Kürzung der Finanzierung der Weltnaturschutzorganisation. Ein schwerer Schlag für die Biodiversität und das internationale Genf
- ShortId
-
25.3142
- Id
-
20253142
- Updated
-
14.11.2025 03:07
- Language
-
de
- Title
-
Kürzung der Finanzierung der Weltnaturschutzorganisation. Ein schwerer Schlag für die Biodiversität und das internationale Genf
- AdditionalIndexing
-
08;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die IUCN hat ihren Sitz seit 1961 in der Schweiz. Sie vereint 80 Staaten, 120 Regierungsstellen, über 800 NRO und rund 10.000 Fachleute in einer einzigartigen globalen Partnerschaft. Sie ist Teil des internationalen Genf.</p><p> </p><p>Da der Sitz der Organisation in Gland liegt, setzt sich der Kanton Waadt seit Jahren stark für die IUCN ein. Er wurde 2024 Mitglied der Organisation. Durch diese Mitgliedschaft erhält er Zugang zu einem internationalen Netzwerk sowie zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und bewährten Verfahren (auch auf regionaler Ebene).</p><p> </p><p>Verringert der Bund seine Unterstützung, so schadet das der Glaubwürdigkeit der Schweiz im Bereich des Umweltschutzes auf internationaler Ebene. Eine solche Kürzung könnte den Weg für einen Rückzug aus dem Engagement für die biologische Vielfalt ebnen. Nun hat aber die Schweiz 1994 die Konvention über biologische Vielfalt ratifiziert. Sie hat sich verpflichtet, den Naturschutz zu fördern.</p><p> </p><p>In einem internationalen Kontext, in dem der Multilateralismus in Frage gestellt wird, bedroht dieser Entscheid auch den Ruf der Schweiz als Gastland für internationale Organisationen und die Beständigkeit ihrer Verpflichtungen. Er schadet dem internationalen Genf und dem Ökosystem der im Genferseebogen ansässigen Organisationen. Er trägt dazu bei, dass unsere Aussenpolitik an Gewicht und Ausstrahlung verliert. </p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><p>1) Hat der Bundesrat evaluiert, wie sich die Kürzung seiner Finanzierung der IUCN auf deren Aktivitäten auswirkt?</p><p> </p><p>2) Ist der Bund bereit, sein Engagement für die Biodiversität im Rahmen der IUCN in den kommenden Jahren fortzusetzen, und wenn ja, wie? </p>
- <span><p><span>Klima und Umwelt gehören zu den vier Zielen der Strategie der internationalen Zusammenarbeit (IZA) 2025-2028 (BBI 2024 1518). So stärkt die Schweiz einerseits die Widerstandsfähigkeit von Entwicklungsländern und trägt andererseits zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützen auch Massnahmen, um die Bevölkerung zu schützen und wirtschaftliche Verluste zu begrenzen, und tragen zur Erhaltung der Biodiversität und der Ökosysteme bei. Für diese Aufgaben sind in den Jahren 2025-2028 1,6 Milliarden Franken vorgesehen.</span></p><p><span>Das Parlament hat im Dezember 2024 entschieden, die Kredite der IZA zu kürzen. Die Departemente sind bemüht, die Umsetzbarkeit der IZA-Strategie 2025–2028 sicherzustellen. Kürzungen in dieser Grössenordnung lassen sich jedoch nicht mehr ohne spürbare Einschnitte bewältigen. Eine verstärkte Priorisierung ist deshalb unumgänglich.</span></p><p><span>Die DEZA anerkennt die wichtige Rolle der </span><em><span>International Union for Conservation of Nature </span></em><span>(IUCN) als globale Organisation im Umwelt- und Klimabereich. Sie hat ihren Sitz in Gland (VD) und ist Teil des „internationalen Genfs“. Dem Bundesrat ist es ein Anliegen, den Sitz der IUCN in der Schweiz zu halten. </span></p><p><span>Die IUCN ist eine relevante Partnerin der DEZA, welche weiterhin mit Beiträgen im Rahmen der verfügbaren Mittel unterstützt werden soll. Die DEZA leistet einen bedeutenden Beitrag an die Grundlagenarbeit der Union und des umfassenden Netzwerks von Umweltwissenschaftlerinnen und Umweltwissenschaftlern, welche oft direkt relevant sind für die Ausarbeitung der nationalen Umweltpolitik der Schweiz. Als Umsetzungspartnerin von konkreten Projekten der IZA wird IUCN eine wichtige Rolle einnehmen. </span></p><p><span>Durchschnittlich betrug der Schweizer Beitrag an die IUCN in den vergangenen 5 Jahren rund 4 Millionen Franken (davon rund 3,5 Mio. von der DEZA zusammengesetzt aus freiwilligen Kernbeiträgen und Projektbeiträgen sowie 0,5 Mio. vom BAFU). Aufgrund der erwähnten Priorisierungen wurde der freiwillige Kernbeitrag der DEZA entsprechend reduziert. Die operationelle Umsetzung obliegt IUCN. </span></p></span>
- <p>Die DEZA hat beschlossen, ab diesem Jahr ihre Mittel für die Weltnaturschutzunion (IUCN) um die Hälfte zu kürzen. Um ihre Aufgaben zu erfüllen und Lösungen für die ökologischen Herausforderungen des Klimawandels entwickeln zu können, ist die IUCN auf eine stabile Finanzierung angewiesen. </p><p> </p>
- Kürzung der Finanzierung der Weltnaturschutzorganisation. Ein schwerer Schlag für die Biodiversität und das internationale Genf
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die IUCN hat ihren Sitz seit 1961 in der Schweiz. Sie vereint 80 Staaten, 120 Regierungsstellen, über 800 NRO und rund 10.000 Fachleute in einer einzigartigen globalen Partnerschaft. Sie ist Teil des internationalen Genf.</p><p> </p><p>Da der Sitz der Organisation in Gland liegt, setzt sich der Kanton Waadt seit Jahren stark für die IUCN ein. Er wurde 2024 Mitglied der Organisation. Durch diese Mitgliedschaft erhält er Zugang zu einem internationalen Netzwerk sowie zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und bewährten Verfahren (auch auf regionaler Ebene).</p><p> </p><p>Verringert der Bund seine Unterstützung, so schadet das der Glaubwürdigkeit der Schweiz im Bereich des Umweltschutzes auf internationaler Ebene. Eine solche Kürzung könnte den Weg für einen Rückzug aus dem Engagement für die biologische Vielfalt ebnen. Nun hat aber die Schweiz 1994 die Konvention über biologische Vielfalt ratifiziert. Sie hat sich verpflichtet, den Naturschutz zu fördern.</p><p> </p><p>In einem internationalen Kontext, in dem der Multilateralismus in Frage gestellt wird, bedroht dieser Entscheid auch den Ruf der Schweiz als Gastland für internationale Organisationen und die Beständigkeit ihrer Verpflichtungen. Er schadet dem internationalen Genf und dem Ökosystem der im Genferseebogen ansässigen Organisationen. Er trägt dazu bei, dass unsere Aussenpolitik an Gewicht und Ausstrahlung verliert. </p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><p>1) Hat der Bundesrat evaluiert, wie sich die Kürzung seiner Finanzierung der IUCN auf deren Aktivitäten auswirkt?</p><p> </p><p>2) Ist der Bund bereit, sein Engagement für die Biodiversität im Rahmen der IUCN in den kommenden Jahren fortzusetzen, und wenn ja, wie? </p>
- <span><p><span>Klima und Umwelt gehören zu den vier Zielen der Strategie der internationalen Zusammenarbeit (IZA) 2025-2028 (BBI 2024 1518). So stärkt die Schweiz einerseits die Widerstandsfähigkeit von Entwicklungsländern und trägt andererseits zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützen auch Massnahmen, um die Bevölkerung zu schützen und wirtschaftliche Verluste zu begrenzen, und tragen zur Erhaltung der Biodiversität und der Ökosysteme bei. Für diese Aufgaben sind in den Jahren 2025-2028 1,6 Milliarden Franken vorgesehen.</span></p><p><span>Das Parlament hat im Dezember 2024 entschieden, die Kredite der IZA zu kürzen. Die Departemente sind bemüht, die Umsetzbarkeit der IZA-Strategie 2025–2028 sicherzustellen. Kürzungen in dieser Grössenordnung lassen sich jedoch nicht mehr ohne spürbare Einschnitte bewältigen. Eine verstärkte Priorisierung ist deshalb unumgänglich.</span></p><p><span>Die DEZA anerkennt die wichtige Rolle der </span><em><span>International Union for Conservation of Nature </span></em><span>(IUCN) als globale Organisation im Umwelt- und Klimabereich. Sie hat ihren Sitz in Gland (VD) und ist Teil des „internationalen Genfs“. Dem Bundesrat ist es ein Anliegen, den Sitz der IUCN in der Schweiz zu halten. </span></p><p><span>Die IUCN ist eine relevante Partnerin der DEZA, welche weiterhin mit Beiträgen im Rahmen der verfügbaren Mittel unterstützt werden soll. Die DEZA leistet einen bedeutenden Beitrag an die Grundlagenarbeit der Union und des umfassenden Netzwerks von Umweltwissenschaftlerinnen und Umweltwissenschaftlern, welche oft direkt relevant sind für die Ausarbeitung der nationalen Umweltpolitik der Schweiz. Als Umsetzungspartnerin von konkreten Projekten der IZA wird IUCN eine wichtige Rolle einnehmen. </span></p><p><span>Durchschnittlich betrug der Schweizer Beitrag an die IUCN in den vergangenen 5 Jahren rund 4 Millionen Franken (davon rund 3,5 Mio. von der DEZA zusammengesetzt aus freiwilligen Kernbeiträgen und Projektbeiträgen sowie 0,5 Mio. vom BAFU). Aufgrund der erwähnten Priorisierungen wurde der freiwillige Kernbeitrag der DEZA entsprechend reduziert. Die operationelle Umsetzung obliegt IUCN. </span></p></span>
- <p>Die DEZA hat beschlossen, ab diesem Jahr ihre Mittel für die Weltnaturschutzunion (IUCN) um die Hälfte zu kürzen. Um ihre Aufgaben zu erfüllen und Lösungen für die ökologischen Herausforderungen des Klimawandels entwickeln zu können, ist die IUCN auf eine stabile Finanzierung angewiesen. </p><p> </p>
- Kürzung der Finanzierung der Weltnaturschutzorganisation. Ein schwerer Schlag für die Biodiversität und das internationale Genf
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