Stationierung des neuen Bundesratsjets. Die Lösung heisst Payerne

ShortId
25.3441
Id
20253441
Updated
14.11.2025 03:01
Language
de
Title
Stationierung des neuen Bundesratsjets. Die Lösung heisst Payerne
AdditionalIndexing
48;09;04;24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>Mit der Beschaffung einer Bombardier Global 7500 als neues Staatsluftfahrtzeug wird eine deutliche Verbesserung gegenüber der heutigen Flotte in Bezug auf die Reichweite (z. B. weniger Zwischenlandungen und somit Zeitgewinn oder Möglichkeit von Evakuationsflügen über grössere Distanzen), Transportkapazität, Platzangebot und Ausstattung sowie Sicherheit erreicht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Aufgrund der Anforderungskriterien an das neue Staatsluftfahrzeug stand von Anfang an fest, dass bauliche Massnahmen an der Immobilie am Standort in Bern-Belp erforderlich sind. Bereits im Rahmen der Beschaffung im Jahr 2023 wurde festgehalten, dass der Betrieb und erforderliche Anpassungen an den Immobilien in Bern-Belp sowie allfällige personelle Auswirkungen VBS-intern sichergestellt werden. Zwischenzeitlich ergab sich die Opportunität, dass die Flughafen Bern AG den Ersatzneubau eines Hangars umsetzt. Die Eidgenossenschaft hat die Möglichkeit, diesen Hangar künftig zu mieten, anstelle kostenintensiv einen eigenen, bestehenden Hangar umzubauen. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine Anpassung der Piste des Flughafens Bern-Belp ist nicht notwendig, diese ist genügend lang für das neue Staatsluftfahrzeug. Rund 98% aller Flüge des Lufttransportdienst des Bundes (LTDB) werden ab Bern-Belp betrieben. Da kein Flugzeugtyp dieser Klasse unter Volllast ab Bern-Belp abfliegen kann – weder das aktuelle Staatsluftfahrzeug Falcon noch Charterflugzeuge – fliegt man für einen bis drei Flüge pro Jahr bereits heute ab dem Militärflugplatz Payerne.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Auch auf dem Militärflugplatz Payerne ist keine bundeseigene Infrastruktur für das Staatsluftfahrzeug Bombardier Global 7500 vorhanden. Diese wird, bis der Hangar in Bern-Belp gemietet werden kann, ebenfalls eingemietet. Folglich wäre auch in Payerne ein Neu- oder Umbau notwendig. Hinzu kommt, dass der Fokus des Standortes Payerne auf dem künftigen Betrieb des F-35A liegt. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Nähe des Flughafens Bern-Belp zur Bundesstadt Bern ist ein wichtiger Faktor für den Betriebsstandort der LTDB Flotte. Hinzu kommt, dass ein Helikopterflug von Bern nach Payerne auch in Bern-Belp starten müsste. Dieser zusätzliche Umweg wäre weder betriebswirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Da ein zusätzlicher Betrieb der LTDB-Flotte ab Payerne nicht mit dem vor Ort angestellten Personal und mit dem dort vorhandenen Material sichergestellt werden kann, müsste die gesamte Betriebsinfrastruktur (Logistik, Sicherheit, Personal, Hangar usw.) von Bern-Belp nach Payerne gezügelt werden. Dadurch sind keine Einsparungen zu erwarten, vielmehr würde dies durch den Neuaufbau in Payerne zu unnötigen Mehrkosten führen. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Eine Verschiebung der LTDB-Flotte nach Payerne würde zu keiner Optimierung führen: Die Magistratspersonen müssten längere Anreisewege in Kauf nehmen, die gesamte LTDB-Infrastruktur müsste neu aufgebaut werden, die Sicherheit könnte dadurch nicht erhöht werden und zwischen dem Betrieb von Staatsluftfahrzeugen und Kampfflugzeugen gibt es kaum bis keine Synergiepunkte.</span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Staatsluftfahrzeuge auch künftig in Bern-Belp stationiert bleiben, da sich mit einer Verlegung nach Payerne keine massgeblichen Vorteile ergeben. Gleichzeitig kann sich der Militärflugplatz auf den künftigen Betrieb des F-35A konzentrieren, was in der sich rasch verschlechternden geopolitischen Lage von zentraler Bedeutung ist.</span></p></span>
  • <p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat hat ein neues Flugzeug für offizielle Auslandsreisen beschafft. Die Medien berichteten jedoch von Problemen: Das vollgetankte Langstreckenflugzeug kann nicht von Bern-Belp aus starten, da die Piste des Flughafens zu kurz ist. Und da der Hangar in Belp zu klein ist, wird der Bundesratsjet vorübergehend auf dem Militärflugplatz Payerne untergestellt. Ist das eine effiziente und nachhaltige Lösung?</p><p>&nbsp;</p><p>Der neue Bundesratsjet bringt mehrere logistische Probleme mit sich, die im Vorfeld des Kaufs offensichtlich nicht gelöst wurden. Für ein effizientes, kohärentes und nachhaltiges Flottenmanagement braucht es eine klare strategische Vision der Dienstreisen. Ich bitte daher den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:square;"><li>Für den neuen Bundesratsjet muss der Flughafen Bern-Belp die Pisten verlängern, die Infrastruktur anpassen und gar einen neuen Hangar bauen. Wurde eine Kostenstudie durchgeführt und wenn ja, was waren die Ergebnisse?</li><li>Wäre es nicht logischer und kostengünstiger, das neue Flugzeug in Payerne zu stationieren? In Payerne ist die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden, und die Entfernung zwischen Bern und Payerne ist relativ gering (10&nbsp;Minuten Flugzeit oder 35&nbsp;Minuten Fahrzeit).</li><li>Wurden die Betriebskosten (Logistik, Sicherheit, Personal, Wartung) von Belp und Payerne verglichen, und wenn ja, was waren die Ergebnisse?</li><li>Die Verlegung sämtlicher Regierungsflüge nach Payerne erscheint mir hinsichtlich Umwelt, Sicherheit und Betriebseffizienz sinnvoll. Durch die Zentralisierung könnten die Logistik sinnvoll gebündelt und gleichzeitig die Sicherheit erhöht werden. Teilt der Bundesrat diese Haltung?</li></ul><p>Ich danke dem Bundesrat für die Beantwortung dieser Fragen und für seine Stellungnahme zum Vorschlag, sein Flugzeug und mittelfristig gar die gesamte Flotte in Payerne zu stationieren.</p>
  • Stationierung des neuen Bundesratsjets. Die Lösung heisst Payerne
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Mit der Beschaffung einer Bombardier Global 7500 als neues Staatsluftfahrtzeug wird eine deutliche Verbesserung gegenüber der heutigen Flotte in Bezug auf die Reichweite (z. B. weniger Zwischenlandungen und somit Zeitgewinn oder Möglichkeit von Evakuationsflügen über grössere Distanzen), Transportkapazität, Platzangebot und Ausstattung sowie Sicherheit erreicht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Aufgrund der Anforderungskriterien an das neue Staatsluftfahrzeug stand von Anfang an fest, dass bauliche Massnahmen an der Immobilie am Standort in Bern-Belp erforderlich sind. Bereits im Rahmen der Beschaffung im Jahr 2023 wurde festgehalten, dass der Betrieb und erforderliche Anpassungen an den Immobilien in Bern-Belp sowie allfällige personelle Auswirkungen VBS-intern sichergestellt werden. Zwischenzeitlich ergab sich die Opportunität, dass die Flughafen Bern AG den Ersatzneubau eines Hangars umsetzt. Die Eidgenossenschaft hat die Möglichkeit, diesen Hangar künftig zu mieten, anstelle kostenintensiv einen eigenen, bestehenden Hangar umzubauen. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine Anpassung der Piste des Flughafens Bern-Belp ist nicht notwendig, diese ist genügend lang für das neue Staatsluftfahrzeug. Rund 98% aller Flüge des Lufttransportdienst des Bundes (LTDB) werden ab Bern-Belp betrieben. Da kein Flugzeugtyp dieser Klasse unter Volllast ab Bern-Belp abfliegen kann – weder das aktuelle Staatsluftfahrzeug Falcon noch Charterflugzeuge – fliegt man für einen bis drei Flüge pro Jahr bereits heute ab dem Militärflugplatz Payerne.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Auch auf dem Militärflugplatz Payerne ist keine bundeseigene Infrastruktur für das Staatsluftfahrzeug Bombardier Global 7500 vorhanden. Diese wird, bis der Hangar in Bern-Belp gemietet werden kann, ebenfalls eingemietet. Folglich wäre auch in Payerne ein Neu- oder Umbau notwendig. Hinzu kommt, dass der Fokus des Standortes Payerne auf dem künftigen Betrieb des F-35A liegt. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Nähe des Flughafens Bern-Belp zur Bundesstadt Bern ist ein wichtiger Faktor für den Betriebsstandort der LTDB Flotte. Hinzu kommt, dass ein Helikopterflug von Bern nach Payerne auch in Bern-Belp starten müsste. Dieser zusätzliche Umweg wäre weder betriebswirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Da ein zusätzlicher Betrieb der LTDB-Flotte ab Payerne nicht mit dem vor Ort angestellten Personal und mit dem dort vorhandenen Material sichergestellt werden kann, müsste die gesamte Betriebsinfrastruktur (Logistik, Sicherheit, Personal, Hangar usw.) von Bern-Belp nach Payerne gezügelt werden. Dadurch sind keine Einsparungen zu erwarten, vielmehr würde dies durch den Neuaufbau in Payerne zu unnötigen Mehrkosten führen. </span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><ul><li><span>Eine Verschiebung der LTDB-Flotte nach Payerne würde zu keiner Optimierung führen: Die Magistratspersonen müssten längere Anreisewege in Kauf nehmen, die gesamte LTDB-Infrastruktur müsste neu aufgebaut werden, die Sicherheit könnte dadurch nicht erhöht werden und zwischen dem Betrieb von Staatsluftfahrzeugen und Kampfflugzeugen gibt es kaum bis keine Synergiepunkte.</span></li></ul><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Staatsluftfahrzeuge auch künftig in Bern-Belp stationiert bleiben, da sich mit einer Verlegung nach Payerne keine massgeblichen Vorteile ergeben. Gleichzeitig kann sich der Militärflugplatz auf den künftigen Betrieb des F-35A konzentrieren, was in der sich rasch verschlechternden geopolitischen Lage von zentraler Bedeutung ist.</span></p></span>
    • <p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat hat ein neues Flugzeug für offizielle Auslandsreisen beschafft. Die Medien berichteten jedoch von Problemen: Das vollgetankte Langstreckenflugzeug kann nicht von Bern-Belp aus starten, da die Piste des Flughafens zu kurz ist. Und da der Hangar in Belp zu klein ist, wird der Bundesratsjet vorübergehend auf dem Militärflugplatz Payerne untergestellt. Ist das eine effiziente und nachhaltige Lösung?</p><p>&nbsp;</p><p>Der neue Bundesratsjet bringt mehrere logistische Probleme mit sich, die im Vorfeld des Kaufs offensichtlich nicht gelöst wurden. Für ein effizientes, kohärentes und nachhaltiges Flottenmanagement braucht es eine klare strategische Vision der Dienstreisen. Ich bitte daher den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:square;"><li>Für den neuen Bundesratsjet muss der Flughafen Bern-Belp die Pisten verlängern, die Infrastruktur anpassen und gar einen neuen Hangar bauen. Wurde eine Kostenstudie durchgeführt und wenn ja, was waren die Ergebnisse?</li><li>Wäre es nicht logischer und kostengünstiger, das neue Flugzeug in Payerne zu stationieren? In Payerne ist die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden, und die Entfernung zwischen Bern und Payerne ist relativ gering (10&nbsp;Minuten Flugzeit oder 35&nbsp;Minuten Fahrzeit).</li><li>Wurden die Betriebskosten (Logistik, Sicherheit, Personal, Wartung) von Belp und Payerne verglichen, und wenn ja, was waren die Ergebnisse?</li><li>Die Verlegung sämtlicher Regierungsflüge nach Payerne erscheint mir hinsichtlich Umwelt, Sicherheit und Betriebseffizienz sinnvoll. Durch die Zentralisierung könnten die Logistik sinnvoll gebündelt und gleichzeitig die Sicherheit erhöht werden. Teilt der Bundesrat diese Haltung?</li></ul><p>Ich danke dem Bundesrat für die Beantwortung dieser Fragen und für seine Stellungnahme zum Vorschlag, sein Flugzeug und mittelfristig gar die gesamte Flotte in Payerne zu stationieren.</p>
    • Stationierung des neuen Bundesratsjets. Die Lösung heisst Payerne

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