Arbeitsmarkt im Wandel. Forschungs-Initiative für eine alternde und digitalisierte Erwerbsgesellschaft zur Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit
- ShortId
-
25.3672
- Id
-
20253672
- Updated
-
14.11.2025 02:47
- Language
-
de
- Title
-
Arbeitsmarkt im Wandel. Forschungs-Initiative für eine alternde und digitalisierte Erwerbsgesellschaft zur Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit
- AdditionalIndexing
-
28;44;36;34;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Die Schweiz steht vor einer doppelten Transformation des Arbeitsmarkts: Einerseits schreitet die Digitalisierung rasant voran und verändert Arbeitsprozesse, Kompetenzanforderungen und Erwerbsbiografien grundlegend. Andererseits führt der demografische Wandel zu einer strukturellen Alterung der Erwerbsbevölkerung. Diese Entwicklungen stellen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik vor tiefgreifende Herausforderungen – etwa in der Sicherung des Fachkräfteangebots, der Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen, der Förderung von Weiterbeschäftigung über das Referenzalter hinaus und der sozialen Absicherung von Erwerbsverläufen mit Brüchen.</p><p> </p><p>Trotz bestehender Initiativen fehlen systemische, transdisziplinär angelegte Forschungs- und Umsetzungsansätze, um evidenzbasierte Lösungen für diese komplexe Realität zu entwickeln. </p>
- <span><p><span>Frage 1</span></p><p><span>Zwischen 2013 und 2023 stieg der Anteil der Altersgruppe 55plus in der Gesamtbevölkerung von 30% auf 33%. Gemäss Referenzszenario der Bevölkerungsszenarien des Bundesamts für Statistik (BFS) dürfte sich dieser Anteil bis 2030 auf 35% und bis 2040 auf 36% erhöhen. Der Anteil der Altersklasse 55plus am Total der Erwerbspersonen nahm zwischen 2013 und 2023 von 18% auf 23% ebenfalls zu. Gemäss Referenzszenario des BFS zur künftigen Entwicklung der Erwerbsbevölkerung dürfte dieser Wert bis 2035 stabil bleiben und dann bis 2050 auf 25% ansteigen. Um den Herausforderungen mit der demografischen Alterung der Bevölkerung zu begegnen, will der Bundesrat Rahmenbedingungen für eine hohe Arbeitsmarktbeteiligung und -integration schaffen. Die älteren Arbeitnehmenden stellen angesichts ihrer wachsenden Zahl eine relevante Zielgruppe dar. Die steigende Tendenz der Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen deutet auf eine sehr gute Funktionsweise des Schweizer Arbeitsmarktes hin. Punktuellen Handlungsbedarf in den Bereichen der Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik hat der Bundesrat im Bericht «Gesamtschau zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials (Umsetzung Art. 121a BV)» dargelegt. Am 29.01.2025 hat der Bundesrat in Weiterführung und Ergänzung dazu Massnahmen beschlossen, um das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen. U.a. sollen dazu Personen, die im Rahmen des Familiennachzuges zugewandert sind, besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zudem sollen ältere Stellensuchende beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gezielter unterstützt werden. Am 14.05.2025 hat der Bundesrat die Leitlinien für die nächste Reform der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) (AHV2030) festgelegt. Dabei steht die finanzielle Konsolidierung der AHV unter Berücksichtigung des Eintritts der letzten Babyboom-Generation im Vordergrund. Geprüft wird auch die Vereinfachung und attraktive Gestaltung der Erwerbsfortsetzung über das AHV-Referenzalter hinaus.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Frage 2</span></p><p><span>Mit dem Nationalen Forschungsprogramm (NFP) 77 «Digitale Transformation» unterstützt der Bund Forschung, die sich mit Digitalisierung, Bildung und Arbeitsmarkt befasst. Von diesem Programm werden Ergebnisse zur Alterung der Erwerbsbevölkerung erwartet, insbesondere vom Projekt «Digitale Fähigkeiten und Trainingsbedürfnisse von Personen 50+». Der Synthesebericht des NFP 77 wird voraussichtlich im April 2026 veröffentlicht. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt zudem Projekte wie den Schweizer Human-Relations-Barometer, der Daten zum Schweizer Arbeitsmarkt liefert – auch zum Thema Digitalisierung und Generationen. Im Rahmen der regulären Gesuchsverfahren des SNF können Forschende jederzeit Gesuche zum Themenfeld der alternden Gesellschaft und digitalen Wandel einreichen. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz fördern mit der «Swiss Platform Ageing Society» die Zusammenarbeit von über 100 Partnerorganisationen aus Wissenschaft, Gesellschaft, Gesundheit, Wirtschaft, Technik und Politik zu Herausforderungen des demographischen Wandels. </span></p><p><span>Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat das Forschungskonzept 2025–2028 «Soziale Sicherheit» verfasst. Damit fördert der Bund für die Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben forschungsbasierte Grundlagen zu Chancen und Risiken der Digitalisierung sowohl hinsichtlich des Erhalts der sozialen Absicherung als auch einer vereinfachten, transparenten und effizienten Durchführung der Sozialversicherungen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Frage 3</span></p><p><span>Innosuisse ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit (Art. 1 Abs. 1 Innosuisse-Gesetz, SAFIG, SR 420.2) und verfährt weitgehend nach dem bottom-up System, das sich in der gesamten Forschungs- und Innovationsförderpolitik des Bundes bewährt hat. Bei der Standardförderung können Innovierende jederzeit Gesuche für Projekte einreichen. Der Bundesrat kann der Innosuisse zwar Aufträge erteilen (Art. 7 Abs. 3 Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation, FIFG, SR 420.1), tut dies aber nur ausnahmsweise, z.B. in Krisensituationen (COVID-19</span><span></span><span>-Pandemie).</span></p></span>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um folgende Antworten: </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat den arbeitsmarktpolitischen Handlungsbedarf, der sich aus der Tatsache ergibt, dass ab 2030 rund ein Drittel der Erwerbstätigen zur Altersgruppe 55plus gehören wird – insbesondere im Kontext von Fachkräftemangel, Sozialwerkstabilisierung und digitalem Wandel?</li><li>Welche systemischen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen unterstützt der Bundesrat aktuell, um "Modelle der Beschäftigung und Innovation" für eine alternde Erwerbsbevölkerung in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt zu entwickeln?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, die Lancierung einer Innosuisse-Flagship-Initiative zur „Zukunft der Arbeit in einer alternden und digitalisierten Gesellschaft“ aktiv zu prüfen und zu unterstützen – insbesondere im Rahmen einer nationalen Strategie zur Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials?</li></ol>
- Arbeitsmarkt im Wandel. Forschungs-Initiative für eine alternde und digitalisierte Erwerbsgesellschaft zur Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Schweiz steht vor einer doppelten Transformation des Arbeitsmarkts: Einerseits schreitet die Digitalisierung rasant voran und verändert Arbeitsprozesse, Kompetenzanforderungen und Erwerbsbiografien grundlegend. Andererseits führt der demografische Wandel zu einer strukturellen Alterung der Erwerbsbevölkerung. Diese Entwicklungen stellen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik vor tiefgreifende Herausforderungen – etwa in der Sicherung des Fachkräfteangebots, der Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen, der Förderung von Weiterbeschäftigung über das Referenzalter hinaus und der sozialen Absicherung von Erwerbsverläufen mit Brüchen.</p><p> </p><p>Trotz bestehender Initiativen fehlen systemische, transdisziplinär angelegte Forschungs- und Umsetzungsansätze, um evidenzbasierte Lösungen für diese komplexe Realität zu entwickeln. </p>
- <span><p><span>Frage 1</span></p><p><span>Zwischen 2013 und 2023 stieg der Anteil der Altersgruppe 55plus in der Gesamtbevölkerung von 30% auf 33%. Gemäss Referenzszenario der Bevölkerungsszenarien des Bundesamts für Statistik (BFS) dürfte sich dieser Anteil bis 2030 auf 35% und bis 2040 auf 36% erhöhen. Der Anteil der Altersklasse 55plus am Total der Erwerbspersonen nahm zwischen 2013 und 2023 von 18% auf 23% ebenfalls zu. Gemäss Referenzszenario des BFS zur künftigen Entwicklung der Erwerbsbevölkerung dürfte dieser Wert bis 2035 stabil bleiben und dann bis 2050 auf 25% ansteigen. Um den Herausforderungen mit der demografischen Alterung der Bevölkerung zu begegnen, will der Bundesrat Rahmenbedingungen für eine hohe Arbeitsmarktbeteiligung und -integration schaffen. Die älteren Arbeitnehmenden stellen angesichts ihrer wachsenden Zahl eine relevante Zielgruppe dar. Die steigende Tendenz der Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen deutet auf eine sehr gute Funktionsweise des Schweizer Arbeitsmarktes hin. Punktuellen Handlungsbedarf in den Bereichen der Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik hat der Bundesrat im Bericht «Gesamtschau zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials (Umsetzung Art. 121a BV)» dargelegt. Am 29.01.2025 hat der Bundesrat in Weiterführung und Ergänzung dazu Massnahmen beschlossen, um das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen. U.a. sollen dazu Personen, die im Rahmen des Familiennachzuges zugewandert sind, besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zudem sollen ältere Stellensuchende beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gezielter unterstützt werden. Am 14.05.2025 hat der Bundesrat die Leitlinien für die nächste Reform der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) (AHV2030) festgelegt. Dabei steht die finanzielle Konsolidierung der AHV unter Berücksichtigung des Eintritts der letzten Babyboom-Generation im Vordergrund. Geprüft wird auch die Vereinfachung und attraktive Gestaltung der Erwerbsfortsetzung über das AHV-Referenzalter hinaus.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Frage 2</span></p><p><span>Mit dem Nationalen Forschungsprogramm (NFP) 77 «Digitale Transformation» unterstützt der Bund Forschung, die sich mit Digitalisierung, Bildung und Arbeitsmarkt befasst. Von diesem Programm werden Ergebnisse zur Alterung der Erwerbsbevölkerung erwartet, insbesondere vom Projekt «Digitale Fähigkeiten und Trainingsbedürfnisse von Personen 50+». Der Synthesebericht des NFP 77 wird voraussichtlich im April 2026 veröffentlicht. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt zudem Projekte wie den Schweizer Human-Relations-Barometer, der Daten zum Schweizer Arbeitsmarkt liefert – auch zum Thema Digitalisierung und Generationen. Im Rahmen der regulären Gesuchsverfahren des SNF können Forschende jederzeit Gesuche zum Themenfeld der alternden Gesellschaft und digitalen Wandel einreichen. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz fördern mit der «Swiss Platform Ageing Society» die Zusammenarbeit von über 100 Partnerorganisationen aus Wissenschaft, Gesellschaft, Gesundheit, Wirtschaft, Technik und Politik zu Herausforderungen des demographischen Wandels. </span></p><p><span>Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat das Forschungskonzept 2025–2028 «Soziale Sicherheit» verfasst. Damit fördert der Bund für die Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben forschungsbasierte Grundlagen zu Chancen und Risiken der Digitalisierung sowohl hinsichtlich des Erhalts der sozialen Absicherung als auch einer vereinfachten, transparenten und effizienten Durchführung der Sozialversicherungen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Frage 3</span></p><p><span>Innosuisse ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit (Art. 1 Abs. 1 Innosuisse-Gesetz, SAFIG, SR 420.2) und verfährt weitgehend nach dem bottom-up System, das sich in der gesamten Forschungs- und Innovationsförderpolitik des Bundes bewährt hat. Bei der Standardförderung können Innovierende jederzeit Gesuche für Projekte einreichen. Der Bundesrat kann der Innosuisse zwar Aufträge erteilen (Art. 7 Abs. 3 Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation, FIFG, SR 420.1), tut dies aber nur ausnahmsweise, z.B. in Krisensituationen (COVID-19</span><span></span><span>-Pandemie).</span></p></span>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um folgende Antworten: </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat den arbeitsmarktpolitischen Handlungsbedarf, der sich aus der Tatsache ergibt, dass ab 2030 rund ein Drittel der Erwerbstätigen zur Altersgruppe 55plus gehören wird – insbesondere im Kontext von Fachkräftemangel, Sozialwerkstabilisierung und digitalem Wandel?</li><li>Welche systemischen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen unterstützt der Bundesrat aktuell, um "Modelle der Beschäftigung und Innovation" für eine alternde Erwerbsbevölkerung in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt zu entwickeln?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, die Lancierung einer Innosuisse-Flagship-Initiative zur „Zukunft der Arbeit in einer alternden und digitalisierten Gesellschaft“ aktiv zu prüfen und zu unterstützen – insbesondere im Rahmen einer nationalen Strategie zur Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials?</li></ol>
- Arbeitsmarkt im Wandel. Forschungs-Initiative für eine alternde und digitalisierte Erwerbsgesellschaft zur Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit
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