Förderung der Biodiversität entlang von SBB-Infrastrukturen
- ShortId
-
25.3115
- Id
-
20253115
- Updated
-
14.11.2025 03:14
- Language
-
de
- Title
-
Förderung der Biodiversität entlang von SBB-Infrastrukturen
- AdditionalIndexing
-
52;48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Der Bund unterstützt die SBB in ihren Bemühungen zur Förderung der Biodiversität entlang der Bahnstrecken und auf Bahnarealen durch verschiedene Massnahmen und finanzielle Mittel, die über mehrere Fachbereiche der Infrastruktur bereitgestellt werden. Im Bereich Infrastruktur Netz wird die Strategie Biodiversität Schweiz in die Leistungsvereinbarungen für den Betrieb und Substanzerhalt der Bahninfrastruktur integriert. Die Finanzierung von Massnahmen zur Förderung der Biodiversität erfolgt über die vierjährige Leistungsvereinbarung, deren Zahlungsrahmen für die Jahre 2025-2028 im Dezember 2024 von den eidgenössischen Räten verabschiedet wurde. Die effektive Mittelverwendung liegt jedoch in der unternehmerischen Verantwortung der SBB; sie wird auch von einer Reihe weiterer Ziele bestimmt (z.B. Substanzerhalt, Umsetzung BehiG, Erfordernisse des Verkehrs). Seit 2021 wird ein detaillierter Leitfaden des Bundesamtes für Verkehr (BAV) als Grundlage für die Berichterstattung verwendet, welcher auch die Ziele vorgibt. Dies stellt sicher, dass die SBB gezielt und strukturiert Massnahmen zur Biodiversitätsförderung umsetzen kann. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Eine Erhöhung des Anteils naturnah gepflegter Flächen ist grundsätzlich möglich. Der Bundesrat ist sich jedoch bewusst, dass mit den verfügbaren Mitteln im Bahninfrastrukturfonds (BIF) nicht alle Anforderungen vollständig erfüllt werden können. Ein höherer Anteil von naturnahen Flächen wird vom Bund bereits mit den neu definierten Biodiversitätszielen für die Infrastrukturbetreiber (ISB) gefordert. So ist das Ziel, dass auf Arealen der Bahn bis Ende 2032 mindestens 30 Prozent der Grünflächen naturnah ausgestaltet und dauerhaft entsprechend gepflegt werden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Konkrete Schritte für die Förderung der Biodiversität umfassen die Erfassung ökologisch wertvoller Flächen in allen Kantonen und die Koordination mit den Kantonen für eine sinnvolle und qualitative Erweiterung der naturnah gepflegten Flächen. Bisher wurden in der Hälfte der Kantone ökologisch wertvolle Flächen erfasst, und bis in drei Jahren sollen die Erfassungen in den verbleibenden Kantonen abgeschlossen sein. Die SBB hat in ihrem aktuellen Bericht zur Biodiversität 5.2% Biodiversitätsflächen (naturnah unterhaltene Flächen), 9.9% potenzielle Biodiversitätsflächen (in Abklärung) und 4.6% Ersatzflächen (aus Projekten) ausgewiesen. Die Bekämpfung der invasiven Neophyten erfolgt im gegebenen finanziellen Rahmen der Leistungsvereinbarungen. Aufgrund der benötigten Mittel für den Unterhalt werden momentan primär gesundheitsschädigende sowie für den Bahnbetrieb problematische Arten bekämpft. Eine Bekämpfung weiterer Neophyten-Arten findet in Naturschutzgebieten und auf Biodiversitätsflächen statt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Mit der Leistungsvereinbarung 2021-2024 und im Rahmen der ersten Phase des Aktionsplans Biodiversität erhielt die SBB den Auftrag, die Erstellung von Biodiversitätshotspots zu evaluieren. Von den evaluierten Standorten erwiesen sich die Standorte Buchs SG, Arbedo-Castione und Moutier als interessant. Daraus konnten im Jahr 2024 einzelne Flächen in Buchs SG aufgewertet werden, einige weitere kleinere Massnahmen sind im Jahr 2025 geplant. An den Standorten Moutier und Arbedo-Castione hat die SBB ebenfalls Konzepte ausgearbeitet. Bei weiteren geprüften Standorten hat sich gezeigt, dass diese aufgrund des zukünftigen Bedarfs für den Bahnbetrieb nicht zur Verfügung stehen.</span><span> </span></p><p><span>Auf den Arealen der Unterwerke und Frequenzumrichter von Infrastruktur Energie werden die Aussenflächen über die nächsten Jahre so weit wie möglich naturnah aufgewertet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die SBB arbeitet bereits heute mit diversen externen Dienstleistern zusammen. Diese bewerten die Flächen vor Ort und erfassen die notwendigen Pflegemassnahmen direkt im SBB internen GIS. Eine Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit den externen Dienstleistern stellt das kurze Zeitfenster dar, in der die Vegetation beurteilt werden kann, bevor diese aus Sicherheitsgründen geschnitten werden muss. Auch beim Unterhalt der Böschungen arbeitet die SBB heute bereits mit rund 300 externen Unternehmern zusammen. Auch hier ist der limitierende Faktor die Verfügbarkeit der Unterhaltsmaschinen und des Personals.</span></p><p><span>Bei Projekten auf den weiteren Bahnarealen wirkt die SBB im Rahmen ihrer Prozesse und internen Regelungen darauf hin, dass Anforderungen an die Biodiversität bereits in der Studienphase der Projekte berücksichtigt werden. Diese Anforderungen fliessen in die Ausschreibungen der Planerleistungen von Umwelt- und Landschaftsarchitekturbüros ein.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Der Bundesrat anerkennt die bisherigen Massnahmen der SBB zur Verbesserung der Biodiversität. Die begrenzten finanziellen Mittel müssen aber stets priorisiert werden, unter Berücksichtigung der Mittelkonkurrenz zwischen der Sicherheit, der Verfügbarkeit der Bahnanlage und der Umsetzung von Biodiversitätsmassnahmen.</span></p></span>
- <p>Die Sicherstellung der Biodiversität in der Schweiz stellt eine große Herausforderung dar, da geeignete Flächen begrenzt sind. Entlang der SBB-Infrastruktur oder auf Bahnarealen bestehen jedoch grosse Chancen, ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen. Die SBB hat denn auch in Zusammenarbeit mit dem BAFU bereits verschiedene Pilotprojekte und Massnahmen zur Förderung der Biodiversität initiiert und setzt sich aktiv für den Schutz und die Pflege dieser Flächen ein. Es stellt sich jedoch die Frage, wie effektiv diese Massnahmen sind und wie die SBB weiterhin vom Bund unterstützt wird.</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie unterstützt der Bund die SBB in ihren Bemühungen zur Förderung der Biodiversität entlang der Bahnstrecken und auf Bahnarealen?</li><li>Das Ziel der SBB, bis 2030 ein Fünftel der Böschungen naturnah zu pflegen, scheint bedingt ambitioniert. Besteht die Möglichkeit, dieses Ziel zu forcieren und gegebenenfalls einen höheren Anteil der Flächen naturnah zu gestalten?</li><li>Welche konkreten Fortschritte wurden bisher bei der naturnahen Pflege von Böschungen und der Bekämpfung invasiver Neophyten erzielt?</li><li>Die Pläne von BAFU und SBB, weitere Flächen der SBB, wie zum Beispiel Gleisfelder oder ungenutzte Bahngrundstücke, für die Förderung der Biodiversität zu nutzen sind erfreulich, welche konkreten Schritte sind geplant?</li><li>Inwiefern arbeitet die SBB mit externen Dienstleistern zusammen, um diese Massnahmen schneller umzusetzen? </li><li>Wie bewertet der Bundesrat die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen der SBB zur Verbesserung der Biodiversität, und welche zusätzlichen Schritte sind aus seiner Sicht erforderlich, um die Biodiversität entlang der SBB-Infrastruktur weiter zu fördern? </li></ol>
- Förderung der Biodiversität entlang von SBB-Infrastrukturen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Der Bund unterstützt die SBB in ihren Bemühungen zur Förderung der Biodiversität entlang der Bahnstrecken und auf Bahnarealen durch verschiedene Massnahmen und finanzielle Mittel, die über mehrere Fachbereiche der Infrastruktur bereitgestellt werden. Im Bereich Infrastruktur Netz wird die Strategie Biodiversität Schweiz in die Leistungsvereinbarungen für den Betrieb und Substanzerhalt der Bahninfrastruktur integriert. Die Finanzierung von Massnahmen zur Förderung der Biodiversität erfolgt über die vierjährige Leistungsvereinbarung, deren Zahlungsrahmen für die Jahre 2025-2028 im Dezember 2024 von den eidgenössischen Räten verabschiedet wurde. Die effektive Mittelverwendung liegt jedoch in der unternehmerischen Verantwortung der SBB; sie wird auch von einer Reihe weiterer Ziele bestimmt (z.B. Substanzerhalt, Umsetzung BehiG, Erfordernisse des Verkehrs). Seit 2021 wird ein detaillierter Leitfaden des Bundesamtes für Verkehr (BAV) als Grundlage für die Berichterstattung verwendet, welcher auch die Ziele vorgibt. Dies stellt sicher, dass die SBB gezielt und strukturiert Massnahmen zur Biodiversitätsförderung umsetzen kann. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Eine Erhöhung des Anteils naturnah gepflegter Flächen ist grundsätzlich möglich. Der Bundesrat ist sich jedoch bewusst, dass mit den verfügbaren Mitteln im Bahninfrastrukturfonds (BIF) nicht alle Anforderungen vollständig erfüllt werden können. Ein höherer Anteil von naturnahen Flächen wird vom Bund bereits mit den neu definierten Biodiversitätszielen für die Infrastrukturbetreiber (ISB) gefordert. So ist das Ziel, dass auf Arealen der Bahn bis Ende 2032 mindestens 30 Prozent der Grünflächen naturnah ausgestaltet und dauerhaft entsprechend gepflegt werden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Konkrete Schritte für die Förderung der Biodiversität umfassen die Erfassung ökologisch wertvoller Flächen in allen Kantonen und die Koordination mit den Kantonen für eine sinnvolle und qualitative Erweiterung der naturnah gepflegten Flächen. Bisher wurden in der Hälfte der Kantone ökologisch wertvolle Flächen erfasst, und bis in drei Jahren sollen die Erfassungen in den verbleibenden Kantonen abgeschlossen sein. Die SBB hat in ihrem aktuellen Bericht zur Biodiversität 5.2% Biodiversitätsflächen (naturnah unterhaltene Flächen), 9.9% potenzielle Biodiversitätsflächen (in Abklärung) und 4.6% Ersatzflächen (aus Projekten) ausgewiesen. Die Bekämpfung der invasiven Neophyten erfolgt im gegebenen finanziellen Rahmen der Leistungsvereinbarungen. Aufgrund der benötigten Mittel für den Unterhalt werden momentan primär gesundheitsschädigende sowie für den Bahnbetrieb problematische Arten bekämpft. Eine Bekämpfung weiterer Neophyten-Arten findet in Naturschutzgebieten und auf Biodiversitätsflächen statt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Mit der Leistungsvereinbarung 2021-2024 und im Rahmen der ersten Phase des Aktionsplans Biodiversität erhielt die SBB den Auftrag, die Erstellung von Biodiversitätshotspots zu evaluieren. Von den evaluierten Standorten erwiesen sich die Standorte Buchs SG, Arbedo-Castione und Moutier als interessant. Daraus konnten im Jahr 2024 einzelne Flächen in Buchs SG aufgewertet werden, einige weitere kleinere Massnahmen sind im Jahr 2025 geplant. An den Standorten Moutier und Arbedo-Castione hat die SBB ebenfalls Konzepte ausgearbeitet. Bei weiteren geprüften Standorten hat sich gezeigt, dass diese aufgrund des zukünftigen Bedarfs für den Bahnbetrieb nicht zur Verfügung stehen.</span><span> </span></p><p><span>Auf den Arealen der Unterwerke und Frequenzumrichter von Infrastruktur Energie werden die Aussenflächen über die nächsten Jahre so weit wie möglich naturnah aufgewertet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die SBB arbeitet bereits heute mit diversen externen Dienstleistern zusammen. Diese bewerten die Flächen vor Ort und erfassen die notwendigen Pflegemassnahmen direkt im SBB internen GIS. Eine Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit den externen Dienstleistern stellt das kurze Zeitfenster dar, in der die Vegetation beurteilt werden kann, bevor diese aus Sicherheitsgründen geschnitten werden muss. Auch beim Unterhalt der Böschungen arbeitet die SBB heute bereits mit rund 300 externen Unternehmern zusammen. Auch hier ist der limitierende Faktor die Verfügbarkeit der Unterhaltsmaschinen und des Personals.</span></p><p><span>Bei Projekten auf den weiteren Bahnarealen wirkt die SBB im Rahmen ihrer Prozesse und internen Regelungen darauf hin, dass Anforderungen an die Biodiversität bereits in der Studienphase der Projekte berücksichtigt werden. Diese Anforderungen fliessen in die Ausschreibungen der Planerleistungen von Umwelt- und Landschaftsarchitekturbüros ein.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Der Bundesrat anerkennt die bisherigen Massnahmen der SBB zur Verbesserung der Biodiversität. Die begrenzten finanziellen Mittel müssen aber stets priorisiert werden, unter Berücksichtigung der Mittelkonkurrenz zwischen der Sicherheit, der Verfügbarkeit der Bahnanlage und der Umsetzung von Biodiversitätsmassnahmen.</span></p></span>
- <p>Die Sicherstellung der Biodiversität in der Schweiz stellt eine große Herausforderung dar, da geeignete Flächen begrenzt sind. Entlang der SBB-Infrastruktur oder auf Bahnarealen bestehen jedoch grosse Chancen, ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen. Die SBB hat denn auch in Zusammenarbeit mit dem BAFU bereits verschiedene Pilotprojekte und Massnahmen zur Förderung der Biodiversität initiiert und setzt sich aktiv für den Schutz und die Pflege dieser Flächen ein. Es stellt sich jedoch die Frage, wie effektiv diese Massnahmen sind und wie die SBB weiterhin vom Bund unterstützt wird.</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie unterstützt der Bund die SBB in ihren Bemühungen zur Förderung der Biodiversität entlang der Bahnstrecken und auf Bahnarealen?</li><li>Das Ziel der SBB, bis 2030 ein Fünftel der Böschungen naturnah zu pflegen, scheint bedingt ambitioniert. Besteht die Möglichkeit, dieses Ziel zu forcieren und gegebenenfalls einen höheren Anteil der Flächen naturnah zu gestalten?</li><li>Welche konkreten Fortschritte wurden bisher bei der naturnahen Pflege von Böschungen und der Bekämpfung invasiver Neophyten erzielt?</li><li>Die Pläne von BAFU und SBB, weitere Flächen der SBB, wie zum Beispiel Gleisfelder oder ungenutzte Bahngrundstücke, für die Förderung der Biodiversität zu nutzen sind erfreulich, welche konkreten Schritte sind geplant?</li><li>Inwiefern arbeitet die SBB mit externen Dienstleistern zusammen, um diese Massnahmen schneller umzusetzen? </li><li>Wie bewertet der Bundesrat die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen der SBB zur Verbesserung der Biodiversität, und welche zusätzlichen Schritte sind aus seiner Sicht erforderlich, um die Biodiversität entlang der SBB-Infrastruktur weiter zu fördern? </li></ol>
- Förderung der Biodiversität entlang von SBB-Infrastrukturen
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