Ziele 2030 für nachhaltige Entwicklung und FAO. Die Schweiz muss aktiv zum Ziel 2, "Null Hunger", beitragen!
- ShortId
-
25.3258
- Id
-
20253258
- Updated
-
20.11.2025 11:46
- Language
-
de
- Title
-
Ziele 2030 für nachhaltige Entwicklung und FAO. Die Schweiz muss aktiv zum Ziel 2, "Null Hunger", beitragen!
- AdditionalIndexing
-
2841;52;08
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Schweiz setzt ihre Arbeit in den multilateralen Organisationen fort, insbesondere in jenen, die sich für die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung, für die Stärkung der Ernährungssicherheit und für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Angesichts der weltweiten Kürzung der Mittel für die internationale Zusammenarbeit (IZA) unterstützt die Schweiz insbesondere Initiativen, die die Zusammenarbeit verbessern und die Effizienz des multilateralen Systems steigern.</span></p><p><strong><span> </span></strong></p><p><span>2./3. Bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik und anderer Politiken, die für die Erreichung vom entsprechenden Nachhaltigkeitsziel (SDG</span><span> </span><span>2) relevant sind, legt der Bundesrat weiterhin Wert auf Politikkohärenz. </span><span>Die Aufhebung des Schweizerischen nationalen Komitees bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (CNS-FAO, eine vom Bundesrat eingesetzte ausserparlamentarische Kommission) und die Schliessung der Präsenz des WBF bei der Ständigen Mission in Rom ab September 2027 werden keine signifikanten Auswirkungen auf die Erreichung des Ziels «Kein Hunger» haben. </span><span>Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine besonderen Auffangmassnahmen vorgesehen. </span></p><p><strong><span> </span></strong></p><p><span>4. Die globale Ernährungsunsicherheit nimmt seit 2014 wieder zu. In den letzten Jahren hat sich die Situation vor allem aufgrund von bewaffneten Konflikten, dem Klimawandel, der Covid-19-Pandemie und steigenden Kosten verschärft. </span></p><p><span>Auf nationaler Ebene setzt der Bundesrat die Umsetzung seiner «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» (</span><a href="http://www.are.admin.ch"><u><span>www.are.admin.ch</span></u></a><span> > Nachhaltige Entwicklung > Strategie und Berichterstattung) fort. Diese umfasst spezifische Massnahmen, um die «Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen im In- und Ausland voranzutreiben», und definiert eine internationale strategische Stossrichtung zur Erreichung von SDG</span><span> </span><span>2.</span></p><p><span>Die Ernährungssicherheit ist seit 60 Jahren ein Schlüsselthema der Schweizer IZA. Die IZA-Strategie 2025–2028 (BBI 2024 1518) nennt die Hungersbekämpfung als eines der spezifischen Ziele. Die Schweiz wird die Anstrengungen für einen gerechten Zugang zu gesunden und nahrhaften Nahrungsmitteln und für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion auch in Zukunft unterstützen. </span></p><p><span>Im Rahmen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der anderen UNO-Agenturen in Rom setzt sich die Schweiz dafür ein, die Erreichung aller Unterziele von SDG</span><span> </span><span>2 «Kein Hunger» und aller anderen relevanten SDG voranzutreiben.</span></p></span>
- <p><sup> Ziel 2 des Programms für nachhaltige Enwicklung</sup>, Null Hunger, zielt darauf ab, dem Hunger bis 2030 den Garaus zu machen. Leider sind wir davon noch weit entfernt, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2023 immer noch 733 Millionen Menschen an Hunger litten. </p><p>Angesichts dieser schrecklichen Situation hat sich die Schweiz sinnvollerweise auf verschiedenen nationalen und internationalen Ebenen für die Bekämpfung dieser Geissel engagiert. </p><p>Noch kürzlich hat der Bundesrat dieser Verpflichtung Vorrang eingeräumt. Bundesrat Ignazio Cassis hat nach seinem Besuch bei der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) im November 2024 in Rom an das starke Engagement der Schweizer Delegation für die Lösung globaler Herausforderungen wie Ernährungssicherheit und nachhaltige Entwicklung hingewiesen. Oder auch Bundesrat Guy Parmelin am WEF im Januar 2025. Beim Side Event "food forever" bekräftigte er sein Engagement für die Lösung der gemeinsamen globalen Probleme der Ernährungssicherheit, des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt. </p><p>Derselbe Bundesrat beschloss jedoch entgegen diesen Verpflichtungen, die Ressourcen für diese Ziele drastisch zu kürzen, wodurch die Hoffnung, das Ziel "Null Hunger" zu erreichen, noch weiter in die Ferne rückte. Zu den Kürzungen gehören zum Beispiel :</p><p>- die Abschaffung des Schweizer Nationalkomitees der FAO (CNS-FAO, das seit 1946 besteht);</p><p>- die Abschaffung der Präsenz des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in der ständigen Vertretung in Rom, die für die FAO, den Internationalen Fond für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und das Welternährungsprogramm (WFP) arbeitet, sowie die damit verbundenen Stellenstreichungen innerhalb der Verwaltung.</p><p>Diese Kürzungen sind umso unverständlicher, wenn man das sehr instabile internationale Umfeld und die von Washington beschlossenen Kürzungen betrachtet, die den Bedarf nur noch weiter erhöhen und das Engagement unseres Landes noch notwendiger machen werden. </p><p>Ich bitte daher den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1) Ist der Bundesrat der Ansicht, dass ein Rückzug der Schweiz in einem so sensiblen Bereich in einer Zeit, in der sich die USA aus den multilateralen Institutionen zurückziehen und diese sich gezwungen sehen, sich grundlegend zu reformieren, angebracht ist?</p><p>2) Hat er die Auswirkungen der angekündigten Streichungen auf die Erreichung des Ziels "Null Hunger" abgeschätzt?</p><p>3) Wie gedenkt er die Auswirkungen der angekündigten Streichungen abzufedern?</p><p>4) Allgemeiner gefragt: Wie sieht seine Strategie aus, um das Ziel "Null Hunger" zu erreichen, das er selbst als Priorität eingestuft hat? </p>
- Ziele 2030 für nachhaltige Entwicklung und FAO. Die Schweiz muss aktiv zum Ziel 2, "Null Hunger", beitragen!
- State
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Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Die Schweiz setzt ihre Arbeit in den multilateralen Organisationen fort, insbesondere in jenen, die sich für die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung, für die Stärkung der Ernährungssicherheit und für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Angesichts der weltweiten Kürzung der Mittel für die internationale Zusammenarbeit (IZA) unterstützt die Schweiz insbesondere Initiativen, die die Zusammenarbeit verbessern und die Effizienz des multilateralen Systems steigern.</span></p><p><strong><span> </span></strong></p><p><span>2./3. Bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik und anderer Politiken, die für die Erreichung vom entsprechenden Nachhaltigkeitsziel (SDG</span><span> </span><span>2) relevant sind, legt der Bundesrat weiterhin Wert auf Politikkohärenz. </span><span>Die Aufhebung des Schweizerischen nationalen Komitees bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (CNS-FAO, eine vom Bundesrat eingesetzte ausserparlamentarische Kommission) und die Schliessung der Präsenz des WBF bei der Ständigen Mission in Rom ab September 2027 werden keine signifikanten Auswirkungen auf die Erreichung des Ziels «Kein Hunger» haben. </span><span>Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine besonderen Auffangmassnahmen vorgesehen. </span></p><p><strong><span> </span></strong></p><p><span>4. Die globale Ernährungsunsicherheit nimmt seit 2014 wieder zu. In den letzten Jahren hat sich die Situation vor allem aufgrund von bewaffneten Konflikten, dem Klimawandel, der Covid-19-Pandemie und steigenden Kosten verschärft. </span></p><p><span>Auf nationaler Ebene setzt der Bundesrat die Umsetzung seiner «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» (</span><a href="http://www.are.admin.ch"><u><span>www.are.admin.ch</span></u></a><span> > Nachhaltige Entwicklung > Strategie und Berichterstattung) fort. Diese umfasst spezifische Massnahmen, um die «Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen im In- und Ausland voranzutreiben», und definiert eine internationale strategische Stossrichtung zur Erreichung von SDG</span><span> </span><span>2.</span></p><p><span>Die Ernährungssicherheit ist seit 60 Jahren ein Schlüsselthema der Schweizer IZA. Die IZA-Strategie 2025–2028 (BBI 2024 1518) nennt die Hungersbekämpfung als eines der spezifischen Ziele. Die Schweiz wird die Anstrengungen für einen gerechten Zugang zu gesunden und nahrhaften Nahrungsmitteln und für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion auch in Zukunft unterstützen. </span></p><p><span>Im Rahmen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der anderen UNO-Agenturen in Rom setzt sich die Schweiz dafür ein, die Erreichung aller Unterziele von SDG</span><span> </span><span>2 «Kein Hunger» und aller anderen relevanten SDG voranzutreiben.</span></p></span>
- <p><sup> Ziel 2 des Programms für nachhaltige Enwicklung</sup>, Null Hunger, zielt darauf ab, dem Hunger bis 2030 den Garaus zu machen. Leider sind wir davon noch weit entfernt, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2023 immer noch 733 Millionen Menschen an Hunger litten. </p><p>Angesichts dieser schrecklichen Situation hat sich die Schweiz sinnvollerweise auf verschiedenen nationalen und internationalen Ebenen für die Bekämpfung dieser Geissel engagiert. </p><p>Noch kürzlich hat der Bundesrat dieser Verpflichtung Vorrang eingeräumt. Bundesrat Ignazio Cassis hat nach seinem Besuch bei der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) im November 2024 in Rom an das starke Engagement der Schweizer Delegation für die Lösung globaler Herausforderungen wie Ernährungssicherheit und nachhaltige Entwicklung hingewiesen. Oder auch Bundesrat Guy Parmelin am WEF im Januar 2025. Beim Side Event "food forever" bekräftigte er sein Engagement für die Lösung der gemeinsamen globalen Probleme der Ernährungssicherheit, des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt. </p><p>Derselbe Bundesrat beschloss jedoch entgegen diesen Verpflichtungen, die Ressourcen für diese Ziele drastisch zu kürzen, wodurch die Hoffnung, das Ziel "Null Hunger" zu erreichen, noch weiter in die Ferne rückte. Zu den Kürzungen gehören zum Beispiel :</p><p>- die Abschaffung des Schweizer Nationalkomitees der FAO (CNS-FAO, das seit 1946 besteht);</p><p>- die Abschaffung der Präsenz des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) in der ständigen Vertretung in Rom, die für die FAO, den Internationalen Fond für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und das Welternährungsprogramm (WFP) arbeitet, sowie die damit verbundenen Stellenstreichungen innerhalb der Verwaltung.</p><p>Diese Kürzungen sind umso unverständlicher, wenn man das sehr instabile internationale Umfeld und die von Washington beschlossenen Kürzungen betrachtet, die den Bedarf nur noch weiter erhöhen und das Engagement unseres Landes noch notwendiger machen werden. </p><p>Ich bitte daher den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1) Ist der Bundesrat der Ansicht, dass ein Rückzug der Schweiz in einem so sensiblen Bereich in einer Zeit, in der sich die USA aus den multilateralen Institutionen zurückziehen und diese sich gezwungen sehen, sich grundlegend zu reformieren, angebracht ist?</p><p>2) Hat er die Auswirkungen der angekündigten Streichungen auf die Erreichung des Ziels "Null Hunger" abgeschätzt?</p><p>3) Wie gedenkt er die Auswirkungen der angekündigten Streichungen abzufedern?</p><p>4) Allgemeiner gefragt: Wie sieht seine Strategie aus, um das Ziel "Null Hunger" zu erreichen, das er selbst als Priorität eingestuft hat? </p>
- Ziele 2030 für nachhaltige Entwicklung und FAO. Die Schweiz muss aktiv zum Ziel 2, "Null Hunger", beitragen!
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