Die Armee und weltweite Innovationen bei Waffensystemen
- ShortId
-
25.3702
- Id
-
20253702
- Updated
-
19.12.2025 12:13
- Language
-
de
- Title
-
Die Armee und weltweite Innovationen bei Waffensystemen
- AdditionalIndexing
-
09
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><strong><span>1.</span></strong><span> Die beschriebene Herausforderung ist nicht neu. So beauftragte das VBS bereits 2019 bei der Firma Deloitte AG die Analyse des Beschaffungsablaufs im VBS. Der Bericht «Beschaffungen VBS» vom 20. Mai 2020 (</span><a href="http://www.vbs.admin.ch"><u><span>www.vbs.admin.ch</span></u></a><span> > Sicherheit > Armee > Rüstungsbeschaffungen) sowie der Bericht der Begleitgruppe beinhalten Empfehlungen, die in den letzten Jahren schrittweise umgesetzt wurden. Auch mit der am 20. Juni 2025 verabschiedeten Rüstungspolitischen Strategie (BBl 2025 2151) trägt der Bundesrat den genannten Herausforderungen Rechnung. In einem sicherheitspolitisch dramatisch verschlechterten Umfeld zielt die Strategie darauf ab, die Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit der Schweizer Armee rasch zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden auch Massnahmen definiert, um den Beschaffungsprozess künftig schneller, kosteneffizienter, flexibler und stärker den Technologiezyklen folgend zu gestalten (vgl. Ziel 5, Handlungsfeld 4 und Aktionsplan der Rüstungspolitischen Strategie). Der Bundesrat wird nach Umsetzung der Strategie prüfen, ob darüber hinaus Handlungsbedarf besteht.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>2.</span></strong><span> Der Beschaffungsprozess umfasst gemäss der Methodik HERMES VBS (</span><a href="http://www.hermes-vbs.admin.ch/"><u><span>www.hermes-vbs.admin.ch</span></u></a><span>) die Phasen «Initialisierung», «Konzept», «Realisierung» und «Einführung».</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>3.</span></strong><span> Das in der Rüstungspolitischen Strategie verankerte Ziel 5 sieht eine schnellere und flexiblere Beschaffung von Rüstungsgütern vor. Instrumente dafür sind das «Tailoring», die Digitalisierung von Beschaffungsprozessen, der Verzicht auf Überspezifikationen und spezifische Anforderungen der Schweizer Armee sowie der Verzicht auf umfangreiche Tests und Erprobungen, sofern entsprechende Daten von Partnerstaaten genutzt werden können. Der Aktionsplan der Rüstungspolitischen Strategie definiert, dass die Beschaffungs- und Projektlaufzeiten mittels des Einsatzes der oben genannten Instrumente ab 2026 gegenüber der Periode 2020–2024 verkürzt werden sollen. </span></p><p><em><span> </span></em></p><p><strong><span>4.</span></strong><span> Mit dem Schweizer Drohnen- und Robotik-Zentrum (SDRZ) verfügt das VBS über eine Fachstelle, die diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt, deren mögliche Auswirkungen auf die Schweiz analysiert und bereits seit 2017 eng mit Vertretern aus Industrie und Akademie zusammenarbeitet sowie diese in Forschungs- und Innovationsprojekte involviert. Zudem hat das VBS 2023 das Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung sowie 2024 die Taskforce Drohnen (TFD) gegründet. Gleichzeitig hat der Bundesrat mit der in der Rüstungspolitischen Strategie verankerten schrittweisen Erhöhung des Anteils des Armeebudgets für Forschung und Entwicklung auf 2 Prozent sowie mit der Ankündigung, auch den Anteil des Armee-Budgets für Innovation zu erhöhen, weitere Massnahmen zur Stärkung der sicherheitsrelevanten Forschung, Entwicklung und Innovation im Inland ergriffen. Dadurch sollen akademische und industrielle Fähigkeiten ausgebaut werden, um mit den rasanten Entwicklungen schritthalten zu können und das Innovationspotenzial der Schweiz zu nutzen. Der Bundesrat weist ergänzend darauf hin, dass er sich zur Drohnen-Thematik auch in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats Dittli (</span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233209"><u><span>23.3209</span></u></a><span>) äussern wird.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>5.</span></strong><span> Die TFD verfolgt zum einen das Ziel, mit Schweizer Drohnen die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz zu stärken, indem die Schweizer Armee für Versuche Drohnen erhält und damit den Fähigkeitsaufbau beschleunigen kann. Zum anderen sollen Drohnen möglichst in der Schweiz entwickelt und hergestellt werden, um Abhängigkeiten vom Ausland zu reduzieren. So entstanden im Zuge der Zusammenarbeit mit der Akademie in den letzten Jahren verschiedene Drohnen- und Robotik-Startups. Für die erwähnten Ziele stehen der TFD in den Jahren 2025-2027 47 Millionen Franken zur Verfügung.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>6.</span></strong><span> Die TFD soll im Rahmen ihrer Aktivitäten bis 2027 eine genügend hohe Anzahl an Drohnen für die Schweizer Armee zur Verfügung stellen, damit die Truppe ausgebildet werden kann und eine gewisse Bevorratung sichergestellt ist. Im Fokus steht dabei die Bekämpfung von Boden- und Luftzielen. Im Rüstungsprogramm 2025 ist eine Ergänzungsbeschaffung der bereits eingeführten Drohnensysteme der Schweizer Armee vorgesehen.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>7.</span></strong><span> Damit die Armee ihre Aufgaben erfüllen kann, benötigt sie im Einsatzfall einen Sollbestand von 100‘000 Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren. Um absehbare Ausfälle zu kompensieren, ist erfahrungsgemäss ein rund 40 Prozent höherer Effektivbestand nötig. Der Bundesrat will in erster Priorität die Alimentierung der Armee nachhaltig sichern.</span></p></span>
- <p>Die politische Weltbühne ist aktuell vielen Verwerfungen unterworfen, welche sich unter anderem in den Konflikten in Osteuropa und dem Nahen Osten zeigen. Diese Konflikte zeigen auch, dass Mittel für die konventionelle Kriegsführung nach wie vor äusserst relevant sind. Gleichzeitig sehen wir aber auch eine rasant fortschreitende Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Waffensystemen und die Bedeutung von kurzen Beschaffungswegen und militärischer Innovation.</p><p> </p><p>Der Bundesrat wird eingeladen folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Die aktuelle Dauer, bis ein System in der Armee beschafft und einsatzfähig ist, dauert vielfach prozessbedingt 5 bis 10 Jahre. Dies ist in Anbetracht der Entwicklung viel zu lange. Sieht der Bundesrat hier Handlungsbedarf?</li><li>Welche (administrativen) Zwischenschritte gibt es, bis ein neu beschafftes System in der Armee eingeführt wird?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um sicherzustellen, dass Beschaffungen in Zukunft schneller durchgeführt werden können? Gibt es hierzu bereits Pläne und zeitliche Ziele?</li><li>Die Drohnenkriegsführung zeigt auf, wie schnell die Innovation bei Waffensystemen aktuell ist. Inoffizielle Quellen gehen davon aus, dass alle paar Monate neue Drohnengeneration entwickelt werden. Wie geht der Bundesrat mit dieser rasanten Entwicklung um?</li><li>Wie fördert der Bundesrat die einheimische Innovation bei unbemannten Systemen (Drohnen, unbemannte Bodenfahrzeuge etc.), damit die Armee Zugang zu einheimischen Produkten hat, welche in kurzer Zeit lieferbar sind?</li><li>Wie sehen die aktuellen Beschaffungspläne für Drohnen in der Armee aus? Welche Drohnentypen (Aufklärungsdrohnen, Kampfdrohnen, Kamikaze-Drohnen etc.) sollen bis wann beschafft werden?</li><li>Ist der aktuelle Sollbestand der Armee noch ausreichend um diesen neuen, innovativen Bedrohungen zu begegnen und gleichzeitig die Verteidigungsfähigkeit im konventionellen Rahmen sicherzustellen?</li></ol>
- Die Armee und weltweite Innovationen bei Waffensystemen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><strong><span>1.</span></strong><span> Die beschriebene Herausforderung ist nicht neu. So beauftragte das VBS bereits 2019 bei der Firma Deloitte AG die Analyse des Beschaffungsablaufs im VBS. Der Bericht «Beschaffungen VBS» vom 20. Mai 2020 (</span><a href="http://www.vbs.admin.ch"><u><span>www.vbs.admin.ch</span></u></a><span> > Sicherheit > Armee > Rüstungsbeschaffungen) sowie der Bericht der Begleitgruppe beinhalten Empfehlungen, die in den letzten Jahren schrittweise umgesetzt wurden. Auch mit der am 20. Juni 2025 verabschiedeten Rüstungspolitischen Strategie (BBl 2025 2151) trägt der Bundesrat den genannten Herausforderungen Rechnung. In einem sicherheitspolitisch dramatisch verschlechterten Umfeld zielt die Strategie darauf ab, die Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit der Schweizer Armee rasch zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden auch Massnahmen definiert, um den Beschaffungsprozess künftig schneller, kosteneffizienter, flexibler und stärker den Technologiezyklen folgend zu gestalten (vgl. Ziel 5, Handlungsfeld 4 und Aktionsplan der Rüstungspolitischen Strategie). Der Bundesrat wird nach Umsetzung der Strategie prüfen, ob darüber hinaus Handlungsbedarf besteht.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>2.</span></strong><span> Der Beschaffungsprozess umfasst gemäss der Methodik HERMES VBS (</span><a href="http://www.hermes-vbs.admin.ch/"><u><span>www.hermes-vbs.admin.ch</span></u></a><span>) die Phasen «Initialisierung», «Konzept», «Realisierung» und «Einführung».</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>3.</span></strong><span> Das in der Rüstungspolitischen Strategie verankerte Ziel 5 sieht eine schnellere und flexiblere Beschaffung von Rüstungsgütern vor. Instrumente dafür sind das «Tailoring», die Digitalisierung von Beschaffungsprozessen, der Verzicht auf Überspezifikationen und spezifische Anforderungen der Schweizer Armee sowie der Verzicht auf umfangreiche Tests und Erprobungen, sofern entsprechende Daten von Partnerstaaten genutzt werden können. Der Aktionsplan der Rüstungspolitischen Strategie definiert, dass die Beschaffungs- und Projektlaufzeiten mittels des Einsatzes der oben genannten Instrumente ab 2026 gegenüber der Periode 2020–2024 verkürzt werden sollen. </span></p><p><em><span> </span></em></p><p><strong><span>4.</span></strong><span> Mit dem Schweizer Drohnen- und Robotik-Zentrum (SDRZ) verfügt das VBS über eine Fachstelle, die diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt, deren mögliche Auswirkungen auf die Schweiz analysiert und bereits seit 2017 eng mit Vertretern aus Industrie und Akademie zusammenarbeitet sowie diese in Forschungs- und Innovationsprojekte involviert. Zudem hat das VBS 2023 das Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung sowie 2024 die Taskforce Drohnen (TFD) gegründet. Gleichzeitig hat der Bundesrat mit der in der Rüstungspolitischen Strategie verankerten schrittweisen Erhöhung des Anteils des Armeebudgets für Forschung und Entwicklung auf 2 Prozent sowie mit der Ankündigung, auch den Anteil des Armee-Budgets für Innovation zu erhöhen, weitere Massnahmen zur Stärkung der sicherheitsrelevanten Forschung, Entwicklung und Innovation im Inland ergriffen. Dadurch sollen akademische und industrielle Fähigkeiten ausgebaut werden, um mit den rasanten Entwicklungen schritthalten zu können und das Innovationspotenzial der Schweiz zu nutzen. Der Bundesrat weist ergänzend darauf hin, dass er sich zur Drohnen-Thematik auch in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats Dittli (</span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233209"><u><span>23.3209</span></u></a><span>) äussern wird.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>5.</span></strong><span> Die TFD verfolgt zum einen das Ziel, mit Schweizer Drohnen die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz zu stärken, indem die Schweizer Armee für Versuche Drohnen erhält und damit den Fähigkeitsaufbau beschleunigen kann. Zum anderen sollen Drohnen möglichst in der Schweiz entwickelt und hergestellt werden, um Abhängigkeiten vom Ausland zu reduzieren. So entstanden im Zuge der Zusammenarbeit mit der Akademie in den letzten Jahren verschiedene Drohnen- und Robotik-Startups. Für die erwähnten Ziele stehen der TFD in den Jahren 2025-2027 47 Millionen Franken zur Verfügung.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>6.</span></strong><span> Die TFD soll im Rahmen ihrer Aktivitäten bis 2027 eine genügend hohe Anzahl an Drohnen für die Schweizer Armee zur Verfügung stellen, damit die Truppe ausgebildet werden kann und eine gewisse Bevorratung sichergestellt ist. Im Fokus steht dabei die Bekämpfung von Boden- und Luftzielen. Im Rüstungsprogramm 2025 ist eine Ergänzungsbeschaffung der bereits eingeführten Drohnensysteme der Schweizer Armee vorgesehen.</span></p><p><span> </span></p><p><strong><span>7.</span></strong><span> Damit die Armee ihre Aufgaben erfüllen kann, benötigt sie im Einsatzfall einen Sollbestand von 100‘000 Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren. Um absehbare Ausfälle zu kompensieren, ist erfahrungsgemäss ein rund 40 Prozent höherer Effektivbestand nötig. Der Bundesrat will in erster Priorität die Alimentierung der Armee nachhaltig sichern.</span></p></span>
- <p>Die politische Weltbühne ist aktuell vielen Verwerfungen unterworfen, welche sich unter anderem in den Konflikten in Osteuropa und dem Nahen Osten zeigen. Diese Konflikte zeigen auch, dass Mittel für die konventionelle Kriegsführung nach wie vor äusserst relevant sind. Gleichzeitig sehen wir aber auch eine rasant fortschreitende Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Waffensystemen und die Bedeutung von kurzen Beschaffungswegen und militärischer Innovation.</p><p> </p><p>Der Bundesrat wird eingeladen folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Die aktuelle Dauer, bis ein System in der Armee beschafft und einsatzfähig ist, dauert vielfach prozessbedingt 5 bis 10 Jahre. Dies ist in Anbetracht der Entwicklung viel zu lange. Sieht der Bundesrat hier Handlungsbedarf?</li><li>Welche (administrativen) Zwischenschritte gibt es, bis ein neu beschafftes System in der Armee eingeführt wird?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um sicherzustellen, dass Beschaffungen in Zukunft schneller durchgeführt werden können? Gibt es hierzu bereits Pläne und zeitliche Ziele?</li><li>Die Drohnenkriegsführung zeigt auf, wie schnell die Innovation bei Waffensystemen aktuell ist. Inoffizielle Quellen gehen davon aus, dass alle paar Monate neue Drohnengeneration entwickelt werden. Wie geht der Bundesrat mit dieser rasanten Entwicklung um?</li><li>Wie fördert der Bundesrat die einheimische Innovation bei unbemannten Systemen (Drohnen, unbemannte Bodenfahrzeuge etc.), damit die Armee Zugang zu einheimischen Produkten hat, welche in kurzer Zeit lieferbar sind?</li><li>Wie sehen die aktuellen Beschaffungspläne für Drohnen in der Armee aus? Welche Drohnentypen (Aufklärungsdrohnen, Kampfdrohnen, Kamikaze-Drohnen etc.) sollen bis wann beschafft werden?</li><li>Ist der aktuelle Sollbestand der Armee noch ausreichend um diesen neuen, innovativen Bedrohungen zu begegnen und gleichzeitig die Verteidigungsfähigkeit im konventionellen Rahmen sicherzustellen?</li></ol>
- Die Armee und weltweite Innovationen bei Waffensystemen
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