Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher in die Schweiz holen

ShortId
25.3254
Id
20253254
Updated
14.11.2025 03:09
Language
de
Title
Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher in die Schweiz holen
AdditionalIndexing
32;36;15;08
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Die Angriffe der neuen US-Regierung auf Forschung und Wissenschaft sorgen für Aufregung und Unbehagen.&nbsp;</p><p>Neben anderen Staaten gewährleisteten die Vereinigten Staaten Forschenden lange Zeit die besten Forschungsbedingungen der Welt, was die USA an die Spitze von Forschung und Technologie gebracht hat. Viele Forschende aus der Schweiz und der ganzen Welt zogen deshalb in die USA, auf der Suche nach einer soliden Finanzierung und einem System, das Wissenschaft und Innovation kontinuierlich fördert.</p><p>Heute streicht die amerikanische Regierung einen Grossteil der Gelder für die Elitehochschulen der «Ivy League», zuletzt für die Columbia University; sie alle sind bedroht.&nbsp;</p><p>Die Unabhängigkeit der Forschung und die stabilen Bedingungen, die Forschenden gewährt werden, scheinen in Gefahr.</p><p>In diesem für die Forschung schwierigen Umfeld erwägen manche Forschende, ihr Land zu verlassen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Einige ausländische Universitäten ergreifen bereits Massnahmen, um die Talentabwanderung zu fördern<a href="applewebdata://8405B16A-EC60-4BCA-B306-77238AC0BFAF#_ftn1"><sup>[1]</sup></a>; die Schweiz muss ihre Kräfte bündeln und schnell handeln.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Es braucht einen nationalen Rahmen zur Ausgestaltung ausgezeichneter Forschungsbedingungen für US-amerikanische Forschende und zur besseren Koordination der Institutionen.</p><p>&nbsp;</p><p>Und genau das ist der Sinn dieser Motion: Wir haben eines der besten Universitätsnetze der Welt und ein sehr starkes Unternehmer-/Start-up-Netzwerk. Nutzen wir also diese ausgesprochen hohe Qualität und ergreifen wir diese einmalige Gelegenheit.</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><a href="applewebdata://8405B16A-EC60-4BCA-B306-77238AC0BFAF#_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> https://www.letemps.ch/suisse/des-cerveaux-americains-frappent-a-la-porte-de-l-epfl</p>
  • <span><p><span>Schweizer Hochschulen bieten Forschenden eine attraktive Forschungsumgebung mit hohen akademischen Standards und wertvollen internationalen Kooperationsmöglichkeiten. Dabei gelten die Grundsätze des Wettbewerbs und der Exzellenz. Forschende aus den USA haben die Möglichkeit, sich an Schweizer Hochschulen bei offenen Stellen und Berufungsverfahren zu bewerben. Es gelten für alle die gleichen Rahmenbedingungen. Eine weitere Möglichkeit bieten auch die European Research Council Grants, die auch für Bewerbungen aus Drittländern und damit für Forschende aus den USA offenstehen.</span></p><p><span>Der Bund fördert die nationale und internationale Zusammenarbeit nach den gleichen Grundsätzen: Autonomie und Verantwortung der Hochschulen und der Förderorgane wie SNF, Innosuisse und Akademien; Bottom-up-Prinzip; Wissenschaftsfreiheit und -integrität sowie Wettbewerb und Exzellenz.</span></p><p><span>Es bestehen zahlreiche Forschungsbeziehungen zwischen Forschungsgruppen in der Schweiz und in den USA. Die Finanzierung gemeinsamer Projekte wird durch ein Lead Agency-Abkommen zwischen den jeweiligen Förderagenturen vereinfacht (Schweizerischer Nationalfonds und National Science Foundation in den USA).</span></p><p><span>Zusätzliche Massnahmen zur spezifischen Anwerbung von Forschenden aus den USA oder Sonderprogramme sind mit Blick auf den offenen, kompetitiven und effizienten Rahmen abzulehnen.</span></p><p><span>Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen/Start-ups und Hochschulen ist ein Kernelement des Wissens- und Technologietransfers in der Schweiz. So fördert Innosuisse wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte, die von einem Umsetzungspartner (Industriepartner, private und öffentliche Organisationen) zusammen mit einem Forschungspartner durchgeführt werden. Innosuisse bietet zudem Förderung für Schweizer Start-ups vor ihrem Markteintritt sowie zusätzliche Instrumente, die diese in ihrer Vernetzung beratend unterstützen. Diese Programme ermöglichen ihnen, Kontakte zu lokalen Unternehmen und anderen Start-ups zu knüpfen, kulturelle und betriebliche Besonderheiten kennenzulernen sowie potenzielle Geschäftspartnerschaften zu identifizieren. Der Bundesrat will die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit schaffen. Sonderregelungen für bestimmte Akteure sind abzulehnen. Der Erfolg des Schweizer Innovationssystems bestätigt die Gültigkeit dieses Ansatzes.</span></p><p><span>Die Schweizer Hochschulen sind autonom in der Festlegung ihrer Strategien zur Rekrutierung der besten nationalen und internationalen Talente. Die Sicherstellung der Rekrutierung der besten Talente ist eines der Ziele der Strategischen Planung 2025-2028 von swissuniversities. Die hohen Anteile an ausländischen Forschenden an Schweizer Hochschulen zeigen, dass diese mit ihren hohen akademischen Standards, mit zahlreichen internationalen Kooperationen und mit ihrer attraktiven Forschungsumgebung talentierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anziehen. Die Schweizer Hochschulen geniessen international einen ausgezeichneten Ruf. Eine koordinierte Abwerbung von Forschenden aus bestimmten Ländern ist abzulehnen.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen vorzuschlagen, die es amerikanischen Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern, die ihr Land verlassen wollen, erleichtern, in die Schweiz zu kommen und sich hier niederzulassen.</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Dafür muss der Bundesrat günstige Rahmenbedingungen schaffen: administrative Erleichterungen für Forschende und ihre Familien, Anreize für die Niederlassung, Zugang zu Finanzierung über die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds und – falls nötig – Schaffung einer neuen Organisation.</li><li>Der Bundesrat erleichtert Partnerschaften zwischen Start-ups, privaten Organisationen und Schulen/Universitäten.</li><li>Der Bund koordiniert in der ganzen Schweiz mit den Universitäten, Technischen Hochschulen und Förderorganisationen die erwähnten Massnahmen sowie andere Massnahmen, die er für notwendig hält.</li></ol>
  • Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher in die Schweiz holen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Angriffe der neuen US-Regierung auf Forschung und Wissenschaft sorgen für Aufregung und Unbehagen.&nbsp;</p><p>Neben anderen Staaten gewährleisteten die Vereinigten Staaten Forschenden lange Zeit die besten Forschungsbedingungen der Welt, was die USA an die Spitze von Forschung und Technologie gebracht hat. Viele Forschende aus der Schweiz und der ganzen Welt zogen deshalb in die USA, auf der Suche nach einer soliden Finanzierung und einem System, das Wissenschaft und Innovation kontinuierlich fördert.</p><p>Heute streicht die amerikanische Regierung einen Grossteil der Gelder für die Elitehochschulen der «Ivy League», zuletzt für die Columbia University; sie alle sind bedroht.&nbsp;</p><p>Die Unabhängigkeit der Forschung und die stabilen Bedingungen, die Forschenden gewährt werden, scheinen in Gefahr.</p><p>In diesem für die Forschung schwierigen Umfeld erwägen manche Forschende, ihr Land zu verlassen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Einige ausländische Universitäten ergreifen bereits Massnahmen, um die Talentabwanderung zu fördern<a href="applewebdata://8405B16A-EC60-4BCA-B306-77238AC0BFAF#_ftn1"><sup>[1]</sup></a>; die Schweiz muss ihre Kräfte bündeln und schnell handeln.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Es braucht einen nationalen Rahmen zur Ausgestaltung ausgezeichneter Forschungsbedingungen für US-amerikanische Forschende und zur besseren Koordination der Institutionen.</p><p>&nbsp;</p><p>Und genau das ist der Sinn dieser Motion: Wir haben eines der besten Universitätsnetze der Welt und ein sehr starkes Unternehmer-/Start-up-Netzwerk. Nutzen wir also diese ausgesprochen hohe Qualität und ergreifen wir diese einmalige Gelegenheit.</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><a href="applewebdata://8405B16A-EC60-4BCA-B306-77238AC0BFAF#_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> https://www.letemps.ch/suisse/des-cerveaux-americains-frappent-a-la-porte-de-l-epfl</p>
    • <span><p><span>Schweizer Hochschulen bieten Forschenden eine attraktive Forschungsumgebung mit hohen akademischen Standards und wertvollen internationalen Kooperationsmöglichkeiten. Dabei gelten die Grundsätze des Wettbewerbs und der Exzellenz. Forschende aus den USA haben die Möglichkeit, sich an Schweizer Hochschulen bei offenen Stellen und Berufungsverfahren zu bewerben. Es gelten für alle die gleichen Rahmenbedingungen. Eine weitere Möglichkeit bieten auch die European Research Council Grants, die auch für Bewerbungen aus Drittländern und damit für Forschende aus den USA offenstehen.</span></p><p><span>Der Bund fördert die nationale und internationale Zusammenarbeit nach den gleichen Grundsätzen: Autonomie und Verantwortung der Hochschulen und der Förderorgane wie SNF, Innosuisse und Akademien; Bottom-up-Prinzip; Wissenschaftsfreiheit und -integrität sowie Wettbewerb und Exzellenz.</span></p><p><span>Es bestehen zahlreiche Forschungsbeziehungen zwischen Forschungsgruppen in der Schweiz und in den USA. Die Finanzierung gemeinsamer Projekte wird durch ein Lead Agency-Abkommen zwischen den jeweiligen Förderagenturen vereinfacht (Schweizerischer Nationalfonds und National Science Foundation in den USA).</span></p><p><span>Zusätzliche Massnahmen zur spezifischen Anwerbung von Forschenden aus den USA oder Sonderprogramme sind mit Blick auf den offenen, kompetitiven und effizienten Rahmen abzulehnen.</span></p><p><span>Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen/Start-ups und Hochschulen ist ein Kernelement des Wissens- und Technologietransfers in der Schweiz. So fördert Innosuisse wissenschaftsbasierte Innovationsprojekte, die von einem Umsetzungspartner (Industriepartner, private und öffentliche Organisationen) zusammen mit einem Forschungspartner durchgeführt werden. Innosuisse bietet zudem Förderung für Schweizer Start-ups vor ihrem Markteintritt sowie zusätzliche Instrumente, die diese in ihrer Vernetzung beratend unterstützen. Diese Programme ermöglichen ihnen, Kontakte zu lokalen Unternehmen und anderen Start-ups zu knüpfen, kulturelle und betriebliche Besonderheiten kennenzulernen sowie potenzielle Geschäftspartnerschaften zu identifizieren. Der Bundesrat will die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit schaffen. Sonderregelungen für bestimmte Akteure sind abzulehnen. Der Erfolg des Schweizer Innovationssystems bestätigt die Gültigkeit dieses Ansatzes.</span></p><p><span>Die Schweizer Hochschulen sind autonom in der Festlegung ihrer Strategien zur Rekrutierung der besten nationalen und internationalen Talente. Die Sicherstellung der Rekrutierung der besten Talente ist eines der Ziele der Strategischen Planung 2025-2028 von swissuniversities. Die hohen Anteile an ausländischen Forschenden an Schweizer Hochschulen zeigen, dass diese mit ihren hohen akademischen Standards, mit zahlreichen internationalen Kooperationen und mit ihrer attraktiven Forschungsumgebung talentierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anziehen. Die Schweizer Hochschulen geniessen international einen ausgezeichneten Ruf. Eine koordinierte Abwerbung von Forschenden aus bestimmten Ländern ist abzulehnen.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen vorzuschlagen, die es amerikanischen Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern, die ihr Land verlassen wollen, erleichtern, in die Schweiz zu kommen und sich hier niederzulassen.</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Dafür muss der Bundesrat günstige Rahmenbedingungen schaffen: administrative Erleichterungen für Forschende und ihre Familien, Anreize für die Niederlassung, Zugang zu Finanzierung über die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds und – falls nötig – Schaffung einer neuen Organisation.</li><li>Der Bundesrat erleichtert Partnerschaften zwischen Start-ups, privaten Organisationen und Schulen/Universitäten.</li><li>Der Bund koordiniert in der ganzen Schweiz mit den Universitäten, Technischen Hochschulen und Förderorganisationen die erwähnten Massnahmen sowie andere Massnahmen, die er für notwendig hält.</li></ol>
    • Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher in die Schweiz holen

Back to List