Klarer Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum. Es braucht Massnahmen!

ShortId
16.4013
Id
20164013
Updated
14.11.2025 08:09
Language
de
Title
Klarer Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum. Es braucht Massnahmen!
AdditionalIndexing
2841;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In der wissenschaftlichen Zeitschrift "Addiction" wurde im August 2016 eine neue Studie veröffentlicht, die nachweist, dass bei Jugendlichen zwischen Alkoholwerbung in ihren verschiedenen Formen und der Menge und Häufigkeit des Konsums alkoholischer Getränke ein Zusammenhang besteht. An der Studie waren 9000, durchschnittlich 14 Jahre alte Jugendliche aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Polen beteiligt. Interessant ist, dass in diesen Ländern zwischen der konsumierten Menge und der Konfrontation mit Werbung trotz unterschiedlichem Umfeld und unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten ein Zusammenhang festgestellt wurde. </p><p>Eine repräsentative Umfrage von "Sucht Schweiz" hat gezeigt, dass Jugendliche für Alkoholwerbung speziell empfänglich sind. Je häufiger die befragten Personen auf Alkoholwerbung aufmerksam wurden, desto häufiger gaben sie an, punktuell Alkohol in riskanten Mengen konsumiert zu haben. Dieser Zusammenhang ist bei den 15- bis 24-Jährigen besonders auffällig. 33 Prozent der 15- bis 19-Jährigen und 40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen waren der Meinung, dass die Werbung sie zum Konsum motiviert. </p><p>In der Schweiz gibt die Alkoholindustrie jährlich 42 Millionen Franken für Werbung aus. Die Entwicklung des Internets eröffnet neue Möglichkeiten für die Alkoholvermarktung.</p><p>Mehr als die Hälfte der befragten Personen äusserte sich positiv zu strengeren Regeln für Alkoholwerbung. Bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei 65 Prozent.</p><p>Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es einen klaren Zusammenhang gibt zwischen Alkoholwerbung, einer positiven Rezeption und dem Konsum in riskanten Mengen. Dies gilt insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene. Ausserdem wurde bestätigt, dass Werbebeschränkungen und Preiserhöhungen wirksame Methoden sind, um die Attraktivität von alkoholischen Getränken zu reduzieren. Dies führt auch zu einer Reduktion der Probleme im Zusammenhang mit dem Alkohol. </p>
  • <p>Der Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und dem Konsumverhalten ist anerkannt: In der Botschaft zur Totalrevision des Alkoholgesetzes (BBl 2012 1315) hat der Bundesrat darauf hingewiesen, dass Alkoholwerbung insbesondere auf den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen einen Einfluss hat und dass Jugendliche, die häufiger Alkoholwerbung ausgesetzt sind, auch mehr trinken. Diese Tatsache ist einer der Gründe, wieso die Werbung für alkoholische Getränke bereits heute speziell reglementiert wird.</p><p>So ist gemäss der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung jegliche Werbung für alkoholhaltige Getränke, welche sich an Jugendliche unter 18 Jahren richtet, untersagt. Zudem erlaubt das Alkoholgesetz bei Spirituosen nur produktebezogene Werbung (also bspw. keine Darstellung eines positiven Lebensstils) und untersagt alle Formen von Vergünstigungen oder Sonderangeboten.</p><p>Sowohl die Lebensmittel- wie auch die Alkoholgesetzgebung wurden vor Kurzem im Parlament beraten: Minderheitsanträge, welche die für Spirituosen geltenden Werbeeinschränkungen auf alle alkoholischen Getränke ausweiten wollten, wurden abgelehnt. Deshalb erachtet es der Bundesrat gegenwärtig nicht als opportun, in dieser Sache weiter gehende Einschränkungen vorzuschlagen.</p><p>Der Bundesrat setzt sich aber weiterhin für die Reduktion von Alkoholmissbrauch ein. Von 2008 bis 2016 erfolgte dies im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Programms Alkohol (NPA). Dieses Engagement wird in den zwei neuen Strategien "Nationale Strategie Sucht 2017-2024" und "Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2017-2024" fortgeführt. Die Strategien sind zugänglich unter <a href="http://www.bag.admin.ch">www.bag.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Strategien &amp; Politik &gt; Nationale Gesundheitsstrategien.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die neuesten schweizerischen und europäischen Studien zu beurteilen, die einen klaren Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum insbesondere bei jungen Menschen aufzeigen, und Vorschläge auszuarbeiten, um die Vermarktung alkoholischer Getränke einzuschränken.</p>
  • Klarer Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum. Es braucht Massnahmen!
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der wissenschaftlichen Zeitschrift "Addiction" wurde im August 2016 eine neue Studie veröffentlicht, die nachweist, dass bei Jugendlichen zwischen Alkoholwerbung in ihren verschiedenen Formen und der Menge und Häufigkeit des Konsums alkoholischer Getränke ein Zusammenhang besteht. An der Studie waren 9000, durchschnittlich 14 Jahre alte Jugendliche aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Polen beteiligt. Interessant ist, dass in diesen Ländern zwischen der konsumierten Menge und der Konfrontation mit Werbung trotz unterschiedlichem Umfeld und unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten ein Zusammenhang festgestellt wurde. </p><p>Eine repräsentative Umfrage von "Sucht Schweiz" hat gezeigt, dass Jugendliche für Alkoholwerbung speziell empfänglich sind. Je häufiger die befragten Personen auf Alkoholwerbung aufmerksam wurden, desto häufiger gaben sie an, punktuell Alkohol in riskanten Mengen konsumiert zu haben. Dieser Zusammenhang ist bei den 15- bis 24-Jährigen besonders auffällig. 33 Prozent der 15- bis 19-Jährigen und 40 Prozent der 20- bis 24-Jährigen waren der Meinung, dass die Werbung sie zum Konsum motiviert. </p><p>In der Schweiz gibt die Alkoholindustrie jährlich 42 Millionen Franken für Werbung aus. Die Entwicklung des Internets eröffnet neue Möglichkeiten für die Alkoholvermarktung.</p><p>Mehr als die Hälfte der befragten Personen äusserte sich positiv zu strengeren Regeln für Alkoholwerbung. Bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei 65 Prozent.</p><p>Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es einen klaren Zusammenhang gibt zwischen Alkoholwerbung, einer positiven Rezeption und dem Konsum in riskanten Mengen. Dies gilt insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene. Ausserdem wurde bestätigt, dass Werbebeschränkungen und Preiserhöhungen wirksame Methoden sind, um die Attraktivität von alkoholischen Getränken zu reduzieren. Dies führt auch zu einer Reduktion der Probleme im Zusammenhang mit dem Alkohol. </p>
    • <p>Der Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und dem Konsumverhalten ist anerkannt: In der Botschaft zur Totalrevision des Alkoholgesetzes (BBl 2012 1315) hat der Bundesrat darauf hingewiesen, dass Alkoholwerbung insbesondere auf den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen einen Einfluss hat und dass Jugendliche, die häufiger Alkoholwerbung ausgesetzt sind, auch mehr trinken. Diese Tatsache ist einer der Gründe, wieso die Werbung für alkoholische Getränke bereits heute speziell reglementiert wird.</p><p>So ist gemäss der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung jegliche Werbung für alkoholhaltige Getränke, welche sich an Jugendliche unter 18 Jahren richtet, untersagt. Zudem erlaubt das Alkoholgesetz bei Spirituosen nur produktebezogene Werbung (also bspw. keine Darstellung eines positiven Lebensstils) und untersagt alle Formen von Vergünstigungen oder Sonderangeboten.</p><p>Sowohl die Lebensmittel- wie auch die Alkoholgesetzgebung wurden vor Kurzem im Parlament beraten: Minderheitsanträge, welche die für Spirituosen geltenden Werbeeinschränkungen auf alle alkoholischen Getränke ausweiten wollten, wurden abgelehnt. Deshalb erachtet es der Bundesrat gegenwärtig nicht als opportun, in dieser Sache weiter gehende Einschränkungen vorzuschlagen.</p><p>Der Bundesrat setzt sich aber weiterhin für die Reduktion von Alkoholmissbrauch ein. Von 2008 bis 2016 erfolgte dies im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Programms Alkohol (NPA). Dieses Engagement wird in den zwei neuen Strategien "Nationale Strategie Sucht 2017-2024" und "Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2017-2024" fortgeführt. Die Strategien sind zugänglich unter <a href="http://www.bag.admin.ch">www.bag.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Strategien &amp; Politik &gt; Nationale Gesundheitsstrategien.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die neuesten schweizerischen und europäischen Studien zu beurteilen, die einen klaren Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum insbesondere bei jungen Menschen aufzeigen, und Vorschläge auszuarbeiten, um die Vermarktung alkoholischer Getränke einzuschränken.</p>
    • Klarer Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und übermässigem Alkoholkonsum. Es braucht Massnahmen!

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