Bericht mit Ursachenanalyse und konkreten Massnahmen, um die zu hohe Sterberate von Schafen zu reduzieren

ShortId
25.3494
Id
20253494
Updated
14.11.2025 03:04
Language
de
Title
Bericht mit Ursachenanalyse und konkreten Massnahmen, um die zu hohe Sterberate von Schafen zu reduzieren
AdditionalIndexing
52;55
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Gemäss Tierstatistik (Identitas AG) leben Anfangs Jahr jeweils rund 350'000 Schafe in der Schweiz, im Sommer sind es rund 500'000 Schafe. Die Anzahl verendeter Schafe hat über die letzten fünf Jahre markant zugenommen von knapp 30'000 Tieren im Jahr 2020 (7% der Population, erstes Jahr der Erfassung) auf ca. 58'000 im Jahr 2024 (knapp 13% der Population).&nbsp;<br>Die meisten Todesfälle ereignen sich in den Sommermonaten. Im August 2024 wurde ein neuer Rekord erzielt und in fast allen Alterskategorien wurden Höchstwerte von Todesfällen gemeldet. Die bisher grösste Anzahl von durch den Wolf gerissenen Schafe war im Jahr 2022 rund 1600 &nbsp;Tiere. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Jahr 2023 für ca. 1'100 vom Wolf gerissene Schafe eine Entschädigung geleistet. Die Wolfsrisse erklären also nur einen sehr geringen Anteil der toten Schafe. Gleiches gilt für die seit Spätsommer 2024 festgestellte Blauzungenkrankheit. Um Schäden durch die Blauzungenkrankheit zu minimieren, hat der Bund die Beschaffung des Impfstoffs unterstützt und die Impfung in Zusammenarbeit mit den Tierhalterorganisationen, dem Bauernverband und der Tierärzteschaft empfohlen. Das Landwirtschaftsgesetz (LwG) und das Tierschutzgesetz (TSchG) des Bundes verlangen, dass die Landwirte dafür sorgen, dass einerseits nur gesunde Tiere auf die Alp getrieben werden und dass andererseits diese auf den Alpweiden so gehalten und geführt werden, dass sowohl die Nutztiere als auch die Alpweide vor Schädigung bewahrt bleiben. Die Kantone sind verpflichtet, die Praxis der Tierhalter und der Alpbewirtschafter zu überwachen. 2013 hat der Bundesrat festgehalten: "Eine weitere Ausweitung oder Verschärfung der Rechtsgrundlagen erachtet der Bundesrat zurzeit nicht als notwendig, da sich die genannten Probleme mit einem gut funktionierenden kantonalen Vollzug lösen lassen." (<a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20131040">13.1040 | Verluste von Schafen während der Sömmerung und Grossraubtiere | Geschäft | Das Schweizer Parlament</a>) Seither hat sich die Situation massiv verschlechtert und ohne griffige Gegenmassnahmen wird das Sterben der Schafe weiter zunehmen.</p>
  • <span><p><span>Das Tierwohl ist dem Bundesrat wichtig. So hat der Bund beispielsweise die Beschaffung des Impfstoffes gegen die Blauzungenkrankheit unterstützt sowie in Zusammenarbeit mit den kantonalen Veterinärdiensten und den wichtigsten Akteuren der Branche das Programm zur Bekämpfung der Moderhinke erarbeitet, welches im Herbst 2024 erfolgreich gestartet ist. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Todesfälle von Schafen können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Krankheiten, Tierseuchen, Haltungs- oder extreme Witterungsbedingungen. Die Tierhaltenden müssen dem Bund via Tierverkehrsdatenbank nur den Tod eines Schafes melden, nicht aber dessen Ursache. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat bereits damit begonnen, Abklärungen zu treffen, um die Gründe für die hohe Sterblichkeitsrate bei Schafen zu ermitteln. Daraus wird sich ergeben, ob und welcher Handlungsbedarf besteht. Das BLV wird in geeigneter Weise darüber informieren. Das Anliegen des Postulats ist somit bereits aufgenommen. Ein separater Bericht dazu ist nicht notwendig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, der aufzeigt, an welchen Todesursachen die rund 60'000 Schafe jährlich sterben (Trend stark steigend), welche Massnahmen von den Tierbesitzern ergriffen werden müssen, um diese Todesfälle zu verhindern und welche gesetzgeberischen Änderungen zielführend sind.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
  • Bericht mit Ursachenanalyse und konkreten Massnahmen, um die zu hohe Sterberate von Schafen zu reduzieren
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Gemäss Tierstatistik (Identitas AG) leben Anfangs Jahr jeweils rund 350'000 Schafe in der Schweiz, im Sommer sind es rund 500'000 Schafe. Die Anzahl verendeter Schafe hat über die letzten fünf Jahre markant zugenommen von knapp 30'000 Tieren im Jahr 2020 (7% der Population, erstes Jahr der Erfassung) auf ca. 58'000 im Jahr 2024 (knapp 13% der Population).&nbsp;<br>Die meisten Todesfälle ereignen sich in den Sommermonaten. Im August 2024 wurde ein neuer Rekord erzielt und in fast allen Alterskategorien wurden Höchstwerte von Todesfällen gemeldet. Die bisher grösste Anzahl von durch den Wolf gerissenen Schafe war im Jahr 2022 rund 1600 &nbsp;Tiere. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Jahr 2023 für ca. 1'100 vom Wolf gerissene Schafe eine Entschädigung geleistet. Die Wolfsrisse erklären also nur einen sehr geringen Anteil der toten Schafe. Gleiches gilt für die seit Spätsommer 2024 festgestellte Blauzungenkrankheit. Um Schäden durch die Blauzungenkrankheit zu minimieren, hat der Bund die Beschaffung des Impfstoffs unterstützt und die Impfung in Zusammenarbeit mit den Tierhalterorganisationen, dem Bauernverband und der Tierärzteschaft empfohlen. Das Landwirtschaftsgesetz (LwG) und das Tierschutzgesetz (TSchG) des Bundes verlangen, dass die Landwirte dafür sorgen, dass einerseits nur gesunde Tiere auf die Alp getrieben werden und dass andererseits diese auf den Alpweiden so gehalten und geführt werden, dass sowohl die Nutztiere als auch die Alpweide vor Schädigung bewahrt bleiben. Die Kantone sind verpflichtet, die Praxis der Tierhalter und der Alpbewirtschafter zu überwachen. 2013 hat der Bundesrat festgehalten: "Eine weitere Ausweitung oder Verschärfung der Rechtsgrundlagen erachtet der Bundesrat zurzeit nicht als notwendig, da sich die genannten Probleme mit einem gut funktionierenden kantonalen Vollzug lösen lassen." (<a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20131040">13.1040 | Verluste von Schafen während der Sömmerung und Grossraubtiere | Geschäft | Das Schweizer Parlament</a>) Seither hat sich die Situation massiv verschlechtert und ohne griffige Gegenmassnahmen wird das Sterben der Schafe weiter zunehmen.</p>
    • <span><p><span>Das Tierwohl ist dem Bundesrat wichtig. So hat der Bund beispielsweise die Beschaffung des Impfstoffes gegen die Blauzungenkrankheit unterstützt sowie in Zusammenarbeit mit den kantonalen Veterinärdiensten und den wichtigsten Akteuren der Branche das Programm zur Bekämpfung der Moderhinke erarbeitet, welches im Herbst 2024 erfolgreich gestartet ist. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Todesfälle von Schafen können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Krankheiten, Tierseuchen, Haltungs- oder extreme Witterungsbedingungen. Die Tierhaltenden müssen dem Bund via Tierverkehrsdatenbank nur den Tod eines Schafes melden, nicht aber dessen Ursache. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat bereits damit begonnen, Abklärungen zu treffen, um die Gründe für die hohe Sterblichkeitsrate bei Schafen zu ermitteln. Daraus wird sich ergeben, ob und welcher Handlungsbedarf besteht. Das BLV wird in geeigneter Weise darüber informieren. Das Anliegen des Postulats ist somit bereits aufgenommen. Ein separater Bericht dazu ist nicht notwendig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, der aufzeigt, an welchen Todesursachen die rund 60'000 Schafe jährlich sterben (Trend stark steigend), welche Massnahmen von den Tierbesitzern ergriffen werden müssen, um diese Todesfälle zu verhindern und welche gesetzgeberischen Änderungen zielführend sind.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
    • Bericht mit Ursachenanalyse und konkreten Massnahmen, um die zu hohe Sterberate von Schafen zu reduzieren

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