Präventive Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen

ShortId
25.3599
Id
20253599
Updated
14.11.2025 02:44
Language
de
Title
Präventive Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen
AdditionalIndexing
28;09
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Ausschreitungen im Umfeld von Sportveranstaltungen stellen eine sicherheitspolitische Herausforderung dar. Massnahmen wie der HOOGAN-Abgleich greifen jedoch zu kurz, wenn sie nicht durch wirksame Präventionsarbeit flankiert werden. Gewaltprävention ist dann erfolgreich, wenn sie auf Dialog, Vertrauen und langfristige Beziehungsarbeit setzt – insbesondere in der Arbeit mit jungen Fans. In der Schweiz existieren bewährte Strukturen der Fanarbeit, die genau hier ansetzen. Diese haben in der Vergangenheit zur Deeskalation beigetragen und sind ein zentraler Pfeiler einer präventiv orientierten Sicherheitspolitik.</p><p>Trotz dieser Erfolge wurden die Bundesmittel für eine übergeordnete Koordination der Fanarbeit 2021 gestrichen. Damit wurden zentrale Strukturen geschwächt – ausgerechnet dort, wo bewährte Massnahmen und wertvolles Know-how vorhanden waren. Es ist deshalb angezeigt, dass der Bund erneut prüft, wie er diese Präventionsarbeit gezielt unterstützen und koordinieren kann. Ziel ist es, die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure – Bund, Kantone, Städte, Vereine und Fanprojekte – zu stärken und eine kohärente Strategie zu erarbeiten, die auf Prävention statt Eskalation setzt.</p>
  • <span><p><span>Der Bundesrat anerkennt die Gewaltproblematik im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen und ist überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit aller beteiligter Akteure notwendig ist. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bund und die Kantone pflegen bereits eine enge Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Gewalt rund um Sportveranstaltungen. Es bestehen diverse operative, strategische und politische Gremien sowie Gefässe für das Zusammenwirken von Bund und Kantonen. Wie bereits im Bericht des Bundesrates «Bekämpfung des Hooliganismus» vom 22. Juni 2022 in Erfüllung des Postulats 19.3533 der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates festgehalten, sind die Rollen und Zuständigkeiten zwischen den Behörden von Bund und Kantonen rund um die Sicherheit und den Schutz von Sportveranstaltungen klar definiert. Die Hauptzuständigkeit liegt gemäss der verfassungsmässigen Ordnung bei den Kantonen, welche für die öffentliche Sicherheit in ihrem Gebiet zuständig sind. Der Bund besitzt in diesem Bereich keine Kontrollbefugnis oder -pflicht gegenüber den Kantonen. Er hat seinerseits eine Dienstleistungs- und Koordinationsfunktion, indem er die HOOGAN-Datenbank betreibt. Nebst dieser Koordination unterstützt der Bund die Kantone auch in zeitlich befristeten Projekten </span><span>(z.B. Projekt Biglietto zur Einführung personalisierter Tickets 2022, Mitarbeit Revision Hooligan-Konkordat).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat sieht grundsätzlich Potenzial für eine bessere und einheitliche Ausschöpfung der Instrumente zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen durch die Kantone sowie für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und den Sportveranstaltern. </span><span>Dazu gehört auch, dass der Dialog zwischen den kantonalen Polizeien und den Fans gestärkt werden muss. In verschiedenen Kantonen bestehen sozioprofessionelle Fanarbeiten, die bis Ende 2021 im Verein «Fanarbeit Schweiz» koordiniert wurden. Die Finanzierung dazu wurde jedoch durch den Schweizerischen Fussballverband (SFV) und die Swiss Football League (SFL) eingestellt. Die Zuständigkeit zur Wiederaufnahme und Koordination einer gesamtheitlichen Förderung der präventiven Fanarbeit liegt bei den Verbänden, in Zusammenarbeit mit den Kantonen. Angesichts dieser Beurteilung erachtet der Bundesrat die aktuell zur Verfügung stehende Palette an Instrumenten zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen als ausreichend.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine nationale, präventiv ausgerichtete Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen zu entwickeln. Dabei soll geprüft werden, wie bestehende Strukturen der Fanarbeit gezielt gestärkt und besser koordiniert werden können – insbesondere durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Städten, Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Im Zentrum stehen dabei bewährte präventive Ansätze wie Fanprojekte, Vermittlungsarbeit und Dialogformate. Der Bericht soll auch aufzeigen, welche Rolle der Bund künftig in der Koordination, Finanzierung und Qualitätssicherung solcher Massnahmen übernehmen kann, um eine nachhaltige und wirkungsvolle Gewaltprävention sicherzustellen.Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob ein Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen sei.</p>
  • Präventive Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ausschreitungen im Umfeld von Sportveranstaltungen stellen eine sicherheitspolitische Herausforderung dar. Massnahmen wie der HOOGAN-Abgleich greifen jedoch zu kurz, wenn sie nicht durch wirksame Präventionsarbeit flankiert werden. Gewaltprävention ist dann erfolgreich, wenn sie auf Dialog, Vertrauen und langfristige Beziehungsarbeit setzt – insbesondere in der Arbeit mit jungen Fans. In der Schweiz existieren bewährte Strukturen der Fanarbeit, die genau hier ansetzen. Diese haben in der Vergangenheit zur Deeskalation beigetragen und sind ein zentraler Pfeiler einer präventiv orientierten Sicherheitspolitik.</p><p>Trotz dieser Erfolge wurden die Bundesmittel für eine übergeordnete Koordination der Fanarbeit 2021 gestrichen. Damit wurden zentrale Strukturen geschwächt – ausgerechnet dort, wo bewährte Massnahmen und wertvolles Know-how vorhanden waren. Es ist deshalb angezeigt, dass der Bund erneut prüft, wie er diese Präventionsarbeit gezielt unterstützen und koordinieren kann. Ziel ist es, die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure – Bund, Kantone, Städte, Vereine und Fanprojekte – zu stärken und eine kohärente Strategie zu erarbeiten, die auf Prävention statt Eskalation setzt.</p>
    • <span><p><span>Der Bundesrat anerkennt die Gewaltproblematik im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen und ist überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit aller beteiligter Akteure notwendig ist. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bund und die Kantone pflegen bereits eine enge Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Gewalt rund um Sportveranstaltungen. Es bestehen diverse operative, strategische und politische Gremien sowie Gefässe für das Zusammenwirken von Bund und Kantonen. Wie bereits im Bericht des Bundesrates «Bekämpfung des Hooliganismus» vom 22. Juni 2022 in Erfüllung des Postulats 19.3533 der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates festgehalten, sind die Rollen und Zuständigkeiten zwischen den Behörden von Bund und Kantonen rund um die Sicherheit und den Schutz von Sportveranstaltungen klar definiert. Die Hauptzuständigkeit liegt gemäss der verfassungsmässigen Ordnung bei den Kantonen, welche für die öffentliche Sicherheit in ihrem Gebiet zuständig sind. Der Bund besitzt in diesem Bereich keine Kontrollbefugnis oder -pflicht gegenüber den Kantonen. Er hat seinerseits eine Dienstleistungs- und Koordinationsfunktion, indem er die HOOGAN-Datenbank betreibt. Nebst dieser Koordination unterstützt der Bund die Kantone auch in zeitlich befristeten Projekten </span><span>(z.B. Projekt Biglietto zur Einführung personalisierter Tickets 2022, Mitarbeit Revision Hooligan-Konkordat).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat sieht grundsätzlich Potenzial für eine bessere und einheitliche Ausschöpfung der Instrumente zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen durch die Kantone sowie für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und den Sportveranstaltern. </span><span>Dazu gehört auch, dass der Dialog zwischen den kantonalen Polizeien und den Fans gestärkt werden muss. In verschiedenen Kantonen bestehen sozioprofessionelle Fanarbeiten, die bis Ende 2021 im Verein «Fanarbeit Schweiz» koordiniert wurden. Die Finanzierung dazu wurde jedoch durch den Schweizerischen Fussballverband (SFV) und die Swiss Football League (SFL) eingestellt. Die Zuständigkeit zur Wiederaufnahme und Koordination einer gesamtheitlichen Förderung der präventiven Fanarbeit liegt bei den Verbänden, in Zusammenarbeit mit den Kantonen. Angesichts dieser Beurteilung erachtet der Bundesrat die aktuell zur Verfügung stehende Palette an Instrumenten zur Bekämpfung von Gewalt bei Sportveranstaltungen als ausreichend.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine nationale, präventiv ausgerichtete Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen zu entwickeln. Dabei soll geprüft werden, wie bestehende Strukturen der Fanarbeit gezielt gestärkt und besser koordiniert werden können – insbesondere durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Städten, Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Im Zentrum stehen dabei bewährte präventive Ansätze wie Fanprojekte, Vermittlungsarbeit und Dialogformate. Der Bericht soll auch aufzeigen, welche Rolle der Bund künftig in der Koordination, Finanzierung und Qualitätssicherung solcher Massnahmen übernehmen kann, um eine nachhaltige und wirkungsvolle Gewaltprävention sicherzustellen.Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob ein Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen sei.</p>
    • Präventive Strategie zur Gewaltvermeidung im Umfeld von Sportveranstaltungen

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