Strategie Fernverkehr. Transparenz zu den geplanten Verbindungen

ShortId
25.3152
Id
20253152
Updated
14.11.2025 03:09
Language
de
Title
Strategie Fernverkehr. Transparenz zu den geplanten Verbindungen
AdditionalIndexing
48
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die SBB präsentierte Anfang März eine erfreuliche Entwicklung der Passagierzahlen. Sowohl im Fern- wie auch im Regionalverkehr wurden im Jahr 2024 Rekordzahlen erzielt.</p><p>Im internationalen Personenverkehr sieht die SBB ein grosses Potenzial und kündigt an, die grenzüberschreitenden Verbindungen auszubauen. Dafür braucht es neues Rollmaterial und die Beschaffung von neuen Hochgeschwindigkeitszügen. Sie kündigen die Prüfung von Tagzugverbindungen in die Städte Rom und Barcelona an. Gleichzeitig informiert die SBB, dass Direktverbindungen zwischen der Schweiz und London aufgrund der notwendigen Vorarbeiten (wie Terminals und Staatsverträge) nicht vor den 2030er- Jahren möglich sein werden. Die Nachtzüge nach Kopenhagen/Malmö sollen mindestens saisonal ab April 2026 im Einsatz sein.</p>
  • <span><p><span>1. Die SBB orientiert sich an den strategischen Zielen des Bundesrats 2024-2027 (</span><a href="https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/bundesnahe-betriebe/sbb/strategische-ziele.html"><u><span>Strategische Ziele für die SBB - UVEK</span></u></a><span>). Im internationalen Personenfernverkehr erwartet dieser von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Die SBB soll zudem den Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessern. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Aktuell bietet die SBB im Tagesverkehr über 90 internationale Fernverbindungen pro Tag und Richtung an, welche die Schweiz mit über 120 Destinationen in Europa direkt verbinden. Hinzu kommen 8 Nachtzüge mit Verbindungen zu 25 Destinationen.</span></p><p><span>2024 reisten 11.6 Millionen Personen mit dem internationalen Fernverkehr zwischen der Schweiz und anderen europäischen Ländern, davon rund 550’000 Personen mit den Nachtzügen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Die SBB evaluiert derzeit, welchen Komfort und Services zukünftige (Hochgeschwindigkeits-)Züge bieten sollen. Dabei werden auch Fragen des Einsatzes im Tages- und Nachtverkehr erörtert. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Die Nachtzugverbindung nach Kopenhagen und Malmö soll in Zusammenarbeit mit der RDC Deutschland GmbH in Hamburg sowie weiteren Produktionspartnern betrieben werden. Die benötigten Trassen für den Betrieb des möglichen Nachtzugs ab April 2026 sind momentan in Prüfung bei den Infrastrukturbetreibern. Zurzeit sind drei Verbindungen pro Woche und Richtung vorgesehen. Ob längerfristig mit einem ganzjährigen Angebot zu rechnen ist, hängt unter anderem von der Frage der Finanzierung ab.</span><span>&nbsp; </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Ob die SBB die geplanten Linien in Betrieb nehmen können, hängt unter anderem von der Verfügbarkeit von Trassen- und Bahnhofskapazitäten im In- und Ausland, der Verfügbarkeit von geeignetem Rollmaterial, des Potenzials, die Linien auch langfristig rentabel zu betreiben, sowie von Zusammenarbeitsvereinbarungen mit Partnerbahnen ab. Damit eine internationale Verbindung erfolgreich ist, sind unter anderem attraktive Reise- sowie kundengerechte Abfahrts- und Ankunftszeiten notwendig. In der Schweiz sind zusätzliche Trassen kaum vorhanden oder stehen oft in Konflikt mit anderen Trassen. Auch im Ausland bestehen teilweise Herausforderungen, Trassen zu finden, da gewisse Streckenabschnitte oder Knoten stark ausgelastet sind. Baustellen führen zu einer zusätzlichen Verknappung der Trassenverfügbarkeit.</span></p><p><span>Für die Realisierung der Direktverbindungen Schweiz – Rom/Barcelona bedarf es Rollmaterial, das mindestens mit 300 km/h verkehren kann. Die SBB verfügt nicht über solches Rollmaterial. Entweder müsste es von einem Kooperationspartner zur Verfügung gestellt oder von der SBB beschafft werden.</span></p><p><span>Daneben muss der Betrieb, entsprechend den strategischen Zielen des Bundesrats für die SBB, grundsätzlich wirtschaftlich tragbar sein. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6. Ohne langfristig gesicherte Finanzierung lassen sich Nachtzüge z.B. nach Rom oder Barcelona nicht kostendeckend betreiben. Die Projekte werden von der SBB aktuell nicht weiterverfolgt. Neben neu zu beschaffenden, teuren Nachtzügen stellen sich grosse betriebliche Herausforderungen. So sind Nachtzüge auch besonders stark von nächtlichen Streckensperren aufgrund von Bauarbeiten betroffen, häufig ohne geeignete Umleitungsmöglichkeiten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7. Die SBB hat Projekte zur Untersuchung der Realisierbarkeit mit Partnerbahnen gestartet. Zum Zeitpunkt der Einführung kann die SBB aktuell keine gesicherten Aussagen machen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8. Hochgeschwindigkeitszüge würden insbesondere im Verkehr nach Italien und Frankreich zum Einsatz kommen sowie gegebenenfalls für weitere Destinationen wie Barcelona, Brüssel, Amsterdam oder London.</span></p><p><span>Gemäss den heute gültigen Bestimmungen sind Züge, die im schweizerischen Taktsystem verkehren, für nationale Kundinnen und Kunden ohne Reservation benutzbar. Allfällige Ausnahmen von diesem System lassen sich nicht von vornherein ausschliessen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>9. Bei internationalen Zügen, die zusätzlich zum Grundtakt des Fernverkehrs in der Schweiz verkehren, ist denkbar, dass diese Züge nur internationale Reisende transportieren und/oder eine Reservationspflicht besteht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>10. Die Perspektive BAHN 2050, zu welcher die SBB für den internationalen Verkehr eine Potenzialstudie beigetragen hat, weist ergänzend zum heutigen Netz interessante Potenziale für Verbindungen nach London, Barcelona, Marseille, Brüssel–Amsterdam sowie Florenz–Rom aus. Die Machbarkeit entsprechender Verbindungen wird durch die SBB vertieft geprüft.</span></p></span>
  • <p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:&nbsp;</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Welche Strategie verfolgt die SBB im internationalen Personenverkehr?</li><li>Wie sieht die Aufteilung aus zwischen Verbindungen, die im Tagesverkehr angeboten werden und solchen, die im Nachtverkehr angeboten werden?</li><li>Wird gegebenenfalls im Rahmen einer solchen Strategie auch der Einsatz von Hybridzügen geprüft, die sowohl im Tages- wie auch im Nachtverkehr eingesetzt werden können?</li><li>Nachtzugverbindung Schweiz – Kopenhagen/Malmö: Wer ist der Kooperationspartner und sind die Trassen für den Einsatz des Nachtzuges ab Frühling 2026 bereits freigegeben? Ist langfristig auch mit einem ganzjährigen Angebot zu rechnen?&nbsp;</li><li>Tagverbindung mit Hochgeschwindigkeitszügen nach Rom und Barcelona: Was sind aktuell die Hürden, die es zu bewältigen gibt?</li><li>Sind Nachtzüge nach Rom oder Barcelona endgültig vom Tisch?</li><li>Wie sieht der Zeitplan aus für die Realisierung der Tagesverbindungen nach Rom und Barcelona?&nbsp;</li><li>Auf welchen Strecken sollen die Hochgeschwindigkeitszüge fahren? Werden die Züge für innerschweizerische Strecken benützbar sein? Falls dem so ist: Wird auf diesen Strecken eine Reservationspflicht bestehen?</li><li>Und sind auch national geschlossene Zugkompositionen angedacht, d.h. solche, die nur mit einem internationalen Ticket inkl. einer Reservation genutzt werden können?&nbsp;</li><li>Sind weitere Tag- oder Nachtzugverbindungen neben den bereits genannten angedacht, wie beispielsweise nach Brüssel?</li></ul>
  • Strategie Fernverkehr. Transparenz zu den geplanten Verbindungen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die SBB präsentierte Anfang März eine erfreuliche Entwicklung der Passagierzahlen. Sowohl im Fern- wie auch im Regionalverkehr wurden im Jahr 2024 Rekordzahlen erzielt.</p><p>Im internationalen Personenverkehr sieht die SBB ein grosses Potenzial und kündigt an, die grenzüberschreitenden Verbindungen auszubauen. Dafür braucht es neues Rollmaterial und die Beschaffung von neuen Hochgeschwindigkeitszügen. Sie kündigen die Prüfung von Tagzugverbindungen in die Städte Rom und Barcelona an. Gleichzeitig informiert die SBB, dass Direktverbindungen zwischen der Schweiz und London aufgrund der notwendigen Vorarbeiten (wie Terminals und Staatsverträge) nicht vor den 2030er- Jahren möglich sein werden. Die Nachtzüge nach Kopenhagen/Malmö sollen mindestens saisonal ab April 2026 im Einsatz sein.</p>
    • <span><p><span>1. Die SBB orientiert sich an den strategischen Zielen des Bundesrats 2024-2027 (</span><a href="https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/bundesnahe-betriebe/sbb/strategische-ziele.html"><u><span>Strategische Ziele für die SBB - UVEK</span></u></a><span>). Im internationalen Personenfernverkehr erwartet dieser von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Die SBB soll zudem den Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessern. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Aktuell bietet die SBB im Tagesverkehr über 90 internationale Fernverbindungen pro Tag und Richtung an, welche die Schweiz mit über 120 Destinationen in Europa direkt verbinden. Hinzu kommen 8 Nachtzüge mit Verbindungen zu 25 Destinationen.</span></p><p><span>2024 reisten 11.6 Millionen Personen mit dem internationalen Fernverkehr zwischen der Schweiz und anderen europäischen Ländern, davon rund 550’000 Personen mit den Nachtzügen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Die SBB evaluiert derzeit, welchen Komfort und Services zukünftige (Hochgeschwindigkeits-)Züge bieten sollen. Dabei werden auch Fragen des Einsatzes im Tages- und Nachtverkehr erörtert. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Die Nachtzugverbindung nach Kopenhagen und Malmö soll in Zusammenarbeit mit der RDC Deutschland GmbH in Hamburg sowie weiteren Produktionspartnern betrieben werden. Die benötigten Trassen für den Betrieb des möglichen Nachtzugs ab April 2026 sind momentan in Prüfung bei den Infrastrukturbetreibern. Zurzeit sind drei Verbindungen pro Woche und Richtung vorgesehen. Ob längerfristig mit einem ganzjährigen Angebot zu rechnen ist, hängt unter anderem von der Frage der Finanzierung ab.</span><span>&nbsp; </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Ob die SBB die geplanten Linien in Betrieb nehmen können, hängt unter anderem von der Verfügbarkeit von Trassen- und Bahnhofskapazitäten im In- und Ausland, der Verfügbarkeit von geeignetem Rollmaterial, des Potenzials, die Linien auch langfristig rentabel zu betreiben, sowie von Zusammenarbeitsvereinbarungen mit Partnerbahnen ab. Damit eine internationale Verbindung erfolgreich ist, sind unter anderem attraktive Reise- sowie kundengerechte Abfahrts- und Ankunftszeiten notwendig. In der Schweiz sind zusätzliche Trassen kaum vorhanden oder stehen oft in Konflikt mit anderen Trassen. Auch im Ausland bestehen teilweise Herausforderungen, Trassen zu finden, da gewisse Streckenabschnitte oder Knoten stark ausgelastet sind. Baustellen führen zu einer zusätzlichen Verknappung der Trassenverfügbarkeit.</span></p><p><span>Für die Realisierung der Direktverbindungen Schweiz – Rom/Barcelona bedarf es Rollmaterial, das mindestens mit 300 km/h verkehren kann. Die SBB verfügt nicht über solches Rollmaterial. Entweder müsste es von einem Kooperationspartner zur Verfügung gestellt oder von der SBB beschafft werden.</span></p><p><span>Daneben muss der Betrieb, entsprechend den strategischen Zielen des Bundesrats für die SBB, grundsätzlich wirtschaftlich tragbar sein. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6. Ohne langfristig gesicherte Finanzierung lassen sich Nachtzüge z.B. nach Rom oder Barcelona nicht kostendeckend betreiben. Die Projekte werden von der SBB aktuell nicht weiterverfolgt. Neben neu zu beschaffenden, teuren Nachtzügen stellen sich grosse betriebliche Herausforderungen. So sind Nachtzüge auch besonders stark von nächtlichen Streckensperren aufgrund von Bauarbeiten betroffen, häufig ohne geeignete Umleitungsmöglichkeiten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7. Die SBB hat Projekte zur Untersuchung der Realisierbarkeit mit Partnerbahnen gestartet. Zum Zeitpunkt der Einführung kann die SBB aktuell keine gesicherten Aussagen machen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8. Hochgeschwindigkeitszüge würden insbesondere im Verkehr nach Italien und Frankreich zum Einsatz kommen sowie gegebenenfalls für weitere Destinationen wie Barcelona, Brüssel, Amsterdam oder London.</span></p><p><span>Gemäss den heute gültigen Bestimmungen sind Züge, die im schweizerischen Taktsystem verkehren, für nationale Kundinnen und Kunden ohne Reservation benutzbar. Allfällige Ausnahmen von diesem System lassen sich nicht von vornherein ausschliessen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>9. Bei internationalen Zügen, die zusätzlich zum Grundtakt des Fernverkehrs in der Schweiz verkehren, ist denkbar, dass diese Züge nur internationale Reisende transportieren und/oder eine Reservationspflicht besteht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>10. Die Perspektive BAHN 2050, zu welcher die SBB für den internationalen Verkehr eine Potenzialstudie beigetragen hat, weist ergänzend zum heutigen Netz interessante Potenziale für Verbindungen nach London, Barcelona, Marseille, Brüssel–Amsterdam sowie Florenz–Rom aus. Die Machbarkeit entsprechender Verbindungen wird durch die SBB vertieft geprüft.</span></p></span>
    • <p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:&nbsp;</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Welche Strategie verfolgt die SBB im internationalen Personenverkehr?</li><li>Wie sieht die Aufteilung aus zwischen Verbindungen, die im Tagesverkehr angeboten werden und solchen, die im Nachtverkehr angeboten werden?</li><li>Wird gegebenenfalls im Rahmen einer solchen Strategie auch der Einsatz von Hybridzügen geprüft, die sowohl im Tages- wie auch im Nachtverkehr eingesetzt werden können?</li><li>Nachtzugverbindung Schweiz – Kopenhagen/Malmö: Wer ist der Kooperationspartner und sind die Trassen für den Einsatz des Nachtzuges ab Frühling 2026 bereits freigegeben? Ist langfristig auch mit einem ganzjährigen Angebot zu rechnen?&nbsp;</li><li>Tagverbindung mit Hochgeschwindigkeitszügen nach Rom und Barcelona: Was sind aktuell die Hürden, die es zu bewältigen gibt?</li><li>Sind Nachtzüge nach Rom oder Barcelona endgültig vom Tisch?</li><li>Wie sieht der Zeitplan aus für die Realisierung der Tagesverbindungen nach Rom und Barcelona?&nbsp;</li><li>Auf welchen Strecken sollen die Hochgeschwindigkeitszüge fahren? Werden die Züge für innerschweizerische Strecken benützbar sein? Falls dem so ist: Wird auf diesen Strecken eine Reservationspflicht bestehen?</li><li>Und sind auch national geschlossene Zugkompositionen angedacht, d.h. solche, die nur mit einem internationalen Ticket inkl. einer Reservation genutzt werden können?&nbsp;</li><li>Sind weitere Tag- oder Nachtzugverbindungen neben den bereits genannten angedacht, wie beispielsweise nach Brüssel?</li></ul>
    • Strategie Fernverkehr. Transparenz zu den geplanten Verbindungen

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