Topsharing im Bundesrat
- ShortId
-
25.427
- Id
-
20250427
- Updated
-
14.11.2025 11:23
- Language
-
de
- Title
-
Topsharing im Bundesrat
- AdditionalIndexing
-
04;44;28
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>"Die Schweiz hat eine der ältesten Regierungen in Europa.” Das titelten die Tamedia-Zeitungen nach der letzten Bundesrats-Ersatzwahl. Aktuell beträgt das Durchschnittsalter im Bundesrat gut 61 Jahre. Sämtliche sieben Bundesrätinnen und Bundesräte sind zwischen 57 und 65 Jahre alt. Gleichzeitig beträgt der Altersschnitt der Schweizer Bevölkerung 43 Jahre. Die Altersgruppe kurz vor der Pensionierung ist also deutlich übervertreten, während die Sichtweisen der jüngeren Bevölkerung in der Exekutive gänzlich fehlen. Das ist problematisch.</p><p> </p><p>Doch die fehlende Repräsentation der verschiedenen Generationen ist nur ein Teil des Problems. Denn die Suche nach einer Nachfolge von alt Bundesrätin Viola Amherd hat gezeigt, dass zahlreiche vielversprechende Personen mit Verweis auf die Vereinbarkeit und die Familie auf eine Kandidatur verzichtet haben. So standen am Ende des Suchprozesses zwei Kandidaten mit Jahrgang 1963 und 1967 zur Auswahl. Es ist offensichtlich: Die aktuelle Ausgestaltung des Amtes, die zunehmend erwartete Leistung, die fehlende Möglichkeit des Topsharings und die daraus resultierende fehlende Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Amt und Familie halten viele Politikerinnen und Politiker von einer Kandidatur ab, so lange ihre Kinder noch relativ klein sind.</p><p> </p><p>Die Gesellschaft und die Zusammensetzung des Parlaments haben sich stark verändert - und diese Tendenz wird sich wohl noch akzentuieren. Teilzeitarbeit und Jobsharing sind in der Privatwirtschaft längst auch in Spitzenpositionen Standard und werden folglich von Frauen und Männern aller Generationen eingefordert. Teilzeitarbeit und Topsharing ermöglichen, dass auch Menschen unter 50 verantwortungsvolle Jobs annehmen können, ohne komplett auf Zeit mit ihrer Familie verzichten zu müssen. Diese Vereinbarkeit von Karriere und Familie soll auch für Bundesrätinnen und Bundesräte ermöglicht werden. Mit der geforderten Flexibilisierung soll zudem sichergestellt werden, dass in Zukunft wieder jüngere Personen für ein Bundesratsamt kandidieren, damit wieder mehr unterschiedliche Perspektiven in die Regierungstätigkeit einfliessen. </p>
- <p>Die Bundesverfassung, das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz sowie allfällige weitere Erlasse sollen dahingehend geändert werden, dass ein Jobsharing im Bundesrat möglich wird.</p>
- Topsharing im Bundesrat
- State
-
Beratung in Kommission des Nationalrates abgeschlossen
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>"Die Schweiz hat eine der ältesten Regierungen in Europa.” Das titelten die Tamedia-Zeitungen nach der letzten Bundesrats-Ersatzwahl. Aktuell beträgt das Durchschnittsalter im Bundesrat gut 61 Jahre. Sämtliche sieben Bundesrätinnen und Bundesräte sind zwischen 57 und 65 Jahre alt. Gleichzeitig beträgt der Altersschnitt der Schweizer Bevölkerung 43 Jahre. Die Altersgruppe kurz vor der Pensionierung ist also deutlich übervertreten, während die Sichtweisen der jüngeren Bevölkerung in der Exekutive gänzlich fehlen. Das ist problematisch.</p><p> </p><p>Doch die fehlende Repräsentation der verschiedenen Generationen ist nur ein Teil des Problems. Denn die Suche nach einer Nachfolge von alt Bundesrätin Viola Amherd hat gezeigt, dass zahlreiche vielversprechende Personen mit Verweis auf die Vereinbarkeit und die Familie auf eine Kandidatur verzichtet haben. So standen am Ende des Suchprozesses zwei Kandidaten mit Jahrgang 1963 und 1967 zur Auswahl. Es ist offensichtlich: Die aktuelle Ausgestaltung des Amtes, die zunehmend erwartete Leistung, die fehlende Möglichkeit des Topsharings und die daraus resultierende fehlende Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Amt und Familie halten viele Politikerinnen und Politiker von einer Kandidatur ab, so lange ihre Kinder noch relativ klein sind.</p><p> </p><p>Die Gesellschaft und die Zusammensetzung des Parlaments haben sich stark verändert - und diese Tendenz wird sich wohl noch akzentuieren. Teilzeitarbeit und Jobsharing sind in der Privatwirtschaft längst auch in Spitzenpositionen Standard und werden folglich von Frauen und Männern aller Generationen eingefordert. Teilzeitarbeit und Topsharing ermöglichen, dass auch Menschen unter 50 verantwortungsvolle Jobs annehmen können, ohne komplett auf Zeit mit ihrer Familie verzichten zu müssen. Diese Vereinbarkeit von Karriere und Familie soll auch für Bundesrätinnen und Bundesräte ermöglicht werden. Mit der geforderten Flexibilisierung soll zudem sichergestellt werden, dass in Zukunft wieder jüngere Personen für ein Bundesratsamt kandidieren, damit wieder mehr unterschiedliche Perspektiven in die Regierungstätigkeit einfliessen. </p>
- <p>Die Bundesverfassung, das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz sowie allfällige weitere Erlasse sollen dahingehend geändert werden, dass ein Jobsharing im Bundesrat möglich wird.</p>
- Topsharing im Bundesrat
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