Plastiklawine beim Versand von Zeitschriften
- ShortId
-
25.3645
- Id
-
20253645
- Updated
-
14.11.2025 02:49
- Language
-
de
- Title
-
Plastiklawine beim Versand von Zeitschriften
- AdditionalIndexing
-
34;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1) In der Schweiz entstehen jährlich etwa 300 Tonnen Plastikfolien-Abfälle durch Verpackungen von Zeitschriften (vgl. Antwort auf die Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161"><u><span>19.3161 Eymann</span></u></a><span>).</span></p><p><span>Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden gemäss der Studie «A high-resolution dataset on the plastic material flows in Switzerland» (Klotz & Haupt 2022) etwa 109</span><span> </span><span>000 Tonnen Plastikfolie insgesamt für Verpackungen verbraucht. Die Verpackungen von Zeitschriften machen also nur einen kleinen Teil aus.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2) Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanzierte Studie «Ökobilanz von Versandhüllen für Zeitschriften» (</span><a href="http://www.bafu.admin.ch"><u><span>www.bafu.admin.ch</span></u></a><span> > Themen > Thema Wirtschaft und Konsum > Ökobilanzierung > Dokumente > «Ökobilanz von Versandhüllen für Zeitschriften»</span><span></span><span>) hat unterschiedliche Varianten von Versandhüllen aus Papier und Kunststoffen verglichen. Die Studie zeigt, dass die Umweltbelastung einer Versandhülle aus fossilem Kunststoff (LDPE) etwa gleich hoch ist wie jene eines Couverts aus recyceltem Papier (gemessen in Umweltbelastungspunkten, UBP). Wird die Kunststoff-Folie rezykliert, ist sie die bessere Lösung als das Recyclingcouvert. Die Umweltbelastung durch die Herstellung einer Zeitschrift ist immer wesentlich grösser als die Belastung durch die Herstellung und Entsorgung der jeweiligen Versandhülle. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Die erwähnte Studie zeigt, dass von den untersuchten Materialien eine biogene Folie aus Kartoffelschalen die beste Umweltbilanz hätte. Sie macht allerdings keine Angaben zu den Kosten und der Schutzleistung dieser Folie.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4) Dem Bund sind keine Branchenvereinbarungen der Verlage bezüglich der Versandhüllen bekannt. </span></p><p><span>In der Schweiz laufen zurzeit verschiedene Arbeiten, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Beispielsweise sollen eine schweizweit koordinierte Sammlung und das Recycling von Kunststoffabfällen aufgebaut werden (Umsetzung der </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203695"><u><span>20.3695 Motion Dobler</span></u></a><span>). </span><span>Der Bundesrat hat Ende Juni 2025 im Rahmen der Totalrevision der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV; SR 814.621) seinen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt (Verordnungspaket Umwelt Frühling 2026). </span><span>Die Vorlage enthält auch eine Rücknahmepflicht für Einwegverpackungen aus Kunststoff und Zielvorgaben für deren Recycling.</span></p><p><span>Zur Frage nach weiteren Regulierungsmöglichkeiten verweist der Bundesrat auf die Antwort auf die Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161"><u><span>19.3161 Eymann</span></u></a><span>. Diese ist weiterhin aktuell. Er sieht keinen Bedarf für eine rechtliche Regelung spezifisch für die Verpackungen von Zeitschriften.</span></p></span>
- <p>Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse werden heute grösstenteils in Plastikfolie verschickt. Das hat zum Teil mit den Vorschriften der Post für den Versand zu tun, wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161">19.3161</a> «Verzicht auf die Verwendung von Plastikfolien beim Versand von Zeitschriften und Druckerzeugnissen» dargelegt hat.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viel Plastikabfall verursachen Verpackungen von Zeitschriften in der Schweiz pro Jahr?</li><li>Liegen dem Bundesrat zur Ökobilanz von Kunststoffverpackungen aktuellere Zahlen vor als jene, die er 2014 in seiner Antwort auf die Frage <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20145120">14.5120</a> angeführt hat?</li><li>Welche ökologischeren Alternativen (z. B. Couverts aus Recyclingpapier oder Versand ohne Verpackung) zieht der Bundesrat in Erwägung?</li><li>Gibt es freiwillige Branchenlösungen der Verlage zur Reduktion von Plastikabfall?</li></ol><p>Welche regulatorischen Möglichkeiten gibt es, um die Verwendung unnötiger Plastikverpackungen zu begrenzen oder um zu verhindern, dass sie durch die Preisgestaltung und die Bestimmungen der Post noch weiter gefördert wird?</p>
- Plastiklawine beim Versand von Zeitschriften
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1) In der Schweiz entstehen jährlich etwa 300 Tonnen Plastikfolien-Abfälle durch Verpackungen von Zeitschriften (vgl. Antwort auf die Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161"><u><span>19.3161 Eymann</span></u></a><span>).</span></p><p><span>Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden gemäss der Studie «A high-resolution dataset on the plastic material flows in Switzerland» (Klotz & Haupt 2022) etwa 109</span><span> </span><span>000 Tonnen Plastikfolie insgesamt für Verpackungen verbraucht. Die Verpackungen von Zeitschriften machen also nur einen kleinen Teil aus.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2) Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanzierte Studie «Ökobilanz von Versandhüllen für Zeitschriften» (</span><a href="http://www.bafu.admin.ch"><u><span>www.bafu.admin.ch</span></u></a><span> > Themen > Thema Wirtschaft und Konsum > Ökobilanzierung > Dokumente > «Ökobilanz von Versandhüllen für Zeitschriften»</span><span></span><span>) hat unterschiedliche Varianten von Versandhüllen aus Papier und Kunststoffen verglichen. Die Studie zeigt, dass die Umweltbelastung einer Versandhülle aus fossilem Kunststoff (LDPE) etwa gleich hoch ist wie jene eines Couverts aus recyceltem Papier (gemessen in Umweltbelastungspunkten, UBP). Wird die Kunststoff-Folie rezykliert, ist sie die bessere Lösung als das Recyclingcouvert. Die Umweltbelastung durch die Herstellung einer Zeitschrift ist immer wesentlich grösser als die Belastung durch die Herstellung und Entsorgung der jeweiligen Versandhülle. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Die erwähnte Studie zeigt, dass von den untersuchten Materialien eine biogene Folie aus Kartoffelschalen die beste Umweltbilanz hätte. Sie macht allerdings keine Angaben zu den Kosten und der Schutzleistung dieser Folie.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4) Dem Bund sind keine Branchenvereinbarungen der Verlage bezüglich der Versandhüllen bekannt. </span></p><p><span>In der Schweiz laufen zurzeit verschiedene Arbeiten, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Beispielsweise sollen eine schweizweit koordinierte Sammlung und das Recycling von Kunststoffabfällen aufgebaut werden (Umsetzung der </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203695"><u><span>20.3695 Motion Dobler</span></u></a><span>). </span><span>Der Bundesrat hat Ende Juni 2025 im Rahmen der Totalrevision der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV; SR 814.621) seinen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt (Verordnungspaket Umwelt Frühling 2026). </span><span>Die Vorlage enthält auch eine Rücknahmepflicht für Einwegverpackungen aus Kunststoff und Zielvorgaben für deren Recycling.</span></p><p><span>Zur Frage nach weiteren Regulierungsmöglichkeiten verweist der Bundesrat auf die Antwort auf die Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161"><u><span>19.3161 Eymann</span></u></a><span>. Diese ist weiterhin aktuell. Er sieht keinen Bedarf für eine rechtliche Regelung spezifisch für die Verpackungen von Zeitschriften.</span></p></span>
- <p>Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse werden heute grösstenteils in Plastikfolie verschickt. Das hat zum Teil mit den Vorschriften der Post für den Versand zu tun, wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193161">19.3161</a> «Verzicht auf die Verwendung von Plastikfolien beim Versand von Zeitschriften und Druckerzeugnissen» dargelegt hat.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viel Plastikabfall verursachen Verpackungen von Zeitschriften in der Schweiz pro Jahr?</li><li>Liegen dem Bundesrat zur Ökobilanz von Kunststoffverpackungen aktuellere Zahlen vor als jene, die er 2014 in seiner Antwort auf die Frage <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20145120">14.5120</a> angeführt hat?</li><li>Welche ökologischeren Alternativen (z. B. Couverts aus Recyclingpapier oder Versand ohne Verpackung) zieht der Bundesrat in Erwägung?</li><li>Gibt es freiwillige Branchenlösungen der Verlage zur Reduktion von Plastikabfall?</li></ol><p>Welche regulatorischen Möglichkeiten gibt es, um die Verwendung unnötiger Plastikverpackungen zu begrenzen oder um zu verhindern, dass sie durch die Preisgestaltung und die Bestimmungen der Post noch weiter gefördert wird?</p>
- Plastiklawine beim Versand von Zeitschriften
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