Bekämpfung der Ausbreitung maskulinistischer Ideologien dank verbesserter Datenlage

ShortId
25.3398
Id
20253398
Updated
14.11.2025 03:02
Language
de
Title
Bekämpfung der Ausbreitung maskulinistischer Ideologien dank verbesserter Datenlage
AdditionalIndexing
28;32;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Maskulinismus sieht die Männlichkeit in der Krise, bekämpft den Feminismus und propagiert eine extreme Frauenfeindlichkeit. Die maskulinistische Denkweise fördert eine von Feindseligkeit, Dominanz und Gewalt geprägte Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen und verändert die Art und Weise, wie Männer ihr Verhältnis zu Frauen gestalten. Neuere Studien zeigen, dass der Maskulinismus unter jungen Menschen auf dem Vormarsch ist. </p><p>Fachleute sehen in dieser Ideologie eine Bedrohung für unsere Gesellschaften. Im Vereinigten Königreich schlägt die Polizei angesichts der Radikalisierung junger Buben durch Influencer Alarm, ein Phänomen, das sie als erschreckend bezeichnet. Die Polizeibehörden sprachen 2024 von einer «nationalen Notlage».</p><p>Um eine Ausbreitung des Maskulinismus zu verhindern, ist schnelles Handeln entscheidend. Zur Bekämpfung dieser Ideologie braucht es einen ganzheitlichen politischen Ansatz, der Bildung, Prävention, digitale Regulierung, die Begleitung der jungen Männer und die Förderung einer positiven Männlichkeit sowie schärfere Sanktionen gegen sexistische Gewalt verbindet.</p><p>Gemäss seinen Stellungnahmen zu den Interpellationen&nbsp;24.4101 und 24.4208 ist sich der Bundesrat der Wichtigkeit des Themas bewusst; daher seien die Themen Männlichkeit und Radikalisierung explizit in den zweiten Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus 2023–2027 aufgenommen worden. Gleichwohl präzisiert der Bundesrat, dass er aktuell keine Erhebung von Daten zur Verbreitung maskulinistischer Ideologien plant.</p><p>Ohne diese Daten ist es jedoch unmöglich, sich einen umfassenden und dokumentierten Überblick über die Verbreitung des Maskulinismus in der Gesellschaft zu verschaffen, und dementsprechend auch, angemessene Antworten darauf zu finden.</p>
  • <span><p><span>Der Bundesrat ist besorgt über die Verbreitung von Männlichkeitsideologien. Auch der Sicherheitsverbund Schweiz nimmt das Thema ernst und hat es in den Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus 2023–2027 (</span><a href="https://www.svs-rns.ch/de"><u><span>https://www.svs-rns.ch/de</span></u></a><span> &gt;Themen und Handlungsfelder &gt; Prävention von Radikalisierung und Extremismus &gt; Nationaler Aktionsplan) aufgenommen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Vor diesem Hintergrund hat das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) am 28.</span><span>&nbsp;</span><span>Februar 2025 den Bericht «Präventionsansätze gegen gewaltbegünstigende Männlichkeitsvorstellungen» (</span><a href="https://www.ebg.admin.ch/de"><u><span>https://www.ebg.admin.ch/de</span></u></a><span> &gt; Über das EBG &gt; Publikationen) veröffentlich und damit eine Forderung des Bundesrates in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 19.3618 Graf Maya «Stopp der Tötungsdelikte an Frauen im häuslichen Umfeld. Bericht zur Ursachenforschung und Massnahmenkatalog gegen Femizide in der Schweiz» erfüllt. Der Bericht bestätigt, dass es in der Schweiz an Daten fehlt, um die Verbreitung von gewaltlegitimierenden Männlichkeitsvorstellungen in der erwachsenen Bevölkerung zuverlässig beurteilen und lokalisieren zu können. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aus diesem Grund hat das EBG beschlossen, das wissenschaftliche Forschungsprojekt «Männlichkeit im Wandel» zu unterstützen (</span><a href="http://www.projektsammlung.ch/projekt/forschungsprojekt-maennlichkeit-im-wandel"><u><span>www.projektsammlung.ch/projekt/forschungsprojekt-maennlichkeit-im-wandel</span></u></a><span>). Männer.ch, der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, und die Universität Zürich untersuchen die gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen und die Verbreitung von gewaltfördernden Männlichkeitsbildern in der Schweiz. Die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet und sollen als Grundlage für die Ausarbeitung von Empfehlungen dienen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Gleichzeitig zur Datenrecherche unterstützt das EBG verschiedene Projekte von Organisationen, die im Bereich der Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt tätig sind – insbesondere bei Jugendlichen – und bereits die Thematik des Maskulinismuss einbeziehen. Das Projekt «As de cœur</span><span>&nbsp;</span><span>»</span><span>&nbsp;</span><span>(https://projektsammlung.ch/finanzhilfen-gewaltpraevention/) bietet beispielsweise Workshops in Schulen an, damit junge Menschen missbräuchliches Verhalten in Liebesbeziehungen erkennen und verändern können.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat erinnert auch an die verstärkte Bekämpfung der Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt, zu denen auch die Thematik Maskulinismus gehört, im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung des Übereinkommens der Istanbul-Konvention 2022-2026. In diesem Zusammenhang wird Ende 2025 eine mehrjährige nationale Präventionskampagne lanciert.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Schliesslich wird im Parlament derzeit ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet, der Artikel 261bis des Strafgesetzbuches (SR 311.0) dahingehend anpassen soll, dass Aufrufe zu Hass und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts unter Strafe gestellt wird («Aufrufe zu Hass und Gewalt aufgrund des Geschlechts müssen strafbar werden»; parlamentarische Initiativen 21.513, 21.514, 21.515, 21.516, 21.522, 21.527). </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In Anbetracht der laufenden Arbeiten und in Erwartung ihrer Ergebnisse hält der Bundesrat eine zusätzliche Erhebung von Daten nicht für zweckmässig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Daten zur Verbreitung maskulinistischer Ideologien zu erheben.</p>
  • Bekämpfung der Ausbreitung maskulinistischer Ideologien dank verbesserter Datenlage
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Maskulinismus sieht die Männlichkeit in der Krise, bekämpft den Feminismus und propagiert eine extreme Frauenfeindlichkeit. Die maskulinistische Denkweise fördert eine von Feindseligkeit, Dominanz und Gewalt geprägte Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen und verändert die Art und Weise, wie Männer ihr Verhältnis zu Frauen gestalten. Neuere Studien zeigen, dass der Maskulinismus unter jungen Menschen auf dem Vormarsch ist. </p><p>Fachleute sehen in dieser Ideologie eine Bedrohung für unsere Gesellschaften. Im Vereinigten Königreich schlägt die Polizei angesichts der Radikalisierung junger Buben durch Influencer Alarm, ein Phänomen, das sie als erschreckend bezeichnet. Die Polizeibehörden sprachen 2024 von einer «nationalen Notlage».</p><p>Um eine Ausbreitung des Maskulinismus zu verhindern, ist schnelles Handeln entscheidend. Zur Bekämpfung dieser Ideologie braucht es einen ganzheitlichen politischen Ansatz, der Bildung, Prävention, digitale Regulierung, die Begleitung der jungen Männer und die Förderung einer positiven Männlichkeit sowie schärfere Sanktionen gegen sexistische Gewalt verbindet.</p><p>Gemäss seinen Stellungnahmen zu den Interpellationen&nbsp;24.4101 und 24.4208 ist sich der Bundesrat der Wichtigkeit des Themas bewusst; daher seien die Themen Männlichkeit und Radikalisierung explizit in den zweiten Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus 2023–2027 aufgenommen worden. Gleichwohl präzisiert der Bundesrat, dass er aktuell keine Erhebung von Daten zur Verbreitung maskulinistischer Ideologien plant.</p><p>Ohne diese Daten ist es jedoch unmöglich, sich einen umfassenden und dokumentierten Überblick über die Verbreitung des Maskulinismus in der Gesellschaft zu verschaffen, und dementsprechend auch, angemessene Antworten darauf zu finden.</p>
    • <span><p><span>Der Bundesrat ist besorgt über die Verbreitung von Männlichkeitsideologien. Auch der Sicherheitsverbund Schweiz nimmt das Thema ernst und hat es in den Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus 2023–2027 (</span><a href="https://www.svs-rns.ch/de"><u><span>https://www.svs-rns.ch/de</span></u></a><span> &gt;Themen und Handlungsfelder &gt; Prävention von Radikalisierung und Extremismus &gt; Nationaler Aktionsplan) aufgenommen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Vor diesem Hintergrund hat das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) am 28.</span><span>&nbsp;</span><span>Februar 2025 den Bericht «Präventionsansätze gegen gewaltbegünstigende Männlichkeitsvorstellungen» (</span><a href="https://www.ebg.admin.ch/de"><u><span>https://www.ebg.admin.ch/de</span></u></a><span> &gt; Über das EBG &gt; Publikationen) veröffentlich und damit eine Forderung des Bundesrates in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 19.3618 Graf Maya «Stopp der Tötungsdelikte an Frauen im häuslichen Umfeld. Bericht zur Ursachenforschung und Massnahmenkatalog gegen Femizide in der Schweiz» erfüllt. Der Bericht bestätigt, dass es in der Schweiz an Daten fehlt, um die Verbreitung von gewaltlegitimierenden Männlichkeitsvorstellungen in der erwachsenen Bevölkerung zuverlässig beurteilen und lokalisieren zu können. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aus diesem Grund hat das EBG beschlossen, das wissenschaftliche Forschungsprojekt «Männlichkeit im Wandel» zu unterstützen (</span><a href="http://www.projektsammlung.ch/projekt/forschungsprojekt-maennlichkeit-im-wandel"><u><span>www.projektsammlung.ch/projekt/forschungsprojekt-maennlichkeit-im-wandel</span></u></a><span>). Männer.ch, der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, und die Universität Zürich untersuchen die gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen und die Verbreitung von gewaltfördernden Männlichkeitsbildern in der Schweiz. Die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet und sollen als Grundlage für die Ausarbeitung von Empfehlungen dienen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Gleichzeitig zur Datenrecherche unterstützt das EBG verschiedene Projekte von Organisationen, die im Bereich der Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt tätig sind – insbesondere bei Jugendlichen – und bereits die Thematik des Maskulinismuss einbeziehen. Das Projekt «As de cœur</span><span>&nbsp;</span><span>»</span><span>&nbsp;</span><span>(https://projektsammlung.ch/finanzhilfen-gewaltpraevention/) bietet beispielsweise Workshops in Schulen an, damit junge Menschen missbräuchliches Verhalten in Liebesbeziehungen erkennen und verändern können.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat erinnert auch an die verstärkte Bekämpfung der Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt, zu denen auch die Thematik Maskulinismus gehört, im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung des Übereinkommens der Istanbul-Konvention 2022-2026. In diesem Zusammenhang wird Ende 2025 eine mehrjährige nationale Präventionskampagne lanciert.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Schliesslich wird im Parlament derzeit ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet, der Artikel 261bis des Strafgesetzbuches (SR 311.0) dahingehend anpassen soll, dass Aufrufe zu Hass und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts unter Strafe gestellt wird («Aufrufe zu Hass und Gewalt aufgrund des Geschlechts müssen strafbar werden»; parlamentarische Initiativen 21.513, 21.514, 21.515, 21.516, 21.522, 21.527). </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In Anbetracht der laufenden Arbeiten und in Erwartung ihrer Ergebnisse hält der Bundesrat eine zusätzliche Erhebung von Daten nicht für zweckmässig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Daten zur Verbreitung maskulinistischer Ideologien zu erheben.</p>
    • Bekämpfung der Ausbreitung maskulinistischer Ideologien dank verbesserter Datenlage

Back to List