Organisation der Schweizer Vertretungen im Ausland. Koordination und Effizienz

ShortId
25.3437
Id
20253437
Updated
14.11.2025 03:03
Language
de
Title
Organisation der Schweizer Vertretungen im Ausland. Koordination und Effizienz
AdditionalIndexing
08;04
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zahlreiche Organisationen, Organe und Institutionen vertreten die Schweiz im Ausland, wo sie für unser Land werben und Kontakte zu Unternehmen, Hochschulen, Forschungszentren und Start-ups pflegen. Sie arbeiten für verschiedene Behörden, die dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie anderen staatlichen oder halbstaatlichen Einheiten unterstehen. Die Organisationen sind in vielen Ländern vertreten und haben häufig ähnliche oder sich ergänzende Aufträge. Diese Zersplitterung veranlasst mich zu folgenden Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:square;"><li>Wie ist die Arbeit der im Ausland tätigen Einheiten im Hinblick auf die Förderung von Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie organisiert?</li><li>Wie wird die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten definiert, sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene?</li><li>Welche Rolle übernehmen die Botschaften bei der Koordination der Aufträge und der jeweiligen Tätigkeiten?</li><li>Gibt es einen Steuerungsmechanismus oder eine bereichsübergreifende Strategie, um die Komplementarität zu gewährleisten und Doppelspurigkeiten zu vermeiden?</li><li>Haben ausländische Gesprächspartner (Universitäten, Unternehmen, Institutionen) teilweise mehrere Schweizer Ansprechpartner, die in ihrem eigenen Organisationsrahmen agieren?</li><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass eine pyramidenförmige Organisation mit einer zentralen Koordination unter der Schirmherrschaft der Botschaften die Effizienz, die Verständlichkeit und die Wirkung unserer Anstrengungen zur Stärkung der Schweiz im Ausland verbessern würde?</li><li>Könnte eine derartige Struktur dazu beitragen, die Ressourcen zu optimieren, Doppelspurigkeiten zu reduzieren und die Schweiz im Interesse unserer Wirtschaft und Forschung international sichtbarer zu machen?</li></ul>
  • <span><p><span>Die Aktivitäten der einzelnen im Ausland tätigen offiziellen Akteure orientieren sich an den festgelegten Strategien des Bundesrates – so ist für aussenpolitische Aktivitäten die Aussenpolitische Strategie, für die Wirtschaftsförderung und die aussenwirtschaftlichen Tätigkeiten generell die Strategie zur Aussenwirtschaftspolitik und Standortförderung oder für die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Technologie die Internationale Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation (BFI) massgebend. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Das EDA koordiniert die strategische Zusammenarbeit mit allen Akteuren, welche Personal ins Aussennetz entsenden. Es stellt gemeinsam mit den beteiligten Partnern in den verschiedenen Fachämtern die kohärente und wirkungsvolle internationale Positionierung der Schweiz sicher. Im Rahmen dieser Koordination an der Zentrale in Bern wird sichergestellt, dass die Synergien zwischen den einzelnen Akteuren genutzt, die Ressourcen effizient eingesetzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Die Koordination und Abstimmung bezieht sich auch auf die Auslandsaktivitäten von externen Partnern wie Switzerland Global Enterprise (S-GE) oder Organisationen der dezentralen Bundesverwaltung wie Schweiz Tourismus. Mit den Schweizer Akteuren im Ausland bestehen schriftliche Vereinbarungen, in welchen die Art der Zusammenarbeit geregelt ist.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Interessenvertretung vor Ort erfolgt durch die Schweizer Auslandvertretungen. Der einheitliche, kohärente Auftritt der offiziellen Schweiz wird durch den Missionschef bzw. die Missionschefin mittels Weisungsbefugnis gegenüber allen Akteuren sichergestellt. Dies gilt sowohl für die klassische Aussenpolitik als auch für die sektoriellen Politiken (Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheit, etc.). Der «Team-Switzerland-Ansatz» sorgt dafür, dass Behörden und Organisationen im Gastland verschiedene Kontaktpunkte mit und Eintrittstüren zur offiziellen Schweiz haben und diese Botschafts-intern anschliessend an die richtigen Ansprechpartner vermittelt werden. Zudem wird seit vielen Jahren das Konzept «alle unter einem Dach» (dem Dach der offiziellen Schweizer Vertretung) gelebt. Es gibt nur noch sehr wenige Akteure, welche nicht in den Vertretungen integriert sind (z.B. Schweiz Tourismus in gewissen Ländern).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Das EDA verantwortet somit sowohl die strategische Steuerung als auch die operationelle Sicherstellung der Kohärenz der Auslandsaktionen aller Akteure. Diese koordinierte Steuerung vereinfacht die Kontaktpflege, nutzt Synergien und stärkt die Sichtbarkeit der Schweiz als vernetzte, verlässliche Partnerin. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine noch stärkere Zentralisierung der Steuerung aller Aktivitäten würde den dezentralen Kompetenzen der Fachämter und den entsprechenden Mittelallokationen widersprechen. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass die heute bestehenden Koordinationsinstrumente den gewünschten Nutzen im Sinne einer kohärenten, verständlichen und ressourceneffizienten Auslandspräsenz sicherstellen und gleichzeitig die Kompetenzen der für die sektoriellen Politiken zuständigen Fachämter und Partner im Aussennetz wahrt.</span></p></span>
  • <p>Die Schweiz wird im Ausland von zahlreichen Organisationen vertreten, die für verschiedene Behörden tätig sind. Häufig sind die Aufträge dieser Organisationen ähnlich oder sie ergänzen sich. Ich frage den Bundesrat: Gibt es einen Steuerungsmechanismus oder eine bereichsübergreifende Strategie, mit denen die Koordination optimiert, die Effizienz gesteigert, die Kosten gesenkt und letztendlich die Sichtbarkeit unseres Landes erhöht werden könnten?</p>
  • Organisation der Schweizer Vertretungen im Ausland. Koordination und Effizienz
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zahlreiche Organisationen, Organe und Institutionen vertreten die Schweiz im Ausland, wo sie für unser Land werben und Kontakte zu Unternehmen, Hochschulen, Forschungszentren und Start-ups pflegen. Sie arbeiten für verschiedene Behörden, die dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie anderen staatlichen oder halbstaatlichen Einheiten unterstehen. Die Organisationen sind in vielen Ländern vertreten und haben häufig ähnliche oder sich ergänzende Aufträge. Diese Zersplitterung veranlasst mich zu folgenden Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:square;"><li>Wie ist die Arbeit der im Ausland tätigen Einheiten im Hinblick auf die Förderung von Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie organisiert?</li><li>Wie wird die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten definiert, sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene?</li><li>Welche Rolle übernehmen die Botschaften bei der Koordination der Aufträge und der jeweiligen Tätigkeiten?</li><li>Gibt es einen Steuerungsmechanismus oder eine bereichsübergreifende Strategie, um die Komplementarität zu gewährleisten und Doppelspurigkeiten zu vermeiden?</li><li>Haben ausländische Gesprächspartner (Universitäten, Unternehmen, Institutionen) teilweise mehrere Schweizer Ansprechpartner, die in ihrem eigenen Organisationsrahmen agieren?</li><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass eine pyramidenförmige Organisation mit einer zentralen Koordination unter der Schirmherrschaft der Botschaften die Effizienz, die Verständlichkeit und die Wirkung unserer Anstrengungen zur Stärkung der Schweiz im Ausland verbessern würde?</li><li>Könnte eine derartige Struktur dazu beitragen, die Ressourcen zu optimieren, Doppelspurigkeiten zu reduzieren und die Schweiz im Interesse unserer Wirtschaft und Forschung international sichtbarer zu machen?</li></ul>
    • <span><p><span>Die Aktivitäten der einzelnen im Ausland tätigen offiziellen Akteure orientieren sich an den festgelegten Strategien des Bundesrates – so ist für aussenpolitische Aktivitäten die Aussenpolitische Strategie, für die Wirtschaftsförderung und die aussenwirtschaftlichen Tätigkeiten generell die Strategie zur Aussenwirtschaftspolitik und Standortförderung oder für die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Technologie die Internationale Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation (BFI) massgebend. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Das EDA koordiniert die strategische Zusammenarbeit mit allen Akteuren, welche Personal ins Aussennetz entsenden. Es stellt gemeinsam mit den beteiligten Partnern in den verschiedenen Fachämtern die kohärente und wirkungsvolle internationale Positionierung der Schweiz sicher. Im Rahmen dieser Koordination an der Zentrale in Bern wird sichergestellt, dass die Synergien zwischen den einzelnen Akteuren genutzt, die Ressourcen effizient eingesetzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Die Koordination und Abstimmung bezieht sich auch auf die Auslandsaktivitäten von externen Partnern wie Switzerland Global Enterprise (S-GE) oder Organisationen der dezentralen Bundesverwaltung wie Schweiz Tourismus. Mit den Schweizer Akteuren im Ausland bestehen schriftliche Vereinbarungen, in welchen die Art der Zusammenarbeit geregelt ist.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Interessenvertretung vor Ort erfolgt durch die Schweizer Auslandvertretungen. Der einheitliche, kohärente Auftritt der offiziellen Schweiz wird durch den Missionschef bzw. die Missionschefin mittels Weisungsbefugnis gegenüber allen Akteuren sichergestellt. Dies gilt sowohl für die klassische Aussenpolitik als auch für die sektoriellen Politiken (Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheit, etc.). Der «Team-Switzerland-Ansatz» sorgt dafür, dass Behörden und Organisationen im Gastland verschiedene Kontaktpunkte mit und Eintrittstüren zur offiziellen Schweiz haben und diese Botschafts-intern anschliessend an die richtigen Ansprechpartner vermittelt werden. Zudem wird seit vielen Jahren das Konzept «alle unter einem Dach» (dem Dach der offiziellen Schweizer Vertretung) gelebt. Es gibt nur noch sehr wenige Akteure, welche nicht in den Vertretungen integriert sind (z.B. Schweiz Tourismus in gewissen Ländern).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Das EDA verantwortet somit sowohl die strategische Steuerung als auch die operationelle Sicherstellung der Kohärenz der Auslandsaktionen aller Akteure. Diese koordinierte Steuerung vereinfacht die Kontaktpflege, nutzt Synergien und stärkt die Sichtbarkeit der Schweiz als vernetzte, verlässliche Partnerin. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine noch stärkere Zentralisierung der Steuerung aller Aktivitäten würde den dezentralen Kompetenzen der Fachämter und den entsprechenden Mittelallokationen widersprechen. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass die heute bestehenden Koordinationsinstrumente den gewünschten Nutzen im Sinne einer kohärenten, verständlichen und ressourceneffizienten Auslandspräsenz sicherstellen und gleichzeitig die Kompetenzen der für die sektoriellen Politiken zuständigen Fachämter und Partner im Aussennetz wahrt.</span></p></span>
    • <p>Die Schweiz wird im Ausland von zahlreichen Organisationen vertreten, die für verschiedene Behörden tätig sind. Häufig sind die Aufträge dieser Organisationen ähnlich oder sie ergänzen sich. Ich frage den Bundesrat: Gibt es einen Steuerungsmechanismus oder eine bereichsübergreifende Strategie, mit denen die Koordination optimiert, die Effizienz gesteigert, die Kosten gesenkt und letztendlich die Sichtbarkeit unseres Landes erhöht werden könnten?</p>
    • Organisation der Schweizer Vertretungen im Ausland. Koordination und Effizienz

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