Warum behandeln die SBB die Regionen in der Schweiz unterschiedlich?

ShortId
25.3447
Id
20253447
Updated
14.11.2025 03:04
Language
de
Title
Warum behandeln die SBB die Regionen in der Schweiz unterschiedlich?
AdditionalIndexing
48;08
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Daher bitte ich folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Sind für die SBB Verbindungen zwischen den <strong>Schweizer&nbsp;</strong>Städten prioritär oder nicht?</li><li>Warum ist die SBB nicht bereit, für Schaffhausen eine ähnliche Lösung wie in Basel zu finden?</li><li>Welchen Wert hat der Vertrag aus dem Jahre 1996 noch?</li><li>Ist die SBB bereit, mit Deutschland und der deutschen Bahn das Gespräch zu suchen, wie eine Verbesserung auf dieser Strecke erreicht werden kann?</li><li>Welche alternative Lösung sieht die SBB vor, falls sich die Situation weiter verschlechtern wird?</li><li>Was unternimmt die SBB, um eine kundenfreundliche Verbindung während des Baus von Stuttgart 21 und den dabei zu erwarteten Problemen zu garantieren?</li></ul>
  • <span><p><span>1. Die SBB orientiert sich an den strategischen Zielen des Bundesrats 2024-2027. Im internationalen Personenfernverkehr erwartet dieser von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Die SBB soll zudem den Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessern.</span></p><p><span>Das auf Basis des Netznutzungsplanes (NNP) definierte Fahrplankonzept sieht eine taktintegrierte Führung für fast alle internationalen Verbindungen vor, so auch für die Verbindung Zürich – Schaffhausen – Singen – Stuttgart.</span></p><p><span>Für die SBB sind sowohl die nationalen als auch die internationalen Verbindungen von grosser Wichtigkeit. Sie setzt sich deshalb für einen pünktlichen und stabilen Betrieb auf der ganzen Achse Zürich-Schaffhausen-Stuttgart ein.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Die Pünktlichkeit der in Schaffhausen aus Deutschland eintreffenden Züge liegt gemäss Angaben der SBB bei gut 80%. Die Situation auf der Strecke Stuttgart – Zürich ist im Vergleich zu anderen internationalen Verbindungen deutlich stabiler. Allerdings kann es im Falle von baubedingten Streckensperrungen zwischen Basel und Karlsruhe aufgrund des Umleitungsverkehrs via Schaffhausen punktuell durch die hohe Streckenauslastung zu Stabilitätsproblemen kommen.</span></p><p><span>Die RE-Züge und die Zürcher S-Bahn rund um Schaffhausen verkehren nach wie vor mit einer hohen und stabilen Pünktlichkeit. Seit dem Fahrplanwechsel haben sich die Umsteigezeiten in Zürich erhöht, was eine gute Anschlussqualität auch bei allfälligen Verspätungen ermöglicht.</span></p><p><span>Die Entscheidung der SBB, bei grenzüberschreitenden Verbindungen einzugreifen oder alternative Lösungen anzubieten, basiert auf der Häufigkeit und dem Ausmass der Verspätungen, der Möglichkeit, die verspäteten Züge in den nationalen Taktfahrplan zu integrieren sowie der betrieblichen Machbarkeit. Wenn Verspätungen nicht systematisch auftreten und die Züge in den Fahrplan eingegliedert werden können, ist ein Bruch der Verbindungen auch für Reisende nicht sinnvoll. Ein systematischer Bruch ist auch in Basel nicht denkbar; er würde den Strategischen Zielen des Bundesrates und der Nachfrage der internationalen Kundinnen und Kunden nach Direktverbindungen widersprechen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Der «Vertrag von Lugano» (1996) wurde 2021 durch eine Nachfolgevereinbarung ersetzt. Darin ist die Weiterentwicklung grenzüberschreitender Eisenbahnstrecken, so auch die Gäubahn von Schaffhausen nach Stuttgart, weiterhin explizit aufgeführt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Die SBB steht mit ihrem Kooperationspartner Deutsche Bahn (DB) sowohl auf Fach- als auch auf Managementstufe in engem und regelmässigem Austausch und analysiert die Situation laufend.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Mit der DB wurde ein gemeinsamer Massnahmenplan festgelegt. Unter anderem ist DB Fernverkehr im Gespräch mit DB InfraGO sowie den Bestellern / Aufgabenträgern im Regionalverkehr, um Massnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit auf dem deutschen Abschnitt zu erreichen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6. Mit der sogenannten «Gäubahnkappung» im Rahmen von Stuttgart 21 enden die Züge aus Zürich-Schaffhausen-Singen bereits in Stuttgart-Vaihingen. Dort bestehen Anschlüsse auf S-Bahn und Regionalverkehr. Verbindungen im Fernverkehr über Stuttgart hinaus haben sich in den letzten Jahren mit der Inbetriebnahme von neuen Infrastrukturen in Deutschland auf andere Linien verlagert. Zu nennen sind hier beispielsweise die Elektrifizierung Lindau – Geltendorf (- München) und München – Nürnberg – Berlin.</span></p></span>
  • <p>Die Bahnstrecke Stuttgart Schaffhausen nach Zürich ist eine klassische Bahnstrecke zwischen grösseren Städten. Zwischen Schaffhausen und Deutschland besteht seit 1996 ein Staatsvertrag, der diese Strecke beschleunigen möchte. Leider ist dies bis heute nicht gelungen. Die Schweiz hat sogar auf der Schweizer Seite die Doppelspurinseln für die Beschleunigung der Strecke gebaut. Deutschland ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.</p><p>&nbsp;</p><p>Mittlerweile ist es so, dass die Bahnverbindung aus Deutschland oft verspätet ist und damit die Anschlüsse in Zürich nicht garantiert werden können. Verschiedene Bemühungen haben wenig Erfolg gebracht.&nbsp;</p><p>Interessanterweise setzt die SBB neu einen eigenen Zug zwischen Basel und Zürich ein, weil auch dort die deutsche Bahn oft verspätet ankommt. Diese Forderung habe ich auch für Schaffhausen gestellt und wurde dabei sogar von der Schaffhauser Regierung unterstützt. Leider scheint die SBB kein Gehör für unsere Region zu haben.</p><p>Im Gegenteil, Schaffhausen wird immer wieder vertröstet und Verbesserungen versprochen. Mit dem Bau von Stuttgart 21 sind weitere Verzögerungen zu erwarten.</p>
  • Warum behandeln die SBB die Regionen in der Schweiz unterschiedlich?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Daher bitte ich folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Sind für die SBB Verbindungen zwischen den <strong>Schweizer&nbsp;</strong>Städten prioritär oder nicht?</li><li>Warum ist die SBB nicht bereit, für Schaffhausen eine ähnliche Lösung wie in Basel zu finden?</li><li>Welchen Wert hat der Vertrag aus dem Jahre 1996 noch?</li><li>Ist die SBB bereit, mit Deutschland und der deutschen Bahn das Gespräch zu suchen, wie eine Verbesserung auf dieser Strecke erreicht werden kann?</li><li>Welche alternative Lösung sieht die SBB vor, falls sich die Situation weiter verschlechtern wird?</li><li>Was unternimmt die SBB, um eine kundenfreundliche Verbindung während des Baus von Stuttgart 21 und den dabei zu erwarteten Problemen zu garantieren?</li></ul>
    • <span><p><span>1. Die SBB orientiert sich an den strategischen Zielen des Bundesrats 2024-2027. Im internationalen Personenfernverkehr erwartet dieser von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Die SBB soll zudem den Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessern.</span></p><p><span>Das auf Basis des Netznutzungsplanes (NNP) definierte Fahrplankonzept sieht eine taktintegrierte Führung für fast alle internationalen Verbindungen vor, so auch für die Verbindung Zürich – Schaffhausen – Singen – Stuttgart.</span></p><p><span>Für die SBB sind sowohl die nationalen als auch die internationalen Verbindungen von grosser Wichtigkeit. Sie setzt sich deshalb für einen pünktlichen und stabilen Betrieb auf der ganzen Achse Zürich-Schaffhausen-Stuttgart ein.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Die Pünktlichkeit der in Schaffhausen aus Deutschland eintreffenden Züge liegt gemäss Angaben der SBB bei gut 80%. Die Situation auf der Strecke Stuttgart – Zürich ist im Vergleich zu anderen internationalen Verbindungen deutlich stabiler. Allerdings kann es im Falle von baubedingten Streckensperrungen zwischen Basel und Karlsruhe aufgrund des Umleitungsverkehrs via Schaffhausen punktuell durch die hohe Streckenauslastung zu Stabilitätsproblemen kommen.</span></p><p><span>Die RE-Züge und die Zürcher S-Bahn rund um Schaffhausen verkehren nach wie vor mit einer hohen und stabilen Pünktlichkeit. Seit dem Fahrplanwechsel haben sich die Umsteigezeiten in Zürich erhöht, was eine gute Anschlussqualität auch bei allfälligen Verspätungen ermöglicht.</span></p><p><span>Die Entscheidung der SBB, bei grenzüberschreitenden Verbindungen einzugreifen oder alternative Lösungen anzubieten, basiert auf der Häufigkeit und dem Ausmass der Verspätungen, der Möglichkeit, die verspäteten Züge in den nationalen Taktfahrplan zu integrieren sowie der betrieblichen Machbarkeit. Wenn Verspätungen nicht systematisch auftreten und die Züge in den Fahrplan eingegliedert werden können, ist ein Bruch der Verbindungen auch für Reisende nicht sinnvoll. Ein systematischer Bruch ist auch in Basel nicht denkbar; er würde den Strategischen Zielen des Bundesrates und der Nachfrage der internationalen Kundinnen und Kunden nach Direktverbindungen widersprechen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Der «Vertrag von Lugano» (1996) wurde 2021 durch eine Nachfolgevereinbarung ersetzt. Darin ist die Weiterentwicklung grenzüberschreitender Eisenbahnstrecken, so auch die Gäubahn von Schaffhausen nach Stuttgart, weiterhin explizit aufgeführt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Die SBB steht mit ihrem Kooperationspartner Deutsche Bahn (DB) sowohl auf Fach- als auch auf Managementstufe in engem und regelmässigem Austausch und analysiert die Situation laufend.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Mit der DB wurde ein gemeinsamer Massnahmenplan festgelegt. Unter anderem ist DB Fernverkehr im Gespräch mit DB InfraGO sowie den Bestellern / Aufgabenträgern im Regionalverkehr, um Massnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit auf dem deutschen Abschnitt zu erreichen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6. Mit der sogenannten «Gäubahnkappung» im Rahmen von Stuttgart 21 enden die Züge aus Zürich-Schaffhausen-Singen bereits in Stuttgart-Vaihingen. Dort bestehen Anschlüsse auf S-Bahn und Regionalverkehr. Verbindungen im Fernverkehr über Stuttgart hinaus haben sich in den letzten Jahren mit der Inbetriebnahme von neuen Infrastrukturen in Deutschland auf andere Linien verlagert. Zu nennen sind hier beispielsweise die Elektrifizierung Lindau – Geltendorf (- München) und München – Nürnberg – Berlin.</span></p></span>
    • <p>Die Bahnstrecke Stuttgart Schaffhausen nach Zürich ist eine klassische Bahnstrecke zwischen grösseren Städten. Zwischen Schaffhausen und Deutschland besteht seit 1996 ein Staatsvertrag, der diese Strecke beschleunigen möchte. Leider ist dies bis heute nicht gelungen. Die Schweiz hat sogar auf der Schweizer Seite die Doppelspurinseln für die Beschleunigung der Strecke gebaut. Deutschland ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.</p><p>&nbsp;</p><p>Mittlerweile ist es so, dass die Bahnverbindung aus Deutschland oft verspätet ist und damit die Anschlüsse in Zürich nicht garantiert werden können. Verschiedene Bemühungen haben wenig Erfolg gebracht.&nbsp;</p><p>Interessanterweise setzt die SBB neu einen eigenen Zug zwischen Basel und Zürich ein, weil auch dort die deutsche Bahn oft verspätet ankommt. Diese Forderung habe ich auch für Schaffhausen gestellt und wurde dabei sogar von der Schaffhauser Regierung unterstützt. Leider scheint die SBB kein Gehör für unsere Region zu haben.</p><p>Im Gegenteil, Schaffhausen wird immer wieder vertröstet und Verbesserungen versprochen. Mit dem Bau von Stuttgart 21 sind weitere Verzögerungen zu erwarten.</p>
    • Warum behandeln die SBB die Regionen in der Schweiz unterschiedlich?

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