Nutzung des Supercomputers Alps
- ShortId
-
25.1046
- Id
-
20251046
- Updated
-
19.11.2025 15:17
- Language
-
de
- Title
-
Nutzung des Supercomputers Alps
- AdditionalIndexing
-
34;32;36;1236
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Bei der ETH Zürich, die das Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) betreibt, handelt es sich um eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit Rechtspersönlichkeit (Art. 5 Abs. 1 ETH-Gesetz; SR 414.110).</span><em><span> </span></em><span>Der ETH-Rat ist das Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Ausgehend von den ihm vorliegenden Informationen kann der Bundesrat wie folgt antworten:</span></p><ol><li><span> </span><span>Die Forschungsinfrastruktur Alps am CSCS unterstützt als «User Lab» Spitzenforschung in der Schweiz. Fast alle Rechen- und Speicherleistungen werden nach den Prinzipien der Open Science durchgeführt und unterliegen einem strengen Peer-Review-Verfahren. Internationale Forschende können sich um Nutzung bewerben. Zudem erbringt das CSCS Dienstleistungen im Rahmen von nationalen Aufgaben (z.B. für Meteo Schweiz) und von Forschungskooperationen (z.B. Schweizerisches Institut für Teilchenphysik, Swiss AI Initiative). Schliesslich bietet das CSCS die Plattform cscs2go (</span><a href="https://2go.cscs.ch"><u><span>cscs2go</span></u></a><span>) an: Gegen Verrechnung der Kosten und ohne Peer-Review-Verfahren erhalten Nutzende Zugang zu den Rechen- und Speicherleistungen des CSCS. Diese Dienstleistung wird sowohl von akademischen Einrichtungen als auch vom öffentlichen Sektor und privaten Partnern in der Schweiz genutzt. Die Einnahmen aus cscs2go aus dem privaten Sektor liegen unter 0,5 Prozent des CSCS-Budgets.</span></li><li><span> </span><span>Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung wissenschaftlicher Forschung. Im Rahmen der Plattform cscs2go ist eine Zusammenarbeit mit privaten Partnern, u.a. KMU und Start-ups, möglich, sofern die Projekte auf Forschung, Entwicklung oder Innovation ausgerichtet sind und keine kommerzielle Komponente aufweisen.</span></li><li><span> </span><span>Im User Lab werden die Veröffentlichungen aus den Projekten einmal jährlich geprüft und in den Jahresbericht aufgenommen. Die Projektverantwortlichen reichen am Ende ihres Projekts einen Bericht ein. Wenn der private Sektor das User Lab zusammen mit akademischen Partnern nutzt, müssen die Ergebnisse als Open Science behandelt werden. Bei Nutzung der Plattform cscs2go können die Daten und Ergebnisse vertraulich behandelt werden. </span></li><li><span> </span><span>Dienstleistungsverträge enthalten in der Regel keine Bestimmungen zum geistigen Eigentum, da ausser dem Urheberrecht an Berichten im Normalfall kein neues geistiges Eigentum entsteht. </span><span>Die Forschungsvereinbarungen zwischen der ETH Zürich und den privaten Partnern sind in den Forschungsvertragsrichtlinien der ETH Zürich (</span><a href="https://ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/itet/department/Studies/Richtlinien_Forschung_ETH.pdf"><u><span>Richtlinien_Forschung_ETH.pdf</span></u></a><span> ) geregelt.</span><span></span><span> Bezüglich vertraulicher Behandlung bei Nutzung der Plattform cscs2go siehe Ziffer 3.</span></li><li><span> </span><span>Die Gebühren für Dienstleistungen basieren auf marktüblichen Sätzen, wodurch sichergestellt wird, dass der Wettbewerb bezüglich ähnlicher Dienstleistungen des privaten Sektors nicht verzerrt wird. </span></li><li><span> </span><span>Wie unter Ziffer 2 erwähnt, ist eine Zusammenarbeit mit privaten Partnern möglich, sofern die Projekte keine kommerzielle Komponente aufweisen. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor bietet Vorteile, wofür Alps ein konkretes Beispiel ist: Dank der Reputation des CSCS hat NVIDIA – gemeinsam mit dem US-Unternehmen HPE – das CSCS als ersten Kunden für seine neue strategische Produktlinie ausgewählt. Dadurch konnte in der Schweiz eine Spitzeninfrastruktur für 100 Millionen Franken aufgebaut werden, die heute rund 400 Millionen Franken wert ist.</span></li><li><span> </span><span>Die Infrastruktur Alps und das CSCS haben die Swiss AI Initiative und das Sprachmodell Apertus ermöglicht. Das CSCS arbeitet mit den führenden Institutionen weltweit an der Entwicklung offener, vollständig transparenter KI-Systeme. Mit diesen internationalen Partnern stärkt das CSCS die technologische Unabhängigkeit im Bereich der KI, was wiederum eine Grundvoraussetzung für die digitale Souveränität der Schweiz insgesamt darstellt.</span></li></ol></span>
- <p>Die ETH betreibt seit Semptember 2024 im Tessin das Swiss National Supercomputing Center einen schon länger in Entwicklung befindliches Hochleistungsrechenzentrum unter dem Namen "Alps". Das ist eine Forschungs-Infrastruktur für die Wissenschaft, die mit riesigen Datenmengen arbeitet. Alps gilt als einer der leistungsstärksten Spezial-Rechner der Welt und ist vor allem für Anwendungen künstlicher Intelligents absolut entscheidend, weil es komplexe KI-Modelle trainieren kann. In der Schweiz haben sich in den letzten Jahren fast alle Techgiganten aus den USA angesiedelt: google, Meta, Disney und andere. Auch der Datenanalyse-Konzern Palantir des Trump-Vetrauten Peter Thiel hat seinen Europa-Sitz in der Schweiz. Nach Angaben der Firmen selbst ist der Zuzug in die Schweiz nebst dem kostenlosen Zugang zu bestausgebildeten ETH-Absolventen und ETH-Forschungseinrichtungen und die Steuerfreiheit auch dem Zugang zum Supercomputer Alps geschuldet. In diesem Zusammenhang stellen sich verschiedene Fragen.</p><p> </p><p>1. Wer kann Alpes nutzen und wie ist das geregelt? </p><p>2. Ist die Nutzung auf wissenschaftliche Anwendungen beschränkt? Wenn ja, sind nebst öffentlichen Universitäten, Forschungseinrichtungen etc. auch rein kommerzielle privatwirtschaftliche Nutzer, die auch "forschen" direkt oder indirekt (über Cooperationen) zugelassen? </p><p>3. Was passiert mit den Forschungsergebnissen, die mit Hilfe des Supercomputers entstehen? Müssen privatwirtschaftliche kommerzielle Nutzer ihre Forschungsergebnisse ebenfalls öffentlich publizieren? Wenn nein, wieso nicht? Wenn ja, wer stellt das sicher? </p><p>4. Was sehen die Regelungen bezüglich wissenschaftlicher Nutzung und Publikation vor, wenn Universitäten resp. die ETH/EFPL mit privaten kommerziellen Akteuren sogenannt "kooperieren". Kann die Publikation resp. die wissenschaftlicher Erkenntnis aus "Vertraulichkeit" untersagt werden? </p><p>5. Welche Konditionen haben privatwirtschaftliche kommerzielle Nutzer? Wieviel müssen diese für die Nutzung bezahlen resp. wie ist dies geregelt? </p><p>6. Gibt es irgendwelche Bedenken seites der ETH, dass die Kosten dieser Infrastruktur bei der Schweizer Bevölkerung anfallen, der kommerzeille Nutzen jedoch (Intellectuell Propertie, Lizenzeinnahmen etc.) in die USA abwandern? Wie begenet die ETH dieser Tatsache? </p><p>7. Gibt es Überlegungen der ETH zur digitalen Souveränität der Schweiz im Kontext mit Alpes? </p>
- Nutzung des Supercomputers Alps
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>Bei der ETH Zürich, die das Centro Svizzero di Calcolo Scientifico (CSCS) betreibt, handelt es sich um eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit Rechtspersönlichkeit (Art. 5 Abs. 1 ETH-Gesetz; SR 414.110).</span><em><span> </span></em><span>Der ETH-Rat ist das Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Ausgehend von den ihm vorliegenden Informationen kann der Bundesrat wie folgt antworten:</span></p><ol><li><span> </span><span>Die Forschungsinfrastruktur Alps am CSCS unterstützt als «User Lab» Spitzenforschung in der Schweiz. Fast alle Rechen- und Speicherleistungen werden nach den Prinzipien der Open Science durchgeführt und unterliegen einem strengen Peer-Review-Verfahren. Internationale Forschende können sich um Nutzung bewerben. Zudem erbringt das CSCS Dienstleistungen im Rahmen von nationalen Aufgaben (z.B. für Meteo Schweiz) und von Forschungskooperationen (z.B. Schweizerisches Institut für Teilchenphysik, Swiss AI Initiative). Schliesslich bietet das CSCS die Plattform cscs2go (</span><a href="https://2go.cscs.ch"><u><span>cscs2go</span></u></a><span>) an: Gegen Verrechnung der Kosten und ohne Peer-Review-Verfahren erhalten Nutzende Zugang zu den Rechen- und Speicherleistungen des CSCS. Diese Dienstleistung wird sowohl von akademischen Einrichtungen als auch vom öffentlichen Sektor und privaten Partnern in der Schweiz genutzt. Die Einnahmen aus cscs2go aus dem privaten Sektor liegen unter 0,5 Prozent des CSCS-Budgets.</span></li><li><span> </span><span>Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung wissenschaftlicher Forschung. Im Rahmen der Plattform cscs2go ist eine Zusammenarbeit mit privaten Partnern, u.a. KMU und Start-ups, möglich, sofern die Projekte auf Forschung, Entwicklung oder Innovation ausgerichtet sind und keine kommerzielle Komponente aufweisen.</span></li><li><span> </span><span>Im User Lab werden die Veröffentlichungen aus den Projekten einmal jährlich geprüft und in den Jahresbericht aufgenommen. Die Projektverantwortlichen reichen am Ende ihres Projekts einen Bericht ein. Wenn der private Sektor das User Lab zusammen mit akademischen Partnern nutzt, müssen die Ergebnisse als Open Science behandelt werden. Bei Nutzung der Plattform cscs2go können die Daten und Ergebnisse vertraulich behandelt werden. </span></li><li><span> </span><span>Dienstleistungsverträge enthalten in der Regel keine Bestimmungen zum geistigen Eigentum, da ausser dem Urheberrecht an Berichten im Normalfall kein neues geistiges Eigentum entsteht. </span><span>Die Forschungsvereinbarungen zwischen der ETH Zürich und den privaten Partnern sind in den Forschungsvertragsrichtlinien der ETH Zürich (</span><a href="https://ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/itet/department/Studies/Richtlinien_Forschung_ETH.pdf"><u><span>Richtlinien_Forschung_ETH.pdf</span></u></a><span> ) geregelt.</span><span></span><span> Bezüglich vertraulicher Behandlung bei Nutzung der Plattform cscs2go siehe Ziffer 3.</span></li><li><span> </span><span>Die Gebühren für Dienstleistungen basieren auf marktüblichen Sätzen, wodurch sichergestellt wird, dass der Wettbewerb bezüglich ähnlicher Dienstleistungen des privaten Sektors nicht verzerrt wird. </span></li><li><span> </span><span>Wie unter Ziffer 2 erwähnt, ist eine Zusammenarbeit mit privaten Partnern möglich, sofern die Projekte keine kommerzielle Komponente aufweisen. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor bietet Vorteile, wofür Alps ein konkretes Beispiel ist: Dank der Reputation des CSCS hat NVIDIA – gemeinsam mit dem US-Unternehmen HPE – das CSCS als ersten Kunden für seine neue strategische Produktlinie ausgewählt. Dadurch konnte in der Schweiz eine Spitzeninfrastruktur für 100 Millionen Franken aufgebaut werden, die heute rund 400 Millionen Franken wert ist.</span></li><li><span> </span><span>Die Infrastruktur Alps und das CSCS haben die Swiss AI Initiative und das Sprachmodell Apertus ermöglicht. Das CSCS arbeitet mit den führenden Institutionen weltweit an der Entwicklung offener, vollständig transparenter KI-Systeme. Mit diesen internationalen Partnern stärkt das CSCS die technologische Unabhängigkeit im Bereich der KI, was wiederum eine Grundvoraussetzung für die digitale Souveränität der Schweiz insgesamt darstellt.</span></li></ol></span>
- <p>Die ETH betreibt seit Semptember 2024 im Tessin das Swiss National Supercomputing Center einen schon länger in Entwicklung befindliches Hochleistungsrechenzentrum unter dem Namen "Alps". Das ist eine Forschungs-Infrastruktur für die Wissenschaft, die mit riesigen Datenmengen arbeitet. Alps gilt als einer der leistungsstärksten Spezial-Rechner der Welt und ist vor allem für Anwendungen künstlicher Intelligents absolut entscheidend, weil es komplexe KI-Modelle trainieren kann. In der Schweiz haben sich in den letzten Jahren fast alle Techgiganten aus den USA angesiedelt: google, Meta, Disney und andere. Auch der Datenanalyse-Konzern Palantir des Trump-Vetrauten Peter Thiel hat seinen Europa-Sitz in der Schweiz. Nach Angaben der Firmen selbst ist der Zuzug in die Schweiz nebst dem kostenlosen Zugang zu bestausgebildeten ETH-Absolventen und ETH-Forschungseinrichtungen und die Steuerfreiheit auch dem Zugang zum Supercomputer Alps geschuldet. In diesem Zusammenhang stellen sich verschiedene Fragen.</p><p> </p><p>1. Wer kann Alpes nutzen und wie ist das geregelt? </p><p>2. Ist die Nutzung auf wissenschaftliche Anwendungen beschränkt? Wenn ja, sind nebst öffentlichen Universitäten, Forschungseinrichtungen etc. auch rein kommerzielle privatwirtschaftliche Nutzer, die auch "forschen" direkt oder indirekt (über Cooperationen) zugelassen? </p><p>3. Was passiert mit den Forschungsergebnissen, die mit Hilfe des Supercomputers entstehen? Müssen privatwirtschaftliche kommerzielle Nutzer ihre Forschungsergebnisse ebenfalls öffentlich publizieren? Wenn nein, wieso nicht? Wenn ja, wer stellt das sicher? </p><p>4. Was sehen die Regelungen bezüglich wissenschaftlicher Nutzung und Publikation vor, wenn Universitäten resp. die ETH/EFPL mit privaten kommerziellen Akteuren sogenannt "kooperieren". Kann die Publikation resp. die wissenschaftlicher Erkenntnis aus "Vertraulichkeit" untersagt werden? </p><p>5. Welche Konditionen haben privatwirtschaftliche kommerzielle Nutzer? Wieviel müssen diese für die Nutzung bezahlen resp. wie ist dies geregelt? </p><p>6. Gibt es irgendwelche Bedenken seites der ETH, dass die Kosten dieser Infrastruktur bei der Schweizer Bevölkerung anfallen, der kommerzeille Nutzen jedoch (Intellectuell Propertie, Lizenzeinnahmen etc.) in die USA abwandern? Wie begenet die ETH dieser Tatsache? </p><p>7. Gibt es Überlegungen der ETH zur digitalen Souveränität der Schweiz im Kontext mit Alpes? </p>
- Nutzung des Supercomputers Alps
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