Elektrische Energie aus Kernkraft in der Schweiz. Differenz zwischen Produktion und Verbrauch
- ShortId
-
25.3266
- Id
-
20253266
- Updated
-
14.11.2025 03:11
- Language
-
de
- Title
-
Elektrische Energie aus Kernkraft in der Schweiz. Differenz zwischen Produktion und Verbrauch
- AdditionalIndexing
-
15;66
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Kernenergie stellt ein wesentliches Element der Schweizer Stromversorgung dar. Ihr Anteil an der </span><span>Schweizer Landeserzeugung </span><span>lag in den Jahren 2014 bis 2023 zwischen 28,9 Prozent (2021) und 36,4 Prozent (2022) (</span><a href="http://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> > Versorgung > Statistik > Gesamtenergiestatistik). Im gleichen Zeitraum lag der Anteil Kernenergie am Lieferantenmix gemäss Stromkennzeichnung zwischen 20,5 Prozent (2023) und 26 Prozent (2014) (</span><a href="http://www.strom.ch"><u><span>www.strom.ch</span></u></a><span> > Service > Stromkennzeichnung). </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Es ist wichtig, zwischen dem physischen Produktionsmix (Landeserzeugung) und dem Lieferantenmix basierend auf Herkunftsnachweisen zu unterscheiden. In einem Wechselstromsystem ist es technisch nicht möglich, den physischen Stromfluss von einem bestimmten Kraftwerk bis zu einem einzelnen Verbraucher nachzuverfolgen, weshalb als Hilfsmittel das Herkunftsnachweissystem 2005 eingeführt wurde. Herkunftsnachweise sind vom Stromfluss losgelöst. Da viele Gemeindewerke den politischen Auftrag haben, in der Grundversorgung vor allem erneuerbare Energie zu liefern, führt dies effektiv dazu, dass im gesamtschweizerischen Lieferantenmix mehr erneuerbare Energien zu finden sind als im Produktionsmix. Die Differenz wird durch importierte Herkunftsnachweise gedeckt. Die Nachfrage nach Kernenergie-Herkunftsnachweisen ist entsprechend tiefer.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Wie in der Antwort 2 erwähnt, kann die ursprüngliche Produktionsart des physisch transportierten Stroms nicht nachverfolgt werden. Somit können auch keine Aussagen zu den Eigenschaften des physisch importierten und exportierten Strom gemacht werden. Die Aussage, dass die Schweiz mehr Kernenergiestrom exportiert als importiert, ist somit nicht möglich. Zu Zeiten, in denen die Schweiz Strom aus Frankreich importiert, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Import vermutlich zu einem wesentlichen Teil aus Kernenergie besteht. Es kann aber auch sein, dass dieser importierte Strom weiter nach Italien exportiert und somit gar nicht in der Schweiz verbraucht wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Eine Befragung innerhalb des Benchmarkings von Energieversorgungsunternehmen von EnergieSchweiz (siehe Medienmitteilung vom 21. Januar 2025 </span><a href="http://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> > Startseite > News und Medien > Medienmitteilungen: «Benchmark-Studie: Energieversorger setzen immer mehr auf erneuerbare Energie – bei Wärme und Strom») hat ergeben, dass freie Kunden tendenziell einen leicht höheren Anteil erneuerbare Energien bestellen, als dem Produktionsmix entsprechen würde und somit entsprechend weniger Kernenergie beziehen.</span></p></span>
- <p>Um über den Liefermix jedes Stromversorgers Transparenz zu schaffen und den Konsumentinnen und Konsumenten so einen informierten Entscheid für ein bestimmtes Stromprodukt zu ermöglichen, sind die schweizerischen Stromversorgungsunternehmen seit 2005 gesetzlich verpflichtet, die Herkunft und die Zusammensetzung des gelieferten Stroms offenzulegen. Seit 2006 müssen diese Zahlen allen Kundinnen und Kunden mit den Stromrechnungen bekannt gegeben und seit 2013 zudem auf der Internet-Plattform www.stromkennzeichnung.ch veröffentlicht werden.</p><p> </p><p>Aus diesen Daten geht hervor, dass der Anteil der Kernenergie am Strommix aus inländischer Produktion nicht dem Anteil dieser Energie am Liefermix der Stromversorger (Verbrauch) entspricht. So wurde 2022 der in der Schweiz erzeugte Strom zu 36,4 Prozent aus Kernenergie gewonnen, während der in der Schweiz verbrauchte Strom nur zu rund 20 Prozent aus Kernenergie stammte.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p> </p><p>1. Wie gross war in den vergangenen zehn Jahren der Anteil des Stroms aus Kernenergie am Strommix aus inländischer Produktion und wie gross ist der Anteil des Stroms aus Kernenergie am inländischen Verbrauch?</p><p> </p><p>2. Gibt es beim Strom aus Kernenergie eine stabile Tendenz, die zeigt, dass der in der Schweiz erzeugte Anteil (am Produktionsmix) höher ist als der in der Schweiz verbrauchte Anteil (am Liefermix)?</p><p> </p><p>3. Kann man sagen, dass die Schweiz mehr Strom aus Kernkraft exportiert als importiert? Wie hoch ist der Anteil des in der Schweiz verbrauchten importierten Stroms aus Kernkraft?</p><p> </p><p>4. Kann man aus diesen Statistiken ableiten, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Schweiz, wenn sie die Wahl haben, lieber andere Formen von Strom wählen als Strom aus Kernkraft?</p>
- Elektrische Energie aus Kernkraft in der Schweiz. Differenz zwischen Produktion und Verbrauch
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Die Kernenergie stellt ein wesentliches Element der Schweizer Stromversorgung dar. Ihr Anteil an der </span><span>Schweizer Landeserzeugung </span><span>lag in den Jahren 2014 bis 2023 zwischen 28,9 Prozent (2021) und 36,4 Prozent (2022) (</span><a href="http://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> > Versorgung > Statistik > Gesamtenergiestatistik). Im gleichen Zeitraum lag der Anteil Kernenergie am Lieferantenmix gemäss Stromkennzeichnung zwischen 20,5 Prozent (2023) und 26 Prozent (2014) (</span><a href="http://www.strom.ch"><u><span>www.strom.ch</span></u></a><span> > Service > Stromkennzeichnung). </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Es ist wichtig, zwischen dem physischen Produktionsmix (Landeserzeugung) und dem Lieferantenmix basierend auf Herkunftsnachweisen zu unterscheiden. In einem Wechselstromsystem ist es technisch nicht möglich, den physischen Stromfluss von einem bestimmten Kraftwerk bis zu einem einzelnen Verbraucher nachzuverfolgen, weshalb als Hilfsmittel das Herkunftsnachweissystem 2005 eingeführt wurde. Herkunftsnachweise sind vom Stromfluss losgelöst. Da viele Gemeindewerke den politischen Auftrag haben, in der Grundversorgung vor allem erneuerbare Energie zu liefern, führt dies effektiv dazu, dass im gesamtschweizerischen Lieferantenmix mehr erneuerbare Energien zu finden sind als im Produktionsmix. Die Differenz wird durch importierte Herkunftsnachweise gedeckt. Die Nachfrage nach Kernenergie-Herkunftsnachweisen ist entsprechend tiefer.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Wie in der Antwort 2 erwähnt, kann die ursprüngliche Produktionsart des physisch transportierten Stroms nicht nachverfolgt werden. Somit können auch keine Aussagen zu den Eigenschaften des physisch importierten und exportierten Strom gemacht werden. Die Aussage, dass die Schweiz mehr Kernenergiestrom exportiert als importiert, ist somit nicht möglich. Zu Zeiten, in denen die Schweiz Strom aus Frankreich importiert, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Import vermutlich zu einem wesentlichen Teil aus Kernenergie besteht. Es kann aber auch sein, dass dieser importierte Strom weiter nach Italien exportiert und somit gar nicht in der Schweiz verbraucht wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Eine Befragung innerhalb des Benchmarkings von Energieversorgungsunternehmen von EnergieSchweiz (siehe Medienmitteilung vom 21. Januar 2025 </span><a href="http://www.bfe.admin.ch"><u><span>www.bfe.admin.ch</span></u></a><span> > Startseite > News und Medien > Medienmitteilungen: «Benchmark-Studie: Energieversorger setzen immer mehr auf erneuerbare Energie – bei Wärme und Strom») hat ergeben, dass freie Kunden tendenziell einen leicht höheren Anteil erneuerbare Energien bestellen, als dem Produktionsmix entsprechen würde und somit entsprechend weniger Kernenergie beziehen.</span></p></span>
- <p>Um über den Liefermix jedes Stromversorgers Transparenz zu schaffen und den Konsumentinnen und Konsumenten so einen informierten Entscheid für ein bestimmtes Stromprodukt zu ermöglichen, sind die schweizerischen Stromversorgungsunternehmen seit 2005 gesetzlich verpflichtet, die Herkunft und die Zusammensetzung des gelieferten Stroms offenzulegen. Seit 2006 müssen diese Zahlen allen Kundinnen und Kunden mit den Stromrechnungen bekannt gegeben und seit 2013 zudem auf der Internet-Plattform www.stromkennzeichnung.ch veröffentlicht werden.</p><p> </p><p>Aus diesen Daten geht hervor, dass der Anteil der Kernenergie am Strommix aus inländischer Produktion nicht dem Anteil dieser Energie am Liefermix der Stromversorger (Verbrauch) entspricht. So wurde 2022 der in der Schweiz erzeugte Strom zu 36,4 Prozent aus Kernenergie gewonnen, während der in der Schweiz verbrauchte Strom nur zu rund 20 Prozent aus Kernenergie stammte.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p> </p><p>1. Wie gross war in den vergangenen zehn Jahren der Anteil des Stroms aus Kernenergie am Strommix aus inländischer Produktion und wie gross ist der Anteil des Stroms aus Kernenergie am inländischen Verbrauch?</p><p> </p><p>2. Gibt es beim Strom aus Kernenergie eine stabile Tendenz, die zeigt, dass der in der Schweiz erzeugte Anteil (am Produktionsmix) höher ist als der in der Schweiz verbrauchte Anteil (am Liefermix)?</p><p> </p><p>3. Kann man sagen, dass die Schweiz mehr Strom aus Kernkraft exportiert als importiert? Wie hoch ist der Anteil des in der Schweiz verbrauchten importierten Stroms aus Kernkraft?</p><p> </p><p>4. Kann man aus diesen Statistiken ableiten, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Schweiz, wenn sie die Wahl haben, lieber andere Formen von Strom wählen als Strom aus Kernkraft?</p>
- Elektrische Energie aus Kernkraft in der Schweiz. Differenz zwischen Produktion und Verbrauch
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