Begrünung von Gleisanlagen

ShortId
25.1026
Id
20251026
Updated
14.11.2025 02:44
Language
de
Title
Begrünung von Gleisanlagen
AdditionalIndexing
48;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1., 2. und 3. Die Begrünung von Gleisanlagen zwecks Hitzeminderung oder Förderung der Biodiversität ist nur in Ausnahmefällen</span><span>&nbsp;</span><span>sinnvoll. Auf Eisenbahn-Streckengleisen ist eine Begrünung mit Pflanzen aus sicherheitstechnischen und ökonomischen Gründen abzulehnen:</span></p><ul><li><span>Der Schotter auf Streckengleisen kann seine Tragfähigkeit nur aufrechterhalten, wenn Wasser aus dem Gleiskörper schnellstmöglich abfliesst und nicht stehen bleibt. Erdreich zwischen den Schottersteinen reduziert die Tragfähigkeit der Gleise ebenfalls durch eine veränderte Elastizität und gespeichertes Wasser. Ein grosser Teil des Gleisunterhalts der SBB fliesst in Massnahmen, welche den Wasserabfluss im Schotterbett wieder herstellen und durch Erdreich verschmutzten Schotter reinigt. Das spricht gegen eine Begrünung, die Wasser und Erdreich erfordert. </span></li><li><span>Begrünte Gleise können bei Tramstrecken eingesetzt werden, da diese Fahrzeuge einerseits massiv leichter sind als die Eisenbahnen und andererseits auch deutlich langsamer fahren. Beide Parameter in Kombination reduzieren die erforderliche Widerstandskraft der Gleise. Deshalb können die Erfahrungen mit begrünten Gleisen nicht von den Tramstrecken auf Eisenbahnstrecken übertragen werden.</span></li><li><span>Durch eine Begrünung würde die maschinelle und optische Überwachung der Gleisanlagen auf Schäden an Schienen, Schwellen und Befestigungsmaterial eingeschränkt oder verunmöglicht.</span></li><li><span>Der Unterhalt, zum Beispiel das Stopfen von Gleisen, wäre stark eingeschränkt und nur mit einem erheblichen Zusatzaufwand möglich.</span></li><li><span>Ein "biodiversitätsfördernder" Einfluss kann durch eine Begrünung nicht erreicht werden, da die Pflanzenauswahl bei begrünten Gleisen stark eingeschränkt ist.</span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Auf Abstellgleisanlagen</span><strong><span>, </span></strong><span>die durch die viel tieferen Geschwindigkeiten keiner bedeutenden Belastung ausgesetzt sind, wäre eine Begrünung von Gleisen und Gehwegen im Rahmen eines Neu- oder Umbaus der Anlage grundsätzlich technisch machbar. Jedoch ist auch hier mit einem erhöhten Unterhaltsaufwand zu rechnen. Zudem ist der Beitrag zur Förderung der Biodiversität aufgrund der eingeschränkten Pflanzenauswahl gering. Verschiedene Abklärungen, Studien und Versuche der SBB bestätigen diese Erkenntnisse.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zwischengleisbereiche, welche keine bahntechnische Funktion haben, werden von der SBB immer begrünt, wenn dies technisch möglich und die Zugänglichkeit für den Grünunterhalt sichergestellt ist. Um die Qualität dieser Naturflächen aufrecht erhalten zu können (z.B. keine Neophyten-Ansammlung, keine Verbuschung) sind entsprechende Unterhaltsmassnahmen und finanzielle Mittel notwendig. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. und 5. Aktuell besteht bei der SBB kein Vorhaben, um Gleise aktiv zu begrünen. Flächen neben den Gleisen, welche keine bahntechnische Funktion haben, werden wenn immer möglich begrünt. Der Erhalt der ökologischen Qualität dieser Grünflächen ist im Unterhalt aufgrund der Priorisierung der Mittel zugunsten eines sicheren und zuverlässigen Bahnbetriebs jedoch von tieferer Bedeutung. Die Begrünung von Gleisanlagen zwecks Hitzeminderung oder Förderung der Biodiversität ist nur in Ausnahmesituationen sinnvoll und möglich. Die Finanzierbarkeit des Substanzerhalts der Bahnanlagen ist eine grosse Herausforderung. Die Bahninfrastrukturbetreiber sind gehalten, kostensenkende Massnahmen zu eruieren. Der Bundesrat lehnt vor diesem Hintergrund die generelle Begrünung von Gleisanlagen ab. </span><span>&nbsp;</span></p></span>
  • <p>Die Versiegelung der Flächen und die Zunahme von Hitzesommern durch den Klimawandel führt zu einem erhöhten Bedarf an Massnahmen zur Hitzeminderung, insbesondere in urbanen Räumen. Mehr Schatten, mehr Verdunstungskälte und eine höhere Biodiversität würden dies unterstützen. Eine Möglichkeit für zusätzliche Grünflächen wären die Begrünung von Gleisanlagen. Versuche der SBB wurden durchgeführt, um Randbereiche und wenig befahrene Gleise zu begründen. Dazu hat die SBB vorgesehen ein Pilotprojekt durchzuführen. Aufgrund erster negativer Versuche wurde schliesslich beschlossen, auf die Begrünung und den Einbau von «grünen Gleisen» zu verzichten. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Begrünung von Gleisen zwecks Hitzeminderung und Förderung der Biodiversität?</li><li>Trifft es zu, dass dazu bereits erste Abklärungen durchgeführt wurden?</li><li>Trifft es zu, dass die Begrünung von Gleisanlagen grundsätzlich möglich wären, insbesondere von wenig genutzten Anlagen?</li><li>Nimmt die SBB weitere Anläufe, um die Begrünung der Gleisanlagen zu fördern?</li><li>Wenn Nein, warum nicht?</li></ol>
  • Begrünung von Gleisanlagen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1., 2. und 3. Die Begrünung von Gleisanlagen zwecks Hitzeminderung oder Förderung der Biodiversität ist nur in Ausnahmefällen</span><span>&nbsp;</span><span>sinnvoll. Auf Eisenbahn-Streckengleisen ist eine Begrünung mit Pflanzen aus sicherheitstechnischen und ökonomischen Gründen abzulehnen:</span></p><ul><li><span>Der Schotter auf Streckengleisen kann seine Tragfähigkeit nur aufrechterhalten, wenn Wasser aus dem Gleiskörper schnellstmöglich abfliesst und nicht stehen bleibt. Erdreich zwischen den Schottersteinen reduziert die Tragfähigkeit der Gleise ebenfalls durch eine veränderte Elastizität und gespeichertes Wasser. Ein grosser Teil des Gleisunterhalts der SBB fliesst in Massnahmen, welche den Wasserabfluss im Schotterbett wieder herstellen und durch Erdreich verschmutzten Schotter reinigt. Das spricht gegen eine Begrünung, die Wasser und Erdreich erfordert. </span></li><li><span>Begrünte Gleise können bei Tramstrecken eingesetzt werden, da diese Fahrzeuge einerseits massiv leichter sind als die Eisenbahnen und andererseits auch deutlich langsamer fahren. Beide Parameter in Kombination reduzieren die erforderliche Widerstandskraft der Gleise. Deshalb können die Erfahrungen mit begrünten Gleisen nicht von den Tramstrecken auf Eisenbahnstrecken übertragen werden.</span></li><li><span>Durch eine Begrünung würde die maschinelle und optische Überwachung der Gleisanlagen auf Schäden an Schienen, Schwellen und Befestigungsmaterial eingeschränkt oder verunmöglicht.</span></li><li><span>Der Unterhalt, zum Beispiel das Stopfen von Gleisen, wäre stark eingeschränkt und nur mit einem erheblichen Zusatzaufwand möglich.</span></li><li><span>Ein "biodiversitätsfördernder" Einfluss kann durch eine Begrünung nicht erreicht werden, da die Pflanzenauswahl bei begrünten Gleisen stark eingeschränkt ist.</span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Auf Abstellgleisanlagen</span><strong><span>, </span></strong><span>die durch die viel tieferen Geschwindigkeiten keiner bedeutenden Belastung ausgesetzt sind, wäre eine Begrünung von Gleisen und Gehwegen im Rahmen eines Neu- oder Umbaus der Anlage grundsätzlich technisch machbar. Jedoch ist auch hier mit einem erhöhten Unterhaltsaufwand zu rechnen. Zudem ist der Beitrag zur Förderung der Biodiversität aufgrund der eingeschränkten Pflanzenauswahl gering. Verschiedene Abklärungen, Studien und Versuche der SBB bestätigen diese Erkenntnisse.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zwischengleisbereiche, welche keine bahntechnische Funktion haben, werden von der SBB immer begrünt, wenn dies technisch möglich und die Zugänglichkeit für den Grünunterhalt sichergestellt ist. Um die Qualität dieser Naturflächen aufrecht erhalten zu können (z.B. keine Neophyten-Ansammlung, keine Verbuschung) sind entsprechende Unterhaltsmassnahmen und finanzielle Mittel notwendig. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. und 5. Aktuell besteht bei der SBB kein Vorhaben, um Gleise aktiv zu begrünen. Flächen neben den Gleisen, welche keine bahntechnische Funktion haben, werden wenn immer möglich begrünt. Der Erhalt der ökologischen Qualität dieser Grünflächen ist im Unterhalt aufgrund der Priorisierung der Mittel zugunsten eines sicheren und zuverlässigen Bahnbetriebs jedoch von tieferer Bedeutung. Die Begrünung von Gleisanlagen zwecks Hitzeminderung oder Förderung der Biodiversität ist nur in Ausnahmesituationen sinnvoll und möglich. Die Finanzierbarkeit des Substanzerhalts der Bahnanlagen ist eine grosse Herausforderung. Die Bahninfrastrukturbetreiber sind gehalten, kostensenkende Massnahmen zu eruieren. Der Bundesrat lehnt vor diesem Hintergrund die generelle Begrünung von Gleisanlagen ab. </span><span>&nbsp;</span></p></span>
    • <p>Die Versiegelung der Flächen und die Zunahme von Hitzesommern durch den Klimawandel führt zu einem erhöhten Bedarf an Massnahmen zur Hitzeminderung, insbesondere in urbanen Räumen. Mehr Schatten, mehr Verdunstungskälte und eine höhere Biodiversität würden dies unterstützen. Eine Möglichkeit für zusätzliche Grünflächen wären die Begrünung von Gleisanlagen. Versuche der SBB wurden durchgeführt, um Randbereiche und wenig befahrene Gleise zu begründen. Dazu hat die SBB vorgesehen ein Pilotprojekt durchzuführen. Aufgrund erster negativer Versuche wurde schliesslich beschlossen, auf die Begrünung und den Einbau von «grünen Gleisen» zu verzichten. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Begrünung von Gleisen zwecks Hitzeminderung und Förderung der Biodiversität?</li><li>Trifft es zu, dass dazu bereits erste Abklärungen durchgeführt wurden?</li><li>Trifft es zu, dass die Begrünung von Gleisanlagen grundsätzlich möglich wären, insbesondere von wenig genutzten Anlagen?</li><li>Nimmt die SBB weitere Anläufe, um die Begrünung der Gleisanlagen zu fördern?</li><li>Wenn Nein, warum nicht?</li></ol>
    • Begrünung von Gleisanlagen

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