Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz. Grosser Handlungsbedarf vorhanden

ShortId
25.3198
Id
20253198
Updated
14.11.2025 03:11
Language
de
Title
Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz. Grosser Handlungsbedarf vorhanden
AdditionalIndexing
34;52;66
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Anwendungen künstlicher Intelligenz bieten ein grosses Potenzial, um Nachhaltigkeitsziele zu unterstützten – etwa durch Effizienzsteigerungen, Umweltmonitoring oder durch die Förderung der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ist der Einsatz von KI aber oft wenig nachhaltig: KI Systeme zeichnen sich durch einen enormen Energie- und Ressourcenverbrauch aus (vergleiche auch Interpellation 24.3663). So sind etwa bereits jetzt Datenzentren für 6% des Stromverbrauchs in den USA und China verantwortlich – und wir stehen erst am Anfang des KI-Booms. Um die Klimaziele zu erreichen und die Energiewende zu schaffen, wird es zentral sein, sich mit dem Thema KI und Nachhaltigkeit zu befassen. Insbesondere weil auch Informationen zum Energie- und Ressourcenverbrauch bisher nicht systematisch erhoben werden. Der Bundesrat soll daher in einem Bericht Wege aufzeigen, wie KI nachhaltiger gemacht werden kann/wie ein nachhaltiger Einsatz von KI möglich sein kann. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen geklärt werden:</p><p>1. Wie der Energieverbrauch von Rechenzentren minimiert oder mindestens deren Abwärme besser genutzt werden kann</p><p>2. Ob mittels eines Labelsystem wie beispielsweise dem AI Energy Score mehr Transparenz und Informationen über den Energieverbrauch geschaffen werden können?</p><p>3. Ob der Energieverbrauch mit einem Anreiz- und Fördersystem verringert werden könnte</p><p>4. Wie die Nachhaltigkeit auch über die ganze Lieferkette hinaus verbessert werden kann.</p><p>5. Wie Bedingungen geschaffen werden können, damit Modelle entwickelt werden, die weniger Ressourcen und Rechenleistung brauchen.</p><p>&nbsp;</p><p>Dieser Bericht und eine allfällige Gesetzesvorlage sind auch insofern nötig, weil die zentrale Frage nach der Nachhaltigkeit von KI in der Auslegeordnung zur KI-Regulierung überhaupt nicht erwähnt wird.</p>
  • <span><p><span>1 bis 3: Der Bundesrat hat ähnliche Fragen bereits beantwortet: zur Senkung des Energieverbrauchs von Rechenzentren in seiner Stellungnahme zur Interpellation Grossen</span><span>&nbsp;</span><span>23.4255 «Rasanter Datenmengenanstieg. Datenmengen und Energieverbrauch managen – Handlungsbedarf?», zu Effizienzmassnahmen für Rechenzentren in seiner Stellungnahme zum Postulat</span><span>&nbsp;</span><span>21.3606 «Energieeffizienzpotenzial der Datencenter» der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates und insbesondere zur Nutzung von Abwärme in seiner Stellungnahme zum Postulat</span><span>&nbsp;</span><span>23.3020 «Abwärme in grossen Mengen soll genutzt werden» der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bund, Kantone und Gemeinden die Verantwortung in diesem Bereich gemeinsam tragen und bereits heute Vorgaben zum Energieverbrauch und zur Energieeffizienz von Rechenzentren machen. Zu den verbindlichen Instrumenten gehören der Grossverbraucherartikel in den kantonalen Energiegesetzen (der Grossverbraucher zu einer Analyse ihres Verbrauchs und zu angemessenen Optimierungsmassnahmen verpflichtet) sowie die Anforderungen des Bundes an die Effizienz von Anlagen und Geräten. Zudem unterstützt der Bund freiwillige Initiativen aus der Branche, insbesondere über die Förderprogramme ProKilowatt und EnergieSchweiz (</span><a href="https://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Das BFE &gt; EnergieSchweiz). </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Im Rahmen der Legislaturplanung hat das Parlament den Bundesrat ausserdem beauftragt, bis zum Ende der Legislaturperiode eine Energieeffizienzstrategie auszuarbeiten. Teil dieser Strategie wird auch die Entwicklung des Stromverbrauchs sowie der Nutzung der Abwärme von Rechenzentren sein.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4 und 5: Wie nachhaltig die Lieferkette von Rechenzentren ist, hängt vom Verbrauch der Ressourcen (Metalle und Mineralien) für die Herstellung der IT-Geräte, der Lebensdauer dieser Geräte sowie ihrer Handhabung am Ende ihrer Lebensdauer ab. Die Verwendung von Metallen aus verantwortungsvoller Gewinnung und/oder Recyclingprozessen, die Verlängerung der Nutzungsdauer von Anlagen und das Recycling alter Geräte sind daher Hebel, um den ökologischen Fussabdruck der Künstlichen Intelligenz (KI) zu verringern.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Schweiz setzt sich generell auf internationaler Ebene für einen nachhaltigeren Umgang mit Metallen und Mineralien über den gesamten Lebenszyklus hinweg ein, unter anderem durch ihre Teilnahme an den Umweltprogrammen der UNO, der OECD und des International Resource Panel. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Schweiz beabsichtigt ausserdem, insbesondere im Rahmen des Abkommens über Klimawandel, Handel und Umwelt (ACCTS) Dienstleistungen im Zusammenhang mit Technologien zu fördern, die zur Erreichung der Umweltziele beitragen, wozu unter anderem Datenbearbeitungsdienste mit einem angemessenen Energieverbrauch zählen. In diesen Fragen kommt auch den Schweizer Hochschulen und Forschungsinstituten eine innovative Rolle zu. Weltweit ist die Schweiz im Bereich der KI jedoch nicht führend, und es ist kaum vorstellbar, dass sie Anforderungen an die Nachhaltigkeit bei der Entwicklung von Modellen stellen kann. Sollten sich auf diesem Gebiet internationale Standards oder Labels etablieren, könnte die Schweiz diese gegebenenfalls übernehmen oder fördern. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und in einem Bericht darzulegen, wie die durch den Einsatz von KI verursachten negativen Umweltwirkungen minimiert und Nachhaltigkeitsziele unterstützt werden können.</p><p>&nbsp;</p>
  • Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz. Grosser Handlungsbedarf vorhanden
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Anwendungen künstlicher Intelligenz bieten ein grosses Potenzial, um Nachhaltigkeitsziele zu unterstützten – etwa durch Effizienzsteigerungen, Umweltmonitoring oder durch die Förderung der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig ist der Einsatz von KI aber oft wenig nachhaltig: KI Systeme zeichnen sich durch einen enormen Energie- und Ressourcenverbrauch aus (vergleiche auch Interpellation 24.3663). So sind etwa bereits jetzt Datenzentren für 6% des Stromverbrauchs in den USA und China verantwortlich – und wir stehen erst am Anfang des KI-Booms. Um die Klimaziele zu erreichen und die Energiewende zu schaffen, wird es zentral sein, sich mit dem Thema KI und Nachhaltigkeit zu befassen. Insbesondere weil auch Informationen zum Energie- und Ressourcenverbrauch bisher nicht systematisch erhoben werden. Der Bundesrat soll daher in einem Bericht Wege aufzeigen, wie KI nachhaltiger gemacht werden kann/wie ein nachhaltiger Einsatz von KI möglich sein kann. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen geklärt werden:</p><p>1. Wie der Energieverbrauch von Rechenzentren minimiert oder mindestens deren Abwärme besser genutzt werden kann</p><p>2. Ob mittels eines Labelsystem wie beispielsweise dem AI Energy Score mehr Transparenz und Informationen über den Energieverbrauch geschaffen werden können?</p><p>3. Ob der Energieverbrauch mit einem Anreiz- und Fördersystem verringert werden könnte</p><p>4. Wie die Nachhaltigkeit auch über die ganze Lieferkette hinaus verbessert werden kann.</p><p>5. Wie Bedingungen geschaffen werden können, damit Modelle entwickelt werden, die weniger Ressourcen und Rechenleistung brauchen.</p><p>&nbsp;</p><p>Dieser Bericht und eine allfällige Gesetzesvorlage sind auch insofern nötig, weil die zentrale Frage nach der Nachhaltigkeit von KI in der Auslegeordnung zur KI-Regulierung überhaupt nicht erwähnt wird.</p>
    • <span><p><span>1 bis 3: Der Bundesrat hat ähnliche Fragen bereits beantwortet: zur Senkung des Energieverbrauchs von Rechenzentren in seiner Stellungnahme zur Interpellation Grossen</span><span>&nbsp;</span><span>23.4255 «Rasanter Datenmengenanstieg. Datenmengen und Energieverbrauch managen – Handlungsbedarf?», zu Effizienzmassnahmen für Rechenzentren in seiner Stellungnahme zum Postulat</span><span>&nbsp;</span><span>21.3606 «Energieeffizienzpotenzial der Datencenter» der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates und insbesondere zur Nutzung von Abwärme in seiner Stellungnahme zum Postulat</span><span>&nbsp;</span><span>23.3020 «Abwärme in grossen Mengen soll genutzt werden» der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bund, Kantone und Gemeinden die Verantwortung in diesem Bereich gemeinsam tragen und bereits heute Vorgaben zum Energieverbrauch und zur Energieeffizienz von Rechenzentren machen. Zu den verbindlichen Instrumenten gehören der Grossverbraucherartikel in den kantonalen Energiegesetzen (der Grossverbraucher zu einer Analyse ihres Verbrauchs und zu angemessenen Optimierungsmassnahmen verpflichtet) sowie die Anforderungen des Bundes an die Effizienz von Anlagen und Geräten. Zudem unterstützt der Bund freiwillige Initiativen aus der Branche, insbesondere über die Förderprogramme ProKilowatt und EnergieSchweiz (</span><a href="https://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Das BFE &gt; EnergieSchweiz). </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Im Rahmen der Legislaturplanung hat das Parlament den Bundesrat ausserdem beauftragt, bis zum Ende der Legislaturperiode eine Energieeffizienzstrategie auszuarbeiten. Teil dieser Strategie wird auch die Entwicklung des Stromverbrauchs sowie der Nutzung der Abwärme von Rechenzentren sein.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4 und 5: Wie nachhaltig die Lieferkette von Rechenzentren ist, hängt vom Verbrauch der Ressourcen (Metalle und Mineralien) für die Herstellung der IT-Geräte, der Lebensdauer dieser Geräte sowie ihrer Handhabung am Ende ihrer Lebensdauer ab. Die Verwendung von Metallen aus verantwortungsvoller Gewinnung und/oder Recyclingprozessen, die Verlängerung der Nutzungsdauer von Anlagen und das Recycling alter Geräte sind daher Hebel, um den ökologischen Fussabdruck der Künstlichen Intelligenz (KI) zu verringern.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Schweiz setzt sich generell auf internationaler Ebene für einen nachhaltigeren Umgang mit Metallen und Mineralien über den gesamten Lebenszyklus hinweg ein, unter anderem durch ihre Teilnahme an den Umweltprogrammen der UNO, der OECD und des International Resource Panel. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Schweiz beabsichtigt ausserdem, insbesondere im Rahmen des Abkommens über Klimawandel, Handel und Umwelt (ACCTS) Dienstleistungen im Zusammenhang mit Technologien zu fördern, die zur Erreichung der Umweltziele beitragen, wozu unter anderem Datenbearbeitungsdienste mit einem angemessenen Energieverbrauch zählen. In diesen Fragen kommt auch den Schweizer Hochschulen und Forschungsinstituten eine innovative Rolle zu. Weltweit ist die Schweiz im Bereich der KI jedoch nicht führend, und es ist kaum vorstellbar, dass sie Anforderungen an die Nachhaltigkeit bei der Entwicklung von Modellen stellen kann. Sollten sich auf diesem Gebiet internationale Standards oder Labels etablieren, könnte die Schweiz diese gegebenenfalls übernehmen oder fördern. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und in einem Bericht darzulegen, wie die durch den Einsatz von KI verursachten negativen Umweltwirkungen minimiert und Nachhaltigkeitsziele unterstützt werden können.</p><p>&nbsp;</p>
    • Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz. Grosser Handlungsbedarf vorhanden

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