Gewalt gegen Gesundheitspersonal wirksam bekämpfen

ShortId
25.3654
Id
20253654
Updated
26.11.2025 17:11
Language
de
Title
Gewalt gegen Gesundheitspersonal wirksam bekämpfen
AdditionalIndexing
2841;44;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Gewalt gegenüber Gesundheitspersonal hat in der Schweiz stark zugenommen. Eine Umfrage unter Pflegefachpersonen zeigt: 90 % haben im Berufsleben psychische oder physische Gewalt erlebt. Einzelnen Spitälern registrieren jährlich über 500 Vorfälle – Tendenz steigend. Besonders häufig betroffen sind jüngere Mitarbeitende sowie Beschäftigte in Notfallstationen, der Psychiatrie oder im Rettungsdienst. Studien belegen, dass verbale Gewalt wie Drohungen, Beleidigungen oder Beschimpfungen, sowie physische Übergriffe wie Schlagen, Spucken, Treten deutlich zunehmen.</p><p>Trotz dieser alarmierenden Entwicklung fehlt eine nationale Datenerfassung. Gewalt wird vielerorts nicht systematisch dokumentiert, was die Prävention und politische Steuerung erschwert. Gleichzeitig sind viele Institutionen mit der Entwicklung adäquater Schutzkonzepte überfordert. Auch der Zugang zu rechtlichem Schutz und Opferhilfe ist für Gesundheitspersonal nicht überall gewährleistet.</p>
  • <span><p><span>Der Bundesrat ist bereit, in einem Bericht bereits vorhandene Angebote zum Schutz von Gesundheitsfachpersonen vor Gewalt im Berufsalltag aufzuzeigen und darauf aufbauend möglichen Handlungsbedarf zu eruieren. Dabei soll insbesondere auch das Potenzial von spezifischen Schulungen im Bereich Deeskalation für Fachpersonen geprüft werden. Der Bericht soll jedoch keine Machbarkeitsstudie für eine systematische, schweizweite Erfassung der Gewaltvorfälle enthalten. Eine entsprechende Erfassung wäre mit sehr hohen Kosten verbunden und würde auch für die Gesundheitseinrichtungen zu einem erheblichen administrativen Aufwand führen. Allfällige Massnahmen dürften grösstenteils in der Zuständigkeit der Kantone liegen, daher wird sich der Bund auf Empfehlungen beschränken.</span></p></span><br><br><span><p><span>Der Bundesrat beantragt die Teilannahme des Postulates: Annahme des 2., 3. und 4. Lemma und Ablehnung des 1. Lemma.</span></p></span>
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht in Rahmen eines Berichts zu prüfen, wie der Schutz des Gesundheitspersonals vor psychischer und physischer Gewalt im Berufsalltag verbessert werden kann. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:</p><ul><li>Wie kann eine systematische, schweizweite Erfassung von Gewaltvorfällen gegenüber dem Gesundheitspersonal (in Spitälern, Pflegeeinrichtungen, im ambulanten Bereich etc.) etabliert werden?</li><li>Welche präventiven Massnahmen, wie z.B. Schulungen, Awareness-Kampagnen oder institutionelle Sicherheitskonzepte könnten wie gefördert werden?</li><li>Gibt es Handlungsbedarf hinsichtlich des rechtlichen Schutzes des Gesundheitspersonals (z. B. Strafverfolgung, Meldepflichten, Opferschutz)?</li><li>Welche Massnahmen können Arbeitgebende in Gesundheitseinrichtungen ergreifen, um Betroffene besser zu schützen und zu unterstützen, z.B. durch Krisenintervention, psychologische Betreuung oder Sicherheitsdienste?</li></ul>
  • Gewalt gegen Gesundheitspersonal wirksam bekämpfen
State
In Nationalrat geplant
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Gewalt gegenüber Gesundheitspersonal hat in der Schweiz stark zugenommen. Eine Umfrage unter Pflegefachpersonen zeigt: 90 % haben im Berufsleben psychische oder physische Gewalt erlebt. Einzelnen Spitälern registrieren jährlich über 500 Vorfälle – Tendenz steigend. Besonders häufig betroffen sind jüngere Mitarbeitende sowie Beschäftigte in Notfallstationen, der Psychiatrie oder im Rettungsdienst. Studien belegen, dass verbale Gewalt wie Drohungen, Beleidigungen oder Beschimpfungen, sowie physische Übergriffe wie Schlagen, Spucken, Treten deutlich zunehmen.</p><p>Trotz dieser alarmierenden Entwicklung fehlt eine nationale Datenerfassung. Gewalt wird vielerorts nicht systematisch dokumentiert, was die Prävention und politische Steuerung erschwert. Gleichzeitig sind viele Institutionen mit der Entwicklung adäquater Schutzkonzepte überfordert. Auch der Zugang zu rechtlichem Schutz und Opferhilfe ist für Gesundheitspersonal nicht überall gewährleistet.</p>
    • <span><p><span>Der Bundesrat ist bereit, in einem Bericht bereits vorhandene Angebote zum Schutz von Gesundheitsfachpersonen vor Gewalt im Berufsalltag aufzuzeigen und darauf aufbauend möglichen Handlungsbedarf zu eruieren. Dabei soll insbesondere auch das Potenzial von spezifischen Schulungen im Bereich Deeskalation für Fachpersonen geprüft werden. Der Bericht soll jedoch keine Machbarkeitsstudie für eine systematische, schweizweite Erfassung der Gewaltvorfälle enthalten. Eine entsprechende Erfassung wäre mit sehr hohen Kosten verbunden und würde auch für die Gesundheitseinrichtungen zu einem erheblichen administrativen Aufwand führen. Allfällige Massnahmen dürften grösstenteils in der Zuständigkeit der Kantone liegen, daher wird sich der Bund auf Empfehlungen beschränken.</span></p></span><br><br><span><p><span>Der Bundesrat beantragt die Teilannahme des Postulates: Annahme des 2., 3. und 4. Lemma und Ablehnung des 1. Lemma.</span></p></span>
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht in Rahmen eines Berichts zu prüfen, wie der Schutz des Gesundheitspersonals vor psychischer und physischer Gewalt im Berufsalltag verbessert werden kann. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:</p><ul><li>Wie kann eine systematische, schweizweite Erfassung von Gewaltvorfällen gegenüber dem Gesundheitspersonal (in Spitälern, Pflegeeinrichtungen, im ambulanten Bereich etc.) etabliert werden?</li><li>Welche präventiven Massnahmen, wie z.B. Schulungen, Awareness-Kampagnen oder institutionelle Sicherheitskonzepte könnten wie gefördert werden?</li><li>Gibt es Handlungsbedarf hinsichtlich des rechtlichen Schutzes des Gesundheitspersonals (z. B. Strafverfolgung, Meldepflichten, Opferschutz)?</li><li>Welche Massnahmen können Arbeitgebende in Gesundheitseinrichtungen ergreifen, um Betroffene besser zu schützen und zu unterstützen, z.B. durch Krisenintervention, psychologische Betreuung oder Sicherheitsdienste?</li></ul>
    • Gewalt gegen Gesundheitspersonal wirksam bekämpfen

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