Erhöhung des Marktanteils der Bahn am Reiseverkehr zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21 auf 30 Prozent
- ShortId
-
25.3626
- Id
-
20253626
- Updated
-
14.11.2025 02:47
- Language
-
de
- Title
-
Erhöhung des Marktanteils der Bahn am Reiseverkehr zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21 auf 30 Prozent
- AdditionalIndexing
-
52;48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Flugreiseverkehr zwischen der Schweiz und europäischen Destinationen hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt und liegt inzwischen bei fast 45 Mio. Personen. Die wichtigste Destination ist London mit 4,4 Mio. Flugreisenden (2023). Die Klimagasemissionen des gesamten Flugverkehrs von und in die Schweiz sind seit 1995 geschätzt von 3,5 auf 5 Mio. Tonnen CO2-Gasäquivalente gestiegen. Die ungebremste Zunahme des Flugverkehrs und seiner Klimagasemissionen steht in offenem Widerspruch zu den Klimareduktionszielen der Schweiz. </p><p>Rund 80% der Flüge finden innerhalb von Europa statt und können deshalb problemlos durch Bahnreisen ersetzt werden. 2024 transportierte die Bahn grenzüberschreitend 11,6 Mio. Personen (Tages- und Nachtverkehr, ohne «kleinen Grenzverkehr») und hat damit einen Marktanteil am internationalen Reiseverkehr von nur 21%. Eine markante Erhöhung dieses Anteils in den kommenden 10 Jahren und eine entsprechende Strategie des Bundes ist zur Erreichung der klimapolitischen Ziele dringend erforderlich. Dabei sollen auch die Möglichkeiten zur finanziellen Förderung des internationalen Bahnverkehrs, die das CO2-Gesetz anbietet, genutzt werden.</p>
- <span><p><span>Im Rahmen der Botschaft 2023 über den Stand der Ausbauprogramme und die Perspektive </span><span>Bahn</span><span> 2050 wurde das Vorgehen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr präzisiert. Im Anschluss wurde die räumliche Konkretisierung der Perspektive BAHN 2050 erarbeitet. Diese wurde 2024 publiziert und enthält eine Potentialuntersuchung für den internationalen Personenverkehr auf der Schiene für alle Destinationen aus der und in die Schweiz und im Transit durch die Schweiz. Sie zeigt, dass auf zahlreichen Verbindungen das Potential für eine Verdoppelung des Angebotes vorhanden wäre.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Mit dieser räumlichen Konkretisierung als Basis, wird der Bundesrat im Rahmen der Vorbereitung auf die übernächste Botschaft zum Bahnausbau ein langfristiges Zielkonzept für die Bahn in der Schweiz – inklusive internationalem Bahnverkehr – erarbeiten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Gegensatz zum Binnenverkehr verfügt der Bundesrat nicht über Instrumente, die es ihm ermöglichen, ein Angebot an internationalen Fernverkehrszügen umzusetzen. Eine quantitative Zielsetzung für einen bestimmten Marktanteil zu einem bestimmten Zeitpunkt ist daher nicht möglich. Ein Angebotsausbau, der eine namhafte Steigerung des Marktanteils im internationalen Reiseverkehr ermöglicht, wie im Rahmen der Motion bis 2035 gefordert, ist aufgrund des aktuellen finanziellen und technischen Rahmens in dieser Frist nicht realistisch. Die Potentiale und Erwartungen im internationalen Personenverkehr werden beim etappenweisen Ausbau der Bahninfrastruktur berücksichtigt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die internationale Koordination ist kurz- und mittelfristig dank verschiedenen bilateralen Arbeitsgruppen gewährleistet. Diese Zusammenarbeit hat in den letzten Jahren zahlreiche Ergebnisse hervorgebracht. Erst im Mai dieses Jahres unterzeichnete der Vorsteher des UVEK eine Absichtserklärung mit der britischen Verkehrsministerin, um die Möglichkeit zu prüfen, eine Direktverbindung per Bahn zwischen der Schweiz und London zu installieren. Mit einer im Februar 2025 unterzeichneten Absichtserklärung zur strategischen Entwicklung der französisch-schweizerischen Bahnverbindungen bekräftigen die Schweiz und Frankreich ihren Willen, gemeinsam das Entwicklungspotenzial der acht grenzüberschreitenden Bahnstrecken und darüber hinaus nach Paris/London/Brüssel sowie nach Lyon, Südfrankreich und Spanien zu bestimmen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Weiter hat der Bundesrat seine Erwartungen an die SBB hinsichtlich des internationalen Personenfernverkehrs in den strategischen Zielen für die SBB festgehalten. In diesem Rahmen erwartet er für den internationalen Personenfernverkehr von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Dabei sollen der Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessert werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Schliesslich könnte dank den Anpassungen am Landverkehrsabkommen im Rahmen des Pakets Schweiz–EU der Wettbewerb und damit das Angebot im internationalen Schienenpersonenverkehr aus und in die Schweiz erweitert werden.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Strategie zur Erhöhung des Marktanteils der Bahn am internationalen Personenverkehr (Bahn- und Flugverkehr) zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21% auf 30% bis 2035 zu erarbeiten . Dabei ist aufzuzeigen, welche Rolle die SBB und andere Transportunternehmen haben sollen und wie die Förderungsmöglichkeiten gemäss dem CO2-Gesetz die Strategie unterstützen können.</p>
- Erhöhung des Marktanteils der Bahn am Reiseverkehr zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21 auf 30 Prozent
- State
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Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Flugreiseverkehr zwischen der Schweiz und europäischen Destinationen hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt und liegt inzwischen bei fast 45 Mio. Personen. Die wichtigste Destination ist London mit 4,4 Mio. Flugreisenden (2023). Die Klimagasemissionen des gesamten Flugverkehrs von und in die Schweiz sind seit 1995 geschätzt von 3,5 auf 5 Mio. Tonnen CO2-Gasäquivalente gestiegen. Die ungebremste Zunahme des Flugverkehrs und seiner Klimagasemissionen steht in offenem Widerspruch zu den Klimareduktionszielen der Schweiz. </p><p>Rund 80% der Flüge finden innerhalb von Europa statt und können deshalb problemlos durch Bahnreisen ersetzt werden. 2024 transportierte die Bahn grenzüberschreitend 11,6 Mio. Personen (Tages- und Nachtverkehr, ohne «kleinen Grenzverkehr») und hat damit einen Marktanteil am internationalen Reiseverkehr von nur 21%. Eine markante Erhöhung dieses Anteils in den kommenden 10 Jahren und eine entsprechende Strategie des Bundes ist zur Erreichung der klimapolitischen Ziele dringend erforderlich. Dabei sollen auch die Möglichkeiten zur finanziellen Förderung des internationalen Bahnverkehrs, die das CO2-Gesetz anbietet, genutzt werden.</p>
- <span><p><span>Im Rahmen der Botschaft 2023 über den Stand der Ausbauprogramme und die Perspektive </span><span>Bahn</span><span> 2050 wurde das Vorgehen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr präzisiert. Im Anschluss wurde die räumliche Konkretisierung der Perspektive BAHN 2050 erarbeitet. Diese wurde 2024 publiziert und enthält eine Potentialuntersuchung für den internationalen Personenverkehr auf der Schiene für alle Destinationen aus der und in die Schweiz und im Transit durch die Schweiz. Sie zeigt, dass auf zahlreichen Verbindungen das Potential für eine Verdoppelung des Angebotes vorhanden wäre.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Mit dieser räumlichen Konkretisierung als Basis, wird der Bundesrat im Rahmen der Vorbereitung auf die übernächste Botschaft zum Bahnausbau ein langfristiges Zielkonzept für die Bahn in der Schweiz – inklusive internationalem Bahnverkehr – erarbeiten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Gegensatz zum Binnenverkehr verfügt der Bundesrat nicht über Instrumente, die es ihm ermöglichen, ein Angebot an internationalen Fernverkehrszügen umzusetzen. Eine quantitative Zielsetzung für einen bestimmten Marktanteil zu einem bestimmten Zeitpunkt ist daher nicht möglich. Ein Angebotsausbau, der eine namhafte Steigerung des Marktanteils im internationalen Reiseverkehr ermöglicht, wie im Rahmen der Motion bis 2035 gefordert, ist aufgrund des aktuellen finanziellen und technischen Rahmens in dieser Frist nicht realistisch. Die Potentiale und Erwartungen im internationalen Personenverkehr werden beim etappenweisen Ausbau der Bahninfrastruktur berücksichtigt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die internationale Koordination ist kurz- und mittelfristig dank verschiedenen bilateralen Arbeitsgruppen gewährleistet. Diese Zusammenarbeit hat in den letzten Jahren zahlreiche Ergebnisse hervorgebracht. Erst im Mai dieses Jahres unterzeichnete der Vorsteher des UVEK eine Absichtserklärung mit der britischen Verkehrsministerin, um die Möglichkeit zu prüfen, eine Direktverbindung per Bahn zwischen der Schweiz und London zu installieren. Mit einer im Februar 2025 unterzeichneten Absichtserklärung zur strategischen Entwicklung der französisch-schweizerischen Bahnverbindungen bekräftigen die Schweiz und Frankreich ihren Willen, gemeinsam das Entwicklungspotenzial der acht grenzüberschreitenden Bahnstrecken und darüber hinaus nach Paris/London/Brüssel sowie nach Lyon, Südfrankreich und Spanien zu bestimmen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Weiter hat der Bundesrat seine Erwartungen an die SBB hinsichtlich des internationalen Personenfernverkehrs in den strategischen Zielen für die SBB festgehalten. In diesem Rahmen erwartet er für den internationalen Personenfernverkehr von der SBB, dass sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen stärkt und insgesamt profitable Leistungen erbringt. Dabei sollen der Zugang zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Verbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Tourismuszentren verbessert werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Schliesslich könnte dank den Anpassungen am Landverkehrsabkommen im Rahmen des Pakets Schweiz–EU der Wettbewerb und damit das Angebot im internationalen Schienenpersonenverkehr aus und in die Schweiz erweitert werden.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Strategie zur Erhöhung des Marktanteils der Bahn am internationalen Personenverkehr (Bahn- und Flugverkehr) zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21% auf 30% bis 2035 zu erarbeiten . Dabei ist aufzuzeigen, welche Rolle die SBB und andere Transportunternehmen haben sollen und wie die Förderungsmöglichkeiten gemäss dem CO2-Gesetz die Strategie unterstützen können.</p>
- Erhöhung des Marktanteils der Bahn am Reiseverkehr zwischen der Schweiz und Destinationen innerhalb Europas von 21 auf 30 Prozent
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