualitätssicherung der Gymnasien bei, ohne in die kantonale Bildungshoheit einzugreifen. Gymnasien erhalten wertvolle Informationen über die Stärken und Schwächen ihres Ausbildungsangebots. Auf dieser Grundlage können sie allfällige Mängel korrigieren. Die Universitäten und ETH ihrerseits haben ein Interesse daran, ihre Studienanfänger und deren Vorbildung zu kennen. Damit können sie beispielsweise für die Studierenden gezielte Beratungen und begleitende Massnahmen anbieten.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Qualität der gymnasialen Ausbildung für den späteren Studienerfolg der Maturandinnen und Maturanden bewusst. Die gymnasiale Maturität soll zur allgemeinen Hochschulreife führen und die Absolventinnen und Absolventen dazu befähigen, ein Hochschulstudium erfolgreich zu absolvieren (Studierfähigkeit). Gemeinsam mit den Kantonen, vertreten durch die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, hat der Bund sich zum Ziel gesetzt, den prüfungsfreien Zugang zu einem universitären Studium mit gymnasialer Maturität langfristig sicherzustellen. Es wurden daher Massnahmen zur Qualitätssicherung der gymnasialen Ausbildung an die Hand genommen.</p><p>Beispielsweise wurden basale fachliche Studierkompetenzen in der Erstsprache und in Mathematik bestimmt, die für das Erreichen der allgemeinen Studierfähigkeit unerlässlich sind, die Schulen sorgen für vermehrtes "gemeinsames Prüfen", und die Angebote in der Studien- und Laufbahnberatung werden optimiert. Als Träger der Maturitätsschulen sind für die Umsetzung dieser Massnahmen in erster Linie die Kantone zuständig. Wichtig ist, dass der Studienerfolg nicht isoliert zur Beurteilung der Qualität der Maturitätsschulen herangezogen wird. Es gibt weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, beispielsweise die Qualität der Ausbildung des Lehrpersonals oder das Betreuungsverhältnis an den Maturitätsschulen.</p><p>Wie die Motionärin richtig festhält, bilden Daten zur Studienerfolgsquote der Maturandinnen und Maturanden eine wichtige Grundlage für die Qualitätssicherung der gymnasialen Ausbildung sowie für die Erarbeitung von Massnahmen zur Sicherstellung der Studierfähigkeit. Bis zum Maturitätsjahrgang 2008 hat das Bundesamt für Statistik (BFS) eine jährliche Statistik zum Studienverlauf nach Gymnasien erstellt. Diese beschränkte sich auf die universitären Hochschulen und zeigte den Studienverlauf der Maturandinnen und Maturanden eines Gymnasiums bis zum Lizenziat. Aufgrund von Anpassungen der Erhebungsmethode, die u. a. infolge der Studienreform an den Hochschulen nötig wurden, mussten die Analysemethoden zum Studienverlauf an den Hochschulen angepasst werden. Aus diesem Grund waren die Daten zwischenzeitlich nicht verfügbar. Diese Umstellung bei der Datenerhebung ist mittlerweile vollzogen. Das BFS publiziert regelmässig die Studienerfolgsquoten nach Hochschultyp, Fachbereich und Studienstufe (Bachelor, Master und Doktorat). Die detaillierten Daten zum Studienerfolg von Maturandinnen und Maturanden nach Gymnasium stellt das BFS den kantonalen statistischen Ämtern sowie weiteren Stellen für Forschung, Planung und Statistik mit einem Datenschutzvertrag zur Verfügung. Die Auswertung und Interpretation dieser Daten setzt Kenntnisse des Kontexts der verschiedenen kantonalen Maturitätsschulen voraus. Da die Kantone über dieses Wissen verfügen, sind sie auch am besten geeignet, diese Auswertungen nach Bedarf durchzuführen.</p><p>Der Bundesrat erachtet aus diesen Gründen die Anliegen der Motion als erfüllt und beantragt darum die Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Studienerfolg von Maturandinnen und Maturanden an der ETH, EPFL und den Schweizer Universitäten (wieder) erheben zu lassen.</p>
- Studienerfolg erheben, Qualität sichern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Bis 2009 hat das Bundesamt für Statistik den universitären Erfolg von Maturi und Maturae je nach Gymnasium erhoben und den Gymnasien zur Verfügung gestellt. Seither wird die Statistik nicht mehr geführt, weil der Studienerfolg und dessen Berechnung mit dem Bologna-Prozess neu zu definieren wären. Die ETH Zürich hatte zuletzt 2009 eine Studie publiziert, die den Zusammenhang zwischen Maturanoten und der Basisprüfung an der ETH untersuchte. Die Studie wurde damals kontrovers diskutiert. Sie lancierte eine Debatte über die gymnasiale Bildungsqualität, die sehr zu begrüssen ist. Die Studie zeigte auch, dass die Maturanden im Allgemeinen gut auf ein ETH-Studium vorbereitet sind und dass gute Maturanoten eine solide Basis für ein erfolgreiches Studium an der ETH Zürich bilden.</p><p>Methodisch sorgfältig aufbereitete Daten zum Studienerfolg von Maturanden schaffen vielfachen Mehrwert: Sie tragen zur Qualitätssicherung der Gymnasien bei, ohne in die kantonale Bildungshoheit einzugreifen. Gymnasien erhalten wertvolle Informationen über die Stärken und Schwächen ihres Ausbildungsangebots. Auf dieser Grundlage können sie allfällige Mängel korrigieren. Die Universitäten und ETH ihrerseits haben ein Interesse daran, ihre Studienanfänger und deren Vorbildung zu kennen. Damit können sie beispielsweise für die Studierenden gezielte Beratungen und begleitende Massnahmen anbieten.</p>
- <p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Qualität der gymnasialen Ausbildung für den späteren Studienerfolg der Maturandinnen und Maturanden bewusst. Die gymnasiale Maturität soll zur allgemeinen Hochschulreife führen und die Absolventinnen und Absolventen dazu befähigen, ein Hochschulstudium erfolgreich zu absolvieren (Studierfähigkeit). Gemeinsam mit den Kantonen, vertreten durch die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, hat der Bund sich zum Ziel gesetzt, den prüfungsfreien Zugang zu einem universitären Studium mit gymnasialer Maturität langfristig sicherzustellen. Es wurden daher Massnahmen zur Qualitätssicherung der gymnasialen Ausbildung an die Hand genommen.</p><p>Beispielsweise wurden basale fachliche Studierkompetenzen in der Erstsprache und in Mathematik bestimmt, die für das Erreichen der allgemeinen Studierfähigkeit unerlässlich sind, die Schulen sorgen für vermehrtes "gemeinsames Prüfen", und die Angebote in der Studien- und Laufbahnberatung werden optimiert. Als Träger der Maturitätsschulen sind für die Umsetzung dieser Massnahmen in erster Linie die Kantone zuständig. Wichtig ist, dass der Studienerfolg nicht isoliert zur Beurteilung der Qualität der Maturitätsschulen herangezogen wird. Es gibt weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, beispielsweise die Qualität der Ausbildung des Lehrpersonals oder das Betreuungsverhältnis an den Maturitätsschulen.</p><p>Wie die Motionärin richtig festhält, bilden Daten zur Studienerfolgsquote der Maturandinnen und Maturanden eine wichtige Grundlage für die Qualitätssicherung der gymnasialen Ausbildung sowie für die Erarbeitung von Massnahmen zur Sicherstellung der Studierfähigkeit. Bis zum Maturitätsjahrgang 2008 hat das Bundesamt für Statistik (BFS) eine jährliche Statistik zum Studienverlauf nach Gymnasien erstellt. Diese beschränkte sich auf die universitären Hochschulen und zeigte den Studienverlauf der Maturandinnen und Maturanden eines Gymnasiums bis zum Lizenziat. Aufgrund von Anpassungen der Erhebungsmethode, die u. a. infolge der Studienreform an den Hochschulen nötig wurden, mussten die Analysemethoden zum Studienverlauf an den Hochschulen angepasst werden. Aus diesem Grund waren die Daten zwischenzeitlich nicht verfügbar. Diese Umstellung bei der Datenerhebung ist mittlerweile vollzogen. Das BFS publiziert regelmässig die Studienerfolgsquoten nach Hochschultyp, Fachbereich und Studienstufe (Bachelor, Master und Doktorat). Die detaillierten Daten zum Studienerfolg von Maturandinnen und Maturanden nach Gymnasium stellt das BFS den kantonalen statistischen Ämtern sowie weiteren Stellen für Forschung, Planung und Statistik mit einem Datenschutzvertrag zur Verfügung. Die Auswertung und Interpretation dieser Daten setzt Kenntnisse des Kontexts der verschiedenen kantonalen Maturitätsschulen voraus. Da die Kantone über dieses Wissen verfügen, sind sie auch am besten geeignet, diese Auswertungen nach Bedarf durchzuführen.</p><p>Der Bundesrat erachtet aus diesen Gründen die Anliegen der Motion als erfüllt und beantragt darum die Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Studienerfolg von Maturandinnen und Maturanden an der ETH, EPFL und den Schweizer Universitäten (wieder) erheben zu lassen.</p>
- Studienerfolg erheben, Qualität sichern
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