Insekten als Futtermittel für Speisefische und andere monogastrische Tiere zulassen
- ShortId
-
16.3712
- Id
-
20163712
- Updated
-
14.11.2025 07:07
- Language
-
de
- Title
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Insekten als Futtermittel für Speisefische und andere monogastrische Tiere zulassen
- AdditionalIndexing
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52
- 1
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- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Fisch ist ein wichtiges Nahrungsmittel weltweit, für viele Küstenbewohnerinnen und -bewohner ist es die Lebensgrundlage Nummer 1. Auch in der Schweiz steigt der Fischkonsum. Die Speisefische kommen aus den Meeren, den Flüssen und Seen oder Aquakulturen. Fischkonsum ist jedoch längst nicht mehr unproblematisch. Schätzungsweise ist ein Drittel bis die Hälfte aller Fischbestände in den Meeren überfischt und rund ein Zehntel bereits kollabiert. Besonders stark zur Überfischung der Meere trägt die EU-Fangflotte bei. Deshalb weicht sie zunehmend auf fremde Gewässer aus, z. B. vor Westafrika. Die dortige Intensivierung der Fangtätigkeit schadet der Natur und raubt den lokalen Fischern die Lebensgrundlage. Seit 1996 nehmen die Fangmengen trotz stets verbesserter Fangtechnik weltweit tendenziell ab. Der Zeit- und Kostenaufwand steigt somit kontinuierlich an.</p><p>Deshalb kommen immer mehr Speisefische aus Aquakulturen. Für die Fütterung dieser Fische werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Klein- und Fettfische zu Fischmehl verarbeitet. Pro Kilo Zuchtlachs braucht es rund 4,5 Kilo Wildfisch. So geht die Überfischung der Meere weiter. Hinzu kommen die problematischen Substanzen bei der Konservierung des Fischmehls (siehe Interpellation 15.4216). </p><p>Eine bereits entwickelte Alternative ist Futtermehl aus Insektenlarven. Die Larven verschiedener Insekten ernähren sich von organischen Abfällen aller Art. Sie bestehen zu einem Grossteil aus Protein, das sich aufgrund ausgezeichneter Aminosäureprofile ideal zur Nutztierfütterung eignen würde. Neben dem Einsatz als Fischfutter könnte das Insektenmehl allenfalls auch in der Geflügel- und Schweinezucht Anwendung finden, wodurch dem ständigen Anstieg des umweltproblematischen Sojaanbaus entgegengewirkt werden könnte. Auch für Entwicklungs- und Schwellenländer bietet die neue Technik ein beachtliches Potenzial. Für den nächsten Innovationsschritt braucht es aber die Zulassung von Insekten als Futter für Nutztiere, heute sind sie lediglich für Haus- und Heimtiere erlaubt. Zusätzliche Produktionsbedingungen für eine sichere Anwendung müssen allenfalls noch definiert werden.</p>
- <p>Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat bereits im Jahr 2015 einem Betrieb gestützt auf die Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (SR 916.441.22) die Verwendung von einem konkreten Insektenmehl für die Fütterung von Fischen, die in der Schweiz vermarktet werden, bewilligt. Da der Bundesrat allgemein eine breitere Abstützung der Proteinversorgung bei der Fütterung von Tieren für sinnvoll erachtet, ist er bereit, unter Berücksichtigung der auf internationaler Ebene laufenden Risikoevaluationen die Bedingungen für die generelle Zulassung von Insekten in der Futtermittelproduktion zu prüfen. Aufgrund des Landwirtschaftsabkommens mit der EU muss zur Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Handel mit Tieren und tierischen Produkten die Umsetzung mit der EU koordiniert werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Bedingungen für eine Zulassung von Insekten als Futtermittel für Speisefische und allenfalls andere monogastrische Nutztiere (z. B. Geflügel, Schweine) abklären zu lassen und die gesetzlichen Grundlagen für deren Zulassung zu schaffen.</p>
- Insekten als Futtermittel für Speisefische und andere monogastrische Tiere zulassen
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Fisch ist ein wichtiges Nahrungsmittel weltweit, für viele Küstenbewohnerinnen und -bewohner ist es die Lebensgrundlage Nummer 1. Auch in der Schweiz steigt der Fischkonsum. Die Speisefische kommen aus den Meeren, den Flüssen und Seen oder Aquakulturen. Fischkonsum ist jedoch längst nicht mehr unproblematisch. Schätzungsweise ist ein Drittel bis die Hälfte aller Fischbestände in den Meeren überfischt und rund ein Zehntel bereits kollabiert. Besonders stark zur Überfischung der Meere trägt die EU-Fangflotte bei. Deshalb weicht sie zunehmend auf fremde Gewässer aus, z. B. vor Westafrika. Die dortige Intensivierung der Fangtätigkeit schadet der Natur und raubt den lokalen Fischern die Lebensgrundlage. Seit 1996 nehmen die Fangmengen trotz stets verbesserter Fangtechnik weltweit tendenziell ab. Der Zeit- und Kostenaufwand steigt somit kontinuierlich an.</p><p>Deshalb kommen immer mehr Speisefische aus Aquakulturen. Für die Fütterung dieser Fische werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Klein- und Fettfische zu Fischmehl verarbeitet. Pro Kilo Zuchtlachs braucht es rund 4,5 Kilo Wildfisch. So geht die Überfischung der Meere weiter. Hinzu kommen die problematischen Substanzen bei der Konservierung des Fischmehls (siehe Interpellation 15.4216). </p><p>Eine bereits entwickelte Alternative ist Futtermehl aus Insektenlarven. Die Larven verschiedener Insekten ernähren sich von organischen Abfällen aller Art. Sie bestehen zu einem Grossteil aus Protein, das sich aufgrund ausgezeichneter Aminosäureprofile ideal zur Nutztierfütterung eignen würde. Neben dem Einsatz als Fischfutter könnte das Insektenmehl allenfalls auch in der Geflügel- und Schweinezucht Anwendung finden, wodurch dem ständigen Anstieg des umweltproblematischen Sojaanbaus entgegengewirkt werden könnte. Auch für Entwicklungs- und Schwellenländer bietet die neue Technik ein beachtliches Potenzial. Für den nächsten Innovationsschritt braucht es aber die Zulassung von Insekten als Futter für Nutztiere, heute sind sie lediglich für Haus- und Heimtiere erlaubt. Zusätzliche Produktionsbedingungen für eine sichere Anwendung müssen allenfalls noch definiert werden.</p>
- <p>Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat bereits im Jahr 2015 einem Betrieb gestützt auf die Verordnung über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (SR 916.441.22) die Verwendung von einem konkreten Insektenmehl für die Fütterung von Fischen, die in der Schweiz vermarktet werden, bewilligt. Da der Bundesrat allgemein eine breitere Abstützung der Proteinversorgung bei der Fütterung von Tieren für sinnvoll erachtet, ist er bereit, unter Berücksichtigung der auf internationaler Ebene laufenden Risikoevaluationen die Bedingungen für die generelle Zulassung von Insekten in der Futtermittelproduktion zu prüfen. Aufgrund des Landwirtschaftsabkommens mit der EU muss zur Vermeidung von negativen Auswirkungen auf den Handel mit Tieren und tierischen Produkten die Umsetzung mit der EU koordiniert werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Bedingungen für eine Zulassung von Insekten als Futtermittel für Speisefische und allenfalls andere monogastrische Nutztiere (z. B. Geflügel, Schweine) abklären zu lassen und die gesetzlichen Grundlagen für deren Zulassung zu schaffen.</p>
- Insekten als Futtermittel für Speisefische und andere monogastrische Tiere zulassen
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