Verbesserung der Health Literacy in der Schweiz

ShortId
25.3140
Id
20253140
Updated
14.11.2025 03:10
Language
de
Title
Verbesserung der Health Literacy in der Schweiz
AdditionalIndexing
2841;28;32
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1. Der Health Literacy Survey 2019-2021 (Careum 2023, Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit) zeigt, dass knapp die Hälfte der Befragten (49%) Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen hat und somit eine geringe Gesundheitskompetenz aufweist. Dabei erweist sich vor allem das Beurteilen von Informationen als schwierig. Weiter haben rund drei Viertel der Befragten Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zu orientieren (74%) sowie mit digitalen Gesundheitsinformationen umzugehen (72%). Die Studie zeigt ebenfalls, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen (insb. Personen in finanziell prekären Situationen, mit wenig sozialer Unterstützung, mit niedrigerem Bildungsniveau und/oder mit Schwierigkeiten in der lokalen Landessprache) häufiger eine tiefe Gesundheitskompetenz aufweisen. </span><span>Daraus ist zu schliessen, dass es einerseits zielgruppenspezifische Massnahmen braucht, andererseits auch die strukturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden müssen, dass die Gesundheitskompetenz gefördert wird.</span></p><p><span>2.</span><span> Die Stärkung der Gesundheitskompetenz ist ein Schwerpunkt in der bundesrätlichen Strategie «Gesundheit 2030». Es wird kein eigenständiger Aktionsplan zur Förderung der Gesundheitskompetenz umgesetzt. Entsprechende Massnahmen werden jedoch in bestehende Strategien und Kommunikationsmassnahmen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) integriert.</span></p><p><span>Das BAG ist bestrebt, auch die Gesundheitskompetenz von sozial benachteiligten Personen in der Schweiz zu verbessern, indem es die Bereitstellung und Verbreitung einfach verständlicher Informationen fördert. So werden z.B. auf der Webseite </span><span>www.patientendossier.ch die </span><span>Informationen zum elektronischen Patientendossier in elf Sprachen sowie in leichter Sprache veröffentlicht. Um die Gesundheitskompetenz nachhaltig stärken zu können, braucht es jedoch die Kooperation aller Akteure aus allen Sektoren der Gesellschaft: Gesundheitsfachpersonen, (Gesundheits-)Organisationen, Versicherer, Bildungsinstitutionen usw. </span></p><p><span>3. Gesundheitskompetenz ist sowohl in den sprachregionalen Lehrplänen der Volksschule, welche seit 2023 in allen Kantonen umgesetzt werden, als auch in den Lehrplänen der Sekundarstufe II verankert. </span></p><p><span>Im Auftrag des Tabakpräventionsfonds hat éducation21, das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung, zudem das Unterrichtsangebot «ResponsAbilita» für die Sekundarstufe I entwickelt. Es ermöglicht Schülerinnen und Schüler, sich im Unterricht mit einer gesunden und verantwortungsvollen Lebensweise auseinanderzusetzen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. </span></p><p><span>Schülerinnen und Schüler eignen sich Gesundheitskompetenz aber nicht nur im Unterricht an. Wesentlich ist auch die Implementierung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen in schulischen Strukturen. </span></p><p><span>4.</span><strong><span> </span></strong><span>Der Bund setzt sich gemeinsam mit den Kantonen dafür ein, dass Erwachsene bestehende Grundkompetenzen erhalten und erwerben können. Mit diesem Ziel richtet das Staatssekretariat Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gestützt auf das Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG, SR 419.1) Finanzhilfen an die Kantone aus. Neben Lesen, Schreiben und Grundkenntnisse der Mathematik, wird auch die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert. Die nationale Plattform des Bundes «Jugend und Medien» zur allgemeinen Förderung der Medienkompetenz richtet sich an Eltern und Fachpersonen mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen einen altersgerechten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen.</span><span>&nbsp;</span><span>Weiter setzt sich das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) (Allianz Digitale Inklusion Schweiz) dafür ein, dass alle Menschen Zugang zur digitalen Welt haben und zur digitalen Teilhabe befähigt sind. </span></p><p><span>5. </span><span>Das BAG bereitet gegenwärtig eine erneute Befragung (Health Literacy Survey</span><sub><span> </span></sub><span>2024-2027) vor. Die Ergebnisse werden zeigen, wie sich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in der Schweiz in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Da Massnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz in verschiedenen Public Health Strategien umgesetzt werden, wird die Wirksamkeit einzelner Massnahmen im Rahmen der entsprechenden Strategien evaluiert.</span></p></span>
  • <p>Gesundheitskompetenz (Health Literacy) ist die Fähigkeit, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, dass Menschen Krankheiten besser vorbeugen, sich im Gesundheitssystem zurechtfinden und ihre Gesundheit aktiv managen können. Die Ergebnisse des Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021 zeigen, dass es in der Schweiz noch erhebliches Verbesserungspotenzial gibt. Besonders sozial benachteiligte Gruppen weisen oft eine geringere Gesundheitskompetenz auf, was zu gesundheitlichen Ungleichheiten führt. Es ist daher wichtig, gezielte Massnahmen zu ergreifen, um die Gesundheitskompetenz in der gesamten Bevölkerung zu stärken.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Aktueller Stand der Gesundheitskompetenz: Wie schätzt der Bundesrat den aktuellen Stand der Gesundheitskompetenz in der Schweizer Bevölkerung im Allgemeinen und auch basierend auf den Ergebnissen des Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021 ein?</li><li>Massnahmen zur Verbesserung: Welche Roadmap für die Umsetzung einer Strategie sieht der Bundesrat vor, um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu verbessern, insbesondere in Bezug auf sozial benachteiligte Gruppen?</li><li>Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen: Inwiefern arbeitet der Bundesrat mit Bildungseinrichtungen zusammen, um Gesundheitskompetenz bereits in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu fördern?</li><li>Digitale Gesundheitskompetenz: Welche Initiativen gibt es, um die digitale Gesundheitskompetenz zu stärken, damit die Bevölkerung besser mit digitalen Gesundheitsinformationen umgehen kann?</li><li>Evaluation und Monitoring: Wie wird der Erfolg der Massnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz evaluiert und überwacht?</li></ol>
  • Verbesserung der Health Literacy in der Schweiz
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1. Der Health Literacy Survey 2019-2021 (Careum 2023, Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit) zeigt, dass knapp die Hälfte der Befragten (49%) Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen hat und somit eine geringe Gesundheitskompetenz aufweist. Dabei erweist sich vor allem das Beurteilen von Informationen als schwierig. Weiter haben rund drei Viertel der Befragten Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zu orientieren (74%) sowie mit digitalen Gesundheitsinformationen umzugehen (72%). Die Studie zeigt ebenfalls, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen (insb. Personen in finanziell prekären Situationen, mit wenig sozialer Unterstützung, mit niedrigerem Bildungsniveau und/oder mit Schwierigkeiten in der lokalen Landessprache) häufiger eine tiefe Gesundheitskompetenz aufweisen. </span><span>Daraus ist zu schliessen, dass es einerseits zielgruppenspezifische Massnahmen braucht, andererseits auch die strukturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden müssen, dass die Gesundheitskompetenz gefördert wird.</span></p><p><span>2.</span><span> Die Stärkung der Gesundheitskompetenz ist ein Schwerpunkt in der bundesrätlichen Strategie «Gesundheit 2030». Es wird kein eigenständiger Aktionsplan zur Förderung der Gesundheitskompetenz umgesetzt. Entsprechende Massnahmen werden jedoch in bestehende Strategien und Kommunikationsmassnahmen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) integriert.</span></p><p><span>Das BAG ist bestrebt, auch die Gesundheitskompetenz von sozial benachteiligten Personen in der Schweiz zu verbessern, indem es die Bereitstellung und Verbreitung einfach verständlicher Informationen fördert. So werden z.B. auf der Webseite </span><span>www.patientendossier.ch die </span><span>Informationen zum elektronischen Patientendossier in elf Sprachen sowie in leichter Sprache veröffentlicht. Um die Gesundheitskompetenz nachhaltig stärken zu können, braucht es jedoch die Kooperation aller Akteure aus allen Sektoren der Gesellschaft: Gesundheitsfachpersonen, (Gesundheits-)Organisationen, Versicherer, Bildungsinstitutionen usw. </span></p><p><span>3. Gesundheitskompetenz ist sowohl in den sprachregionalen Lehrplänen der Volksschule, welche seit 2023 in allen Kantonen umgesetzt werden, als auch in den Lehrplänen der Sekundarstufe II verankert. </span></p><p><span>Im Auftrag des Tabakpräventionsfonds hat éducation21, das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung, zudem das Unterrichtsangebot «ResponsAbilita» für die Sekundarstufe I entwickelt. Es ermöglicht Schülerinnen und Schüler, sich im Unterricht mit einer gesunden und verantwortungsvollen Lebensweise auseinanderzusetzen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. </span></p><p><span>Schülerinnen und Schüler eignen sich Gesundheitskompetenz aber nicht nur im Unterricht an. Wesentlich ist auch die Implementierung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen in schulischen Strukturen. </span></p><p><span>4.</span><strong><span> </span></strong><span>Der Bund setzt sich gemeinsam mit den Kantonen dafür ein, dass Erwachsene bestehende Grundkompetenzen erhalten und erwerben können. Mit diesem Ziel richtet das Staatssekretariat Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gestützt auf das Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG, SR 419.1) Finanzhilfen an die Kantone aus. Neben Lesen, Schreiben und Grundkenntnisse der Mathematik, wird auch die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert. Die nationale Plattform des Bundes «Jugend und Medien» zur allgemeinen Förderung der Medienkompetenz richtet sich an Eltern und Fachpersonen mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen einen altersgerechten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen.</span><span>&nbsp;</span><span>Weiter setzt sich das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) (Allianz Digitale Inklusion Schweiz) dafür ein, dass alle Menschen Zugang zur digitalen Welt haben und zur digitalen Teilhabe befähigt sind. </span></p><p><span>5. </span><span>Das BAG bereitet gegenwärtig eine erneute Befragung (Health Literacy Survey</span><sub><span> </span></sub><span>2024-2027) vor. Die Ergebnisse werden zeigen, wie sich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in der Schweiz in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Da Massnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz in verschiedenen Public Health Strategien umgesetzt werden, wird die Wirksamkeit einzelner Massnahmen im Rahmen der entsprechenden Strategien evaluiert.</span></p></span>
    • <p>Gesundheitskompetenz (Health Literacy) ist die Fähigkeit, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, dass Menschen Krankheiten besser vorbeugen, sich im Gesundheitssystem zurechtfinden und ihre Gesundheit aktiv managen können. Die Ergebnisse des Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021 zeigen, dass es in der Schweiz noch erhebliches Verbesserungspotenzial gibt. Besonders sozial benachteiligte Gruppen weisen oft eine geringere Gesundheitskompetenz auf, was zu gesundheitlichen Ungleichheiten führt. Es ist daher wichtig, gezielte Massnahmen zu ergreifen, um die Gesundheitskompetenz in der gesamten Bevölkerung zu stärken.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Aktueller Stand der Gesundheitskompetenz: Wie schätzt der Bundesrat den aktuellen Stand der Gesundheitskompetenz in der Schweizer Bevölkerung im Allgemeinen und auch basierend auf den Ergebnissen des Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021 ein?</li><li>Massnahmen zur Verbesserung: Welche Roadmap für die Umsetzung einer Strategie sieht der Bundesrat vor, um die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu verbessern, insbesondere in Bezug auf sozial benachteiligte Gruppen?</li><li>Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen: Inwiefern arbeitet der Bundesrat mit Bildungseinrichtungen zusammen, um Gesundheitskompetenz bereits in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu fördern?</li><li>Digitale Gesundheitskompetenz: Welche Initiativen gibt es, um die digitale Gesundheitskompetenz zu stärken, damit die Bevölkerung besser mit digitalen Gesundheitsinformationen umgehen kann?</li><li>Evaluation und Monitoring: Wie wird der Erfolg der Massnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz evaluiert und überwacht?</li></ol>
    • Verbesserung der Health Literacy in der Schweiz

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