Stauräume, Schwerverkehrszentren, Verlagerungsdruck. Wie fängt der Bund den zusätzlichen LKW-Verkehr nach der Aufgabe der Rola auf?
- ShortId
-
25.3540
- Id
-
20253540
- Updated
-
14.11.2025 02:53
- Language
-
de
- Title
-
Stauräume, Schwerverkehrszentren, Verlagerungsdruck. Wie fängt der Bund den zusätzlichen LKW-Verkehr nach der Aufgabe der Rola auf?
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Mit der angekündigten Einstellung der Rollenden Landstrasse (Rola) per Ende 2025 fällt ein zentrales Instrument der Schweizer Verlagerungspolitik weg. Rund 70'000 Lastwagenfahrten, die bisher per Bahn abgewickelt wurden, drohen neu auf die Strasse zu verlagern – obwohl das in der Bundesverfassung verankerte Ziel von maximal 650'000 alpenquerenden Fahrten pro Jahr bereits deutlich überschritten ist.<br>Die Belastung der zentralen Transitachsen – insbesondere am Gotthard (Kantone Uri und Tessin) sowie in den Kantonen Graubünden und Wallis – wird dadurch massiv zunehmen, was Rückstau auf das ganze Nationalstrassennetz zur Folge haben könnte. Gleichzeitig bestehen Engpässe im internationalen Schienennetz, etwa entlang der Brennerroute. Diese Entwicklung birgt erhebliche verkehrliche, ökologische und sicherheitstechnische Risiken.</p>
- <span><p><span>1.</span><span> </span><span>Die vorgezogene Einstellung der Rollenden Landstrasse (Rola) ist primär begründet mit der schlechten Infrastrukturverfügbarkeit infolge Baustellen sowie Störungen und Ereignissen auf den Zulaufstrecken zur Schweiz. </span><span>Die erhöhte Baustellentätigkeit liegt zum grossen Teil im Ausbau der Zulaufstrecken zur NEAT begründet. Die Baustellen reduzieren aktuell die Kapazitäten auf dem Nord-Süd-Korridor erheblich, sind jedoch für eine langfristig erfolgreiche Schweizer Verlagerungspolitik unverzichtbar. </span><br><span>Das Bundesamt für Verkehr prüft mit den Branchenakteuren Massnahmen, mit denen ein Wechsel der Transporte in den unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) oder andere multimodale Logistiklösungen beschleunigt oder erleichtert werden kann. Das Ziel ist, die Rückverlagerung von Transporten auf die Strasse zeitlich und mengenmässig zu begrenzen. Der Bundesrat wird hierzu im Verlagerungsbericht 2025 Bericht erstatten. Dieser wird voraussichtlich im November 2025 verabschiedet werden. </span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>2.-5.</span><span> </span><span>Aktuell werden mit der Rollenden Landstrasse Freiburg im Breisgau – Novara täglich rund 140 Fahrzeuge (Durchschnitt pro Tag für 2025) befördert. Auf der Autobahn A2 verkehren heute – gemessen im Gotthard-Tunnel und für die ersten Wochen 2025 – täglich rund 16’500 Fahrzeuge, davon rund 15 Prozent schwere Güterverkehrsfahrzeuge. Sollten alle heute mit der Rola transportierten Fahrzeuge zukünftig auf der A2 verkehren, bedeutete dies eine Zunahme aller Fahrzeugfahrten um rund 0,85 Prozent und eine Zunahme bei den schweren Güterverkehrsfahrzeugen um 5,5 Prozent.</span><br><span>Das bestehende Schwerverkehrsmanagement auf den Transit-Strassenachsen durch die Schweiz ist bereits heute stark ausgelastet. Das zuständige Bundesamt für Strassen arbeitet deshalb daran, weitere Lastwagenabstellplätze und Warteräume zur Verfügung zu stellen. Die Suche nach geeigneten Flächen gestaltet sich jedoch schwierig und ist langwierig. Das geringe, mit der Einstellung der Rola zu erwartende Verkehrswachstum erfordert darüber hinaus keine besonderen Massnahmen der Verkehrslenkung, weshalb der Bundesrat auch keine gesonderte Abstimmung mit den Kantonen und Nachbarländern als erforderlich erachtet.</span></p></span>
- <p>Fragen an den Bundesrat:</p><ol><li>Welche Sofortmassnahmen plant der Bundesrat, um den zusätzlichen LKW-Verkehr nach dem Wegfall der Rola kurzfristig aufzufangen?</li><li>Welche Bedeutung kommt den bestehenden Schwerverkehrszentren (SVZ) zu? Können künftig die SVZ einen zusätzlichen Beitrag leisten zur Reduktion des Staus vor den Tunnelportalen, insbesondere im Hinblick auf Kontrolle, Bündelung und Lenkung des Schwerverkehrs?</li><li>Sind weiträumig angelegte, temporäre oder dauerhafte Stauräume bis zu den Landesgrenzen, oder gar darüber hinaus, vorgesehen, um Verkehrsüberlastungen zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren?</li><li>Wie ist die Koordination mit den betroffenen Kantonen geregelt – insbesondere hinsichtlich Verkehrsführung, Stauprävention und Umweltfolgen?</li><li>Welche Massnahmen sind geplant, um den alpenquerenden Transitverkehr gemeinsam mit den Nachbarstaaten gezielter zu steuern, etwa über alternative Routen wie den Brenner oder die französische Achse?</li></ol>
- Stauräume, Schwerverkehrszentren, Verlagerungsdruck. Wie fängt der Bund den zusätzlichen LKW-Verkehr nach der Aufgabe der Rola auf?
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Mit der angekündigten Einstellung der Rollenden Landstrasse (Rola) per Ende 2025 fällt ein zentrales Instrument der Schweizer Verlagerungspolitik weg. Rund 70'000 Lastwagenfahrten, die bisher per Bahn abgewickelt wurden, drohen neu auf die Strasse zu verlagern – obwohl das in der Bundesverfassung verankerte Ziel von maximal 650'000 alpenquerenden Fahrten pro Jahr bereits deutlich überschritten ist.<br>Die Belastung der zentralen Transitachsen – insbesondere am Gotthard (Kantone Uri und Tessin) sowie in den Kantonen Graubünden und Wallis – wird dadurch massiv zunehmen, was Rückstau auf das ganze Nationalstrassennetz zur Folge haben könnte. Gleichzeitig bestehen Engpässe im internationalen Schienennetz, etwa entlang der Brennerroute. Diese Entwicklung birgt erhebliche verkehrliche, ökologische und sicherheitstechnische Risiken.</p>
- <span><p><span>1.</span><span> </span><span>Die vorgezogene Einstellung der Rollenden Landstrasse (Rola) ist primär begründet mit der schlechten Infrastrukturverfügbarkeit infolge Baustellen sowie Störungen und Ereignissen auf den Zulaufstrecken zur Schweiz. </span><span>Die erhöhte Baustellentätigkeit liegt zum grossen Teil im Ausbau der Zulaufstrecken zur NEAT begründet. Die Baustellen reduzieren aktuell die Kapazitäten auf dem Nord-Süd-Korridor erheblich, sind jedoch für eine langfristig erfolgreiche Schweizer Verlagerungspolitik unverzichtbar. </span><br><span>Das Bundesamt für Verkehr prüft mit den Branchenakteuren Massnahmen, mit denen ein Wechsel der Transporte in den unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) oder andere multimodale Logistiklösungen beschleunigt oder erleichtert werden kann. Das Ziel ist, die Rückverlagerung von Transporten auf die Strasse zeitlich und mengenmässig zu begrenzen. Der Bundesrat wird hierzu im Verlagerungsbericht 2025 Bericht erstatten. Dieser wird voraussichtlich im November 2025 verabschiedet werden. </span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>2.-5.</span><span> </span><span>Aktuell werden mit der Rollenden Landstrasse Freiburg im Breisgau – Novara täglich rund 140 Fahrzeuge (Durchschnitt pro Tag für 2025) befördert. Auf der Autobahn A2 verkehren heute – gemessen im Gotthard-Tunnel und für die ersten Wochen 2025 – täglich rund 16’500 Fahrzeuge, davon rund 15 Prozent schwere Güterverkehrsfahrzeuge. Sollten alle heute mit der Rola transportierten Fahrzeuge zukünftig auf der A2 verkehren, bedeutete dies eine Zunahme aller Fahrzeugfahrten um rund 0,85 Prozent und eine Zunahme bei den schweren Güterverkehrsfahrzeugen um 5,5 Prozent.</span><br><span>Das bestehende Schwerverkehrsmanagement auf den Transit-Strassenachsen durch die Schweiz ist bereits heute stark ausgelastet. Das zuständige Bundesamt für Strassen arbeitet deshalb daran, weitere Lastwagenabstellplätze und Warteräume zur Verfügung zu stellen. Die Suche nach geeigneten Flächen gestaltet sich jedoch schwierig und ist langwierig. Das geringe, mit der Einstellung der Rola zu erwartende Verkehrswachstum erfordert darüber hinaus keine besonderen Massnahmen der Verkehrslenkung, weshalb der Bundesrat auch keine gesonderte Abstimmung mit den Kantonen und Nachbarländern als erforderlich erachtet.</span></p></span>
- <p>Fragen an den Bundesrat:</p><ol><li>Welche Sofortmassnahmen plant der Bundesrat, um den zusätzlichen LKW-Verkehr nach dem Wegfall der Rola kurzfristig aufzufangen?</li><li>Welche Bedeutung kommt den bestehenden Schwerverkehrszentren (SVZ) zu? Können künftig die SVZ einen zusätzlichen Beitrag leisten zur Reduktion des Staus vor den Tunnelportalen, insbesondere im Hinblick auf Kontrolle, Bündelung und Lenkung des Schwerverkehrs?</li><li>Sind weiträumig angelegte, temporäre oder dauerhafte Stauräume bis zu den Landesgrenzen, oder gar darüber hinaus, vorgesehen, um Verkehrsüberlastungen zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren?</li><li>Wie ist die Koordination mit den betroffenen Kantonen geregelt – insbesondere hinsichtlich Verkehrsführung, Stauprävention und Umweltfolgen?</li><li>Welche Massnahmen sind geplant, um den alpenquerenden Transitverkehr gemeinsam mit den Nachbarstaaten gezielter zu steuern, etwa über alternative Routen wie den Brenner oder die französische Achse?</li></ol>
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