Strategie zur qualitätsvollen Transformation in Agglomerationen und für zu verdichtende Räume

ShortId
25.3708
Id
20253708
Updated
14.11.2025 02:50
Language
de
Title
Strategie zur qualitätsvollen Transformation in Agglomerationen und für zu verdichtende Räume
AdditionalIndexing
2846
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Diese Strategie soll insbesondere:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>die Förderung qualitätsgesicherter Planungs- und Beteiligungsverfahren vorsehen,</li><li>den Aufbau interdisziplinärer Testplanungen unterstützen,</li><li>mutige, innovative raumplanerische und architektonische Ansätze ermöglichen,</li><li>eine gezielte finanzielle Förderung qualitätsvoller Projekte prüfen,</li><li>eine koordinierte Offensive zur architektonischen und funktionalen Aufwertung bestehender Siedlungsräume anstossen.</li></ol><p>Die Strategie ist in föderaler Verantwortung gemeinsam mit den Kantonen und Gemeinden zu entwickeln, unter Einbezug bestehender Planungsinstrumente und Fachgremien. Ziel ist es, Agglomerationen so weiterzuentwickeln, dass sie wieder an Charakter, Identität, Aufenthaltsqualität und gestalterischer Vielfalt gewinnen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Schweiz steht unter erheblichem Siedlungsdruck. Während historische Ortskerne und schützenswerte Ensembles unter besonderem Schutz stehen, werden viele Übergangsräume – insbesondere in Agglomerationen und suburbanen Gebieten – weiterhin monoton, monofunktional und gestalterisch schwach entwickelt.</p><p>Der grösste Teil unserer Siedlungsfläche besteht heute aus solchen Räumen: funktional getrennt, zersiedelt, seelenlos. Schlafsiedlungen hier, Gewerbeinseln dort, Einkaufsmeilen dazwischen. Was fehlt, sind lebendige Quartiere mit Nutzungsmischung – Orte, die Wohnen, Arbeiten, Verweilen und Erholen verbinden.</p><p>Es braucht für diese Räume eine neue Qualitätsoffensive. Eine solche Strategie kann nur im Dialog und in Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden entstehen – mit gemeinsamem Anspruch an gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und Identität.</p><p>Raumplanung ist gemäss Artikel 75 BV primär Sache der Kantone. Der Bund hat jedoch die Aufgabe, raumwirksame Tätigkeiten zu koordinieren und eine nachhaltige Entwicklung gesamthaft zu gewährleisten. Diese Motion zielt auf genau diese Koordinations- und Impulsfunktion des Bundes: nicht als Übersteuerung, sondern als partnerschaftlicher Beitrag zu einer gestaltungsbewussten, attraktiven Schweiz – auch ausserhalb der Postkartenidylle.</p><p>Eine strategisch koordinierte Planungsoffensive zur qualitativen Entwicklung der Agglomerationen stärkt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und die Standortattraktivität der Schweiz insgesamt.&nbsp;</p>
  • <span><p><span>Der Bundesrat teilt grundsätzlich das Anliegen der Motionärin. Die gewünschte Qualitätsoffensive beim Bund, den Kantonen und Gemeinden ist jedoch bereits mit den bestehenden Strategien, Planungshilfen, Umsetzungs- und Förderinstrumenten des Bundes möglich:</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Mit dem aktualisierten tripartiten Raumkonzept Schweiz, dem Bericht des Bundesrats über die Agglomerationspolitik und die Politik für die ländlichen Räume und Berggebiete, der Strategie Baukultur, dem Davoser Qualitätssystem für Baukultur, dem Aktionsplan Wohnungsknappheit und dem Landschaftskonzept Schweiz liegt der notwendige strategische Rahmen bereits umfassend vor. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Wichtige Umsetzungs- und Förderinstrumente des Bundes ermöglichen eine gezielte, finanzielle Förderung qualitätsvoller, interdisziplinärer und innovativer Projekte in Agglomerationen und Übergangsräumen (z. B. das Programm Agglomerationsverkehr, adapt+, die Neue Regionalpolitik, die Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung, der Aktionsplan Baukultur und der zweite Aktionsplan Biodiversität).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bund hat für aktuelle Fragestellungen unter Einbezug der Kantone und Gemeinden Planungs- und Umsetzungshilfen wie den Baukasten für preisgünstigen Wohnraum oder die Musterbestimmungen für Biodiversität und Landschaftsqualität erarbeitet.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Anliegen der Motion werden zudem in der für 2028 vorgesehenen Revision der interdepartementalen Strategie Baukultur geprüft und damit soweit sinnvoll sektorübergreifend und interdisziplinär in geeigneter Weise umgesetzt.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, [einen Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen]...Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf Artikel 75 der Bundesverfassung und in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden, eine nationale Strategie für die qualitative Transformation der Agglomerationen und Übergangsräume zu entwickeln und umzusetzen.<br>&nbsp;</p>
  • Strategie zur qualitätsvollen Transformation in Agglomerationen und für zu verdichtende Räume
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Diese Strategie soll insbesondere:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>die Förderung qualitätsgesicherter Planungs- und Beteiligungsverfahren vorsehen,</li><li>den Aufbau interdisziplinärer Testplanungen unterstützen,</li><li>mutige, innovative raumplanerische und architektonische Ansätze ermöglichen,</li><li>eine gezielte finanzielle Förderung qualitätsvoller Projekte prüfen,</li><li>eine koordinierte Offensive zur architektonischen und funktionalen Aufwertung bestehender Siedlungsräume anstossen.</li></ol><p>Die Strategie ist in föderaler Verantwortung gemeinsam mit den Kantonen und Gemeinden zu entwickeln, unter Einbezug bestehender Planungsinstrumente und Fachgremien. Ziel ist es, Agglomerationen so weiterzuentwickeln, dass sie wieder an Charakter, Identität, Aufenthaltsqualität und gestalterischer Vielfalt gewinnen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Schweiz steht unter erheblichem Siedlungsdruck. Während historische Ortskerne und schützenswerte Ensembles unter besonderem Schutz stehen, werden viele Übergangsräume – insbesondere in Agglomerationen und suburbanen Gebieten – weiterhin monoton, monofunktional und gestalterisch schwach entwickelt.</p><p>Der grösste Teil unserer Siedlungsfläche besteht heute aus solchen Räumen: funktional getrennt, zersiedelt, seelenlos. Schlafsiedlungen hier, Gewerbeinseln dort, Einkaufsmeilen dazwischen. Was fehlt, sind lebendige Quartiere mit Nutzungsmischung – Orte, die Wohnen, Arbeiten, Verweilen und Erholen verbinden.</p><p>Es braucht für diese Räume eine neue Qualitätsoffensive. Eine solche Strategie kann nur im Dialog und in Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden entstehen – mit gemeinsamem Anspruch an gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und Identität.</p><p>Raumplanung ist gemäss Artikel 75 BV primär Sache der Kantone. Der Bund hat jedoch die Aufgabe, raumwirksame Tätigkeiten zu koordinieren und eine nachhaltige Entwicklung gesamthaft zu gewährleisten. Diese Motion zielt auf genau diese Koordinations- und Impulsfunktion des Bundes: nicht als Übersteuerung, sondern als partnerschaftlicher Beitrag zu einer gestaltungsbewussten, attraktiven Schweiz – auch ausserhalb der Postkartenidylle.</p><p>Eine strategisch koordinierte Planungsoffensive zur qualitativen Entwicklung der Agglomerationen stärkt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und die Standortattraktivität der Schweiz insgesamt.&nbsp;</p>
    • <span><p><span>Der Bundesrat teilt grundsätzlich das Anliegen der Motionärin. Die gewünschte Qualitätsoffensive beim Bund, den Kantonen und Gemeinden ist jedoch bereits mit den bestehenden Strategien, Planungshilfen, Umsetzungs- und Förderinstrumenten des Bundes möglich:</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Mit dem aktualisierten tripartiten Raumkonzept Schweiz, dem Bericht des Bundesrats über die Agglomerationspolitik und die Politik für die ländlichen Räume und Berggebiete, der Strategie Baukultur, dem Davoser Qualitätssystem für Baukultur, dem Aktionsplan Wohnungsknappheit und dem Landschaftskonzept Schweiz liegt der notwendige strategische Rahmen bereits umfassend vor. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Wichtige Umsetzungs- und Förderinstrumente des Bundes ermöglichen eine gezielte, finanzielle Förderung qualitätsvoller, interdisziplinärer und innovativer Projekte in Agglomerationen und Übergangsräumen (z. B. das Programm Agglomerationsverkehr, adapt+, die Neue Regionalpolitik, die Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung, der Aktionsplan Baukultur und der zweite Aktionsplan Biodiversität).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bund hat für aktuelle Fragestellungen unter Einbezug der Kantone und Gemeinden Planungs- und Umsetzungshilfen wie den Baukasten für preisgünstigen Wohnraum oder die Musterbestimmungen für Biodiversität und Landschaftsqualität erarbeitet.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die Anliegen der Motion werden zudem in der für 2028 vorgesehenen Revision der interdepartementalen Strategie Baukultur geprüft und damit soweit sinnvoll sektorübergreifend und interdisziplinär in geeigneter Weise umgesetzt.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, [einen Entwurf zu einem Erlass der Bundesversammlung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen]...Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf Artikel 75 der Bundesverfassung und in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden, eine nationale Strategie für die qualitative Transformation der Agglomerationen und Übergangsräume zu entwickeln und umzusetzen.<br>&nbsp;</p>
    • Strategie zur qualitätsvollen Transformation in Agglomerationen und für zu verdichtende Räume

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