Informatikunterricht ab der Primarschule

ShortId
16.3604
Id
20163604
Updated
28.07.2023 05:16
Language
de
Title
Informatikunterricht ab der Primarschule
AdditionalIndexing
32;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Eine frühzeitige Sensibilisierung für die Prinzipien der Informatik ist äusserst wichtig. So können die Schülerinnen und Schüler ab einem frühen Alter die Welt, die sie umgibt, begreifen, namentlich verstehen, wie die Geräte, mit denen sie in ihrem Alltag aufwachsen, funktionieren, damit sie sich nicht bloss damit begnügen, diese unreflektiert einfach zu benutzen, sondern damit sie von Anfang an die Prinzipien ihres Funktionierens durchschauen. Diese Sensibilisierung bewirkt, dass sich die jungen Menschen mit den Werkzeugen der digitalen Welt vertraut machen, namentlich mit der Software, und schafft damit die Basis für eine umfassende Ausbildung im Computerprogrammieren über den weiteren Verlauf der Schulbildung hinweg. Die Sensibilisierung vermittelt den Schülerinnen und Schülern auch den Sinn für den praktischen Nutzen von Fächern wie Mathematik sowie der Mint-Fächer insgesamt. Und sie bereitet auch vor auf ein anspruchsvolles Informatikunterrichtsprogramm - wie die Algorithmensprache - im Rahmen der obligatorischen Schulbildung. </p><p>In diesem Sinne sollte der Bund für die Kantone Anreize schaffen, ein Informatikunterrichtsprogramm für möglichst tiefe Schulstufen zu entwickeln, schon ab der Primarschule, ja vielleicht schon früher, im Kindergarten, in der Form von eigentlichem Unterricht und von Sensibilisierungsmassnahmen.</p>
  • <p>Der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie kommt aus Sicht des Bundes eine zentrale Bedeutung zu. Da Fragen nach den Folgen, Chancen und Risiken der Digitalisierung den pädagogischen Alltag von der obligatorischen Schule über die Berufsbildung und Hochschule bis hin zur Weiterbildung berühren, verfolgt der Bund einen systemisch koordinierten Ansatz. Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit koordinieren Bund und Kantone deshalb ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität bei der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie im Bildungswesen.</p><p>Für die obligatorische Schule sind in der Schweiz gemäss Artikel 62 der Bundesverfassung die Kantone zuständig. Jeder Kanton hat seine eigenen Schulgesetze. Die Kantone bemühen sich jedoch, ihre Schulsysteme und Lehrpläne zu harmonisieren. Als Instrumente dazu dienen das Harmos-Konkordat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren und in der Deutschschweiz der Lehrplan 21, in der Westschweiz der Plan d'études romand.</p><p>Der Stellenwert der Informatik wurde in der Ausarbeitung des Lehrplans 21 kontrovers beurteilt. Es wurden Forderungen laut, dass der Informatik ein grösserer Stellenwert zugemessen werde und der Unterricht in Informatik (Daten, Algorithmen, Programmieren) früh einsetzen solle. Die Gegenposition meint, dies überfordere die Volksschule, die Ziele seien zu hoch gesetzt. Gestützt darauf wurden die Kompetenzen im Bereich Informatik im Lehrplan 21 u. a. so formuliert, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, grundlegende Lösungsstrategien zu verstehen und als Algorithmen zu beschreiben.</p><p>Der Bundesrat sieht hier keine Veranlassung für das mit der Motion geforderte Vorgehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein Programm auszuarbeiten, mit dem für die Kantone Anreize geschaffen werden, einen Informatikunterricht ab der Primarschule zu entwickeln und das Verständnis für das Funktionieren von Computerprogrammen und für ihre Rolle als Pfeiler der digitalisierten Welt zu fördern.</p>
  • Informatikunterricht ab der Primarschule
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Eine frühzeitige Sensibilisierung für die Prinzipien der Informatik ist äusserst wichtig. So können die Schülerinnen und Schüler ab einem frühen Alter die Welt, die sie umgibt, begreifen, namentlich verstehen, wie die Geräte, mit denen sie in ihrem Alltag aufwachsen, funktionieren, damit sie sich nicht bloss damit begnügen, diese unreflektiert einfach zu benutzen, sondern damit sie von Anfang an die Prinzipien ihres Funktionierens durchschauen. Diese Sensibilisierung bewirkt, dass sich die jungen Menschen mit den Werkzeugen der digitalen Welt vertraut machen, namentlich mit der Software, und schafft damit die Basis für eine umfassende Ausbildung im Computerprogrammieren über den weiteren Verlauf der Schulbildung hinweg. Die Sensibilisierung vermittelt den Schülerinnen und Schülern auch den Sinn für den praktischen Nutzen von Fächern wie Mathematik sowie der Mint-Fächer insgesamt. Und sie bereitet auch vor auf ein anspruchsvolles Informatikunterrichtsprogramm - wie die Algorithmensprache - im Rahmen der obligatorischen Schulbildung. </p><p>In diesem Sinne sollte der Bund für die Kantone Anreize schaffen, ein Informatikunterrichtsprogramm für möglichst tiefe Schulstufen zu entwickeln, schon ab der Primarschule, ja vielleicht schon früher, im Kindergarten, in der Form von eigentlichem Unterricht und von Sensibilisierungsmassnahmen.</p>
    • <p>Der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie kommt aus Sicht des Bundes eine zentrale Bedeutung zu. Da Fragen nach den Folgen, Chancen und Risiken der Digitalisierung den pädagogischen Alltag von der obligatorischen Schule über die Berufsbildung und Hochschule bis hin zur Weiterbildung berühren, verfolgt der Bund einen systemisch koordinierten Ansatz. Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit koordinieren Bund und Kantone deshalb ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität bei der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie im Bildungswesen.</p><p>Für die obligatorische Schule sind in der Schweiz gemäss Artikel 62 der Bundesverfassung die Kantone zuständig. Jeder Kanton hat seine eigenen Schulgesetze. Die Kantone bemühen sich jedoch, ihre Schulsysteme und Lehrpläne zu harmonisieren. Als Instrumente dazu dienen das Harmos-Konkordat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren und in der Deutschschweiz der Lehrplan 21, in der Westschweiz der Plan d'études romand.</p><p>Der Stellenwert der Informatik wurde in der Ausarbeitung des Lehrplans 21 kontrovers beurteilt. Es wurden Forderungen laut, dass der Informatik ein grösserer Stellenwert zugemessen werde und der Unterricht in Informatik (Daten, Algorithmen, Programmieren) früh einsetzen solle. Die Gegenposition meint, dies überfordere die Volksschule, die Ziele seien zu hoch gesetzt. Gestützt darauf wurden die Kompetenzen im Bereich Informatik im Lehrplan 21 u. a. so formuliert, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, grundlegende Lösungsstrategien zu verstehen und als Algorithmen zu beschreiben.</p><p>Der Bundesrat sieht hier keine Veranlassung für das mit der Motion geforderte Vorgehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein Programm auszuarbeiten, mit dem für die Kantone Anreize geschaffen werden, einen Informatikunterricht ab der Primarschule zu entwickeln und das Verständnis für das Funktionieren von Computerprogrammen und für ihre Rolle als Pfeiler der digitalisierten Welt zu fördern.</p>
    • Informatikunterricht ab der Primarschule

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