Ferme de Bassenges bei der ETHL. Wurden andere Optionen unzureichend geprüft?

ShortId
25.1035
Id
20251035
Updated
14.11.2025 02:42
Language
de
Title
Ferme de Bassenges bei der ETHL. Wurden andere Optionen unzureichend geprüft?
AdditionalIndexing
55;2846;32;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>Die ETH</span><span>&nbsp;</span><span>Lausanne (ETHL) und die ETH</span><span>&nbsp;</span><span>Zürich sind autonome öffentlich-rechtliche Anstalten des Bundes mit Rechtspersönlichkeit (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>5 Abs.</span><span>&nbsp;</span><span>1 ETH-Gesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><em><span>414.110</span></em><span>). Der ETH-Rat amtet als Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Ausgehend von den ihm vorliegenden Informationen kann der Bundesrat folgendermassen Stellung nehmen:</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>1) Das betreffende Gebäude ist Teil des Immobilienportfolios der ETHL und dient der Erfüllung ihrer Kernaufgaben, zu denen namentlich die Lehre, die Forschung sowie der Wissens- und Technologietransfer gehören. Im Hinblick auf die spätere Nutzung wurde der Pachtvertrag mit dem Kollektiv für eine auf sechs Jahre beschränkte Zwischennutzung abgeschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass die ETHL das Gebäude unter Einhaltung einer Vorankündigungsfrist von zwei</span><span>&nbsp;</span><span>Jahren wieder für ihre Zwecke nutzen darf. Angesichts des aktuellen Bedarfs hat die ETHL dem Kollektiv diese Absicht zweieinhalb Jahre vor Vertragsende mitgeteilt. Die ETHL verfolgt nach wie vor das Ziel, ihr Gelände zu einem Vorbild der Agrarökologie und Biodiversität zu machen. Die zukünftige Nutzung der Agrarflächen, die die Gebäude in Bassenges umgeben, ist somit in keiner Weise gefährdet.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Seit 2022 wurden verschiedene andere Optionen vertieft analysiert. Dazu zählen die Umnutzung des Gebäudes «Le Garage» und die Beschränkung der Nutzung auf einen Teil des Standorts Bassenges. Da diese Optionen entweder nicht durchführbar waren oder sich nicht mit den Bedürfnissen des Zentrums vereinbaren liessen sowie aufgrund standortbezogener und externer Faktoren mussten sie verworfen werden. Die Analysen ergaben, dass der Standort Bassenges als einziger die erforderlichen Flächen und genügend Entwicklungsmöglichkeiten für das geplante Bernoulli-Zentrum bietet. Die Erweiterungsarbeiten im Zusammenhang mit der Unterbringung des Bernoulli-Zentrums am Standort Bassenges können parallel zur umfassenden Renovierung der bestehenden Infrastruktur durchgeführt werden; diese ist sowohl in struktureller als auch in technischer Hinsicht und insbesondere aus Sicherheitsgründen erforderlich.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes ist nicht möglich. Das Zentrum wurde vorübergehend in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte untergebracht. Diese provisorische Lösung entspricht jedoch absolut nicht den mittel- und langfristigen Bedürfnissen des Zentrums und behindert dessen Wachstum. Die verfügbaren Räumlichkeiten sind zu klein und es sind nicht genügend einzelne Räume vorhanden, um alle für die Entwicklung des Zentrums erforderlichen Programme unterzubringen. Für diese Zwischenlösung mussten bereits umfangreiche Anpassungen am Dach vorgenommen werden. Dies macht eine Aufstockung noch heikler und kostspieliger. Die langfristige Weiterführung des Zentrums im Gebäude der Kindertagesstätte ist zudem auch aus Gründen des Kinderschutzes nicht realistisch.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Der ETHL steht momentan nicht genügend Platz für ihre Lehrtätigkeit zur Verfügung. Das Verdichtungspotenzial auf dem Campus ist begrenzt und reicht nicht aus, um den langfristig prognostizierten Flächenbedarf zu decken. Für die noch verfügbaren Flächen sind bereits Bauprojekte geplant. So soll das Gebäude «Double Deck» 1500 zusätzliche Hörsaalplätze bieten, während auf dem letzten noch nicht bebauten Grundstück bald das «Advanced Science Building» entstehen soll. Absehbare Denkmalschutzauflagen erschweren zudem eine Verdichtung gegen Innen und der gesamte Rest des Campus ist bereits stark ausgelastet. Der Eigenbedarf der ETHL wurde nachgewiesen und vom ETH-Rat bestätigt. Der für die Entwicklung der ETHL geltende Masterplan priorisiert Renovationen innerhalb des Campus und zielt darauf ab, den Zustand des Immobilienbestands der ETHL langfristig zu erhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Die Fortsetzung der landwirtschaftlichen Aktivitäten und das Aufwertungsprojekt sind gemäss dem am 19.</span><span>&nbsp;</span><span>Dezember 2024 von der ETHL-Direktion bestätigten Projekt bereits jetzt miteinander vereinbar.&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat gibt dem ETH-Bereich strategische Zielvorgaben für die Erfüllung seiner grundlegenden Aufgaben vor. Die spezifische Zweckbestimmung der Gebäude auf dem Gelände der «Ferme de Bassenges» entspricht Artikel</span><span>&nbsp;</span><span>6 Absatz</span><span>&nbsp;</span><span>3 der Verordnung über das Immobilienmanagement und die Logistik des Bundes (VILB; SR</span><span>&nbsp;</span><em><span>172.010.21</span></em><span>). Demnach sind diese Gebäude in erster Linie Teil des ETHL-Immobilienportfolios und sollen der Erfüllung der Kernaufgaben der ETHL dienen.</span></p></span>
  • <p>Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (ETHL) entschied, den Pachtvertrag mit einem Kollektiv, das den Bauernhof «Ferme de Bassenges» auf einer an den Campus angrenzenden landwirtschaftlichen Parzelle betreibt, nicht zu verlängern. Ziel dieser Verpachtung war laut ETHL eine nachhaltige landwirtschaftliche Tätigkeit, durch welche die akademische Gemeinschaft für die grossen Herausforderungen im Bereich der Ernährung sensibilisiert und in diese einbezogen wird und welche das Nachhaltigkeitsbewusstsein innerhalb der ETHL und der Universität Lausanne stärkt.&nbsp;. Nach nur sechs Jahren soll dieses Projekt nun einem neuen Gebäude weichen, das dem Bernoulli-Zentrum der ETHL, ein Institut für Grundlagenforschung, mehr Platz bietet.</p><p>Das Projekt für nachhaltige Landwirtschaft geniesst grossen Rückhalt: Über 10&nbsp;000 Personen, davon 2600 aus dem Lausanner Universitätskreis, haben Unterstützungsschreiben unterzeichnet, unter anderem <a href="https://preserverbassenges.ch">einen ausführlichen offenen Brief</a>.</p><p>Der Kapazitätsausbau der ETHL ist wünschenswert und sogar notwendig. Doch dieser kann auch anders erreicht werden, beispielsweise durch die Erweiterung des bestehenden Bernoulli-Zentrums oder die Verdichtung anderer Teile des ETHL-Campus. Das Ziel ist die Koexistenz von wissenschaftlichen und agroökologischen Ambitionen.</p><p>Der Bundesrat als vorgesetzte Behörde des ETH-Rates wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ul><li>Stellt die Beendigung des Pachtvertrags mit der «Ferme de Bassenges» nach nur sechs Jahren nicht ein bedauerliches Stop-and-Go hinsichtlich der Entwicklung innovativer und nachhaltiger landwirtschaftlicher Tätigkeiten dar?</li><li>Warum wurden andere Optionen für die Erweiterung des Bernoulli-Zentrums nicht ernsthaft in Betracht gezogen?</li><li>Ist eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes, in dem das Zentrum untergebracht ist, möglich? Wenn ja, warum wurde sie nicht in Betracht gezogen?</li><li>Welche anderen Möglichkeiten zur Verdichtung gibt es auf dem derzeitigen Gelände der ETHL?</li><li>Kann sich der Bundesrat dazu verpflichten, alles dafür zu tun, um die Weiterführung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeiten in Bassenges mit dem Ausbau der Areale und der Infrastruktur für die Grundlagenforschung der ETHL zu vereinbaren?</li></ul>
  • Ferme de Bassenges bei der ETHL. Wurden andere Optionen unzureichend geprüft?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Die ETH</span><span>&nbsp;</span><span>Lausanne (ETHL) und die ETH</span><span>&nbsp;</span><span>Zürich sind autonome öffentlich-rechtliche Anstalten des Bundes mit Rechtspersönlichkeit (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>5 Abs.</span><span>&nbsp;</span><span>1 ETH-Gesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><em><span>414.110</span></em><span>). Der ETH-Rat amtet als Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Ausgehend von den ihm vorliegenden Informationen kann der Bundesrat folgendermassen Stellung nehmen:</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>1) Das betreffende Gebäude ist Teil des Immobilienportfolios der ETHL und dient der Erfüllung ihrer Kernaufgaben, zu denen namentlich die Lehre, die Forschung sowie der Wissens- und Technologietransfer gehören. Im Hinblick auf die spätere Nutzung wurde der Pachtvertrag mit dem Kollektiv für eine auf sechs Jahre beschränkte Zwischennutzung abgeschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass die ETHL das Gebäude unter Einhaltung einer Vorankündigungsfrist von zwei</span><span>&nbsp;</span><span>Jahren wieder für ihre Zwecke nutzen darf. Angesichts des aktuellen Bedarfs hat die ETHL dem Kollektiv diese Absicht zweieinhalb Jahre vor Vertragsende mitgeteilt. Die ETHL verfolgt nach wie vor das Ziel, ihr Gelände zu einem Vorbild der Agrarökologie und Biodiversität zu machen. Die zukünftige Nutzung der Agrarflächen, die die Gebäude in Bassenges umgeben, ist somit in keiner Weise gefährdet.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Seit 2022 wurden verschiedene andere Optionen vertieft analysiert. Dazu zählen die Umnutzung des Gebäudes «Le Garage» und die Beschränkung der Nutzung auf einen Teil des Standorts Bassenges. Da diese Optionen entweder nicht durchführbar waren oder sich nicht mit den Bedürfnissen des Zentrums vereinbaren liessen sowie aufgrund standortbezogener und externer Faktoren mussten sie verworfen werden. Die Analysen ergaben, dass der Standort Bassenges als einziger die erforderlichen Flächen und genügend Entwicklungsmöglichkeiten für das geplante Bernoulli-Zentrum bietet. Die Erweiterungsarbeiten im Zusammenhang mit der Unterbringung des Bernoulli-Zentrums am Standort Bassenges können parallel zur umfassenden Renovierung der bestehenden Infrastruktur durchgeführt werden; diese ist sowohl in struktureller als auch in technischer Hinsicht und insbesondere aus Sicherheitsgründen erforderlich.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes ist nicht möglich. Das Zentrum wurde vorübergehend in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte untergebracht. Diese provisorische Lösung entspricht jedoch absolut nicht den mittel- und langfristigen Bedürfnissen des Zentrums und behindert dessen Wachstum. Die verfügbaren Räumlichkeiten sind zu klein und es sind nicht genügend einzelne Räume vorhanden, um alle für die Entwicklung des Zentrums erforderlichen Programme unterzubringen. Für diese Zwischenlösung mussten bereits umfangreiche Anpassungen am Dach vorgenommen werden. Dies macht eine Aufstockung noch heikler und kostspieliger. Die langfristige Weiterführung des Zentrums im Gebäude der Kindertagesstätte ist zudem auch aus Gründen des Kinderschutzes nicht realistisch.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Der ETHL steht momentan nicht genügend Platz für ihre Lehrtätigkeit zur Verfügung. Das Verdichtungspotenzial auf dem Campus ist begrenzt und reicht nicht aus, um den langfristig prognostizierten Flächenbedarf zu decken. Für die noch verfügbaren Flächen sind bereits Bauprojekte geplant. So soll das Gebäude «Double Deck» 1500 zusätzliche Hörsaalplätze bieten, während auf dem letzten noch nicht bebauten Grundstück bald das «Advanced Science Building» entstehen soll. Absehbare Denkmalschutzauflagen erschweren zudem eine Verdichtung gegen Innen und der gesamte Rest des Campus ist bereits stark ausgelastet. Der Eigenbedarf der ETHL wurde nachgewiesen und vom ETH-Rat bestätigt. Der für die Entwicklung der ETHL geltende Masterplan priorisiert Renovationen innerhalb des Campus und zielt darauf ab, den Zustand des Immobilienbestands der ETHL langfristig zu erhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Die Fortsetzung der landwirtschaftlichen Aktivitäten und das Aufwertungsprojekt sind gemäss dem am 19.</span><span>&nbsp;</span><span>Dezember 2024 von der ETHL-Direktion bestätigten Projekt bereits jetzt miteinander vereinbar.&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat gibt dem ETH-Bereich strategische Zielvorgaben für die Erfüllung seiner grundlegenden Aufgaben vor. Die spezifische Zweckbestimmung der Gebäude auf dem Gelände der «Ferme de Bassenges» entspricht Artikel</span><span>&nbsp;</span><span>6 Absatz</span><span>&nbsp;</span><span>3 der Verordnung über das Immobilienmanagement und die Logistik des Bundes (VILB; SR</span><span>&nbsp;</span><em><span>172.010.21</span></em><span>). Demnach sind diese Gebäude in erster Linie Teil des ETHL-Immobilienportfolios und sollen der Erfüllung der Kernaufgaben der ETHL dienen.</span></p></span>
    • <p>Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (ETHL) entschied, den Pachtvertrag mit einem Kollektiv, das den Bauernhof «Ferme de Bassenges» auf einer an den Campus angrenzenden landwirtschaftlichen Parzelle betreibt, nicht zu verlängern. Ziel dieser Verpachtung war laut ETHL eine nachhaltige landwirtschaftliche Tätigkeit, durch welche die akademische Gemeinschaft für die grossen Herausforderungen im Bereich der Ernährung sensibilisiert und in diese einbezogen wird und welche das Nachhaltigkeitsbewusstsein innerhalb der ETHL und der Universität Lausanne stärkt.&nbsp;. Nach nur sechs Jahren soll dieses Projekt nun einem neuen Gebäude weichen, das dem Bernoulli-Zentrum der ETHL, ein Institut für Grundlagenforschung, mehr Platz bietet.</p><p>Das Projekt für nachhaltige Landwirtschaft geniesst grossen Rückhalt: Über 10&nbsp;000 Personen, davon 2600 aus dem Lausanner Universitätskreis, haben Unterstützungsschreiben unterzeichnet, unter anderem <a href="https://preserverbassenges.ch">einen ausführlichen offenen Brief</a>.</p><p>Der Kapazitätsausbau der ETHL ist wünschenswert und sogar notwendig. Doch dieser kann auch anders erreicht werden, beispielsweise durch die Erweiterung des bestehenden Bernoulli-Zentrums oder die Verdichtung anderer Teile des ETHL-Campus. Das Ziel ist die Koexistenz von wissenschaftlichen und agroökologischen Ambitionen.</p><p>Der Bundesrat als vorgesetzte Behörde des ETH-Rates wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ul><li>Stellt die Beendigung des Pachtvertrags mit der «Ferme de Bassenges» nach nur sechs Jahren nicht ein bedauerliches Stop-and-Go hinsichtlich der Entwicklung innovativer und nachhaltiger landwirtschaftlicher Tätigkeiten dar?</li><li>Warum wurden andere Optionen für die Erweiterung des Bernoulli-Zentrums nicht ernsthaft in Betracht gezogen?</li><li>Ist eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes, in dem das Zentrum untergebracht ist, möglich? Wenn ja, warum wurde sie nicht in Betracht gezogen?</li><li>Welche anderen Möglichkeiten zur Verdichtung gibt es auf dem derzeitigen Gelände der ETHL?</li><li>Kann sich der Bundesrat dazu verpflichten, alles dafür zu tun, um die Weiterführung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Tätigkeiten in Bassenges mit dem Ausbau der Areale und der Infrastruktur für die Grundlagenforschung der ETHL zu vereinbaren?</li></ul>
    • Ferme de Bassenges bei der ETHL. Wurden andere Optionen unzureichend geprüft?

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