Anwerbung wissenschaftlicher Talente aus den USA. Welche Strategie verfolgt die Schweiz?
- ShortId
-
25.3161
- Id
-
20253161
- Updated
-
14.11.2025 03:15
- Language
-
de
- Title
-
Anwerbung wissenschaftlicher Talente aus den USA. Welche Strategie verfolgt die Schweiz?
- AdditionalIndexing
-
36;08;32
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Forschung und Innovation sind Schlüsselelemente für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und für die Aufrechterhaltung ihrer Rolle als globaler Wissenschaftsstandort. In einem internationalen Kontext, in dem einige Länder ihre Unterstützung für die Forschung reduzieren, könnte die Schweiz ihre Position stärken und ausländischen Talenten günstige Bedingungen anbieten; dies umso mehr, als die Wiederbeteiligung unseres Landes am Programm Horizon bevorsteht.</p><p> </p><p>Frühzeitiges Handeln auf diesem Gebiet würde es unserem Land ermöglichen, nicht nur Köpfe und Kompetenzen anzuziehen, sondern auch die mit den Projekten dieser Forschenden verbundenen potenziellen Finanzierungen abzufangen, wodurch ein positiver Kreislauf zum Nutzen des gesamten schweizerischen Wissenschafts- und Wirtschaftssystems entstehen würde.</p>
- <span><p><span>Antwort 1/4/5</span></p><p><span>Schweizer Hochschulen bieten internationalen Forschenden eine attraktive Forschungsumgebung mit hohen akademischen Standards und wertvollen internationalen Kooperationsmöglichkeiten. Sie sind autonom in der Festlegung ihrer Strategien zur Rekrutierung der besten nationalen und internationalen Talente. Dabei orientieren sie sich an den Grundsätzen des Wettbewerbs und der Exzellenz. Forschende aus den USA wie auch aus anderen Staaten haben wie bis anhin die Möglichkeit, sich an Schweizer Hochschulen bei offenen Stellen und im Rahmen von Berufungsverfahren zu bewerben. Eine weitere Möglichkeit bieten auch die hochkompetitiven European Research Council (ERC)-Grants, für die sich Forschende aus den USA an Schweizer Hochschulen bewerben können. </span></p><p><span>Der Bund fördert die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation (BFI) basierend auf den Grundsätzen, auf denen er den BFI-Bereich insgesamt fördert: Autonomie und Verantwortung der Hochschulen und der Förderorgane wie SNF, Innosuisse und Akademien; Bottom-up-Prinzip; Wissenschaftsfreiheit und -integrität sowie Wettbewerb und Exzellenz. </span></p><p><span>Der Bundesrat lehnt aus den genannten Gründen bundesseitige Massnahmen oder Sonderprogramme zur gezielten Anwerbung von Forschenden aus einzelnen Ländern ab.</span></p><p><span>Antwort 2</span></p><p><span>Die Einstellung von Personen aus Drittstaaten wie den USA unterliegt einer Kontingentierung. Das Einstellungsverfahren erfordert somit eine detaillierte Begründung. Da Wissenschaftler über sehr spezielle Kenntnisse in ihrem Fachgebiet verfügen, ist es in der Praxis aber durchaus üblich, Staatsangehörige der USA einzustellen. Mögliche Herausforderungen bestehen, wie für alle Forschenden aus Drittstaaten, bezüglich Arbeitsbewilligung für Familienangehörige oder Partner der jeweiligen Forschungspersonen. Das Swiss Academic Dual Career Network (</span><a href="https://www.swissuniversities.ch/organisation/gremien/swiss-academic-dual-career-network"><u><span>https://www.swissuniversities.ch/organisation/gremien/swiss-academic-dual-career-network</span></u></a><span>) von swissuniversities leistet als Koordinationsinstrument einen Beitrag </span><span>für attraktivere Rahmenbedingungen für Doppelkarriere-Partnerschaften (</span><em><span>Dual Career Couples</span></em><span>)</span><span>.</span></p><p><span>Antwort 3</span></p><p><span>Die Schweiz und die USA unterhalten im Bereich BFI seit Jahrzehnten sehr gute und intensive Beziehungen, die auf direkten Kooperationen zwischen Schweizer und amerikanischen Akteuren im BFI-Bereich beruhen. Diese werden durch verschiedene Abkommen und gemeinsame Erklärungen unterstützt und aufgebaut: zum Beispiel durch das Rahmenabkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit von 2009 (</span><a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/587/de"><u><span>https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/587/de</span></u></a><span>) und das «</span><em><span>Joint Statement on Cooperation in Quantum Information Science and Technology</span></em><span>» von 2022 (</span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=90775"><u><span>https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=90775</span></u></a><span>). Die Finanzierung gemeinsamer Projekte wird zudem durch ein Lead Agency-Abkommen zwischen den jeweiligen Förderagenturen vereinfacht (Schweizerischer Nationalfonds (SNF) und </span><em><span>National Science Foundation</span></em><span> (</span><em><span>NSF</span></em><span>) in den USA). Zu erwähnen ist auch die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung von 2024 (</span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=102890"><u><span>https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=102890</span></u></a><span>).</span><span> </span><span>Im Rahmen der Bundes-Exzellenz-Stipendien ESKAS und der </span><em><span>Fulbright</span></em><span>-Stipendien besteht zudem ein kontinuierlicher Stipendienaustausch mit den USA. Zu erwähnen sind auch das ETH </span><em><span>Postdoctoral Fellowships</span></em><span> Programm, die Branco Weiss </span><em><span>Fellowship</span></em><span>, die ThinkSwiss-Forschungsstipendien und das Medicus Programm. Es sind bundesseitig keine zusätzlichen Instrumente notwendig.</span></p></span>
- <p>Die wissenschaftliche Gemeinschaft in den USA lebt seit einigen Monaten in einem Klima der Verunsicherung. Verursacht wird dies durch politische Entscheide, die zu Mittelkürzungen und Einschränkungen sowohl bei der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit als auch bei der Verbreitung von Daten und Informationen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Klimawandel, geführt haben.</p><p>Die Schweiz mit ihrer Tradition der Exzellenz in Forschung und Hochschulbildung könnte sich auf diese Situation einstellen und Massnahmen ergreifen, um talentierte Forscherinnen und Forscher und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten anzuwerben, nach dem Muster Frankreichs, das bereits mit gezielten Initiativen vorgeht.</p><p> </p><ol><li>Wurde geprüft, ob die Einführung einer spezifischen Strategie sinnvoll wäre?</li><li>Welche rechtlichen oder bürokratischen Hindernisse könnten derzeit dem Zuzug ausländischer Personen aus Forschung und Wissenschaft im Weg stehen, und welche Massnahmen könnten ergriffen werden, um die Einreise- und Projektfinanzierungsverfahren zu vereinfachen?</li><li>Gibt es spezifische Instrumente zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schweizer Instituten und Forschenden aus den USA, oder befinden sich solche Instrumente in Entwicklung?</li><li>Beabsichtigt die Schweiz, ihre Attraktivität im Bereich der Forschung durch wirtschaftliche Anreize, Stipendien oder gemeinsame Projekte mit internationalen Institutionen zu stärken?</li><li>Den Kantonen kommt im Hochschul- und Forschungsbereich eine Schlüsselrolle zu. Sieht der Bundesrat angesichts dessen Massnahmen vor, um ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Kantonen zur Förderung der Aufnahme von Spitzenleuten aus der Forschung zu koordinieren?</li></ol>
- Anwerbung wissenschaftlicher Talente aus den USA. Welche Strategie verfolgt die Schweiz?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Forschung und Innovation sind Schlüsselelemente für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und für die Aufrechterhaltung ihrer Rolle als globaler Wissenschaftsstandort. In einem internationalen Kontext, in dem einige Länder ihre Unterstützung für die Forschung reduzieren, könnte die Schweiz ihre Position stärken und ausländischen Talenten günstige Bedingungen anbieten; dies umso mehr, als die Wiederbeteiligung unseres Landes am Programm Horizon bevorsteht.</p><p> </p><p>Frühzeitiges Handeln auf diesem Gebiet würde es unserem Land ermöglichen, nicht nur Köpfe und Kompetenzen anzuziehen, sondern auch die mit den Projekten dieser Forschenden verbundenen potenziellen Finanzierungen abzufangen, wodurch ein positiver Kreislauf zum Nutzen des gesamten schweizerischen Wissenschafts- und Wirtschaftssystems entstehen würde.</p>
- <span><p><span>Antwort 1/4/5</span></p><p><span>Schweizer Hochschulen bieten internationalen Forschenden eine attraktive Forschungsumgebung mit hohen akademischen Standards und wertvollen internationalen Kooperationsmöglichkeiten. Sie sind autonom in der Festlegung ihrer Strategien zur Rekrutierung der besten nationalen und internationalen Talente. Dabei orientieren sie sich an den Grundsätzen des Wettbewerbs und der Exzellenz. Forschende aus den USA wie auch aus anderen Staaten haben wie bis anhin die Möglichkeit, sich an Schweizer Hochschulen bei offenen Stellen und im Rahmen von Berufungsverfahren zu bewerben. Eine weitere Möglichkeit bieten auch die hochkompetitiven European Research Council (ERC)-Grants, für die sich Forschende aus den USA an Schweizer Hochschulen bewerben können. </span></p><p><span>Der Bund fördert die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation (BFI) basierend auf den Grundsätzen, auf denen er den BFI-Bereich insgesamt fördert: Autonomie und Verantwortung der Hochschulen und der Förderorgane wie SNF, Innosuisse und Akademien; Bottom-up-Prinzip; Wissenschaftsfreiheit und -integrität sowie Wettbewerb und Exzellenz. </span></p><p><span>Der Bundesrat lehnt aus den genannten Gründen bundesseitige Massnahmen oder Sonderprogramme zur gezielten Anwerbung von Forschenden aus einzelnen Ländern ab.</span></p><p><span>Antwort 2</span></p><p><span>Die Einstellung von Personen aus Drittstaaten wie den USA unterliegt einer Kontingentierung. Das Einstellungsverfahren erfordert somit eine detaillierte Begründung. Da Wissenschaftler über sehr spezielle Kenntnisse in ihrem Fachgebiet verfügen, ist es in der Praxis aber durchaus üblich, Staatsangehörige der USA einzustellen. Mögliche Herausforderungen bestehen, wie für alle Forschenden aus Drittstaaten, bezüglich Arbeitsbewilligung für Familienangehörige oder Partner der jeweiligen Forschungspersonen. Das Swiss Academic Dual Career Network (</span><a href="https://www.swissuniversities.ch/organisation/gremien/swiss-academic-dual-career-network"><u><span>https://www.swissuniversities.ch/organisation/gremien/swiss-academic-dual-career-network</span></u></a><span>) von swissuniversities leistet als Koordinationsinstrument einen Beitrag </span><span>für attraktivere Rahmenbedingungen für Doppelkarriere-Partnerschaften (</span><em><span>Dual Career Couples</span></em><span>)</span><span>.</span></p><p><span>Antwort 3</span></p><p><span>Die Schweiz und die USA unterhalten im Bereich BFI seit Jahrzehnten sehr gute und intensive Beziehungen, die auf direkten Kooperationen zwischen Schweizer und amerikanischen Akteuren im BFI-Bereich beruhen. Diese werden durch verschiedene Abkommen und gemeinsame Erklärungen unterstützt und aufgebaut: zum Beispiel durch das Rahmenabkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit von 2009 (</span><a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/587/de"><u><span>https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2009/587/de</span></u></a><span>) und das «</span><em><span>Joint Statement on Cooperation in Quantum Information Science and Technology</span></em><span>» von 2022 (</span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=90775"><u><span>https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=90775</span></u></a><span>). Die Finanzierung gemeinsamer Projekte wird zudem durch ein Lead Agency-Abkommen zwischen den jeweiligen Förderagenturen vereinfacht (Schweizerischer Nationalfonds (SNF) und </span><em><span>National Science Foundation</span></em><span> (</span><em><span>NSF</span></em><span>) in den USA). Zu erwähnen ist auch die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung von 2024 (</span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=102890"><u><span>https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=102890</span></u></a><span>).</span><span> </span><span>Im Rahmen der Bundes-Exzellenz-Stipendien ESKAS und der </span><em><span>Fulbright</span></em><span>-Stipendien besteht zudem ein kontinuierlicher Stipendienaustausch mit den USA. Zu erwähnen sind auch das ETH </span><em><span>Postdoctoral Fellowships</span></em><span> Programm, die Branco Weiss </span><em><span>Fellowship</span></em><span>, die ThinkSwiss-Forschungsstipendien und das Medicus Programm. Es sind bundesseitig keine zusätzlichen Instrumente notwendig.</span></p></span>
- <p>Die wissenschaftliche Gemeinschaft in den USA lebt seit einigen Monaten in einem Klima der Verunsicherung. Verursacht wird dies durch politische Entscheide, die zu Mittelkürzungen und Einschränkungen sowohl bei der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit als auch bei der Verbreitung von Daten und Informationen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Klimawandel, geführt haben.</p><p>Die Schweiz mit ihrer Tradition der Exzellenz in Forschung und Hochschulbildung könnte sich auf diese Situation einstellen und Massnahmen ergreifen, um talentierte Forscherinnen und Forscher und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten anzuwerben, nach dem Muster Frankreichs, das bereits mit gezielten Initiativen vorgeht.</p><p> </p><ol><li>Wurde geprüft, ob die Einführung einer spezifischen Strategie sinnvoll wäre?</li><li>Welche rechtlichen oder bürokratischen Hindernisse könnten derzeit dem Zuzug ausländischer Personen aus Forschung und Wissenschaft im Weg stehen, und welche Massnahmen könnten ergriffen werden, um die Einreise- und Projektfinanzierungsverfahren zu vereinfachen?</li><li>Gibt es spezifische Instrumente zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schweizer Instituten und Forschenden aus den USA, oder befinden sich solche Instrumente in Entwicklung?</li><li>Beabsichtigt die Schweiz, ihre Attraktivität im Bereich der Forschung durch wirtschaftliche Anreize, Stipendien oder gemeinsame Projekte mit internationalen Institutionen zu stärken?</li><li>Den Kantonen kommt im Hochschul- und Forschungsbereich eine Schlüsselrolle zu. Sieht der Bundesrat angesichts dessen Massnahmen vor, um ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Kantonen zur Förderung der Aufnahme von Spitzenleuten aus der Forschung zu koordinieren?</li></ol>
- Anwerbung wissenschaftlicher Talente aus den USA. Welche Strategie verfolgt die Schweiz?
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