Struktur der Familienunternehmen in der Schweiz
- ShortId
-
25.3367
- Id
-
20253367
- Updated
-
14.11.2025 03:02
- Language
-
de
- Title
-
Struktur der Familienunternehmen in der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
2446;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Der Bundesrat verfügt über keine Daten zu Bewertung und Eigentümerstruktur von nicht-börsenkotierten Firmen in der Schweiz. Aus den Umsätzen der Firmen, die der ESTV für die Mehrwertsteuer gemeldet werden, lassen sich keine Rückschlüsse auf deren Bewertung ziehen. Auch den Kantonen liegen solche Daten nicht vor. Aus den einzelnen Steuererklärungen der natürlichen Personen geht zwar hervor, ob Beteiligungen an Unternehmen zu deren Vermögen gehören. Diese werden jedoch nicht den jeweiligen juristischen Personen zugeordnet, weshalb deren Aktionärskreis nicht bekannt ist. Der Bundesrat kann deshalb die in der Interpellation gestellten Fragen nicht beantworten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Eine Studie des ZEW Mannheim zur Bedeutung von Familienunternehmen in Deutschland und Italien enthält auch Informationen zu Familienunternehmen in der Schweiz. Gemäss ZEW sind 67% der Kapitalgesellschaften mit mindestens 5 Beschäftigten in der Schweiz familienkontrolliert und 63% eigentümergeführt (Egeln, Jürgen, et al. </span><a href="https://www.econstor.eu/bitstream/10419/281021/1/187727058X.pdf"><u><span>Familienunternehmen in Deutschland und Italien: zur Bedeutung des Unternehmenstyps im Vergleich mit ausgewählten europäischen Staaten</span></u></a><span> [www.econstor.eu/bitstream/10419/281021/1/187727058X.pdf]. München: Stiftung Familienunternehmen, 2023, Abbildung 1, S. 22. Die Auswertung stützt sich auf Daten aus der internationalen Orbis-Datenbank.).</span></p><p><span> </span></p><p><span>Auf der Ebene der potenziell von der Erbschaftsteuer betroffenen Personen können in begrenztem Umfang Aussagen getroffen werden. Die Botschaft des Bundesrates zur Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert (Initiative für eine Zukunft)» vom 13. Dezember 2024 enthält eine grobe Schätzung des Anteils der potenziell betroffenen steuerpflichtigen Personen mit unternehmerischer Tätigkeit: Im Rahmen ihrer Arbeiten zu dieser Volksinitiative hat die Eidgenössische Steuerverwaltung eine Ad hoc-Erhebung bei den Kantonen zu steuerpflichtigen Personen mit Vermögen von mehr als 50 Millionen Franken durchgeführt. 21 Kantone haben im Rahmen dieser Erhebung Angaben zur Teilbesteuerung von Dividenden geliefert, welche gewisse Rückschlüsse auf unternehmerische Tätigkeit zulassen. Dazu wird in der Botschaft auf S. 48 festgehalten: «Von den 2015 steuerpflichtigen Personen, für welche diese Angaben vorliegen, haben 730 oder 36,2 Prozent von der Dividendenteilbesteuerung Gebrauch gemacht. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Unternehmen im Jahr 2021 Dividenden ausgeschüttet haben müssen, weshalb es sich um eine Untergrenze des Anteils der steuerpflichtigen Personen, die Unternehmensanteile von mehr als 10 Prozent halten, in der betreffenden Gruppe handeln dürfte. Steuerpflichtige mit Dividendenteilbesteuerung weisen im Durchschnitt ein höheres Reinvermögen auf, nämlich 233 Millionen Franken gegenüber 176 Millionen Franken bei Steuerpflichtigen ohne Dividendenteilbesteuerung.» Diese Statistiken lassen jedoch nicht automatisch Rückschlüsse auf die Unternehmensebene zu, auf die sich die Interpellation bezieht.</span></p></span>
- <p>In der Schweiz gibt es fast 620'000 Unternehmen, wovon über die Hälfte Kleinstunternehmen und über 99% KMUs sind. Es liegen jedoch keine öffentlich zugänglichen Daten vor, die die Anzahl der Unternehmen in der Schweiz mit einer Bewertung von über 50 Millionen CHF angeben. Die meisten Unternehmen bei uns sind nicht börsenkotiert, ihre Bewertungen sind nicht öffentlich einsehbar. In der aktuellen politischen Debatte um die Erbschaftssteuer wird jedoch viel spekuliert über die Unternehmensstruktur in der Schweiz und den potenziellen Auswirkungen einer Erbschaftssteuer. Der Bundesrat wird daher geben, falls notwendig mittels Schätzung, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ul><li>Wie viele Unternehmen in der Schweiz werden mit über 50 Millionen CHF bewertet?</li><li>Wie viele davon sind in Besitz einiger weniger Personen, typischerweise Familienbesitz?</li><li>Wie viele dieser Unternehmen gelten als KMU (<250 Mitarbeitende), wie viele als Grossunternehmen?</li><li>Wie viele der potenziell von einer Erbschaftssteuer betroffenen Unternehmen sind von Mehrheitsaktionär*innen aus der Schweiz gehalten, wie viele gehören ausländischen Mehrheitsaktionär*innen? </li></ul>
- Struktur der Familienunternehmen in der Schweiz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>Der Bundesrat verfügt über keine Daten zu Bewertung und Eigentümerstruktur von nicht-börsenkotierten Firmen in der Schweiz. Aus den Umsätzen der Firmen, die der ESTV für die Mehrwertsteuer gemeldet werden, lassen sich keine Rückschlüsse auf deren Bewertung ziehen. Auch den Kantonen liegen solche Daten nicht vor. Aus den einzelnen Steuererklärungen der natürlichen Personen geht zwar hervor, ob Beteiligungen an Unternehmen zu deren Vermögen gehören. Diese werden jedoch nicht den jeweiligen juristischen Personen zugeordnet, weshalb deren Aktionärskreis nicht bekannt ist. Der Bundesrat kann deshalb die in der Interpellation gestellten Fragen nicht beantworten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Eine Studie des ZEW Mannheim zur Bedeutung von Familienunternehmen in Deutschland und Italien enthält auch Informationen zu Familienunternehmen in der Schweiz. Gemäss ZEW sind 67% der Kapitalgesellschaften mit mindestens 5 Beschäftigten in der Schweiz familienkontrolliert und 63% eigentümergeführt (Egeln, Jürgen, et al. </span><a href="https://www.econstor.eu/bitstream/10419/281021/1/187727058X.pdf"><u><span>Familienunternehmen in Deutschland und Italien: zur Bedeutung des Unternehmenstyps im Vergleich mit ausgewählten europäischen Staaten</span></u></a><span> [www.econstor.eu/bitstream/10419/281021/1/187727058X.pdf]. München: Stiftung Familienunternehmen, 2023, Abbildung 1, S. 22. Die Auswertung stützt sich auf Daten aus der internationalen Orbis-Datenbank.).</span></p><p><span> </span></p><p><span>Auf der Ebene der potenziell von der Erbschaftsteuer betroffenen Personen können in begrenztem Umfang Aussagen getroffen werden. Die Botschaft des Bundesrates zur Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert (Initiative für eine Zukunft)» vom 13. Dezember 2024 enthält eine grobe Schätzung des Anteils der potenziell betroffenen steuerpflichtigen Personen mit unternehmerischer Tätigkeit: Im Rahmen ihrer Arbeiten zu dieser Volksinitiative hat die Eidgenössische Steuerverwaltung eine Ad hoc-Erhebung bei den Kantonen zu steuerpflichtigen Personen mit Vermögen von mehr als 50 Millionen Franken durchgeführt. 21 Kantone haben im Rahmen dieser Erhebung Angaben zur Teilbesteuerung von Dividenden geliefert, welche gewisse Rückschlüsse auf unternehmerische Tätigkeit zulassen. Dazu wird in der Botschaft auf S. 48 festgehalten: «Von den 2015 steuerpflichtigen Personen, für welche diese Angaben vorliegen, haben 730 oder 36,2 Prozent von der Dividendenteilbesteuerung Gebrauch gemacht. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Unternehmen im Jahr 2021 Dividenden ausgeschüttet haben müssen, weshalb es sich um eine Untergrenze des Anteils der steuerpflichtigen Personen, die Unternehmensanteile von mehr als 10 Prozent halten, in der betreffenden Gruppe handeln dürfte. Steuerpflichtige mit Dividendenteilbesteuerung weisen im Durchschnitt ein höheres Reinvermögen auf, nämlich 233 Millionen Franken gegenüber 176 Millionen Franken bei Steuerpflichtigen ohne Dividendenteilbesteuerung.» Diese Statistiken lassen jedoch nicht automatisch Rückschlüsse auf die Unternehmensebene zu, auf die sich die Interpellation bezieht.</span></p></span>
- <p>In der Schweiz gibt es fast 620'000 Unternehmen, wovon über die Hälfte Kleinstunternehmen und über 99% KMUs sind. Es liegen jedoch keine öffentlich zugänglichen Daten vor, die die Anzahl der Unternehmen in der Schweiz mit einer Bewertung von über 50 Millionen CHF angeben. Die meisten Unternehmen bei uns sind nicht börsenkotiert, ihre Bewertungen sind nicht öffentlich einsehbar. In der aktuellen politischen Debatte um die Erbschaftssteuer wird jedoch viel spekuliert über die Unternehmensstruktur in der Schweiz und den potenziellen Auswirkungen einer Erbschaftssteuer. Der Bundesrat wird daher geben, falls notwendig mittels Schätzung, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ul><li>Wie viele Unternehmen in der Schweiz werden mit über 50 Millionen CHF bewertet?</li><li>Wie viele davon sind in Besitz einiger weniger Personen, typischerweise Familienbesitz?</li><li>Wie viele dieser Unternehmen gelten als KMU (<250 Mitarbeitende), wie viele als Grossunternehmen?</li><li>Wie viele der potenziell von einer Erbschaftssteuer betroffenen Unternehmen sind von Mehrheitsaktionär*innen aus der Schweiz gehalten, wie viele gehören ausländischen Mehrheitsaktionär*innen? </li></ul>
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