Fahrplan 2025 Westschweiz. Zwischenbilanz
- ShortId
-
25.3668
- Id
-
20253668
- Updated
-
14.11.2025 02:49
- Language
-
de
- Title
-
Fahrplan 2025 Westschweiz. Zwischenbilanz
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mit dem Fahrplan 2025 Westschweiz wurde versprochen, dass sich die Pünktlichkeit der Züge deutlich verbessern sollte. Dabei sollten zahlreiche Verschlechterungen in Kauf genommen werden : Auf allen Strecken wurden die Fahrzeiten verlängert, und die Züge länger in den Bahnhöfen angehalten. Die direkte Fernverkehrsverbindung Genf – Yverdon – Neuchâtel – Biel – Olten über die Jurafusslinie wurde auch grösstenteils aufgegeben und durch Anschlüssen mit Perronwechsel ersetzt. Unter der Woche können diese Perronwechsel gemäss SBB vor 2030 nicht beseitigt werden. Der Fahrplan hat nur wenige Verbesserungen gebracht, wie beispielsweise die regionale Verbindung Yverdon – Biel oder schnellere Anschlüsse zwischen Bern/Freiburg und dem Unterwallis über Vevey. Nach 6 Monaten ist es der richtige Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen.</p>
- <span><p><span>1. Es ist korrekt, dass die Kosten für Personal und Rollmaterial im Fahrplan 2025 Westschweiz höher liegen als 2024. Der Grund für die höheren Kosten liegt darin, dass das Angebot in der Westschweiz mit dem Fahrplan 2025 spürbar ausgebaut wurde, um dieses zeitgemäss und entsprechend der steigenden Nachfrage auszugestalten. Im Fernverkehr und Regionalverkehr verkehren mehr Züge und es werden mehr Verbindungen angeboten. Ein detaillierter Kostenvergleich liegt dem Bundesrat allerdings nicht vor.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Personenkilometer, also die Nachfrage, sind auf SBB-Zügen in der gesamten Westschweiz um über 2% gestiegen. Die Verschiebungen zwischen Regional- und Fernverkehr und zwischen den einzelnen Linien des Fernverkehrs, insbesondere zwischen IC5 und IC1, entsprechen den Erwartungen der SBB.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die aktuelle Pünktlichkeitsmessung der SBB basiert auf der Pünktlichkeit der Züge, nicht auf der Pünktlichkeit der Reisenden. </span></p><p><span>Die Pünktlichkeit aller SBB-Züge in der Westschweiz hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2024 von 92% auf 94% erhöht. Die Pünktlichkeit kann bisher trotz der Vielzahl an Baustellen hochgehalten werden.</span></p><p><span>Dank der Fahrplanreserven können die Fernverkehrszüge auch bei Bauarbeiten, die die Sperrung eines von zwei Gleisen erfordern, ohne die Streichung von Haltestellen verkehren.</span></p><p><span>Gemäss Angaben der SBB verzeichnete die Anschlusspünktlichkeit im Vergleich zur übrigen Schweiz die grösste Verbesserung. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Zahlen werden Ende Jahr vorliegen. Erste Analysen der SBB zeigen aber, dass sich die Personenverkehrserträge entsprechend den Erwartungen entwickeln.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Bereits seit April 2025 bietet die SBB am Wochenende in Renens in beide Richtungen halbstündlich perrongleiche Anschlüsse zwischen Genf und der Jurafusslinie an. Werktags bietet die SBB in Renens stündlich einen perrongleichen Umstieg von Genf Richtung Jurafuss an. Der perrongleiche Umstieg verursacht etwas längere Fahrzeiten der IC-Züge und reduziert die geplanten Fahrplanreserven für Baustellen. Im Fall von grossen Events und/oder Baustellen muss jedoch zu Gunsten der Kapazität und Fahrplanstabilität darauf verzichtet werden (z.B. Eidgenössisches Turnfest).</span></p><p><span>Zusätzlich zu den bereits im April 2025 eingeführten perrongleichen Anschlüssen in Renens wird auf den Fahrplan 2026 werktags auch ein stündlicher perrongleicher Anschluss vom Jurafuss in Richtung Genf eingeführt. Damit bietet die SBB ihren Kundinnen und Kunden in der Westschweiz ab dem Fahrplan 2026 in Renens am Wochenende halbstündlich und werktags stündlich perrongleiche Anschlüsse in beiden Richtungen.</span></p><p><span>Um in Renens systematisch ein direktes Umsteigen auf demselben Perron zu ermöglichen – ohne dass sich die verschiedenen Verkehrsströme behindern oder Fahrplanreserven durch Zeitverluste verloren gehen –, sind umfassende Bauarbeiten erforderlich. Angesichts der Finanzierung und des Umfangs dieser Arbeiten sowie des zu durchlaufenden Plangenehmigungsverfahrens wird mit einer Umsetzung bis 2030 gerechnet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Die täglich sechs direkten Interregio-Verbindungen zwischen dem Jurafuss und Genf verkehren teils auf Trassen, welche im Netznutzungsplan für den Güterverkehr gesichert sind. Die Nutzung freigebliebener Güterverkehrstrassen durch den Personenverkehr kann jährlich beim BAV beantragt werden. Über die «Convention de Collaboration» zwischen der SBB und der Güterverkehrsbranche, vertreten durch die Kommission Güterverkehr des Verbandes öffentlicher Verkehr von Oktober 2023, sind die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass drei Direktzüge morgens und abends in Lastrichtung umsetzbar sind. Die Vereinbarung ist nicht terminiert. Sie ist mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten zum Ende jedes Monats kündbar.</span></p></span>
- <ol><li>Es heisst, der Fahrplan 2025 Westschweiz sei teurer zu betreiben als der frühere Fahrplan, beispielsweise aufgrund höherer Kosten für Personal und Rollmaterial. Kann der Bundesrat eine Zahl kommunizieren?</li><li>Welche Zunahme an Personenkilometern wurde bis jetzt auf dem Gesamtnetz Westschweiz erzielt im Vergleich mit dem vorigen Fahrplan? Wie ist die allfällige Zu- oder Abnahme insbesondere bei den einzelnen Fernverkehrsverbindungen?</li><li>Wie stark wurde dank dem Fahrplan 2025 der Anteil der pünktlich ankommenden Fahrgäste verbessert?</li><li>Was sind die finanziellen Auswirkungen des Fahrplans 2025 auf die Ertragsrechnung der SBB? </li><li>Besonders problematisch sind die Anschlüss mit Perronwechsel in Renens für Verbindungen zwischen Genf und der Jurafusslinie. Ist ein systematisches Umsteigen auf dem gleichen Perron nicht vor dem von der SBB angekündigten Datum 2030 möglich? Ist diese Situation für den Bundesrat hinnehmbar?</li><li>Auf Druck der Westschweizer Kantone und der betroffenen Regionen und Städte wurden 6 direkte tägliche Verbindungen auf der IC5 Linie eingeführt. Sind sie für die nächsten Jahre auch definitiv abgesichert?</li></ol>
- Fahrplan 2025 Westschweiz. Zwischenbilanz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Mit dem Fahrplan 2025 Westschweiz wurde versprochen, dass sich die Pünktlichkeit der Züge deutlich verbessern sollte. Dabei sollten zahlreiche Verschlechterungen in Kauf genommen werden : Auf allen Strecken wurden die Fahrzeiten verlängert, und die Züge länger in den Bahnhöfen angehalten. Die direkte Fernverkehrsverbindung Genf – Yverdon – Neuchâtel – Biel – Olten über die Jurafusslinie wurde auch grösstenteils aufgegeben und durch Anschlüssen mit Perronwechsel ersetzt. Unter der Woche können diese Perronwechsel gemäss SBB vor 2030 nicht beseitigt werden. Der Fahrplan hat nur wenige Verbesserungen gebracht, wie beispielsweise die regionale Verbindung Yverdon – Biel oder schnellere Anschlüsse zwischen Bern/Freiburg und dem Unterwallis über Vevey. Nach 6 Monaten ist es der richtige Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen.</p>
- <span><p><span>1. Es ist korrekt, dass die Kosten für Personal und Rollmaterial im Fahrplan 2025 Westschweiz höher liegen als 2024. Der Grund für die höheren Kosten liegt darin, dass das Angebot in der Westschweiz mit dem Fahrplan 2025 spürbar ausgebaut wurde, um dieses zeitgemäss und entsprechend der steigenden Nachfrage auszugestalten. Im Fernverkehr und Regionalverkehr verkehren mehr Züge und es werden mehr Verbindungen angeboten. Ein detaillierter Kostenvergleich liegt dem Bundesrat allerdings nicht vor.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Personenkilometer, also die Nachfrage, sind auf SBB-Zügen in der gesamten Westschweiz um über 2% gestiegen. Die Verschiebungen zwischen Regional- und Fernverkehr und zwischen den einzelnen Linien des Fernverkehrs, insbesondere zwischen IC5 und IC1, entsprechen den Erwartungen der SBB.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die aktuelle Pünktlichkeitsmessung der SBB basiert auf der Pünktlichkeit der Züge, nicht auf der Pünktlichkeit der Reisenden. </span></p><p><span>Die Pünktlichkeit aller SBB-Züge in der Westschweiz hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2024 von 92% auf 94% erhöht. Die Pünktlichkeit kann bisher trotz der Vielzahl an Baustellen hochgehalten werden.</span></p><p><span>Dank der Fahrplanreserven können die Fernverkehrszüge auch bei Bauarbeiten, die die Sperrung eines von zwei Gleisen erfordern, ohne die Streichung von Haltestellen verkehren.</span></p><p><span>Gemäss Angaben der SBB verzeichnete die Anschlusspünktlichkeit im Vergleich zur übrigen Schweiz die grösste Verbesserung. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Zahlen werden Ende Jahr vorliegen. Erste Analysen der SBB zeigen aber, dass sich die Personenverkehrserträge entsprechend den Erwartungen entwickeln.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Bereits seit April 2025 bietet die SBB am Wochenende in Renens in beide Richtungen halbstündlich perrongleiche Anschlüsse zwischen Genf und der Jurafusslinie an. Werktags bietet die SBB in Renens stündlich einen perrongleichen Umstieg von Genf Richtung Jurafuss an. Der perrongleiche Umstieg verursacht etwas längere Fahrzeiten der IC-Züge und reduziert die geplanten Fahrplanreserven für Baustellen. Im Fall von grossen Events und/oder Baustellen muss jedoch zu Gunsten der Kapazität und Fahrplanstabilität darauf verzichtet werden (z.B. Eidgenössisches Turnfest).</span></p><p><span>Zusätzlich zu den bereits im April 2025 eingeführten perrongleichen Anschlüssen in Renens wird auf den Fahrplan 2026 werktags auch ein stündlicher perrongleicher Anschluss vom Jurafuss in Richtung Genf eingeführt. Damit bietet die SBB ihren Kundinnen und Kunden in der Westschweiz ab dem Fahrplan 2026 in Renens am Wochenende halbstündlich und werktags stündlich perrongleiche Anschlüsse in beiden Richtungen.</span></p><p><span>Um in Renens systematisch ein direktes Umsteigen auf demselben Perron zu ermöglichen – ohne dass sich die verschiedenen Verkehrsströme behindern oder Fahrplanreserven durch Zeitverluste verloren gehen –, sind umfassende Bauarbeiten erforderlich. Angesichts der Finanzierung und des Umfangs dieser Arbeiten sowie des zu durchlaufenden Plangenehmigungsverfahrens wird mit einer Umsetzung bis 2030 gerechnet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Die täglich sechs direkten Interregio-Verbindungen zwischen dem Jurafuss und Genf verkehren teils auf Trassen, welche im Netznutzungsplan für den Güterverkehr gesichert sind. Die Nutzung freigebliebener Güterverkehrstrassen durch den Personenverkehr kann jährlich beim BAV beantragt werden. Über die «Convention de Collaboration» zwischen der SBB und der Güterverkehrsbranche, vertreten durch die Kommission Güterverkehr des Verbandes öffentlicher Verkehr von Oktober 2023, sind die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass drei Direktzüge morgens und abends in Lastrichtung umsetzbar sind. Die Vereinbarung ist nicht terminiert. Sie ist mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten zum Ende jedes Monats kündbar.</span></p></span>
- <ol><li>Es heisst, der Fahrplan 2025 Westschweiz sei teurer zu betreiben als der frühere Fahrplan, beispielsweise aufgrund höherer Kosten für Personal und Rollmaterial. Kann der Bundesrat eine Zahl kommunizieren?</li><li>Welche Zunahme an Personenkilometern wurde bis jetzt auf dem Gesamtnetz Westschweiz erzielt im Vergleich mit dem vorigen Fahrplan? Wie ist die allfällige Zu- oder Abnahme insbesondere bei den einzelnen Fernverkehrsverbindungen?</li><li>Wie stark wurde dank dem Fahrplan 2025 der Anteil der pünktlich ankommenden Fahrgäste verbessert?</li><li>Was sind die finanziellen Auswirkungen des Fahrplans 2025 auf die Ertragsrechnung der SBB? </li><li>Besonders problematisch sind die Anschlüss mit Perronwechsel in Renens für Verbindungen zwischen Genf und der Jurafusslinie. Ist ein systematisches Umsteigen auf dem gleichen Perron nicht vor dem von der SBB angekündigten Datum 2030 möglich? Ist diese Situation für den Bundesrat hinnehmbar?</li><li>Auf Druck der Westschweizer Kantone und der betroffenen Regionen und Städte wurden 6 direkte tägliche Verbindungen auf der IC5 Linie eingeführt. Sind sie für die nächsten Jahre auch definitiv abgesichert?</li></ol>
- Fahrplan 2025 Westschweiz. Zwischenbilanz
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