Einbruch der Biodiversität und Kosten des Nichthandelns. Wir brauchen Klarheit

ShortId
25.3283
Id
20253283
Updated
14.11.2025 03:12
Language
de
Title
Einbruch der Biodiversität und Kosten des Nichthandelns. Wir brauchen Klarheit
AdditionalIndexing
52;24;55;36
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1) Der Bundesrat kennt die international verfügbaren Kostenschätzungen, aber auch die damit verbundenen Unsicherheiten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Ein Forschungsprojekt im Rahmen des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz schätzt die ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Werte </span><span>sowie die Bruttowertschöpfung der davon direkt abhängigen wirtschaftlichen Branchen </span><span>ab. Zudem zeigt das Forschungsprojekt in fünf Szenarien auf, </span><span>wie die Entwicklungen in der Schweiz unter den angenommenen Klima- und Landnutzungsveränderungen bis 2060 verlaufen könnten. </span><span>Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlicht den</span><span></span><span> </span><span></span><span>Synthesebericht zu diesem Forschungsprojekt voraussichtlich bis Ende 2025.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Die Anstrengungen des Bundes zur Erhaltung der Biodiversität sind auch in finanzieller Hinsicht substanziell, wie der Bundesrat bereits in der Antwort auf Frage 3 der Interpellation Mahaim 24.4185 «Verkennt der Bundesrat die Höhe der mit dem Verlust der Biodiversität zusammenhängenden Kosten?» ausgeführt hat. Der Bundesrat strebt zudem eine ausgewogene Finanzpolitik an, welche sowohl dem kurzfristigen Kostendruck als auch den langfristigen Interessen der Schweiz gerecht wird. Angesichts der aktuellen Herausforderungen des Bundeshaushalts muss der Bundesrat Prioritäten setzen und schlägt in seinem </span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=103967"><u><span>Entlastungspaket 27</span></u></a><span> in allen Aufgabengebieten Massnahmen vor.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) </span><span>Es handelt sich um ein Arbeitspapier des Unternehmens Ecoplan im Auftrag des BAFU aus dem Jahr 2010. Für das Jahr 2050 hatten die Autorinnen und Autoren die jährlichen Kosten des Nichthandelns auf 14 bis 16 Milliarden Franken geschätzt, aber auch auf die grossen Unsicherheiten dieser Berechnung hingewiesen.</span><span> Auch im Bereich dieser Kosten prüft der Bund laufend die neuesten Forschungsergebnisse und evaluiert, in welchen Bereichen Wissenslücken bestehen und wo weitere Studien sinnvoll sind.</span></p></span>
  • <p>Im Anschluss an die Antwort auf meine <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Ffr%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20244185&amp;data=05%7C02%7Craphael.mahaim%40parl.ch%7C13918a9e5178439aaaf108dd6701ea1c%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638779980099360272%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=0UjV%2BvH1S%2FmEpodDTcCt2xdqJwjvoA2WssfumWtYikg%3D&amp;reserved=0"><u>Interpellation 24.4185</u></a> bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1. Die Kosten des Rückgangs der Biodiversität sind bereits von zahlreichen Ländern, internationalen Beratungsunternehmen, Versicherungen und Rückversicherern, Organisationen und Forschungsinstituten geschätzt worden. Wieso ist der Bundesrat der Ansicht, dass die naturwissenschaftlichen und sozio-ökonomischen Methoden zur Evaluierung der Kosten des Nichthandelns erst noch entwickelt werden müssen? Zieht er es vor, auf Berechnungen zu verzichten als die Kosten vorsorglich grob zu schätzen und seine Politik auf diese Schätzungen abzustützen? Wenn ja, wieso? Wenn nicht, was unternimmt er?</p><p>&nbsp;</p><p>2. Gemäss seiner Antwort auf die zweite Frage hat der Bund auf nationaler Ebene Projekte lanciert, die zur «Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlagen beitragen». Um welche Projekte handelt es sich und wo sind sie veröffentlicht? Inwiefern tragen sie dazu bei, dass die Kosten des Nichthandelns angesichts des Einbruchs der Biodiversität besser geschätzt werden können? Wie sieht der Zeitplan für die Umsetzung der Projekte aus und welche konkreten Ziele verfolgen sie?</p><p>&nbsp;</p><p>3. In seiner Antwort auf die dritte Frage räumt der Bundesrat ein, dass bisher keine finanziellen Mittel vorgesehen sind für die Deckung der künftigen Kosten des Einbruchs der Biodiversität. Er schlägt im Bereich des Umweltschutzes derzeit gar einschneidende finanzielle Kürzungen vor. Sollen die Kosten des Nichthandelns vollumfänglich von den kommenden Generationen getragen werden? Welche alternativen Ansätze werden in Betracht gezogen, um diese Kosten zu decken? Können die Budgetkürzungen als indirekte Subventionen mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität und das Klima betrachtet werden? Weist der Bundesrat bei den Budgetdebatten darauf hin, dass diese Kosten nicht wegfallen, sondern lediglich künftigen Generationen aufgebürdet werden?</p><p>&nbsp;</p><p>4. Der Bundesrat gibt in seiner Antwort auf die vierte Frage an, dass die «vorhandenen Studien […] einen Eindruck von der Grössenordnung» der Kosten des Rückgangs der Biodiversität geben. 4.&nbsp;Dans sa réponse à la question 4, le CF indique que « des études existantes donnent (…) un certain ordre de grandeur » des coûts du recul de la biodiversité. Um welche Studien handelt es sich? Welche Beträge werden in diesen Schätzungen genannt? Welche konkreten wirtschaftlichen Risiken birgt der Rückgang der Biodiversität in der Schweiz für die verschiedenen Wirtschaftssektoren?</p>
  • Einbruch der Biodiversität und Kosten des Nichthandelns. Wir brauchen Klarheit
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1) Der Bundesrat kennt die international verfügbaren Kostenschätzungen, aber auch die damit verbundenen Unsicherheiten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Ein Forschungsprojekt im Rahmen des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz schätzt die ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Werte </span><span>sowie die Bruttowertschöpfung der davon direkt abhängigen wirtschaftlichen Branchen </span><span>ab. Zudem zeigt das Forschungsprojekt in fünf Szenarien auf, </span><span>wie die Entwicklungen in der Schweiz unter den angenommenen Klima- und Landnutzungsveränderungen bis 2060 verlaufen könnten. </span><span>Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlicht den</span><span></span><span> </span><span></span><span>Synthesebericht zu diesem Forschungsprojekt voraussichtlich bis Ende 2025.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Die Anstrengungen des Bundes zur Erhaltung der Biodiversität sind auch in finanzieller Hinsicht substanziell, wie der Bundesrat bereits in der Antwort auf Frage 3 der Interpellation Mahaim 24.4185 «Verkennt der Bundesrat die Höhe der mit dem Verlust der Biodiversität zusammenhängenden Kosten?» ausgeführt hat. Der Bundesrat strebt zudem eine ausgewogene Finanzpolitik an, welche sowohl dem kurzfristigen Kostendruck als auch den langfristigen Interessen der Schweiz gerecht wird. Angesichts der aktuellen Herausforderungen des Bundeshaushalts muss der Bundesrat Prioritäten setzen und schlägt in seinem </span><a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=103967"><u><span>Entlastungspaket 27</span></u></a><span> in allen Aufgabengebieten Massnahmen vor.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) </span><span>Es handelt sich um ein Arbeitspapier des Unternehmens Ecoplan im Auftrag des BAFU aus dem Jahr 2010. Für das Jahr 2050 hatten die Autorinnen und Autoren die jährlichen Kosten des Nichthandelns auf 14 bis 16 Milliarden Franken geschätzt, aber auch auf die grossen Unsicherheiten dieser Berechnung hingewiesen.</span><span> Auch im Bereich dieser Kosten prüft der Bund laufend die neuesten Forschungsergebnisse und evaluiert, in welchen Bereichen Wissenslücken bestehen und wo weitere Studien sinnvoll sind.</span></p></span>
    • <p>Im Anschluss an die Antwort auf meine <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Ffr%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20244185&amp;data=05%7C02%7Craphael.mahaim%40parl.ch%7C13918a9e5178439aaaf108dd6701ea1c%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638779980099360272%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=0UjV%2BvH1S%2FmEpodDTcCt2xdqJwjvoA2WssfumWtYikg%3D&amp;reserved=0"><u>Interpellation 24.4185</u></a> bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1. Die Kosten des Rückgangs der Biodiversität sind bereits von zahlreichen Ländern, internationalen Beratungsunternehmen, Versicherungen und Rückversicherern, Organisationen und Forschungsinstituten geschätzt worden. Wieso ist der Bundesrat der Ansicht, dass die naturwissenschaftlichen und sozio-ökonomischen Methoden zur Evaluierung der Kosten des Nichthandelns erst noch entwickelt werden müssen? Zieht er es vor, auf Berechnungen zu verzichten als die Kosten vorsorglich grob zu schätzen und seine Politik auf diese Schätzungen abzustützen? Wenn ja, wieso? Wenn nicht, was unternimmt er?</p><p>&nbsp;</p><p>2. Gemäss seiner Antwort auf die zweite Frage hat der Bund auf nationaler Ebene Projekte lanciert, die zur «Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlagen beitragen». Um welche Projekte handelt es sich und wo sind sie veröffentlicht? Inwiefern tragen sie dazu bei, dass die Kosten des Nichthandelns angesichts des Einbruchs der Biodiversität besser geschätzt werden können? Wie sieht der Zeitplan für die Umsetzung der Projekte aus und welche konkreten Ziele verfolgen sie?</p><p>&nbsp;</p><p>3. In seiner Antwort auf die dritte Frage räumt der Bundesrat ein, dass bisher keine finanziellen Mittel vorgesehen sind für die Deckung der künftigen Kosten des Einbruchs der Biodiversität. Er schlägt im Bereich des Umweltschutzes derzeit gar einschneidende finanzielle Kürzungen vor. Sollen die Kosten des Nichthandelns vollumfänglich von den kommenden Generationen getragen werden? Welche alternativen Ansätze werden in Betracht gezogen, um diese Kosten zu decken? Können die Budgetkürzungen als indirekte Subventionen mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität und das Klima betrachtet werden? Weist der Bundesrat bei den Budgetdebatten darauf hin, dass diese Kosten nicht wegfallen, sondern lediglich künftigen Generationen aufgebürdet werden?</p><p>&nbsp;</p><p>4. Der Bundesrat gibt in seiner Antwort auf die vierte Frage an, dass die «vorhandenen Studien […] einen Eindruck von der Grössenordnung» der Kosten des Rückgangs der Biodiversität geben. 4.&nbsp;Dans sa réponse à la question 4, le CF indique que « des études existantes donnent (…) un certain ordre de grandeur » des coûts du recul de la biodiversité. Um welche Studien handelt es sich? Welche Beträge werden in diesen Schätzungen genannt? Welche konkreten wirtschaftlichen Risiken birgt der Rückgang der Biodiversität in der Schweiz für die verschiedenen Wirtschaftssektoren?</p>
    • Einbruch der Biodiversität und Kosten des Nichthandelns. Wir brauchen Klarheit

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