Unterstützung der Bekämpfung und Erforschung des Japankäfers (Popillia japonica)

ShortId
24.3307
Id
20243307
Updated
14.11.2025 05:01
Language
de
Title
Unterstützung der Bekämpfung und Erforschung des Japankäfers (Popillia japonica)
AdditionalIndexing
52;36;24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasives gebietsfremdes Insekt, das als prioritärer Quarantäneorganismus&nbsp;<br>eingestuft wird und in Anhang 1 Abschnitt 2 der Verordnung des WBF und des UVEK zur Pflanzengesundheitsverordnung aufgeführt ist.<br>Der Japankäfer verfügt über eine bemerkenswerte Reproduktionsfähigkeit und breitet sich rasch aus. Die Larven können&nbsp;<br>in kontaminierter Erde oder in Topfpflanzen über weite Strecken transportiert werden, während die adulten Käfer&nbsp;<br>in erster Linie über Fahrzeuge, Züge, Menschen oder Güter über lange Distanzen verschleppt werden. Der adulte Käfer ist in der Lage, die Blätter und Früchte diverser Agrar-, Forst- und Zierpflanzen<br>komplett abzufressen und damit die Ernte zu&nbsp;<br>zerstören. Am schwersten sind die Schäden an Obstbäumen (Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche, Äpfel usw.),&nbsp;<br>Reben, Beerensträuchern (Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren usw.), Mais und Soja. Die Larven leben in den oberen Bodenschichten (bis zu 30 cm Tiefe),&nbsp;<br>ernähren sich von den Wurzeln krautiger Pflanzen und schädigen auch Mähwiesen, Gärten sowie Sportplätze,&nbsp;<br>was deren Funktion beeinträchtigt und jährlich hohe zusätzliche Kosten für die Pflege verursacht.<br>Der Käfer trat zum ersten Mal 2017 in der Schweiz auf. Seitdem hat er sich trotz der<br>ergriffenen Bekämpfungs- und Präventionsmassnahmen stetig weiter ausgebreitet&nbsp;<br>und kommt mittlerweile nachgewiesenermassen im gesamten Mittel- und Südtessin vor, mit&nbsp;<br>Populationen, die je nach Anfälligkeit des Standorts Hunderttausende Käfer umfassen können.<br>Seit 2021 wurden in den Kantonen Basel, Solothurn&nbsp;<br>und Graubünden vereinzelt adulte Exemplare des Japankäfers gefangen und 2023 wurden zwei Befallsherde in den Kantonen Zürich und Wallis festgestellt.<br>Dies zeigt, wie hoch das Risiko einer passiven Verschleppung über die Alpen ist und wie dringlich Eindämmungsmassnahmen&nbsp;<br>zum Schutz empfindlicher Produktionsbereiche sind.<br>&nbsp;</p><p>Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) wird sich der Japankäfer in den kommenden Jahren weiter ausbreiten.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich der grossen Gefahr bewusst, die der Japank&auml;fer f&uuml;r die Landwirtschaft, die Zierpflanzen, Sportpl&auml;tze und den Wald darstellt. Deshalb hat der Bund diesen besonders gef&auml;hrlichen Sch&auml;dling als priorit&auml;ren Quarant&auml;neorganismus eingestuft und unterst&uuml;tzt bereits zielgerichtete Bek&auml;mpfungsmassnahmen. Das Bundesamt f&uuml;r Landwirtschaft hat dazu geeignete Tilgungs- oder Eind&auml;mmungsmassnahmen in den betroffenen Kantonen angeordnet, um die weitere Verbreitung des Japank&auml;fers zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Der Bund stellt zudem auf nationaler Ebene die Koordination der &Uuml;berwachung und Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers sicher, sensibilisiert die betroffenen Branchen und die breite &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r die Problematik und &uuml;bernimmt bis zu 75 Prozent der Kosten der Kantone.</p><p>Die nachhaltige Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers hat sich in der Schweiz und in anderen L&auml;ndern allerdings als schwierig erwiesen. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass sich das Insekt trotz den Gegenmassnahmen weiter verbreiten kann und Sch&auml;den anrichten wird. Die amtlichen Massnahmen zielen darauf ab, Sch&auml;den zu verringern und die Verbreitung zu verlangsamen. Dadurch kann wertvolle Zeit f&uuml;r die Erforschung und Entwicklung von wirksamen Bek&auml;mpfungsmassnahmen und nachhaltigen Pflanzenschutzstrategien gewonnen werden. Der Bund f&ouml;rdert seit 2018 konkret die Forschung zum Japank&auml;fer. So hat er Forschungsprojekte zur biologischen Bek&auml;mpfung des Sch&auml;dlings mit entomopathogenen Pilzen sowie insektenparasitischen Nematoden und Fliegen finanziell unterst&uuml;tzt oder mit Agroscope selber durchgef&uuml;hrt. Auch international wird intensiv an nachhaltigen Bek&auml;mpfungsmethoden geforscht.</p><p>Der Bundesrat hat die Problematik erkannt, fr&uuml;hzeitig geeignete &Uuml;berwachungs- und Bek&auml;mpfungsmassnahmen ergriffen und f&ouml;rdert die Forschung. Er wird auch zuk&uuml;nftig alle erforderlichen Massnahmen ergreifen, um Sch&auml;den durch den Japank&auml;fer so weit wie m&ouml;glich zu verhindern. Das Parlament hat im Dezember 2023 zus&auml;tzliche Mittel f&uuml;r die Pflanzengesundheit gesprochen, die auch die Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers st&auml;rken.</p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Forschungsaktivitäten zu verstärken und dringliche, wirksame und nachhaltige Massnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers zu unterstützen, um die Landwirtschaft sowie die öffentlichen und privaten Sport- und Ziergrünflächen zu schützen.</p>
  • Unterstützung der Bekämpfung und Erforschung des Japankäfers (Popillia japonica)
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasives gebietsfremdes Insekt, das als prioritärer Quarantäneorganismus&nbsp;<br>eingestuft wird und in Anhang 1 Abschnitt 2 der Verordnung des WBF und des UVEK zur Pflanzengesundheitsverordnung aufgeführt ist.<br>Der Japankäfer verfügt über eine bemerkenswerte Reproduktionsfähigkeit und breitet sich rasch aus. Die Larven können&nbsp;<br>in kontaminierter Erde oder in Topfpflanzen über weite Strecken transportiert werden, während die adulten Käfer&nbsp;<br>in erster Linie über Fahrzeuge, Züge, Menschen oder Güter über lange Distanzen verschleppt werden. Der adulte Käfer ist in der Lage, die Blätter und Früchte diverser Agrar-, Forst- und Zierpflanzen<br>komplett abzufressen und damit die Ernte zu&nbsp;<br>zerstören. Am schwersten sind die Schäden an Obstbäumen (Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche, Äpfel usw.),&nbsp;<br>Reben, Beerensträuchern (Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren usw.), Mais und Soja. Die Larven leben in den oberen Bodenschichten (bis zu 30 cm Tiefe),&nbsp;<br>ernähren sich von den Wurzeln krautiger Pflanzen und schädigen auch Mähwiesen, Gärten sowie Sportplätze,&nbsp;<br>was deren Funktion beeinträchtigt und jährlich hohe zusätzliche Kosten für die Pflege verursacht.<br>Der Käfer trat zum ersten Mal 2017 in der Schweiz auf. Seitdem hat er sich trotz der<br>ergriffenen Bekämpfungs- und Präventionsmassnahmen stetig weiter ausgebreitet&nbsp;<br>und kommt mittlerweile nachgewiesenermassen im gesamten Mittel- und Südtessin vor, mit&nbsp;<br>Populationen, die je nach Anfälligkeit des Standorts Hunderttausende Käfer umfassen können.<br>Seit 2021 wurden in den Kantonen Basel, Solothurn&nbsp;<br>und Graubünden vereinzelt adulte Exemplare des Japankäfers gefangen und 2023 wurden zwei Befallsherde in den Kantonen Zürich und Wallis festgestellt.<br>Dies zeigt, wie hoch das Risiko einer passiven Verschleppung über die Alpen ist und wie dringlich Eindämmungsmassnahmen&nbsp;<br>zum Schutz empfindlicher Produktionsbereiche sind.<br>&nbsp;</p><p>Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) wird sich der Japankäfer in den kommenden Jahren weiter ausbreiten.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich der grossen Gefahr bewusst, die der Japank&auml;fer f&uuml;r die Landwirtschaft, die Zierpflanzen, Sportpl&auml;tze und den Wald darstellt. Deshalb hat der Bund diesen besonders gef&auml;hrlichen Sch&auml;dling als priorit&auml;ren Quarant&auml;neorganismus eingestuft und unterst&uuml;tzt bereits zielgerichtete Bek&auml;mpfungsmassnahmen. Das Bundesamt f&uuml;r Landwirtschaft hat dazu geeignete Tilgungs- oder Eind&auml;mmungsmassnahmen in den betroffenen Kantonen angeordnet, um die weitere Verbreitung des Japank&auml;fers zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Der Bund stellt zudem auf nationaler Ebene die Koordination der &Uuml;berwachung und Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers sicher, sensibilisiert die betroffenen Branchen und die breite &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r die Problematik und &uuml;bernimmt bis zu 75 Prozent der Kosten der Kantone.</p><p>Die nachhaltige Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers hat sich in der Schweiz und in anderen L&auml;ndern allerdings als schwierig erwiesen. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass sich das Insekt trotz den Gegenmassnahmen weiter verbreiten kann und Sch&auml;den anrichten wird. Die amtlichen Massnahmen zielen darauf ab, Sch&auml;den zu verringern und die Verbreitung zu verlangsamen. Dadurch kann wertvolle Zeit f&uuml;r die Erforschung und Entwicklung von wirksamen Bek&auml;mpfungsmassnahmen und nachhaltigen Pflanzenschutzstrategien gewonnen werden. Der Bund f&ouml;rdert seit 2018 konkret die Forschung zum Japank&auml;fer. So hat er Forschungsprojekte zur biologischen Bek&auml;mpfung des Sch&auml;dlings mit entomopathogenen Pilzen sowie insektenparasitischen Nematoden und Fliegen finanziell unterst&uuml;tzt oder mit Agroscope selber durchgef&uuml;hrt. Auch international wird intensiv an nachhaltigen Bek&auml;mpfungsmethoden geforscht.</p><p>Der Bundesrat hat die Problematik erkannt, fr&uuml;hzeitig geeignete &Uuml;berwachungs- und Bek&auml;mpfungsmassnahmen ergriffen und f&ouml;rdert die Forschung. Er wird auch zuk&uuml;nftig alle erforderlichen Massnahmen ergreifen, um Sch&auml;den durch den Japank&auml;fer so weit wie m&ouml;glich zu verhindern. Das Parlament hat im Dezember 2023 zus&auml;tzliche Mittel f&uuml;r die Pflanzengesundheit gesprochen, die auch die Bek&auml;mpfung des Japank&auml;fers st&auml;rken.</p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Forschungsaktivitäten zu verstärken und dringliche, wirksame und nachhaltige Massnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers zu unterstützen, um die Landwirtschaft sowie die öffentlichen und privaten Sport- und Ziergrünflächen zu schützen.</p>
    • Unterstützung der Bekämpfung und Erforschung des Japankäfers (Popillia japonica)

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