Ernährung und die Erklärung von Mailand. Einbezug von zuckerhaltigen Getränken

ShortId
22.449
Id
20220449
Updated
10.04.2024 19:01
Language
de
Title
Ernährung und die Erklärung von Mailand. Einbezug von zuckerhaltigen Getränken
AdditionalIndexing
2841;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Es ist heute bekannt, dass der Zuckerkonsum der Schweizer Bevölkerung deutlich über den von der WHO empfohlenen Werten liegt. Der Hauptanteil des konsumierten zugesetzten Zuckers stammt aus Süssigkeiten und zuckerhaltigen Getränken. Zur Erinnerung: Die WHO empfiehlt, den Konsum bei einer Kalorienzufuhr von 2000 kcal pro Tag auf 50 g zu begrenzen. </p><p>42 Prozent der Bevölkerung sind übergewichtig oder fettleibig. Eine kürzlich in Genf durchgeführte epidemiologische Studie konnte einen Zusammenhang feststellen zwischen Personen mit einem hohen Body-Mass-Index, dem Wohnort und einem hohen Konsum von zuckerhaltigen Getränken.</p><p>Nach der WHO sind in der Schweiz ausserdem schon 23 Prozent der 5- bis 9-Jährigen übergewichtig. Man weiss auch, dass sich die Konsumgewohnheiten von jungen Menschen im Erwachsenenalter nicht ändern. Darum hat es die Industrie mit einem aggressiven Marketing schon auf die Kinder abgesehen. </p><p>Die neue Umfrage des Westschweizer Konsumentenschutzes (Fédération Romande des Consommateurs), der Konsumentenschutzorganisationen der Deutschschweiz und des Tessins hat gezeigt, dass von 344 Produkten, die sich an Kinder richten und deren Zusammensetzung und Werbung analysiert wurden, nur 20 den WHO-Kriterien entsprechen.</p><p>Die Erklärung von Mailand, der sich etwa 15 Unternehmen angeschlossen haben, sieht eine Verringerung des Zuckergehalts nur in Joghurts und Frühstückscerealien vor. Wenn man berücksichtigt, wie wichtig Süssgetränke bei Gewichts- und damit auch bei Gesundheitsproblemen vor allem in der jüngeren Bevölkerung erwiesenermassen sind, wäre es äusserst wünschenswert, wenn der Bundesrat die Industrie nachdrücklich dazu anregen würde, die Zusammensetzung von zuckerhaltigen Getränken zu ändern. Ist es z. B. normal, dass ein halber Liter Fanta in Grossbritannien 23 g Zucker enthält, in Frankreich 32,5 g, in Deutschland 45,5 g und ... in der Schweiz 51,5 g? Wie erklärt man solche Unterschiede? Ist es nicht an der Zeit, Massnahmen zu treffen?</p>
  • <p>Die Erklärung von Mailand muss auf zuckerhaltige Getränke ausgedehnt werden, mit Zielen, die von den Unternehmen erreicht werden müssen.</p>
  • Ernährung und die Erklärung von Mailand. Einbezug von zuckerhaltigen Getränken
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Es ist heute bekannt, dass der Zuckerkonsum der Schweizer Bevölkerung deutlich über den von der WHO empfohlenen Werten liegt. Der Hauptanteil des konsumierten zugesetzten Zuckers stammt aus Süssigkeiten und zuckerhaltigen Getränken. Zur Erinnerung: Die WHO empfiehlt, den Konsum bei einer Kalorienzufuhr von 2000 kcal pro Tag auf 50 g zu begrenzen. </p><p>42 Prozent der Bevölkerung sind übergewichtig oder fettleibig. Eine kürzlich in Genf durchgeführte epidemiologische Studie konnte einen Zusammenhang feststellen zwischen Personen mit einem hohen Body-Mass-Index, dem Wohnort und einem hohen Konsum von zuckerhaltigen Getränken.</p><p>Nach der WHO sind in der Schweiz ausserdem schon 23 Prozent der 5- bis 9-Jährigen übergewichtig. Man weiss auch, dass sich die Konsumgewohnheiten von jungen Menschen im Erwachsenenalter nicht ändern. Darum hat es die Industrie mit einem aggressiven Marketing schon auf die Kinder abgesehen. </p><p>Die neue Umfrage des Westschweizer Konsumentenschutzes (Fédération Romande des Consommateurs), der Konsumentenschutzorganisationen der Deutschschweiz und des Tessins hat gezeigt, dass von 344 Produkten, die sich an Kinder richten und deren Zusammensetzung und Werbung analysiert wurden, nur 20 den WHO-Kriterien entsprechen.</p><p>Die Erklärung von Mailand, der sich etwa 15 Unternehmen angeschlossen haben, sieht eine Verringerung des Zuckergehalts nur in Joghurts und Frühstückscerealien vor. Wenn man berücksichtigt, wie wichtig Süssgetränke bei Gewichts- und damit auch bei Gesundheitsproblemen vor allem in der jüngeren Bevölkerung erwiesenermassen sind, wäre es äusserst wünschenswert, wenn der Bundesrat die Industrie nachdrücklich dazu anregen würde, die Zusammensetzung von zuckerhaltigen Getränken zu ändern. Ist es z. B. normal, dass ein halber Liter Fanta in Grossbritannien 23 g Zucker enthält, in Frankreich 32,5 g, in Deutschland 45,5 g und ... in der Schweiz 51,5 g? Wie erklärt man solche Unterschiede? Ist es nicht an der Zeit, Massnahmen zu treffen?</p>
    • <p>Die Erklärung von Mailand muss auf zuckerhaltige Getränke ausgedehnt werden, mit Zielen, die von den Unternehmen erreicht werden müssen.</p>
    • Ernährung und die Erklärung von Mailand. Einbezug von zuckerhaltigen Getränken

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