Inkohärente Bundespolitik
- ShortId
-
25.3509
- Id
-
20253509
- Updated
-
14.11.2025 03:01
- Language
-
de
- Title
-
Inkohärente Bundespolitik
- AdditionalIndexing
-
2841;55
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat lehnte das Postulat 23.3288 "Fehlende Kohärenz in der Bundespolitik? Sektorielle Politik des Bundes versus die Ziele in der Gesundheitspolitik" ab. Ende April 2025 hat nun das Bundesamt für Landwirtschaft eine Medienmitteilung veröffentlicht, in der es beklagt, dass in der Schweiz immer weniger Alkohol und insbesondere viel weniger Wein konsumiert wird. Vor allem junge Menschen würden sich vom Wein abwenden, obschon diese Kultur in den hiesigen Sprachregionen fest verankert sei. Diese Medienmitteilung ist ein unverständlicher Angriff auf die Erfolge der Gesundheitsförderung und Prävention.<br><br>Einerseits investieren wir Steuergelder, um den Konsum von gesundheitsschädigenden Substanzen und Suchtmitteln zu reduzieren. Andererseits erlaubt sich ein Amt, anstatt die erfolgreichen Präventionsmassnahmen zu loben, das Resultat zu kritisieren. </p>
- <span><p><span>Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist für die Agrarpolitik zuständig. Es bewertet die Situation der Landwirtschaft aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht. </span><span>In diesem Rahmen hat es über die wirtschaftliche Lage der verschiedenen Agrarbereiche</span><span>, wie zum Beispiel der Weinwirtschaft, zu berichten, was es in dieser Medienmitteilung getan hat.</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Verfasserin der Interpellation: Der rückläufige Alkoholkonsum ist ein Erfolg für die Gesellschaft. Er weist in diesem Zusammenhang auf die ermutigenden Ergebnisse hin, die vom Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (MonAM) veröffentlicht werden und auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) abrufbar sind. Diese Daten zeigen eine signifikante Abnahme des risikoreichen Alkoholkonsums in der Schweiz, insbesondere bei jungen Menschen. In der Medienmitteilung des BLW geht es ausschliesslich um den Rückgang des Weinkonsums bezogen auf den Weinbau und um die zugrundeliegenden Ursachen. Die Medienmitteilung stellt weder die Präventionsprogramme des BAG noch die Schweizer Ernährungsempfehlungen (abrufbar auf der Website des BLV) in Frage. Denn trotz des rückläufigen Alkoholkonsums bleibt der Alkoholmissbrauch aufgrund der gesundheitlichen Folgen und der hohen Kosten, die für die Gesellschaft daraus entstehen, nach wie vor eine zentrale Problematik.</span></p><p><span>In Anbetracht der gestellten Fragen und der angeführten unterschiedlichen Wahrnehmungen ist es dem Bundesrat ein Anliegen, dass die Bundesämter ein besonderes Augenmerk auf die Kohärenz der verschiedenen Aspekte der Bundespolitik in ihren Medienmitteilungen achten, um zu gewährleisten, dass sie für alle Zielgruppen der Öffentlichkeit klar und gut verständlich sind.</span></p></span>
- <p>- Wie beurteilt der Bundesrat die Medienmitteilung des BLW vom 29. April 2025 bezüglich Kohärenz mit der Gesundheitspolitik?</p><p>- Ist der Bundesrat nicht auch der Ansicht, dass der "besorgniserregende" Rückgang in Tat und Wahrheit ein Erfolg im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention ist? Letzter hat auch das Ziel den Alkoholkonsum, gerade auch bei jungen Menschen, zu reduzieren.</p><p>- Was unternimmt der Bundesrat, dass solche inkohärente Medienmitteilungen in Zukunft nicht mehr vorkommen?</p>
- Inkohärente Bundespolitik
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat lehnte das Postulat 23.3288 "Fehlende Kohärenz in der Bundespolitik? Sektorielle Politik des Bundes versus die Ziele in der Gesundheitspolitik" ab. Ende April 2025 hat nun das Bundesamt für Landwirtschaft eine Medienmitteilung veröffentlicht, in der es beklagt, dass in der Schweiz immer weniger Alkohol und insbesondere viel weniger Wein konsumiert wird. Vor allem junge Menschen würden sich vom Wein abwenden, obschon diese Kultur in den hiesigen Sprachregionen fest verankert sei. Diese Medienmitteilung ist ein unverständlicher Angriff auf die Erfolge der Gesundheitsförderung und Prävention.<br><br>Einerseits investieren wir Steuergelder, um den Konsum von gesundheitsschädigenden Substanzen und Suchtmitteln zu reduzieren. Andererseits erlaubt sich ein Amt, anstatt die erfolgreichen Präventionsmassnahmen zu loben, das Resultat zu kritisieren. </p>
- <span><p><span>Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist für die Agrarpolitik zuständig. Es bewertet die Situation der Landwirtschaft aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht. </span><span>In diesem Rahmen hat es über die wirtschaftliche Lage der verschiedenen Agrarbereiche</span><span>, wie zum Beispiel der Weinwirtschaft, zu berichten, was es in dieser Medienmitteilung getan hat.</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Verfasserin der Interpellation: Der rückläufige Alkoholkonsum ist ein Erfolg für die Gesellschaft. Er weist in diesem Zusammenhang auf die ermutigenden Ergebnisse hin, die vom Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (MonAM) veröffentlicht werden und auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) abrufbar sind. Diese Daten zeigen eine signifikante Abnahme des risikoreichen Alkoholkonsums in der Schweiz, insbesondere bei jungen Menschen. In der Medienmitteilung des BLW geht es ausschliesslich um den Rückgang des Weinkonsums bezogen auf den Weinbau und um die zugrundeliegenden Ursachen. Die Medienmitteilung stellt weder die Präventionsprogramme des BAG noch die Schweizer Ernährungsempfehlungen (abrufbar auf der Website des BLV) in Frage. Denn trotz des rückläufigen Alkoholkonsums bleibt der Alkoholmissbrauch aufgrund der gesundheitlichen Folgen und der hohen Kosten, die für die Gesellschaft daraus entstehen, nach wie vor eine zentrale Problematik.</span></p><p><span>In Anbetracht der gestellten Fragen und der angeführten unterschiedlichen Wahrnehmungen ist es dem Bundesrat ein Anliegen, dass die Bundesämter ein besonderes Augenmerk auf die Kohärenz der verschiedenen Aspekte der Bundespolitik in ihren Medienmitteilungen achten, um zu gewährleisten, dass sie für alle Zielgruppen der Öffentlichkeit klar und gut verständlich sind.</span></p></span>
- <p>- Wie beurteilt der Bundesrat die Medienmitteilung des BLW vom 29. April 2025 bezüglich Kohärenz mit der Gesundheitspolitik?</p><p>- Ist der Bundesrat nicht auch der Ansicht, dass der "besorgniserregende" Rückgang in Tat und Wahrheit ein Erfolg im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention ist? Letzter hat auch das Ziel den Alkoholkonsum, gerade auch bei jungen Menschen, zu reduzieren.</p><p>- Was unternimmt der Bundesrat, dass solche inkohärente Medienmitteilungen in Zukunft nicht mehr vorkommen?</p>
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