Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin, zum Fab-Lab-Manager

ShortId
16.3658
Id
20163658
Updated
28.07.2023 05:08
Language
de
Title
Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin, zum Fab-Lab-Manager
AdditionalIndexing
44;32;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Fab Lab ist vor zwanzig Jahren im MIT (Massachusetts Institute of Technology) entstanden. Von den weltweit insgesamt 3000 Werkstätten können sich 703 nach dem Modell des MIT Fab Lab nennen, davon 121 in den Vereinigten Staaten, 85 in Frankreich und 15 in der Schweiz. 2013 hat die französische Regierung Förderungsgelder von 50 000 bis 200 000 Euro an 14 Projekte vergeben, u. a. an das geniale Pariser Atelier "usine IO". Es gibt eine Ausbildung zum Fab-Lab-Manager an der Universität Cergy-Pontoise. Der Nutzen dieser Werkstätten ist ein vielfältiger: "Demokratisierung" der Innovation und Digitalisierung, Wiederverwertung von reparierbaren Gegenständen, Entwicklung eines starken Unternehmergeistes (Learning by Doing), Arbeit im Team.</p><p>Eine andere Möglichkeit wäre es, ein für Flüchtlinge konzipiertes, interkulturelles Fab Lab zu testen: Da könnten sie ihre Fertigkeiten zeigen, erfahren, dass sie gebraucht werden, und ihre berufliche Integration vorbereiten.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen von grosser Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft sind. Er hat diese Haltung anlässlich einer Vielzahl von Gelegenheiten mitgeteilt. Aktuell trägt er im Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Zivilgesellschaft dazu bei, dass die Schweiz die Digitalisierung als Chance begreift und von den Entwicklungen in diesem Kontext profitiert. Zu diesem Zweck hat er am 20. April 2016 die Strategie Digitale Schweiz verabschiedet, auf die im Postulat verwiesen wird. Die derzeit laufenden Arbeiten zur künftigen Umsetzung der Strategie Digitale Schweiz konzentrieren sich im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung einerseits auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Regulierungen ausgewählter Teilbereiche der Wirtschaft, die von der Digitalisierung besonders betroffen sind. Andererseits werden aktuelle Herausforderungen im BFI-Bereich aufgezeigt.</p><p>Die Akteure des BFI-Bereichs spielen für die erfolgreiche Bewältigung der zu erwartenden Entwicklungen eine wichtige Rolle. Die Hochschulen mit ihrer starken internationalen Position leisten hierbei einen wesentlichen Beitrag. Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Schweizer Hochschulen ist deren Autonomie, insbesondere bei der Entwicklung und Gestaltung von neuen Aus- und Weiterbildungsangeboten. Der Bundesrat sieht die Prüfung entsprechender Angebote als Kompetenz und Aufgabe des Hochschulbereichs. Die Hochschulen pflegen den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft und passen ihre Aus- und Weiterbildungsangebote den Bedürfnissen entsprechend an. Sie können den Bedarf sowie die inhaltliche und praktische Relevanz von neuen Aus- und Weiterbildungsgängen am besten beurteilen und ihr Angebot entsprechend ausrichten. Beispielsweise gehen verschiedene Entwicklungen an der EPFL in diese Richtung, wie etwa das mit der Ecole cantonale d'art de Lausanne (Ecal) gegründete EPFL and Ecal Lab mit einem MAS in Design für EPFL-Studierende, oder auch die Discovery Learning Labs. Die Hochschulen bieten ausserdem diverse Studiengänge an, die wichtige Kompetenzen für die Tätigkeit als Fab-Lab-Manager vermitteln: beispielsweise der Bachelor in Industrial Design der Zürcher Hochschule der Künste oder der Bachelor in Objektdesign der Hochschule Luzern.</p><p>Im Bereich der Berufsbildung ist die Initiative zur Schaffung neuer Berufe grundsätzlich Aufgabe der Organisationen der Arbeitswelt. Damit wird sichergestellt, dass sich die Ausbildungen an den tatsächlich nachgefragten beruflichen Qualifikationen und an den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen orientieren. Dieser Grundsatz, der auch für die höhere Berufsbildung gilt, sichert die Zukunftsfähigkeit der Berufsqualifikationen und ist ein wichtiger Beitrag zur Innovationsfähigkeit der Schweiz. Der Bundesrat hält an diesem gut eingespielten Grundsatz fest. Es ist dem Bundesrat jedoch ein Anliegen, dass ein möglichst vielfältiges Berufsbildungsangebot zur Verfügung steht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin oder zum Fab-Lab-Manager, die Aufnahme einer solchen Ausbildung in die Ziele der Strategie Digitale Schweiz sowie in einen universitären Studiengang zu prüfen. Eine ausreichende Anzahl Fab-Lab-Manager würde eine Vervielfachung der Fab Labs in der Schweiz begünstigen. Die "Fabrikationslabors", deren Anzahl in anderen Ländern bereits explosionsartig zunimmt, sind ein Nährboden für Kreativität und Innovation. Sie sind mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen (Fräsmaschinen, 3D-Drucker, Schneideplotter usw.) ausgestattet, mit deren Hilfe alle erdenklichen Gegenstände entworfen und hergestellt werden können: Prototypen, Ersatzteile, Skulpturen usw. Die Werkstätten sind öffentlich zugänglich und werden von Erfindern, Unternehmerinnen, Bastlern oder Designerinnen besucht. Sie funktionieren nach den Grundsätzen der Zusammenarbeit und der Vernetzung: Ideen, Wissen, Fertigkeiten werden geteilt.</p><p>Für den Betrieb eines Fab Lab braucht es spezifische Kompetenzen in verschiedenen Bereichen: Bedienung der Maschinen, Programmierung, Elektronik, aber auch Betreuung des Gemeinschaftsateliers. Ausserdem müssen die Benutzerinnen und Benutzer instruiert werden. Daher sind entsprechend ausgebildete Fab-Lab-Manager nötig.</p><p>Es ginge also darum, ein Ergänzungsmodul zu bestehenden Studiengängen zu schaffen oder alternativ Lehrgänge auf mehrere ausbildende Fab Labs aufzuteilen, damit das Fachwissen vor Ort erworben werden kann.</p><p>Eine solche Ausbildung würde den Sinn für die Technologie, die Digitalisierung und die Innovation fördern, was unserer Industrie nur zugutekommen kann.</p>
  • Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin, zum Fab-Lab-Manager
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Fab Lab ist vor zwanzig Jahren im MIT (Massachusetts Institute of Technology) entstanden. Von den weltweit insgesamt 3000 Werkstätten können sich 703 nach dem Modell des MIT Fab Lab nennen, davon 121 in den Vereinigten Staaten, 85 in Frankreich und 15 in der Schweiz. 2013 hat die französische Regierung Förderungsgelder von 50 000 bis 200 000 Euro an 14 Projekte vergeben, u. a. an das geniale Pariser Atelier "usine IO". Es gibt eine Ausbildung zum Fab-Lab-Manager an der Universität Cergy-Pontoise. Der Nutzen dieser Werkstätten ist ein vielfältiger: "Demokratisierung" der Innovation und Digitalisierung, Wiederverwertung von reparierbaren Gegenständen, Entwicklung eines starken Unternehmergeistes (Learning by Doing), Arbeit im Team.</p><p>Eine andere Möglichkeit wäre es, ein für Flüchtlinge konzipiertes, interkulturelles Fab Lab zu testen: Da könnten sie ihre Fertigkeiten zeigen, erfahren, dass sie gebraucht werden, und ihre berufliche Integration vorbereiten.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen von grosser Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft sind. Er hat diese Haltung anlässlich einer Vielzahl von Gelegenheiten mitgeteilt. Aktuell trägt er im Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Zivilgesellschaft dazu bei, dass die Schweiz die Digitalisierung als Chance begreift und von den Entwicklungen in diesem Kontext profitiert. Zu diesem Zweck hat er am 20. April 2016 die Strategie Digitale Schweiz verabschiedet, auf die im Postulat verwiesen wird. Die derzeit laufenden Arbeiten zur künftigen Umsetzung der Strategie Digitale Schweiz konzentrieren sich im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung einerseits auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Regulierungen ausgewählter Teilbereiche der Wirtschaft, die von der Digitalisierung besonders betroffen sind. Andererseits werden aktuelle Herausforderungen im BFI-Bereich aufgezeigt.</p><p>Die Akteure des BFI-Bereichs spielen für die erfolgreiche Bewältigung der zu erwartenden Entwicklungen eine wichtige Rolle. Die Hochschulen mit ihrer starken internationalen Position leisten hierbei einen wesentlichen Beitrag. Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Schweizer Hochschulen ist deren Autonomie, insbesondere bei der Entwicklung und Gestaltung von neuen Aus- und Weiterbildungsangeboten. Der Bundesrat sieht die Prüfung entsprechender Angebote als Kompetenz und Aufgabe des Hochschulbereichs. Die Hochschulen pflegen den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft und passen ihre Aus- und Weiterbildungsangebote den Bedürfnissen entsprechend an. Sie können den Bedarf sowie die inhaltliche und praktische Relevanz von neuen Aus- und Weiterbildungsgängen am besten beurteilen und ihr Angebot entsprechend ausrichten. Beispielsweise gehen verschiedene Entwicklungen an der EPFL in diese Richtung, wie etwa das mit der Ecole cantonale d'art de Lausanne (Ecal) gegründete EPFL and Ecal Lab mit einem MAS in Design für EPFL-Studierende, oder auch die Discovery Learning Labs. Die Hochschulen bieten ausserdem diverse Studiengänge an, die wichtige Kompetenzen für die Tätigkeit als Fab-Lab-Manager vermitteln: beispielsweise der Bachelor in Industrial Design der Zürcher Hochschule der Künste oder der Bachelor in Objektdesign der Hochschule Luzern.</p><p>Im Bereich der Berufsbildung ist die Initiative zur Schaffung neuer Berufe grundsätzlich Aufgabe der Organisationen der Arbeitswelt. Damit wird sichergestellt, dass sich die Ausbildungen an den tatsächlich nachgefragten beruflichen Qualifikationen und an den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen orientieren. Dieser Grundsatz, der auch für die höhere Berufsbildung gilt, sichert die Zukunftsfähigkeit der Berufsqualifikationen und ist ein wichtiger Beitrag zur Innovationsfähigkeit der Schweiz. Der Bundesrat hält an diesem gut eingespielten Grundsatz fest. Es ist dem Bundesrat jedoch ein Anliegen, dass ein möglichst vielfältiges Berufsbildungsangebot zur Verfügung steht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin oder zum Fab-Lab-Manager, die Aufnahme einer solchen Ausbildung in die Ziele der Strategie Digitale Schweiz sowie in einen universitären Studiengang zu prüfen. Eine ausreichende Anzahl Fab-Lab-Manager würde eine Vervielfachung der Fab Labs in der Schweiz begünstigen. Die "Fabrikationslabors", deren Anzahl in anderen Ländern bereits explosionsartig zunimmt, sind ein Nährboden für Kreativität und Innovation. Sie sind mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen (Fräsmaschinen, 3D-Drucker, Schneideplotter usw.) ausgestattet, mit deren Hilfe alle erdenklichen Gegenstände entworfen und hergestellt werden können: Prototypen, Ersatzteile, Skulpturen usw. Die Werkstätten sind öffentlich zugänglich und werden von Erfindern, Unternehmerinnen, Bastlern oder Designerinnen besucht. Sie funktionieren nach den Grundsätzen der Zusammenarbeit und der Vernetzung: Ideen, Wissen, Fertigkeiten werden geteilt.</p><p>Für den Betrieb eines Fab Lab braucht es spezifische Kompetenzen in verschiedenen Bereichen: Bedienung der Maschinen, Programmierung, Elektronik, aber auch Betreuung des Gemeinschaftsateliers. Ausserdem müssen die Benutzerinnen und Benutzer instruiert werden. Daher sind entsprechend ausgebildete Fab-Lab-Manager nötig.</p><p>Es ginge also darum, ein Ergänzungsmodul zu bestehenden Studiengängen zu schaffen oder alternativ Lehrgänge auf mehrere ausbildende Fab Labs aufzuteilen, damit das Fachwissen vor Ort erworben werden kann.</p><p>Eine solche Ausbildung würde den Sinn für die Technologie, die Digitalisierung und die Innovation fördern, was unserer Industrie nur zugutekommen kann.</p>
    • Schaffung einer Ausbildung zur Fab-Lab-Managerin, zum Fab-Lab-Manager

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