Schluss mit dem Schweigen über importierten Antisemitismus
- ShortId
-
25.3166
- Id
-
20253166
- Updated
-
14.11.2025 03:09
- Language
-
de
- Title
-
Schluss mit dem Schweigen über importierten Antisemitismus
- AdditionalIndexing
-
2831;1236;2811
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Antisemitismusbericht des SIG und der GRA von 2024 zeichnet ein alarmierendes Bild. Antisemitische Vorfälle in der Schweiz pendeln sich "auf einem beispiellos hohen Niveau" ein. Im Jahr 2024 kam es zu 221 Vorfällen, was einem Anstieg von 42,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und gar von 287 Prozent gegenüber 2022 entspricht. Es gab 11 Vorfälle von körperlicher Gewalt, während es vor 2023 nur einen pro Jahr oder weniger gab. Im März 2023 stach in Zürich ein junger radikalisierter Mann tunesischer Herkunft auf einen Juden ein und verletzte ihn schwer. </p><p>Laut einer Umfrage der Universität Zürich hat jede vierte jüdische Person bereits darüber nachgedacht, die Schweiz zu verlassen, weil sie sich in unserem Land nicht mehr sicher fühlt.</p><p>Die Situation in Frankreich ist in dieser Hinsicht dramatisch. Eine kürzlich vom französischen Meinungs- und Marktforschungsinstitut IFOP durchgeführte Umfrage unter Schülerinnen und Schülern von Sekundarschulen und Gymnasien ergab, dass die religiösen Spannungen und die Feindseligkeit muslimischer Jugendlicher gegenüber jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zunehmen und diese immer mehr Belästigungen und Angriffen verschiedener Art ausgesetzt sind. Ist das die Zukunft, auf die sich auch die Schweiz vorbereitet?</p><p>Seltsamerweise haben die Kommissionen und Gremien, die so eifrig das Vorhandensein eines angeblichen Rassismusproblems gegen Angehörige muslimischen Glaubens in der Schweiz anprangern, bisher noch keine Stellungnahme abgegeben.</p><p>Vor allem fehlt (bewusst) eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang zwischen der massiven Zuwanderung von Menschen islamischen Glaubens - sowohl über reguläre Kanäle, insbesondere die Personenfreizügigkeit, als auch über das Asylchaos - und dem besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus in der Schweiz nach der terroristischen Aggression der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden bewaffneten Konflikt.</p><p>Das Postulat fordert den Bundesrat deshalb auf, einen Bericht über den Zusammenhang zwischen der Zunahme des Antisemitismus in der Schweiz einerseits und der Zuwanderung und dem "Asylchaos" andererseits zu erstellen.</p>
- <span><p><span>Die Ursachen der rassistischen und antisemitischen Vorfälle in der Schweiz, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023, sind vielfältig und unterschiedlich, wie dies mehrere Berichte zeigen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>So dokumentiert der Antisemitismus-Bericht von SIG/GRA eine Zunahme antisemitischer Vorfälle. Er stellt jedoch auch fest, dass deren Ursachen breit gefächert sind. Dazu zählen unter anderem gesellschaftliche und politische Entwicklungen sowie die Rolle sozialer Medien. </span></p><p><span>Zudem zeigt die von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) beauftragte und im Februar 2025 publizierte </span><a href="https://www.edi.admin.ch/dam/edi/de/dokumente/FRB/Broschueren/SZIG,%20Antimuslimischer%20Rassismus%20in%20der%20Schweiz%202025.pdf.download.pdf/SZIG,%20Antimuslimischer%20Rassismus%20in%20der%20Schweiz%202025.pdf"><u><span>Studie</span></u></a><span> zu antimuslimischem Rassismus in der Schweiz, dass muslimische Menschen auch häufig Opfer von Vorurteilen und Diskriminierung sind.</span></p><p><span>Letztlich zeigt die Erhebung "Zusammenleben in der Schweiz" des Bundesamts für Statistik (BFS), dass feindselige Einstellungen gegenüber Jüdinnen und Juden unter Musliminnen und Muslimen leicht erhöht sind. Dasselbe trifft jedoch auch auf politisch rechts orientierte und ältere Personen zu. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Diese drei Beispiele zeigen die Breite an Faktoren, die bei Antisemitismus eine Rolle spielen, was bei einer Fokussierung auf Migration nicht berücksichtigt würde. Eine wirksame Prävention muss daher gezielt </span><em><span>und</span></em><span> differenziert erfolgen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Bekämpfung von Antisemitismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die der Bund bereits aktiv verfolgt. Mit der Strategie und dem Aktionsplan gegen Rassismus und Antisemitismus, die zurzeit erarbeitet wird, werden bestehende Massnahmen weiter verstärkt. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht den Zusammenhang zwischen der besorgniserregenden Zunahme antisemitischer Übergriffe in der Schweiz - die vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) angeprangert wurde - einerseits und der Zuwanderung und dem "Asylchaos" andererseits zu klären.</p>
- Schluss mit dem Schweigen über importierten Antisemitismus
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Antisemitismusbericht des SIG und der GRA von 2024 zeichnet ein alarmierendes Bild. Antisemitische Vorfälle in der Schweiz pendeln sich "auf einem beispiellos hohen Niveau" ein. Im Jahr 2024 kam es zu 221 Vorfällen, was einem Anstieg von 42,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und gar von 287 Prozent gegenüber 2022 entspricht. Es gab 11 Vorfälle von körperlicher Gewalt, während es vor 2023 nur einen pro Jahr oder weniger gab. Im März 2023 stach in Zürich ein junger radikalisierter Mann tunesischer Herkunft auf einen Juden ein und verletzte ihn schwer. </p><p>Laut einer Umfrage der Universität Zürich hat jede vierte jüdische Person bereits darüber nachgedacht, die Schweiz zu verlassen, weil sie sich in unserem Land nicht mehr sicher fühlt.</p><p>Die Situation in Frankreich ist in dieser Hinsicht dramatisch. Eine kürzlich vom französischen Meinungs- und Marktforschungsinstitut IFOP durchgeführte Umfrage unter Schülerinnen und Schülern von Sekundarschulen und Gymnasien ergab, dass die religiösen Spannungen und die Feindseligkeit muslimischer Jugendlicher gegenüber jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zunehmen und diese immer mehr Belästigungen und Angriffen verschiedener Art ausgesetzt sind. Ist das die Zukunft, auf die sich auch die Schweiz vorbereitet?</p><p>Seltsamerweise haben die Kommissionen und Gremien, die so eifrig das Vorhandensein eines angeblichen Rassismusproblems gegen Angehörige muslimischen Glaubens in der Schweiz anprangern, bisher noch keine Stellungnahme abgegeben.</p><p>Vor allem fehlt (bewusst) eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang zwischen der massiven Zuwanderung von Menschen islamischen Glaubens - sowohl über reguläre Kanäle, insbesondere die Personenfreizügigkeit, als auch über das Asylchaos - und dem besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus in der Schweiz nach der terroristischen Aggression der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden bewaffneten Konflikt.</p><p>Das Postulat fordert den Bundesrat deshalb auf, einen Bericht über den Zusammenhang zwischen der Zunahme des Antisemitismus in der Schweiz einerseits und der Zuwanderung und dem "Asylchaos" andererseits zu erstellen.</p>
- <span><p><span>Die Ursachen der rassistischen und antisemitischen Vorfälle in der Schweiz, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023, sind vielfältig und unterschiedlich, wie dies mehrere Berichte zeigen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>So dokumentiert der Antisemitismus-Bericht von SIG/GRA eine Zunahme antisemitischer Vorfälle. Er stellt jedoch auch fest, dass deren Ursachen breit gefächert sind. Dazu zählen unter anderem gesellschaftliche und politische Entwicklungen sowie die Rolle sozialer Medien. </span></p><p><span>Zudem zeigt die von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) beauftragte und im Februar 2025 publizierte </span><a href="https://www.edi.admin.ch/dam/edi/de/dokumente/FRB/Broschueren/SZIG,%20Antimuslimischer%20Rassismus%20in%20der%20Schweiz%202025.pdf.download.pdf/SZIG,%20Antimuslimischer%20Rassismus%20in%20der%20Schweiz%202025.pdf"><u><span>Studie</span></u></a><span> zu antimuslimischem Rassismus in der Schweiz, dass muslimische Menschen auch häufig Opfer von Vorurteilen und Diskriminierung sind.</span></p><p><span>Letztlich zeigt die Erhebung "Zusammenleben in der Schweiz" des Bundesamts für Statistik (BFS), dass feindselige Einstellungen gegenüber Jüdinnen und Juden unter Musliminnen und Muslimen leicht erhöht sind. Dasselbe trifft jedoch auch auf politisch rechts orientierte und ältere Personen zu. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Diese drei Beispiele zeigen die Breite an Faktoren, die bei Antisemitismus eine Rolle spielen, was bei einer Fokussierung auf Migration nicht berücksichtigt würde. Eine wirksame Prävention muss daher gezielt </span><em><span>und</span></em><span> differenziert erfolgen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Bekämpfung von Antisemitismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die der Bund bereits aktiv verfolgt. Mit der Strategie und dem Aktionsplan gegen Rassismus und Antisemitismus, die zurzeit erarbeitet wird, werden bestehende Massnahmen weiter verstärkt. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht den Zusammenhang zwischen der besorgniserregenden Zunahme antisemitischer Übergriffe in der Schweiz - die vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) angeprangert wurde - einerseits und der Zuwanderung und dem "Asylchaos" andererseits zu klären.</p>
- Schluss mit dem Schweigen über importierten Antisemitismus
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