Wie geht es weiter mit den Laborpreisen?
- ShortId
-
25.3614
- Id
-
20253614
- Updated
-
14.11.2025 02:44
- Language
-
de
- Title
-
Wie geht es weiter mit den Laborpreisen?
- AdditionalIndexing
-
2841;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Das Projekt zur Neutarifierung aller Positionen der Analysenliste (AL) (transAL-2) kommt gut und planmässig voran. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation 24.3638 Lohr «Wann kommen die Preissenkungen bei den Labortarifen?» bereits festgehalten hat, soll der revidierte Tarif voraussichtlich 2027 eingeführt werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) treibt die Arbeiten intensiv und unter engem Einbezug der Stakeholder voran. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Die erste Phase wurde im Dezember 2024 mit der Erstellung von Berichten abgeschlossen, die die Grundlage für die Tarifierung bilden. Die zweite Phase, die sich auf die Entwicklung des Kostenrechnungsmodells konzentriert, steht kurz vor dem Abschluss, sodass die dritte Phase bereits im Sommer 2025 beginnen wird. In dieser Phase wird ein Test-Tarif auf der Grundlage der von den Laboratorien übermittelten Daten berechnet. In der anschliessenden vierten Phase wird der neu berechnete Tarif getestet, plausibilisiert und validiert. Nach Anhören der Eidgenössischen Kommission für Analysen, Mittel und Gegenstände (EAMGK) erlässt das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) dann gemäss dem rechtlich festgesetzten Verfahren die AL mit geändertem Tarif. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Der neue Tarif muss nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen bemessen sein und auf einer sachgerechten Struktur beruhen. Das Tarifmodell stützt sich auf das Effizienzprinzip und die effektiven Kosten der Schweizer Laboratorien. Das Effizienzpotenzial kann erst gemessen werden, wenn alle für die Berechnung des Tarifs erforderlichen Daten geliefert wurden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Studie von BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG (www.bag.admin.ch > Versicherungen > Krankenversicherung > Leistungen und Tarife > Analysenliste (AL) > Revision der Analysenliste – Projekt transAL > BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG - Auslandpreisvergleich Laboranalysen) zeigt, dass die im Bericht untersuchten Laboranalysen in der Schweiz rund 1,5 bis 1,7-mal teurer sind als in den betrachteten Vergleichsländern. Jedoch ist zu beachten, dass die Aussagekraft des Berichts eingeschränkt ist – beispielsweise aufgrund systematischer Unterschiede in der Laborlandschaft oder der Anzahl eingeschlossener Analysen. Insgesamt besteht aus Sicht des BAG aber ein Einsparpotenzial, welches im Rahmen von transAL-2 realisiert wird. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 24.3994 Lohr «Sofortige lineare Senkung der Laborpreise» ausgeführt hat, werden die Tarife vom EDI gezielt bei den Positionen nach unten korrigiert, bei welchen mit Hilfe des neuen Tarifmodells niedrigere effektive Kosten berechnet werden. Für die Plausibilisierung des Tarifs wird der Auslandpreisvergleich angemessen berücksichtigt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Das EDI evaluiert kontinuierlich den Fortschritt von transAL-2. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 24.3994 dargelegt hat, ist eine weitere lineare Kürzung des Tarifs der AL bei planmässiger Umsetzung von transAL-2 derzeit nicht vorgesehen. </span></p></span>
- <p>Nachdem der Ständerat in der aktuellen Sommersession die vom Nationalrat gutgeheissene Vorlage <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240037"><u>24.037</u></a> abgelehnt hat, werden die Diskussionen rund um hohe Laborpreise nicht kleiner werden. Die versenkte KVG-Vorlage ist eine verpasste Chance: Aktuelle Zahlen der Branche zeigen, dass in den ersten Monaten des laufenden Jahres die Kosten bei den Laboranalysen überdurchschnittlich angestiegen sind. 2024 betrug das Kostenwachstum im Vergleich zum Vorjahr rund 10 Prozent pro versicherte Person. Die lineare Senkung 2022 wurde mit der Mengenausweitung mehr als kompensiert. Eine <a href="https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/aktuell/news/news-19-12-2024.html"><u>aktuelle Studie des BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG</u></a> im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass die Laborpreise bei diversen Analysen im Vergleich zum Ausland erhöht sind. Das Preisniveau der Vergleichsländer im Vergleich zur Schweiz beträgt knapp 60 Prozent. Dabei wurden die höheren Arbeitskosten, regulatorische Hürden und strukturelle Besonderheiten der Schweizer Versorgungslandschaft berücksichtigt. Die Studie kommt zum Schluss, dass – obwohl nicht alle Kostenunterschiede vollständig berücksichtigt sind und die schnellere Verfügbarkeit der Laborpreise einen gewisse «Aufpreis» rechtfertigen – Zitat «diese Einschränkungen nach unserer Einschätzung jedoch nicht ausreichen würden, um den Unterschied zu den Vergleichsländern zu erklären».</p><p>Das Projekt transAL-2 hat zum Ziel, ein Modell zur Tarifneuberechnung bei den Laboranalysen zu entwickeln. Die Inkraftsetzung des neuen Tarifs wurde schon mehrmals nach hinten verschoben, was langsam aber sicher einem Trauerspiel gleichkommt. Vgl. hierzu auch die Antwort des Bundesrates zu meiner <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20224026"><u>Interpellation 22.4026</u></a>. Aktuell stehen wir bei <a href="https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/aktuell/news/news-19-12-2024.html"><u>anfangs 2027</u></a>. Dazu bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Wo steht aktuell das Projekt transAL-2 und ist eine Einführung des neuen Analyse-Tarifs nach wie vor für 2027 geplant? <ul style="list-style-type:circle;"><li>Wie sieht der konkrete Ablauf bis zur Inkraftsetzung aus? </li><li>Was sind die Gründe, warum sich das Projekt verzögert?</li><li>Von welchem Effizienzpotenzial geht der Bundesrat beim transAL-2-Projekt aus?</li></ul></li><li>Welche Schlüsse zieht der Bundesrat aus der Studie des Büro BSS?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, eine erneute Preissenkung bei den Laboranalysen vorzunehmen?</li></ul>
- Wie geht es weiter mit den Laborpreisen?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Das Projekt zur Neutarifierung aller Positionen der Analysenliste (AL) (transAL-2) kommt gut und planmässig voran. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation 24.3638 Lohr «Wann kommen die Preissenkungen bei den Labortarifen?» bereits festgehalten hat, soll der revidierte Tarif voraussichtlich 2027 eingeführt werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) treibt die Arbeiten intensiv und unter engem Einbezug der Stakeholder voran. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Die erste Phase wurde im Dezember 2024 mit der Erstellung von Berichten abgeschlossen, die die Grundlage für die Tarifierung bilden. Die zweite Phase, die sich auf die Entwicklung des Kostenrechnungsmodells konzentriert, steht kurz vor dem Abschluss, sodass die dritte Phase bereits im Sommer 2025 beginnen wird. In dieser Phase wird ein Test-Tarif auf der Grundlage der von den Laboratorien übermittelten Daten berechnet. In der anschliessenden vierten Phase wird der neu berechnete Tarif getestet, plausibilisiert und validiert. Nach Anhören der Eidgenössischen Kommission für Analysen, Mittel und Gegenstände (EAMGK) erlässt das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) dann gemäss dem rechtlich festgesetzten Verfahren die AL mit geändertem Tarif. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Der neue Tarif muss nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen bemessen sein und auf einer sachgerechten Struktur beruhen. Das Tarifmodell stützt sich auf das Effizienzprinzip und die effektiven Kosten der Schweizer Laboratorien. Das Effizienzpotenzial kann erst gemessen werden, wenn alle für die Berechnung des Tarifs erforderlichen Daten geliefert wurden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Studie von BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG (www.bag.admin.ch > Versicherungen > Krankenversicherung > Leistungen und Tarife > Analysenliste (AL) > Revision der Analysenliste – Projekt transAL > BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG - Auslandpreisvergleich Laboranalysen) zeigt, dass die im Bericht untersuchten Laboranalysen in der Schweiz rund 1,5 bis 1,7-mal teurer sind als in den betrachteten Vergleichsländern. Jedoch ist zu beachten, dass die Aussagekraft des Berichts eingeschränkt ist – beispielsweise aufgrund systematischer Unterschiede in der Laborlandschaft oder der Anzahl eingeschlossener Analysen. Insgesamt besteht aus Sicht des BAG aber ein Einsparpotenzial, welches im Rahmen von transAL-2 realisiert wird. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 24.3994 Lohr «Sofortige lineare Senkung der Laborpreise» ausgeführt hat, werden die Tarife vom EDI gezielt bei den Positionen nach unten korrigiert, bei welchen mit Hilfe des neuen Tarifmodells niedrigere effektive Kosten berechnet werden. Für die Plausibilisierung des Tarifs wird der Auslandpreisvergleich angemessen berücksichtigt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Das EDI evaluiert kontinuierlich den Fortschritt von transAL-2. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion 24.3994 dargelegt hat, ist eine weitere lineare Kürzung des Tarifs der AL bei planmässiger Umsetzung von transAL-2 derzeit nicht vorgesehen. </span></p></span>
- <p>Nachdem der Ständerat in der aktuellen Sommersession die vom Nationalrat gutgeheissene Vorlage <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240037"><u>24.037</u></a> abgelehnt hat, werden die Diskussionen rund um hohe Laborpreise nicht kleiner werden. Die versenkte KVG-Vorlage ist eine verpasste Chance: Aktuelle Zahlen der Branche zeigen, dass in den ersten Monaten des laufenden Jahres die Kosten bei den Laboranalysen überdurchschnittlich angestiegen sind. 2024 betrug das Kostenwachstum im Vergleich zum Vorjahr rund 10 Prozent pro versicherte Person. Die lineare Senkung 2022 wurde mit der Mengenausweitung mehr als kompensiert. Eine <a href="https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/aktuell/news/news-19-12-2024.html"><u>aktuelle Studie des BSS Volkswirtschaftliche Beratung AG</u></a> im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass die Laborpreise bei diversen Analysen im Vergleich zum Ausland erhöht sind. Das Preisniveau der Vergleichsländer im Vergleich zur Schweiz beträgt knapp 60 Prozent. Dabei wurden die höheren Arbeitskosten, regulatorische Hürden und strukturelle Besonderheiten der Schweizer Versorgungslandschaft berücksichtigt. Die Studie kommt zum Schluss, dass – obwohl nicht alle Kostenunterschiede vollständig berücksichtigt sind und die schnellere Verfügbarkeit der Laborpreise einen gewisse «Aufpreis» rechtfertigen – Zitat «diese Einschränkungen nach unserer Einschätzung jedoch nicht ausreichen würden, um den Unterschied zu den Vergleichsländern zu erklären».</p><p>Das Projekt transAL-2 hat zum Ziel, ein Modell zur Tarifneuberechnung bei den Laboranalysen zu entwickeln. Die Inkraftsetzung des neuen Tarifs wurde schon mehrmals nach hinten verschoben, was langsam aber sicher einem Trauerspiel gleichkommt. Vgl. hierzu auch die Antwort des Bundesrates zu meiner <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20224026"><u>Interpellation 22.4026</u></a>. Aktuell stehen wir bei <a href="https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/aktuell/news/news-19-12-2024.html"><u>anfangs 2027</u></a>. Dazu bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Wo steht aktuell das Projekt transAL-2 und ist eine Einführung des neuen Analyse-Tarifs nach wie vor für 2027 geplant? <ul style="list-style-type:circle;"><li>Wie sieht der konkrete Ablauf bis zur Inkraftsetzung aus? </li><li>Was sind die Gründe, warum sich das Projekt verzögert?</li><li>Von welchem Effizienzpotenzial geht der Bundesrat beim transAL-2-Projekt aus?</li></ul></li><li>Welche Schlüsse zieht der Bundesrat aus der Studie des Büro BSS?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, eine erneute Preissenkung bei den Laboranalysen vorzunehmen?</li></ul>
- Wie geht es weiter mit den Laborpreisen?
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