Welche Prioritäten bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen?

ShortId
25.3658
Id
20253658
Updated
14.11.2025 02:44
Language
de
Title
Welche Prioritäten bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen?
AdditionalIndexing
34;2841
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein Projekt, das den Patientinnen und Patienten, dem medizinischen Personal und dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommt. Dieses Projekt ist insbesondere für die Qualität und die Effizienz des Schweizer Gesundheitswesens, die krankheitsbezogene Grundlagenforschung und die Versorgungsforschung von Bedeutung. Ein digitalisiertes Gesundheitssystem würde auf der Grundlage von Daten ein besseres Verständnis der Gesundheit, der Versorgungsqualität und des Behandlungsbedarfs der Schweizer Bevölkerung ermöglichen. Die richtige Prioritätensetzung bei der Umsetzung des vom Parlament 2024 verabschiedeten Programms DigiSanté ist umso wichtiger</p>
  • <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich der grossen Bedeutung einer zukunftsgerichteten digitalen Transformation des Gesundheitswesens bewusst. Im Zentrum steht der Nutzen für Patientinnen und Patienten, die von einer besseren Versorgungsqualität und mehr Effizienz profitieren sollen. Daneben ist die digitale Transformation auch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Innovationsstandorts Schweiz zentral. Neben der Möglichkeit zur Sekundärnutzung von aussagekräftigen Gesundheitsdaten, die idealerweise direkt aus digitalisierten Versorgungsprozessen hervorgehen, ist insbesondere die Fähigkeit entscheidend, mit der raschen technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Nur wenn digitale Infrastrukturen im Gesundheitswesen entsprechend weiterentwickelt werden, können neue Technologien wirksam integriert und genutzt werden. Mit dem Programm DigiSanté fördert der Bund gezielt die digitale Transformation im Gesundheitswesen. Ergänzend leistet die Finanzierung des Swiss Personalized Health Network (SPHN) und seines Datenkoordinationszentrums (SPHN-DCC) seit 2017 einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Daten für die Forschung.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Ja, deshalb ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten für Planung, Steuerung oder Forschung, ein zentrales Ziel von DigiSanté. Im Rahmen von DigiSanté werden Rechtsetzungsaktivitäten, welche die Grundlage legen für den Aufbau des Gesundheitsdatenraums, die Sekundärnutzung der Daten sowie die Entwicklung von dazu notwendigen Datenzugangsstrukturen zeitlich früh, d.h. in der ersten Phase des Programms, angegangen. Diese Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Branche sowie den relevanten Akteuren auf Bundes- und Kantonsebene; insbesondere mit dem Bundesamt für Justiz im Zusammenhang mit der Umsetzung </span><span>der Motion 22.3890 «Rahmengesetz für die Sekundärnutzung von Daten»</span><span> und der Bundeskanzlei als </span><span></span><span>Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Mit den Standardisierungszielen von DigiSanté sollen die Grundvoraussetzungen für eine bessere Verfügbarkeit von aussagekräftigen Gesundheitsdaten gelegt werden. Diese können auch dazu beitragen, die Transparenz über Behandlungsqualität im Sinne der bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Das BAG veröffentlicht seit vielen Jahren Qualitätsindikatoren. Der Bundesrat hat in seinen Vierjahreszielen 2025–2028 die Entwicklung eines Monitoringsystems und eines Dashboards festgelegt. Um diese Ziele zu erreichen, beauftragt die Eidgenössische Qualitätskommission Dritte mit der Erarbeitung neuer Qualitätsindikatoren und der Weiterentwicklung bestehender Indikatoren. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Das Programm DigiSanté umfasst insgesamt 50 Vorhaben zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Für deren Umsetzung hat das Parlament einen Verpflichtungskredit gesprochen. Der Bundesrat ist bestrebt, die Vorhaben im Rahmen dieses Kredits effizient und zielgerichtet umzusetzen. Gleichzeitig weist der Bundeshaushalt der kommenden Jahre strukturelle Defizite auf, was die Investitionen in zukunftsrelevante Bereiche erschwert. Vor diesem Hintergrund bleibt die nachhaltige Finanzierung solcher Programme eine Herausforderung, der sich der Bundesrat aktiv stellt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Der Bundesrat ist sich der hohen Erwartungen und der strategischen Bedeutung von DigiSanté bewusst. Ein unzureichendes Fortschreiten des Programms würde nicht nur die Glaubwürdigkeit der Digitalisierungsvorhaben des Bundes im Gesundheitswesen beeinträchtigen, sondern auch das Vertrauen der beteiligten Akteure und der Bevölkerung schwächen. Deshalb legt der Bundesrat grossen Wert auf eine klare Governance-Struktur, eine sachlich fundierte Priorisierung, die gemeinsam mit der Branche vorgenommen wird, sowie eine regelmässige Wirkungsüberprüfung der durchgeführten Projekte. Die enge Einbindung der Kantone, Fachkreise und Leistungserbringer, u.a. im Rahmen des DigiSanté Branchengremiums, bildet dabei eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. </span></p></span>
  • <p>Leider ist die Schweiz bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen nach wie vor stark im Rückstand. Hinzu kommen neu Priorisierungsfragen bei der Umsetzung von DigiSanté. Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Ist sich der Bundesrat darüber bewusst, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Forschungsstandorts und des Marktes ist? Wo zeigt sich dies?</li><li>Teilt der Bundesrat die Meinung, dass insbesondere die Sekundärnutzung von Daten wichtig für den Standort Schweiz ist, und Projekte, die dieses Ziel unterstützen (Rechtsetzung, Datenraum für die gesundheitsbezogene Forschung) innerhalb von DigiSanté prioritär behandelt werden müssen?&nbsp;</li><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass Transparenz über Behandlungsqualität im Sinne der bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten erreicht werden muss? Wie gedenkt der Bundesrat diese mit Hilfe von DigiSanté zu erreichen? Welche Projekte sieht er dafür prioritär?</li><li>Wie möchte der Bundesrat sicherstellen, dass Projekte, die innerhalb DigiSanté gestartet werden, nicht aufgrund von fehlender Finanzierung abgebrochen werden müssen?&nbsp;</li><li>Wie schätzt der Bundesrat das Reputationsrisiko für Digitalisierungsvorhaben des Bundes ein, sollte DigiSanté aufgrund von falscher Priorisierung und mangelnder Durchsetzungskraft sein Ziel verfehlen?&nbsp;</li></ol>
  • Welche Prioritäten bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein Projekt, das den Patientinnen und Patienten, dem medizinischen Personal und dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommt. Dieses Projekt ist insbesondere für die Qualität und die Effizienz des Schweizer Gesundheitswesens, die krankheitsbezogene Grundlagenforschung und die Versorgungsforschung von Bedeutung. Ein digitalisiertes Gesundheitssystem würde auf der Grundlage von Daten ein besseres Verständnis der Gesundheit, der Versorgungsqualität und des Behandlungsbedarfs der Schweizer Bevölkerung ermöglichen. Die richtige Prioritätensetzung bei der Umsetzung des vom Parlament 2024 verabschiedeten Programms DigiSanté ist umso wichtiger</p>
    • <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich der grossen Bedeutung einer zukunftsgerichteten digitalen Transformation des Gesundheitswesens bewusst. Im Zentrum steht der Nutzen für Patientinnen und Patienten, die von einer besseren Versorgungsqualität und mehr Effizienz profitieren sollen. Daneben ist die digitale Transformation auch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Innovationsstandorts Schweiz zentral. Neben der Möglichkeit zur Sekundärnutzung von aussagekräftigen Gesundheitsdaten, die idealerweise direkt aus digitalisierten Versorgungsprozessen hervorgehen, ist insbesondere die Fähigkeit entscheidend, mit der raschen technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Nur wenn digitale Infrastrukturen im Gesundheitswesen entsprechend weiterentwickelt werden, können neue Technologien wirksam integriert und genutzt werden. Mit dem Programm DigiSanté fördert der Bund gezielt die digitale Transformation im Gesundheitswesen. Ergänzend leistet die Finanzierung des Swiss Personalized Health Network (SPHN) und seines Datenkoordinationszentrums (SPHN-DCC) seit 2017 einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Daten für die Forschung.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Ja, deshalb ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten für Planung, Steuerung oder Forschung, ein zentrales Ziel von DigiSanté. Im Rahmen von DigiSanté werden Rechtsetzungsaktivitäten, welche die Grundlage legen für den Aufbau des Gesundheitsdatenraums, die Sekundärnutzung der Daten sowie die Entwicklung von dazu notwendigen Datenzugangsstrukturen zeitlich früh, d.h. in der ersten Phase des Programms, angegangen. Diese Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Branche sowie den relevanten Akteuren auf Bundes- und Kantonsebene; insbesondere mit dem Bundesamt für Justiz im Zusammenhang mit der Umsetzung </span><span>der Motion 22.3890 «Rahmengesetz für die Sekundärnutzung von Daten»</span><span> und der Bundeskanzlei als </span><span></span><span>Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Mit den Standardisierungszielen von DigiSanté sollen die Grundvoraussetzungen für eine bessere Verfügbarkeit von aussagekräftigen Gesundheitsdaten gelegt werden. Diese können auch dazu beitragen, die Transparenz über Behandlungsqualität im Sinne der bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Das BAG veröffentlicht seit vielen Jahren Qualitätsindikatoren. Der Bundesrat hat in seinen Vierjahreszielen 2025–2028 die Entwicklung eines Monitoringsystems und eines Dashboards festgelegt. Um diese Ziele zu erreichen, beauftragt die Eidgenössische Qualitätskommission Dritte mit der Erarbeitung neuer Qualitätsindikatoren und der Weiterentwicklung bestehender Indikatoren. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Das Programm DigiSanté umfasst insgesamt 50 Vorhaben zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Für deren Umsetzung hat das Parlament einen Verpflichtungskredit gesprochen. Der Bundesrat ist bestrebt, die Vorhaben im Rahmen dieses Kredits effizient und zielgerichtet umzusetzen. Gleichzeitig weist der Bundeshaushalt der kommenden Jahre strukturelle Defizite auf, was die Investitionen in zukunftsrelevante Bereiche erschwert. Vor diesem Hintergrund bleibt die nachhaltige Finanzierung solcher Programme eine Herausforderung, der sich der Bundesrat aktiv stellt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Der Bundesrat ist sich der hohen Erwartungen und der strategischen Bedeutung von DigiSanté bewusst. Ein unzureichendes Fortschreiten des Programms würde nicht nur die Glaubwürdigkeit der Digitalisierungsvorhaben des Bundes im Gesundheitswesen beeinträchtigen, sondern auch das Vertrauen der beteiligten Akteure und der Bevölkerung schwächen. Deshalb legt der Bundesrat grossen Wert auf eine klare Governance-Struktur, eine sachlich fundierte Priorisierung, die gemeinsam mit der Branche vorgenommen wird, sowie eine regelmässige Wirkungsüberprüfung der durchgeführten Projekte. Die enge Einbindung der Kantone, Fachkreise und Leistungserbringer, u.a. im Rahmen des DigiSanté Branchengremiums, bildet dabei eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. </span></p></span>
    • <p>Leider ist die Schweiz bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen nach wie vor stark im Rückstand. Hinzu kommen neu Priorisierungsfragen bei der Umsetzung von DigiSanté. Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Ist sich der Bundesrat darüber bewusst, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Forschungsstandorts und des Marktes ist? Wo zeigt sich dies?</li><li>Teilt der Bundesrat die Meinung, dass insbesondere die Sekundärnutzung von Daten wichtig für den Standort Schweiz ist, und Projekte, die dieses Ziel unterstützen (Rechtsetzung, Datenraum für die gesundheitsbezogene Forschung) innerhalb von DigiSanté prioritär behandelt werden müssen?&nbsp;</li><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass Transparenz über Behandlungsqualität im Sinne der bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten erreicht werden muss? Wie gedenkt der Bundesrat diese mit Hilfe von DigiSanté zu erreichen? Welche Projekte sieht er dafür prioritär?</li><li>Wie möchte der Bundesrat sicherstellen, dass Projekte, die innerhalb DigiSanté gestartet werden, nicht aufgrund von fehlender Finanzierung abgebrochen werden müssen?&nbsp;</li><li>Wie schätzt der Bundesrat das Reputationsrisiko für Digitalisierungsvorhaben des Bundes ein, sollte DigiSanté aufgrund von falscher Priorisierung und mangelnder Durchsetzungskraft sein Ziel verfehlen?&nbsp;</li></ol>
    • Welche Prioritäten bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen?

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