Weiterbildungsfonds für ältere Arbeitnehmende

ShortId
16.4058
Id
20164058
Updated
28.07.2023 04:55
Language
de
Title
Weiterbildungsfonds für ältere Arbeitnehmende
AdditionalIndexing
28;32;44
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Lebenslanges Lernen, lebenslange Weiterbildung und Weiterqualifizierung sind Postulate, die angesichts des technologisch-digitalen Strukturwandels Wirtschaft, Politik und die Menschen aller Generationen betreffen, ganz besonders aber auch ältere Arbeitnehmende. Diese Gruppe gewinnt aufgrund der demografischen Entwicklung an Bedeutung. Trotzdem hat sie ein vergleichsweise hohes Risiko von Langzeitarbeitslosigkeit nach Verlust des Arbeitsplatzes. Ein Lösungsansatz ist die Förderung der Weiterbildung und Weiterqualifizierung vor und während einer allfälligen Arbeitslosigkeit, vor allem aber auch während der Berufstätigkeit. Doch Alter und geringe Qualifikation beeinträchtigen die Beteiligung an der Weiterbildung. Umso wichtiger sind arbeitsmarktorientierte Angebote und Massnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit. Dabei erwiesen sich Branchenfonds mit ihrer Nähe zum Arbeitsmarkt als vergleichsweise effektivster Ansatz zur Förderung der Weiterqualifizierung und zur Stärkung der Arbeitsmarktfähigkeit. Es ist demnach zu prüfen, mit welchen Instrumenten und Anreizen in möglichst vielen Branchen Weiterbildungsfonds geschaffen werden könnten. Der Bund könnte diese mit Beiträgen an die Weiterbildungskurse für ältere und gering qualifizierte Personen fördern. Gegebenenfalls sollten die Fonds für allgemeinverbindlich erklärt werden können, um sie so weiter zu stärken.</p>
  • <p>Der Anteil der über 50-jährigen Arbeitskräfte wird in der Schweiz demografisch bedingt immer grösser. Diese Entwicklung rückt die Stellung älterer Arbeitnehmender auf dem Arbeitsmarkt stärker in den Fokus. Gleichzeitig konnte die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen in den beiden letzten Jahrzehnten von 62 Prozent auf 75 Prozent erhöht werden. Damit weist die Schweiz im Quervergleich mit den OECD-Staaten eine der höchsten Erwerbstätigenquoten auf. Zudem sind ältere Arbeitnehmende im Vergleich zu jüngeren weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Verliert eine Person über 50 Jahre ihre Arbeitsstelle, so fällt es ihr jedoch vergleichsweise schwer, eine neue Anstellung zu finden. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig; mangelnde Weiterbildung ist nur ein möglicher Faktor. Eine Studie der OECD zu Alterung und Beschäftigungspolitik zeigt auf, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine besonders hohe Teilnahme von älteren Arbeitnehmenden an Weiterbildung verzeichnet.</p><p>Der Bundesrat ist sich der spezifischen Herausforderungen älterer Arbeitnehmender bewusst und hat darum verschiedene Massnahmen ergriffen. Die nationale Konferenz "Ältere Arbeitnehmende", welche 2016 schon zum zweiten Mal getagt hat, bilanzierte, dass die beschlossenen Massnahmen erste Erfolge erzielten und weiter konsequent umgesetzt werden sollen. Im Frühjahr 2017 ist die nächste Konferenz geplant.</p><p>Am 9. November 2016 hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung zudem beauftragt, bis Ende April 2017 Konzepte für eine allfällige finanzielle Unterstützung von Weiterbildungen zu entwickeln. Es sollen gering qualifizierte Erwerbstätige und insbesondere ältere Arbeitnehmende anvisiert werden. Denkbare Finanzierungsinstrumente für die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung können Bildungsgutscheine, Massnahmen der Arbeitslosenversicherung sowie die von der Postulantin vorgeschlagenen Branchenfonds sein. Ihr Einsatz soll nun konkretisiert werden. Vertieft zu prüfen sind insbesondere die Zielgruppenerreichung und die Arbeitsmarktorientierung der Instrumente sowie die finanziellen Auswirkungen und die Rechtsgrundlagen. Die Herausforderungen der Digitalisierung, die in manchen Berufsfeldern beschleunigte Anpassungen erfordern und den Weiterbildungsbedarf erhöhen, betreffen insbesondere auch ältere Arbeitnehmende; dies wird bei der Konzipierung der Massnahme entsprechend berücksichtigt.</p><p>Aufgrund der laufenden Arbeiten erachtet der Bundesrat das Anliegen der Postulantin als erfüllt und beantragt deshalb die Ablehnung des Postulates.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen und Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung der Weiterqualifizierung und der Weiterbildung älterer Arbeitskräfte zu prüfen, wie zum Beispiel die Förderung von Weiterbildungsfonds, welche Unternehmen für ihre Weiterbildungskosten eine gewisse Entlastung bieten.</p>
  • Weiterbildungsfonds für ältere Arbeitnehmende
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Lebenslanges Lernen, lebenslange Weiterbildung und Weiterqualifizierung sind Postulate, die angesichts des technologisch-digitalen Strukturwandels Wirtschaft, Politik und die Menschen aller Generationen betreffen, ganz besonders aber auch ältere Arbeitnehmende. Diese Gruppe gewinnt aufgrund der demografischen Entwicklung an Bedeutung. Trotzdem hat sie ein vergleichsweise hohes Risiko von Langzeitarbeitslosigkeit nach Verlust des Arbeitsplatzes. Ein Lösungsansatz ist die Förderung der Weiterbildung und Weiterqualifizierung vor und während einer allfälligen Arbeitslosigkeit, vor allem aber auch während der Berufstätigkeit. Doch Alter und geringe Qualifikation beeinträchtigen die Beteiligung an der Weiterbildung. Umso wichtiger sind arbeitsmarktorientierte Angebote und Massnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit. Dabei erwiesen sich Branchenfonds mit ihrer Nähe zum Arbeitsmarkt als vergleichsweise effektivster Ansatz zur Förderung der Weiterqualifizierung und zur Stärkung der Arbeitsmarktfähigkeit. Es ist demnach zu prüfen, mit welchen Instrumenten und Anreizen in möglichst vielen Branchen Weiterbildungsfonds geschaffen werden könnten. Der Bund könnte diese mit Beiträgen an die Weiterbildungskurse für ältere und gering qualifizierte Personen fördern. Gegebenenfalls sollten die Fonds für allgemeinverbindlich erklärt werden können, um sie so weiter zu stärken.</p>
    • <p>Der Anteil der über 50-jährigen Arbeitskräfte wird in der Schweiz demografisch bedingt immer grösser. Diese Entwicklung rückt die Stellung älterer Arbeitnehmender auf dem Arbeitsmarkt stärker in den Fokus. Gleichzeitig konnte die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen in den beiden letzten Jahrzehnten von 62 Prozent auf 75 Prozent erhöht werden. Damit weist die Schweiz im Quervergleich mit den OECD-Staaten eine der höchsten Erwerbstätigenquoten auf. Zudem sind ältere Arbeitnehmende im Vergleich zu jüngeren weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Verliert eine Person über 50 Jahre ihre Arbeitsstelle, so fällt es ihr jedoch vergleichsweise schwer, eine neue Anstellung zu finden. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig; mangelnde Weiterbildung ist nur ein möglicher Faktor. Eine Studie der OECD zu Alterung und Beschäftigungspolitik zeigt auf, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine besonders hohe Teilnahme von älteren Arbeitnehmenden an Weiterbildung verzeichnet.</p><p>Der Bundesrat ist sich der spezifischen Herausforderungen älterer Arbeitnehmender bewusst und hat darum verschiedene Massnahmen ergriffen. Die nationale Konferenz "Ältere Arbeitnehmende", welche 2016 schon zum zweiten Mal getagt hat, bilanzierte, dass die beschlossenen Massnahmen erste Erfolge erzielten und weiter konsequent umgesetzt werden sollen. Im Frühjahr 2017 ist die nächste Konferenz geplant.</p><p>Am 9. November 2016 hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung zudem beauftragt, bis Ende April 2017 Konzepte für eine allfällige finanzielle Unterstützung von Weiterbildungen zu entwickeln. Es sollen gering qualifizierte Erwerbstätige und insbesondere ältere Arbeitnehmende anvisiert werden. Denkbare Finanzierungsinstrumente für die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung können Bildungsgutscheine, Massnahmen der Arbeitslosenversicherung sowie die von der Postulantin vorgeschlagenen Branchenfonds sein. Ihr Einsatz soll nun konkretisiert werden. Vertieft zu prüfen sind insbesondere die Zielgruppenerreichung und die Arbeitsmarktorientierung der Instrumente sowie die finanziellen Auswirkungen und die Rechtsgrundlagen. Die Herausforderungen der Digitalisierung, die in manchen Berufsfeldern beschleunigte Anpassungen erfordern und den Weiterbildungsbedarf erhöhen, betreffen insbesondere auch ältere Arbeitnehmende; dies wird bei der Konzipierung der Massnahme entsprechend berücksichtigt.</p><p>Aufgrund der laufenden Arbeiten erachtet der Bundesrat das Anliegen der Postulantin als erfüllt und beantragt deshalb die Ablehnung des Postulates.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen und Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung der Weiterqualifizierung und der Weiterbildung älterer Arbeitskräfte zu prüfen, wie zum Beispiel die Förderung von Weiterbildungsfonds, welche Unternehmen für ihre Weiterbildungskosten eine gewisse Entlastung bieten.</p>
    • Weiterbildungsfonds für ältere Arbeitnehmende

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